Homelift: Kosten, Förderung und Einbau 2026

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Inhaltsübersicht

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Homelift ist ein kleiner senkrechter Personenaufzug für Privathäuser. Anders als ein Treppenlift bleibt die Treppe frei, und mit einer ausreichend großen Kabine ist er rollstuhlgerecht.
  • Die meisten Homelifts fahren höchstens 0,15 m/s und fallen damit unter die Maschinenrichtlinie, nicht unter die strengere Aufzugsrichtlinie. Viele Modelle kommen ohne gemauerten Schacht und mit kleiner Bodenvertiefung aus.
  • Kosten: Hublifte für wenige Stufen beginnen bei etwa 8.000 Euro, Homelifts über ein bis zwei Etagen liegen inklusive Einbau meist zwischen 20.000 und 50.000 Euro.
  • Mit Pflegegrad zahlt die Pflegekasse bis zu 4.180 Euro je Maßnahme. Der KfW-Zuschuss 455-B ist seit Ende Juli 2026 ausgeschöpft, der KfW-Kredit 159 bleibt verfügbar. Selbst getragene Kosten können steuerlich berücksichtigt werden.
  • Ob Baugenehmigung und wiederkehrende Prüfung nötig sind, hängt von Bauweise, Förderhöhe und Bundesland ab – das sollte vor Vertragsabschluss geklärt sein.

Vierzehn Stufen trennen in vielen Einfamilienhäusern das Erdgeschoss vom Schlafzimmer und vom einzigen richtigen Bad. Solange die Beine mitmachen, fällt das kaum auf. Nach einem Schlaganfall, einem Sturz mit Oberschenkelhalsbruch, mit fortschreitender Multipler Sklerose oder im Rollstuhl wird diese Treppe zur Grenze, an der sich entscheidet, ob das Leben im eigenen Haus weitergehen kann.

Zwei technische Antworten gibt es darauf: den Treppenlift, der an der vorhandenen Treppe entlangfährt, und den Homelift, einen kompakten Aufzug, der senkrecht zwischen den Etagen fährt. Homelifts sind teurer und aufwendiger zu planen, bieten aber etwas, das ein Treppenlift nicht kann: Sie befördern auch Menschen im Rollstuhl ohne Umsetzen, lassen die Treppe frei und erschließen mehrere Etagen mit einer einzigen Anlage.

Dieser Ratgeber erklärt, welche Lifttypen es gibt, was ein Homelift „ohne Schacht“ wirklich bedeutet, welchen Platz er braucht, welche Kosten realistisch sind, welche Vorschriften gelten und wie Sie die Anschaffung finanzieren. Wer noch zwischen Homelift und Treppenlift abwägt, findet am Ende einen direkten Vergleich; ausführlich zum Treppenlift informiert unser Treppenlift-Ratgeber.

Was ist ein Homelift?

Ein Homelift – auch Senkrechtlift, Hauslift oder Plattformaufzug genannt – ist ein Aufzug für den privaten Wohnbereich. Eine Kabine oder Plattform fährt an einer Führung senkrecht zwischen zwei oder mehr Haltestellen. Im Unterschied zu klassischen Personenaufzügen in Mehrfamilienhäusern sind Homelifts kleiner, langsamer und technisch einfacher aufgebaut. Das macht den nachträglichen Einbau in bestehende Häuser überhaupt erst praktikabel.

Rechtliche Einordnung: Maschinenrichtlinie statt Aufzugsrichtlinie

Entscheidend für Technik, Kosten und Prüfpflichten ist die Fahrgeschwindigkeit. Aufzüge mit mehr als 0,15 m/s fallen unter die europäische Aufzugsrichtlinie 2014/33/EU mit entsprechend hohen Anforderungen an Schacht, Türen und Prüfungen. Die meisten Homelifts fahren bewusst langsamer und fallen damit unter die Maschinenrichtlinie 2006/42/EG; die technische Norm für diese Plattformaufzüge ist die EN 81-41. Ab dem 20. Januar 2027 wird die Maschinenrichtlinie durch die EU-Maschinenverordnung (EU) 2023/1230 abgelöst; für Käufer ändert sich dadurch in der Praxis wenig, maßgeblich ist die CE-Kennzeichnung des Herstellers.

