Homelift & Senkrechtlift: Kosten, Einbau & Alternative zum Treppenlift

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Inhaltsübersicht

Wenn die Treppe zur unüberwindbaren Barriere wird, stehen viele Familien vor einer schweren Entscheidung: Umzug oder aufwendiger Umbau? Doch es gibt eine elegante Lösung, die immer mehr Menschen für sich entdecken – der Homelift. Anders als ein klassischer Treppenlift, der an der Treppe montiert wird, ist ein Homelift ein vollwertiger Senkrechtlift, der wie ein kleiner Personenaufzug funktioniert und selbst mehrere Etagen komfortabel überwindet.

Stellen Sie sich vor: Frau Schmidt, 72 Jahre alt, lebt seit 45 Jahren in ihrem geliebten Einfamilienhaus. Nach einem Schlaganfall ist die Treppe zum Schlafzimmer im ersten Stock plötzlich zum Problem geworden. Ein Umzug? Für sie undenkbar. Die Lösung: Ein Homelift innen, der diskret in eine Raumecke integriert wurde und ihr die gewohnte Selbstständigkeit zurückgab – ohne dass sie ihr Zuhause aufgeben musste.

In diesem umfassenden Ratgeber erfahren Sie alles Wissenswerte über Homelifts: Welche Arten es gibt, wie ein Aufzug im Einfamilienhaus funktioniert, mit welchen Kosten Sie rechnen müssen und welche Zuschüsse Ihnen zustehen. Wir beleuchten die Unterschiede zwischen Kabinenlift, Plattformlift und Hublift, klären Fragen zur Baugenehmigung und zeigen Ihnen, wann ein Homelift die bessere Alternative zum klassischen Treppenlift ist.

Was ist ein Homelift? Definition und Funktionsweise

Ein Homelift – auch als Senkrechtlift, Hauslift oder Personenaufzug privat bezeichnet – ist ein kompakter Aufzug für den Privatgebrauch, der Menschen und bei Bedarf auch Rollstühle oder Gehhilfen senkrecht zwischen verschiedenen Etagen transportiert. Im Gegensatz zu einem Treppenlift, der entlang der Treppe verläuft, bewegt sich ein Homelift wie ein klassischer Aufzug vertikal durch einen eigenen Schacht.

Die Funktionsweise ist dabei denkbar einfach: Eine Kabine oder Plattform wird durch ein hydraulisches, seilgetriebenes oder spindelgetriebenes System zwischen den Etagen bewegt. Moderne Homelifts benötigen keinen separaten Maschinenraum mehr – die gesamte Technik ist platzsparend in den Schacht oder unter die Plattform integriert. Das macht den Aufzug nachrüsten auch in bestehenden Gebäuden deutlich einfacher als früher.

Technische Grundlagen und Antriebsarten

Die meisten Homelifts für den privaten Bereich arbeiten mit einem von drei Antriebssystemen:

  • Hydraulikantrieb: Ein Hydraulikzylinder hebt und senkt die Kabine. Diese Variante ist besonders leise und benötigt nur wenig Wartung. Allerdings ist sie auf maximal 15 Meter Förderhöhe begrenzt und benötigt einen Hydraulikölbehälter.
  • Seilantrieb: Ähnlich wie bei großen Aufzügen wird die Kabine über Stahlseile bewegt. Diese Technik eignet sich für größere Förderhöhen und ist sehr zuverlässig, erfordert aber regelmäßige Wartung der Seile.
  • Spindelantrieb: Eine Gewindespindel hebt die Kabine. Diese Variante ist besonders platzsparend und wartungsarm, allerdings etwas langsamer als die anderen Systeme.

Moderne Homelifts erreichen Geschwindigkeiten von 0,15 bis 0,3 Metern pro Sekunde – das mag langsam klingen, ist für den privaten Bereich aber völlig ausreichend. Die Tragkraft liegt üblicherweise zwischen 250 und 400 Kilogramm, was problemlos für zwei Personen oder eine Person mit Rollstuhl ausreicht.