Bei 0,15 m/s dauert eine Fahrt über eine Geschosshöhe von rund 3 Metern etwa 20 Sekunden. Das ist langsamer als ein Personenaufzug, für den Alltag im Einfamilienhaus aber ausreichend.

Antriebsarten

Antrieb Prinzip Typische Eigenschaften
Spindel- oder Schraubantrieb Eine Mutter läuft an einer Gewindespindel entlang Kompakt, kein Maschinenraum, häufig bei Homelifts ohne gemauerten Schacht
Hydraulik Ein Hydraulikzylinder hebt die Kabine Ruhiger Lauf, Absenken bei Stromausfall einfach möglich, Aggregat braucht Platz
Seil, Kette oder Zahnstange Kabine hängt an Seilen oder Ketten bzw. fährt an einer Zahnstange Für größere Förderhöhen, teils auch für Außenanlagen

Welcher Antrieb sinnvoll ist, hängt von Förderhöhe, Platz und Hersteller ab. Viel wichtiger als die Antriebsart sind Kabinengröße, Türlösung, Service und die Nähe des Kundendienstes.

Arten von Homelifts: Hublift, Plattformlift, Kabinenlift

Typ Förderhöhe Aufbau Geeignet für
Hublift (Hebebühne) meist bis etwa 1,5–3 m Offene Plattform mit Geländer, oft ohne Schacht Stufen am Hauseingang, Terrasse, Zwischenpodest, Split-Level
Vertikaler Plattformlift eine bis mehrere Etagen Plattform in einem umschlossenen Schachtgerüst, teils ohne Kabinendach Innenbereich, Rollstuhlnutzung bei begrenztem Budget
Kabinenlift mehrere Etagen Geschlossene Kabine mit Tür, Beleuchtung und Bedienfeld Höchster Komfort, auch für Außenanlagen in wetterfester Ausführung

Für Rollstuhlnutzer ist die Plattformgröße entscheidend. Als Orientierung gilt eine Nutzfläche von rund 0,9 × 1,4 m für einen Rollstuhl mit geradem Ein- und Ausfahren. Muss der Rollstuhl in der Kabine gedreht werden, weil Ein- und Ausstieg über Eck liegen, oder soll eine Begleitperson mitfahren, ist eine größere Fläche nötig. Elektrorollstühle sind oft deutlich länger als Standardrollstühle – messen Sie deshalb das eigene Hilfsmittel aus, bevor Sie sich für eine Kabinengröße entscheiden.

Für wenige Stufen am Eingang ist ein Hublift oft die bessere Wahl als eine lange Rampe. Welche Rampenlängen dafür nötig wären, zeigt unser Ratgeber zur Rollstuhlrampe, Gesamtlösungen für den Zugang der Beitrag zum barrierefreien Hauseingang.

Homelift ohne Schacht: Was das bedeutet

„Ohne Schacht“ heißt nicht, dass der Lift frei im Raum schwebt. Gemeint ist, dass kein gemauerter oder betonierter Schacht gebaut werden muss. Stattdessen bringt der Lift ein eigenes, selbsttragendes Schachtgerüst mit, meist aus Aluminium- oder Stahlprofilen mit Glas- oder Paneelfüllungen, das auf dem Boden steht und durch eine Deckenöffnung ins nächste Geschoss führt.

Typische Eigenschaften solcher Systeme:

  • Geringe Bodenvertiefung: Statt einer tiefen Schachtgrube reicht oft eine flache Vertiefung von wenigen Zentimetern oder eine kleine Auffahrrampe.
  • Geringe Schachtkopfhöhe: Oberhalb der obersten Haltestelle wird nur wenig Raumhöhe benötigt; die genauen Maße nennt der Hersteller.
  • Deckendurchbruch: Zwischen den Geschossen muss eine Öffnung in die Decke geschnitten werden. Das ist der eigentliche bauliche Eingriff und muss statisch geprüft werden.
  • Stromanschluss: Viele Modelle laufen mit 230 Volt, andere benötigen einen 400-Volt-Anschluss.