Unterschied zum klassischen Treppenlift

Viele Menschen verwechseln Homelifts mit Treppenliften – dabei handelt es sich um grundlegend verschiedene Systeme. Ein Treppenlift ist an der Treppe montiert und folgt deren Verlauf, während ein Homelift völlig unabhängig von der Treppe funktioniert. Diese Unterschiede haben weitreichende Konsequenzen:

Merkmal Homelift Treppenlift
Installation Eigener Schacht erforderlich Montage an vorhandener Treppe
Platzbedarf 1-2 m² Grundfläche pro Etage Nur Treppenbreite (ca. 70 cm)
Rollstuhlnutzung Problemlos möglich Nur mit Plattformlift oder Umsetzen
Mehrere Etagen Beliebig viele Halte möglich Separate Lifte für jede Etage nötig
Treppe bleibt frei Ja, vollständig Nein, Lift nimmt Treppenbreite ein
Kosten 15.000 – 50.000 € 4.000 – 15.000 €
Wertsteigerung Immobilie Deutlich Gering bis neutral

Ein wichtiger Vorteil des Homelifts: Er kann auch von anderen Familienmitgliedern genutzt werden – etwa zum Transport von Einkäufen, Wäschekörben oder schweren Gegenständen. Das macht ihn zu einer praktischen Alltagshilfe für die gesamte Familie, nicht nur für die pflegebedürftige Person.

Arten von Homelifts: Kabinenlift, Plattformlift und Hublift

Nicht jeder Homelift ist gleich – je nach baulichen Gegebenheiten, Nutzerbedürfnissen und Budget gibt es verschiedene Varianten. Die drei Haupttypen unterscheiden sich vor allem in ihrer Bauweise und ihrem Einsatzbereich.

Kabinenlift – der klassische Personenaufzug

Der Kabinenlift ist die komfortabelste Variante und kommt einem „echten” Aufzug am nächsten. Er besteht aus einer geschlossenen Kabine mit Wänden, Decke und Tür, die sich senkrecht durch einen Schacht bewegt. Die Kabine bietet Platz für eine oder zwei Personen, wahlweise auch mit Rollstuhl oder Rollator.

Vorteile des Kabinenlifts:

  • Höchster Komfort durch geschützten, wetterunabhängigen Transport
  • Elegantes Design, das sich harmonisch ins Wohnambiente einfügt
  • Geräuscharm durch vollständige Kapselung der Technik
  • Auch als Homelift außen einsetzbar, da wetterfest
  • Wertsteigerung der Immobilie durch hochwertiges Erscheinungsbild

Kabinen können individuell gestaltet werden – von klassischem Edelstahl über Holzverkleidungen bis hin zu Glaswänden für einen modernen Look. Die Grundfläche liegt typischerweise bei 1,0 × 1,4 Metern, was ausreichend Platz für einen Rollstuhl bietet. Für den Aufzug im Einfamilienhaus ist der Kabinenlift die beliebteste Wahl.

Plattformlift vertikal – die offene Alternative

Der Plattformlift vertikal besteht aus einer offenen Plattform, die von einem Geländer umgeben ist. Im Gegensatz zum Kabinenlift gibt es keine geschlossenen Wände – die Plattform fährt offen durch den Schacht. Diese Bauweise macht ihn zur kostengünstigeren Alternative, besonders bei geringen Förderhöhen.

Typische Einsatzbereiche:

  • Überwindung von ein bis zwei Etagen
  • Innenbereich, wo Wetterschutz nicht erforderlich ist
  • Wenn Budget begrenzt ist, aber Rollstuhlnutzung wichtig
  • Nachträglicher Einbau in bestehende Gebäude mit begrenztem Platz

Die Plattformgröße variiert je nach Modell zwischen 0,9 × 1,2 und 1,1 × 1,4 Metern. Das reicht für einen Rollstuhl, ist aber kompakter als eine vollwertige Kabine. Ein Nachteil: Die offene Bauweise bietet weniger Privatsphäre und keinen Wetterschutz – für den Außenbereich ist ein Plattformlift daher nur bedingt geeignet.