Solche Homelifts lassen sich häufig in Treppenaugen, Fluren, Wohnzimmerecken oder ehemaligen Abstellräumen unterbringen. Der Platzbedarf einschließlich Schachtgerüst liegt je nach Modell grob zwischen 1,2 und 2 m² pro Etage. Hinzu kommt eine freie Fläche vor jedem Zugang; für Rollstuhlnutzer sind 150 × 150 cm ideal.

Homelift innen oder außen?

Kriterium Homelift innen Homelift außen
Platz Benötigt Wohnfläche und einen Deckendurchbruch Innenräume bleiben unverändert, aber je Haltestelle ein Wanddurchbruch zur Tür
Witterung Unabhängig vom Wetter Wetterfeste Ausführung, bei Frost und Schnee höherer Aufwand
Kosten In der Regel günstiger Meist teurer durch Fundament, Einhausung, Dämmung
Baugenehmigung Häufig verfahrensfrei, wenn Statik und Brandschutz nicht betroffen sind In der Regel genehmigungspflichtig, Abstandsflächen beachten
Wege im Alltag Kurz, im Haus Kurz, wenn die Zugänge innen liegen und nur der Schacht außen steht

Eine bewährte Mischform ist ein außen an die Fassade gesetzter Schacht mit Zugängen von innen. Die Wohnfläche bleibt erhalten, gefahren wird trotzdem trockenen Fußes. Dafür braucht es an jeder Haltestelle einen Wanddurchbruch, bei Außenwänden mit Blick auf Statik und Wärmedämmung.

Homelift Kosten: womit Sie rechnen müssen

Homelift-Preise hängen stark von Förderhöhe, Anzahl der Haltestellen, Kabinengröße, Türausführung und vor allem vom baulichen Aufwand ab. Die folgenden Spannen sind grobe Orientierungswerte; verbindlich sind nur Angebote nach einer Besichtigung vor Ort.

Lösung Grobe Kostenspanne inkl. Montage Hinweis
Hublift für wenige Stufen ca. 8.000–20.000 € Außen wetterfest, oft ohne Schacht
Homelift innen, zwei Haltestellen, ohne gemauerten Schacht ca. 20.000–35.000 € Zuzüglich Deckendurchbruch und Elektrik
Homelift innen, drei Haltestellen oder große Kabine ca. 30.000–50.000 € Je weitere Haltestelle deutliche Mehrkosten
Homelift außen mit Einhausung ca. 35.000–60.000 € und mehr Fundament, Fassadenanschluss, ggf. Architekt und Bauantrag

Nebenkosten, die oft vergessen werden

  • Deckendurchbruch und Statik: Statische Berechnung, Wechselträger bei Holzbalkendecken, Brandschutz der Deckenöffnung.
  • Elektroarbeiten: Eigene abgesicherte Zuleitung, gegebenenfalls 400-Volt-Anschluss.
  • Maler-, Boden- und Trockenbauarbeiten rund um die Durchbrüche.
  • Planung: Architekt und Bauantrag bei genehmigungspflichtigen Vorhaben.
  • Notruf: Anbindung an Telefon, Mobilfunk oder einen Notrufdienst, teils mit monatlicher Gebühr.

Laufende Kosten

Rechnen Sie mit einer jährlichen Wartung durch den Hersteller oder einen Fachbetrieb, die je nach Anlage meist einige hundert Euro kostet, zuzüglich gegebenenfalls einer wiederkehrenden Prüfung durch eine zugelassene Überwachungsstelle. Der Stromverbrauch ist bei privater Nutzung gering. Klären Sie mit Ihrer Wohngebäudeversicherung, ob der Lift als fest eingebautes Gebäudeteil mitversichert ist.

Platzbedarf und bauliche Voraussetzungen

Vor einem Angebot kommt der Hersteller oder Fachhändler zur Besichtigung. Bereiten Sie diese Punkte vor:

Prüfpunkt Warum er wichtig ist
Standort mit freier Fläche über alle Etagen Der Lift braucht auf jeder Ebene dieselbe Grundfläche übereinander
Deckenaufbau (Beton, Holzbalken) und Leitungen in der Decke Bestimmt Aufwand und Kosten des Deckendurchbruchs
Raumhöhe über der obersten Haltestelle Jedes Modell braucht eine Mindest-Schachtkopfhöhe
Bodenaufbau an der untersten Haltestelle Vertiefung oder Auffahrrampe nötig?
Fläche vor jedem Zugang Rollstuhl muss geradlinig ein- und ausfahren oder wenden können
Maße des Rollstuhls oder Rollators Bestimmen die nötige Plattformgröße
Stromanschluss in der Nähe 230 V oder 400 V, eigene Absicherung
Außen: Fundament, Abstand zur Grundstücksgrenze, Fassade Entscheidet über Genehmigung und Kosten

Bei Holzbalkendecken in Altbauten ist fast immer ein Statiker einzubinden. Schon vor der Bestellung sollte feststehen, wie die Deckenöffnung ausgewechselt wird und ob die Konstruktion die Last des Lifts aufnehmen kann.

Baugenehmigung und Vorschriften

Braucht ein Homelift eine Baugenehmigung?

Maßgeblich ist die Landesbauordnung des jeweiligen Bundeslands. Entscheidend ist dabei weniger der Lift selbst als der bauliche Eingriff. Als grobe Orientierung:

  • Häufig verfahrensfrei: Innenliegende Homelifts in Einfamilienhäusern, wenn keine tragenden Bauteile wesentlich verändert werden und der Brandschutz nicht berührt ist; kleine Hublifte am Eingang.
  • Häufig genehmigungspflichtig: Außenschächte und Anbauten, Eingriffe in tragende Wände und Decken, Vorhaben in Mehrfamilienhäusern, Baudenkmäler.

Auch ein verfahrensfreies Vorhaben muss das Baurecht einhalten, etwa zur Statik und zum Brandschutz. Ein Außenschacht muss außerdem die Abstandsflächen zur Grundstücksgrenze einhalten, nach der Musterbauordnung in der Regel mindestens 3 Meter; Abweichungen sind nur mit Zulassung der Behörde möglich. Bei Baudenkmälern ist stets die Denkmalschutzbehörde einzubinden. Die sicherste Lösung ist eine kurze schriftliche Anfrage beim örtlichen Bauamt, bevor Sie einen Vertrag unterschreiben.

In Mietwohnungen und Eigentumswohnungen kommt die Zustimmung hinzu: Mieter können nach § 554 BGB verlangen, dass der Vermieter barrierereduzierende Umbauten erlaubt, sofern sie ihm zumutbar sind; Wohnungseigentümer haben nach § 20 Abs. 2 WEG einen entsprechenden Anspruch gegenüber der Gemeinschaft. Bei einem Aufzug im Gemeinschaftsbereich sind Zumutbarkeit, Kostenverteilung und Wartung besonders sorgfältig zu regeln. Mehr dazu im Ratgeber Barrierefreier Umbau in der Mietwohnung.

Wartung und wiederkehrende Prüfung

Ob ein privater Homelift regelmäßig von einer zugelassenen Überwachungsstelle wie TÜV oder DEKRA geprüft werden muss, ist nicht bundesweit einheitlich geregelt. Es hängt unter anderem von Förderhöhe, Bauart, dem Bundesland und davon ab, ob der Lift ausschließlich privat genutzt wird oder etwa in einem vermieteten Mehrfamilienhaus steht. In mehreren Ländern entfällt die Prüfpflicht bei rein privater Nutzung. Lassen Sie sich die für Ihren Standort geltenden Pflichten vom Anbieter schriftlich bestätigen.

Unabhängig davon ist eine regelmäßige Wartung nach Herstellervorgabe unverzichtbar – für die Sicherheit, für die Gewährleistung und im Schadensfall gegenüber der Versicherung.

Sicherheitsausstattung, auf die Sie achten sollten

  • Notrufeinrichtung mit Sprechverbindung zu einer ständig erreichbaren Stelle – sinnvoll ergänzt durch einen Hausnotruf, den die Pflegekasse als technisches Pflegehilfsmittel bezuschussen kann
  • Notabsenkung oder Notfahrt zur nächsten Haltestelle bei Stromausfall, zum Beispiel über Akku
  • Türverriegelung: Schachttüren lassen sich nur öffnen, wenn die Plattform an der Haltestelle steht
  • Sensible Kanten oder Lichtschranken, die bei Hindernissen stoppen
  • Überlastsicherung und Fangvorrichtung
  • Bedienelemente in Sitzhöhe, bei Bedarf mit Schlüsselschalter gegen unbefugte Nutzung, etwa bei Kindern im Haus

Bei Menschen mit Demenz sollte vorab geklärt werden, ob die Bedienung sicher gelingt oder ob der Lift nur in Begleitung genutzt werden sollte. Hinweise zur Sicherheit zu Hause gibt unser Beitrag zur Pflege bei Demenz.