Hublift – die kompakte Lösung für geringe Höhen

Der Hublift ist streng genommen eine Sonderform des Plattformlifts, die speziell für geringe Höhenunterschiede entwickelt wurde. Er überwindet maximal 1,8 bis 3 Meter – ideal für den Zugang zum Hauseingang, zur Terrasse oder für ein Zwischengeschoss.

Besonderheiten des Hublifts:

  • Sehr kompakte Bauweise, oft ohne separaten Schacht
  • Kann teilweise auch ohne Baugenehmigung installiert werden
  • Deutlich günstiger als Kabinen- oder Plattformlifte (ab ca. 8.000 €)
  • Ideal für barrierefreien Hauseingang bei wenigen Stufen
  • Auch für Außenbereich geeignet, wenn wetterfest ausgeführt

Ein typisches Beispiel: Familie Müller hat vier Stufen zum Hauseingang. Ein Hublift mit 80 cm Hubhöhe löst das Problem elegant, ohne dass ein aufwendiger Schacht gebaut werden muss. Die Plattform fährt dabei direkt neben der Treppe nach oben und benötigt nur etwa 1,5 m² Grundfläche.

Mehr Informationen zu barrierefreien Zugängen finden Sie in unserem Ratgeber zum barrierefreien Hauseingang.

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Homelift Kosten: Was kostet ein Aufzug im Einfamilienhaus?

Die Frage nach den Kosten ist bei der Planung eines Homelifts zentral – und die Preisspanne ist erheblich. Je nach Typ, Ausstattung und baulichen Gegebenheiten müssen Sie mit Investitionen zwischen 15.000 und 50.000 Euro rechnen. Diese große Spanne erklärt sich durch zahlreiche Faktoren, die wir im Folgenden detailliert aufschlüsseln.

Anschaffungskosten nach Lift-Typ

Die Grundkosten variieren stark je nach gewähltem System:

Lift-Typ Preisspanne Typische Förderhöhe Geeignet für
Hublift 8.000 – 15.000 € Bis 3 m (ca. 1 Etage) Hauseingang, Terrasse, Zwischengeschoss
Plattformlift vertikal 18.000 – 30.000 € Bis 12 m (ca. 3-4 Etagen) Innenbereich, 1-2 Etagen
Kabinenlift Standardausführung 25.000 – 40.000 € Bis 15 m (ca. 4-5 Etagen) Innen- und Außenbereich, hoher Komfort
Kabinenlift Premium 35.000 – 50.000+ € Bis 20 m (Mehrfamilienhaus) Anspruchsvolle Designs, Sonderanfertigungen

Kostenfaktoren im Detail

Die Gesamtkosten für einen Homelift setzen sich aus verschiedenen Komponenten zusammen:

1. Förderhöhe und Anzahl der Halte
Jeder zusätzliche Meter Förderhöhe und jede weitere Haltestelle erhöhen die Kosten. Ein Lift über zwei Etagen (ca. 6 Meter) ist deutlich günstiger als einer über vier Etagen (12 Meter). Rechnen Sie mit etwa 2.000 bis 4.000 Euro Mehrkosten pro zusätzlicher Haltestelle.

2. Schachtbau und bauliche Maßnahmen
Der größte Kostenfaktor neben dem Lift selbst: Der Schacht muss entweder in das bestehende Gebäude integriert oder als Anbau errichtet werden. Die Kosten variieren stark:

  • Schacht innen, in vorhandener Raumecke: 3.000 – 8.000 €
  • Schacht innen, mit Wanddurchbrüchen: 8.000 – 15.000 €
  • Schacht außen, als Anbau mit Verglasung: 12.000 – 25.000 €
  • Schacht außen, mit Wetterverkleidung und Isolierung: 15.000 – 30.000 €

3. Ausstattung und Design
Die Standardausführung mit Edelstahlkabine ist am günstigsten. Individuelle Wünsche kosten extra:

  • Glaswände oder Panoramaverglasung: +3.000 – 8.000 €
  • Hochwertige Holzverkleidungen: +2.000 – 5.000 €
  • Designer-Beleuchtung und Spiegel: +1.000 – 3.000 €
  • Notrufanlage mit Sprechverbindung: +500 – 1.500 €
  • Automatische Schiebetüren statt Schwingtüren: +2.000 – 4.000 €

4. Antriebssystem
Hydraulikantriebe sind in der Anschaffung meist günstiger als Seilantriebe, haben aber höhere Wartungskosten. Spindelantriebe liegen preislich dazwischen.