Förderung und Finanzierung (Stand September 2026)

Förderweg Umfang Voraussetzung
Pflegekasse (§ 40 Abs. 4 SGB XI) Bis 4.180 € je Maßnahme; bis 16.720 € bei mehreren Pflegebedürftigen in einer Wohnung Pflegegrad 1–5, Antrag vor Beginn
KfW-Zuschuss 455-B Für 2026 ausgeschöpft, seit Ende Juli keine neuen Anträge Ob 2027 wieder Bundesmittel bereitstehen, ist offen
KfW-Kredit 159 „Altersgerecht Umbauen“ Bis 50.000 € je Wohneinheit, zinsgünstig Eigentümer und Mieter, unabhängig vom Alter, Antrag vor Beginn über die Hausbank
Steuer (§ 33 EStG) Selbst getragene Kosten als außergewöhnliche Belastung, soweit sie die zumutbare Belastung übersteigen Krankheits- oder behinderungsbedingte Notwendigkeit
Andere Träger Je nach Ursache: gesetzliche Unfallversicherung (Arbeits- oder Wegeunfall), Eingliederungshilfe, Sozialhilfe (Hilfe zur Pflege) Individuelle Prüfung
Länder und Kommunen Regional unterschiedlich Bei Wohnberatung, Kommune oder Landesförderbank erfragen

Zuschuss der Pflegekasse

Ein Homelift gehört zu den typischen wohnumfeldverbessernden Maßnahmen, wenn er die häusliche Pflege ermöglicht oder erheblich erleichtert oder eine selbstständigere Lebensführung wiederherstellt. Der Zuschuss ist mit bis zu 4.180 Euro gemessen an den Liftkosten klein, aber nicht zu vernachlässigen. Wichtig: Alle Anpassungen, die zum Zeitpunkt der Bewilligung nötig sind, gelten als eine Maßnahme. Planen Sie etwa gleichzeitig einen Badumbau, gehört er in denselben Antrag. Leben zwei pflegebedürftige Partner im Haus und nutzen beide den Lift, kann jede Person den Zuschuss beantragen. Die Pflegekasse muss innerhalb von drei Wochen entscheiden, mit Gutachten innerhalb von fünf Wochen. Details: Wohnungsanpassung bei Pflegegrad und wohnumfeldverbessernde Maßnahmen. Offizielle Informationen bietet das Bundesgesundheitsministerium.

KfW-Kredit

Der Zuschuss 455-B ist 2026 nicht mehr zu bekommen. Der zinsgünstige KfW-Kredit 159 finanziert dagegen weiterhin Maßnahmen zur Barrierereduzierung, ausdrücklich auch Aufzüge und Lifte, mit bis zu 50.000 Euro je Wohneinheit. Den Antrag stellen Sie über Ihre Bank, bevor der Auftrag erteilt wird. Die Kombination mit dem Zuschuss der Pflegekasse ist möglich; die aktuellen Bedingungen nennt das Merkblatt der KfW.

Steuerliche Berücksichtigung

Kosten für einen krankheits- oder behinderungsbedingt notwendigen Lift, die Sie nach Abzug von Zuschüssen selbst tragen, können als außergewöhnliche Belastung nach § 33 EStG berücksichtigt werden. Abziehbar ist der Teil, der die zumutbare Belastung übersteigt; diese richtet sich nach Einkommen, Familienstand und Kinderzahl. Der Bundesfinanzhof hat für einen Treppenlift entschieden, dass die Notwendigkeit nicht zwingend durch ein vorheriges amtsärztliches Gutachten nachgewiesen werden muss (Urteil vom 6. Februar 2014, VI R 61/12). Ein Pflegegutachten, ein Schwerbehindertenausweis mit entsprechendem Merkzeichen oder ärztliche Unterlagen helfen dennoch als Nachweis; wie Ausweis und Pflegegrad zusammenhängen, erklärt der Beitrag Schwerbehindertenausweis und Pflegegrad. Weil die Kosten im Jahr der Zahlung anfallen und sich hohe Beträge in einem Jahr steuerlich unterschiedlich auswirken können, lohnt sich vorab ein Gespräch mit einer Steuerberatung. Ergänzend kommt der Pflegepauschbetrag für pflegende Angehörige in Betracht.

Homelift oder Treppenlift?

Kriterium Sitz-Treppenlift Plattform-Treppenlift Homelift
Grobe Kosten ca. 3.500 € (gerade Treppe) bis 15.000 € (kurvig) ab ca. 10.000 € ab ca. 20.000 € für zwei Etagen
Rollstuhl Nur mit Umsetzen Ja Ja, bei passender Kabinengröße
Mehrere Etagen Je Treppe eine Anlage oder durchgehende Schiene Je Treppe eine Anlage oder durchgehende Schiene Eine Anlage für alle Haltestellen
Treppe Teilweise eingeschränkt Deutlich eingeschränkt, Fluchtweg beachten Bleibt frei
Platz Nur an der Treppe Treppe muss breit genug sein Eigene Grundfläche auf jeder Etage
Planungs- und Umsetzungszeit Wenige Wochen Einige Wochen Meist mehrere Monate
Transport von Lasten Kaum Eingeschränkt Einkäufe, Wäsche, Rollator

Faustregel: Wer noch sicher sitzen und umsteigen kann, eine einzelne, ausreichend breite Treppe hat und schnell eine Lösung braucht, ist mit einem Sitz-Treppenlift meist gut beraten. Wer im Rollstuhl sitzt, eine sehr enge oder mehrfach gewendelte Treppe hat, mehrere Etagen erschließen will oder die Treppe für andere Bewohner freihalten möchte, sollte einen Homelift prüfen. Eine dritte Möglichkeit ist, den Alltag ganz ins Erdgeschoss zu verlegen – mit Schlafzimmer und Duschbad unten. Wie das gelingt, zeigen unsere Ratgeber zum barrierefreien Schlafzimmer und zum barrierefreien Bad.

Von der Idee bis zur ersten Fahrt

  1. Bedarf klären: Wer nutzt den Lift, mit welchem Hilfsmittel, welche Etagen müssen erreichbar sein – heute und in einigen Jahren?
  2. Unabhängig beraten lassen: Wohnberatungsstellen kennen Alternativen und Fördermöglichkeiten. Adressen führt die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungsanpassung e.V..
  3. Mehrere Angebote nach Besichtigung einholen: Achten Sie auf Kabinenmaße, Türart, Notruflösung, Wartungskosten, Reaktionszeit des Kundendienstes und Garantie.
  4. Genehmigung und Prüfpflicht klären: Bauamt und Anbieter schriftlich befragen, Statik prüfen lassen.
  5. Förderung beantragen – vor der Auftragsvergabe: Pflegekasse und gegebenenfalls KfW-Kredit.
  6. Vorarbeiten und Montage: Deckendurchbruch, Elektrik, Fundament. Die Liftmontage selbst dauert häufig nur wenige Tage.
  7. Übergabe und Einweisung: Bedienung, Notruf und Verhalten bei Stromausfall mit allen Nutzern üben.

Von der ersten Beratung bis zur Inbetriebnahme vergehen je nach Genehmigung, Lieferzeit und Vorarbeiten meist mehrere Monate. Muss die Situation schneller gelöst werden, etwa bei einer Entlassung aus dem Krankenhaus, sind Übergangslösungen gefragt: ein Pflegebett im Erdgeschoss, ein Toilettenstuhl und Unterstützung im Alltag. Hinweise dazu gibt unser Beitrag zur Entlassung in eine nicht pflegegerechte Wohnung.