5. Elektroanschluss und Fundament
Ein Homelift benötigt einen Starkstromanschluss (400 Volt). Falls dieser nicht vorhanden ist, kommen Elektrikerkosten von 1.000 bis 3.000 Euro hinzu. Zudem muss das Fundament die Last tragen können – bei schwierigen Bodenverhältnissen können Fundamentarbeiten weitere 2.000 bis 5.000 Euro kosten.

Laufende Kosten: Wartung, Strom und Versicherung

Neben der Anschaffung sollten Sie die laufenden Kosten nicht unterschätzen:

Wartung und TÜV-Prüfung:
Homelifts müssen regelmäßig gewartet werden. Die Wartung sollte mindestens einmal jährlich erfolgen und kostet je nach Anbieter zwischen 200 und 400 Euro pro Jahr. Hinzu kommt alle zwei Jahre eine TÜV-Prüfung (ca. 150 – 300 Euro), sofern der Lift mehr als 3 Meter Förderhöhe hat.

Stromkosten:
Ein moderner Homelift verbraucht im Standby-Modus etwa 5-10 Watt. Bei durchschnittlicher Nutzung (10-15 Fahrten täglich) liegen die jährlichen Stromkosten bei etwa 50 bis 100 Euro – weniger als viele erwarten.

Versicherung:
Prüfen Sie, ob Ihr Homelift über die Wohngebäudeversicherung abgedeckt ist. Meist ist eine Erweiterung des Versicherungsschutzes nötig, die etwa 50 bis 150 Euro jährlich kostet.

Wertsteigerung der Immobilie

Ein professionell installierter Aufzug im Einfamilienhaus kann den Immobilienwert deutlich steigern – besonders in Zeiten einer alternden Gesellschaft. Schätzungen gehen von einer Wertsteigerung zwischen 5 und 15 Prozent aus, abhängig von:

  • Lage der Immobilie (in gefragten Wohnlagen höher)
  • Qualität und Design des Lifts
  • Anzahl der erschlossenen Etagen
  • Zustand und Integration in die Architektur

Bei einem Einfamilienhaus mit einem Wert von 400.000 Euro kann ein hochwertiger Homelift den Verkaufswert um 20.000 bis 60.000 Euro steigern – eine Investition, die sich langfristig durchaus rechnen kann.

Zuschüsse und Förderungen: So reduzieren Sie die Homelift Kosten

Die gute Nachricht: Sie müssen die Kosten für einen Homelift nicht allein tragen. Es gibt verschiedene Fördermöglichkeiten, die die finanzielle Belastung erheblich reduzieren können. Entscheidend ist, die Zuschüsse vor Baubeginn zu beantragen – nachträgliche Anträge werden meist abgelehnt.

Pflegekasse: Bis zu 4.000 Euro Zuschuss für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen

Wenn Sie oder ein Angehöriger einen anerkannten Pflegegrad (1 bis 5) haben, können Sie bei der Pflegekasse einen Zuschuss für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen beantragen. Ein Homelift gilt als solche Maßnahme, wenn er die häusliche Pflege erleichtert oder überhaupt erst ermöglicht.

Förderhöhe: Bis zu 4.000 Euro pro Person und Maßnahme. Leben mehrere pflegebedürftige Personen im Haushalt, kann der Zuschuss entsprechend multipliziert werden (maximal 16.000 Euro bei vier Personen).