Drei typische Ausgangslagen

Situation Passende Lösung Grobe Kosten
Arthrose, vier Stufen zum Hauseingang, Bungalow, noch kein Pflegegrad Wetterfester Hublift neben der Treppe; Pflegegrad beantragen lassen ca. 10.000–15.000 €
Nach Schlaganfall, Rollstuhl, Pflegegrad 3, Einfamilienhaus mit enger, gewendelter Treppe Homelift innen ohne gemauerten Schacht im ehemaligen Abstellraum, zwei Haltestellen; zusammen mit Badumbau beantragt ca. 25.000–35.000 € plus Nebenkosten
Ehepaar, beide mit Pflegegrad, dreigeschossiges Haus, innen kein Platz Außenschacht an der Rückseite mit Zugängen von innen; Baugenehmigung, Zuschuss für beide Partner ca. 40.000–60.000 €

Welche Pflegegrade bei den genannten Krankheitsbildern häufig sind und wie die Einstufung abläuft, erklären unsere Ratgeber Pflegegrad nach Schlaganfall, Pflegegrad bei Multipler Sklerose und Pflegegrad bei Parkinson. Wer noch keinen Pflegegrad hat, beginnt mit dem Beitrag Pflegegrad beantragen.

Homelift und Pflege zu Hause zusammen denken

Ein Homelift löst das Problem der Etagen, nicht das des Alltags. Wer auf einen Rollstuhl angewiesen ist, braucht oft zusätzlich Hilfe bei Körperpflege, Transfers, Haushalt und in der Nacht. Umgekehrt erleichtert der Lift jede Form der Unterstützung: Angehörige und Pflegekräfte müssen nicht mehr über die Treppe stützen, Wäsche und Einkäufe lassen sich mühelos transportieren, und die pflegebedürftige Person kann wieder selbst entscheiden, wo sie den Tag verbringt.

Reicht die Unterstützung durch Familie und ambulanten Dienst nicht mehr aus, kann eine 24-Stunden-Betreuung durch eine vermittelte Betreuungskraft die Versorgung zu Hause sichern. Die Betreuungskraft braucht ein eigenes Zimmer; welche Anforderungen gelten, steht bei den räumlichen Voraussetzungen. Mit welchen Kosten zu rechnen ist, zeigt der Ratgeber zu den Kosten der 24-Stunden-Pflege 2026.

Häufige Fragen zum Homelift

Was kostet ein Homelift für ein Einfamilienhaus?

Für einen Homelift innen mit zwei Haltestellen sollten Sie inklusive Montage grob mit 20.000 bis 35.000 Euro rechnen, bei mehr Haltestellen, großer Kabine oder Außenschacht mit 35.000 bis 60.000 Euro und mehr. Hinzu kommen Nebenkosten für Deckendurchbruch, Statik und Elektrik sowie jährliche Wartung. Hublifte für wenige Stufen beginnen bei etwa 8.000 Euro.

Gibt es Homelifts ohne Schacht?

Ja, im Sinne von „ohne gemauerten Schacht“. Viele Homelifts bringen ein selbsttragendes Schachtgerüst mit, das auf dem Boden steht und durch einen Deckendurchbruch ins nächste Geschoss führt. Eine tiefe Grube ist dabei oft nicht nötig. Der Deckendurchbruch bleibt der wesentliche bauliche Eingriff und muss statisch geprüft werden.

Zahlt die Pflegekasse einen Homelift?

Sie beteiligt sich mit bis zu 4.180 Euro je Maßnahme, wenn ein Pflegegrad vorliegt und der Lift die häusliche Pflege ermöglicht oder erleichtert. Nutzen zwei pflegebedürftige Personen im Haushalt den Lift, kann jede den Zuschuss beantragen. Der Antrag muss vor der Auftragsvergabe gestellt werden.

Gibt es 2026 noch einen KfW-Zuschuss für den Homelift?

Nein. Die Mittel des Zuschussprogramms 455-B waren Ende Juli 2026 ausgeschöpft. Verfügbar bleibt der zinsgünstige KfW-Kredit 159 mit bis zu 50.000 Euro je Wohneinheit, der auch Aufzüge finanziert.

Kann ich den Homelift von der Steuer absetzen?

Kosten für einen krankheits- oder behinderungsbedingt notwendigen Lift können als außergewöhnliche Belastung nach § 33 EStG berücksichtigt werden, soweit sie nach Abzug von Zuschüssen die zumutbare Belastung übersteigen. Ein vorheriges amtsärztliches Gutachten ist laut Bundesfinanzhof nicht zwingend erforderlich; ärztliche Unterlagen oder das Pflegegutachten sollten den Bedarf aber belegen.

Braucht ein Homelift eine Baugenehmigung?

Das regelt die Landesbauordnung. Innenliegende Homelifts in Einfamilienhäusern sind häufig verfahrensfrei, wenn Statik und Brandschutz nicht wesentlich berührt werden. Außenschächte, Eingriffe in tragende Bauteile und Vorhaben in Mehrfamilienhäusern oder Baudenkmälern sind meist genehmigungspflichtig. Fragen Sie vor Vertragsabschluss beim Bauamt nach.

Muss ein privater Homelift vom TÜV geprüft werden?

Das ist nicht bundesweit einheitlich geregelt und hängt von Bauart, Förderhöhe, Bundesland und Nutzung ab. In mehreren Ländern entfällt die wiederkehrende Prüfung durch eine Überwachungsstelle bei rein privater Nutzung, in Mehrfamilienhäusern mit Mietern gelten meist strengere Pflichten. Eine regelmäßige Wartung nach Herstellervorgabe ist in jedem Fall nötig.

Wie schnell fährt ein Homelift?

Die meisten Homelifts fahren höchstens 0,15 Meter pro Sekunde und fallen damit unter die Maschinenrichtlinie. Eine Geschosshöhe von rund 3 Metern ist so in etwa 20 Sekunden überwunden.

Was passiert bei Stromausfall?

Moderne Homelifts haben eine Notabsenkung oder Notfahrt, meist über einen Akku, die die Plattform zur nächsten Haltestelle bringt. Zusätzlich muss eine Notrufeinrichtung vorhanden sein. Lassen Sie sich bei der Übergabe zeigen, wie beides funktioniert, und üben Sie es mit allen Nutzern.

Wie groß muss ein Homelift für einen Rollstuhl sein?

Als Orientierung dient eine Nutzfläche von rund 0,9 × 1,4 Metern für einen Rollstuhl, der geradlinig ein- und ausfährt. Bei Ein- und Ausstieg über Eck, mit Begleitperson oder bei großen Elektrorollstühlen ist mehr Fläche nötig. Messen Sie das eigene Hilfsmittel aus und nehmen Sie die Maße zur Besichtigung mit.

Fazit: Ein Homelift lohnt sich, wenn er zum Haus und zum Bedarf passt

Ein Homelift ist die umfassendste technische Antwort auf ein Haus mit mehreren Etagen. Er befördert auch Rollstuhlnutzer, lässt die Treppe frei und bleibt über viele Jahre nutzbar. Dafür sind Planung und Investition deutlich größer als bei einem Treppenlift.

  • Die meisten Homelifts fahren höchstens 0,15 m/s und kommen ohne gemauerten Schacht aus; der Deckendurchbruch ist der wesentliche Eingriff.
  • Realistische Kosten liegen meist zwischen 20.000 und 50.000 Euro, Hublifte beginnen deutlich darunter.
  • Baugenehmigung und Prüfpflicht hängen von Bauweise und Bundesland ab – klären Sie beides schriftlich vor Vertragsabschluss.
  • Die Pflegekasse zahlt bis zu 4.180 Euro je Maßnahme, der KfW-Kredit 159 und die steuerliche Berücksichtigung helfen bei der Finanzierung; der KfW-Zuschuss ist 2026 ausgeschöpft.
  • Vergleichen Sie Homelift, Treppenlift und das Verlegen des Alltags ins Erdgeschoss, bevor Sie sich entscheiden.

Wie der Lift in die Gesamtplanung der Wohnung passt, zeigt unsere Checkliste für barrierefreies Wohnen. Weitere Förderwege stehen im Beitrag zu Zuschüssen und Förderungen für barrierefreies Wohnen. Und wenn neben dem Umbau die tägliche Unterstützung neu organisiert werden muss, finden Sie im Ratgeber 24-Stunden-Pflege zu Hause den nächsten Schritt.

Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Beratung durch Architekten, Statiker, Liftfachbetriebe oder Steuerberater. Kostenangaben sind unverbindliche Orientierungswerte. Genehmigungs- und Prüfpflichten richten sich nach dem Recht des jeweiligen Bundeslands und der konkreten Anlage. Angaben zu Leistungen und Förderprogrammen entsprechen dem Stand September 2026 und können sich ändern.

Stand: September 2026

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