Voraussetzungen:

  • Anerkannter Pflegegrad 1, 2, 3, 4 oder 5
  • Der Homelift verbessert die Pflegesituation erheblich
  • Antrag muss vor Baubeginn gestellt werden
  • Kostenvoranschläge und ärztliche Bescheinigung beifügen

Wichtig: Der Zuschuss wird nicht automatisch gewährt – Sie müssen nachweisen, dass der Homelift die Pflege zu Hause erleichtert. Ein Attest vom Hausarzt oder MDK-Gutachten hilft dabei. Mehr Informationen finden Sie in unserem Artikel zu wohnumfeldverbessernden Maßnahmen.

KfW-Förderung: Kredit oder Investitionszuschuss für barrierefreies Wohnen

Die KfW-Bank (Kreditanstalt für Wiederaufbau) bietet zwei Förderprogramme für den Einbau von Homelifts:

KfW 455-B – Investitionszuschuss Barrierereduzierung:
Zuschuss von bis zu 6.250 Euro (12,5% der förderfähigen Kosten, maximal 50.000 Euro Investitionssumme). Dieser Zuschuss muss nicht zurückgezahlt werden.

KfW 159 – Altersgerecht Umbauen (Kredit):
Zinsgünstiger Kredit bis 50.000 Euro für barrierefreie Umbauten. Der effektive Jahreszins liegt deutlich unter marktüblichen Konditionen.

Wichtig: Die KfW-Förderung ist nicht mit dem Zuschuss der Pflegekasse kombinierbar – Sie müssen sich für eine Variante entscheiden. In der Regel ist die Pflegekassen-Förderung attraktiver, wenn Sie einen Pflegegrad haben. Die KfW-Förderung lohnt sich eher, wenn kein Pflegegrad vorliegt oder die Umbaukosten sehr hoch sind.

Antragstellung: Über Ihre Hausbank vor Baubeginn. Lassen Sie sich beraten, welches Programm für Sie günstiger ist.

Regionale Förderprogramme und Landesförderungen

Viele Bundesländer und Kommunen bieten eigene Förderprogramme für barrierefreies Wohnen. Diese variieren stark nach Region und ändern sich häufig. Beispiele:

  • Bayern: Bayerisches Wohnungsbauprogramm mit Zuschüssen bis 10.000 €
  • Nordrhein-Westfalen: Förderung „Wohn- und Quartiersentwicklung” mit variablen Zuschüssen
  • Baden-Württemberg: L-Bank Wohnraumförderung mit zinsgünstigen Darlehen

Erkundigen Sie sich bei Ihrer Stadt- oder Gemeindeverwaltung sowie bei der Landesbank nach aktuellen Programmen. Oft sind diese mit anderen Förderungen kombinierbar.

Steuerliche Absetzbarkeit als außergewöhnliche Belastung

Wenn Sie die Kosten für einen Homelift nicht vollständig durch Zuschüsse decken können, lassen sich die Restkosten unter Umständen steuerlich geltend machen – als außergewöhnliche Belastung nach § 33 EStG.

Voraussetzungen:

  • Medizinische Notwendigkeit muss durch Attest nachgewiesen werden
  • Kosten müssen „außergewöhnlich” und „zwangsläufig” sein
  • Nur der Eigenanteil nach Abzug von Zuschüssen ist absetzbar
  • Es gilt eine zumutbare Eigenbelastung (abhängig von Einkommen und Familienstand)

Beispiel: Bei einem zu versteuernden Einkommen von 50.000 Euro und zwei Kindern liegt die zumutbare Eigenbelastung bei etwa 2.000 Euro. Kostet der Homelift 30.000 Euro und Sie erhalten 4.000 Euro von der Pflegekasse, bleiben 26.000 Euro Eigenanteil. Davon können Sie 24.000 Euro (26.000 minus 2.000 zumutbare Belastung) steuerlich geltend machen.

Sprechen Sie mit Ihrem Steuerberater, ob diese Option für Sie infrage kommt.

Kombinationsmöglichkeiten: So maximieren Sie die Förderung

Mit der richtigen Strategie können Sie die Förderung optimieren:

Variante 1: Pflegekasse + regionale Förderung + Steuer
4.000 € Pflegekasse + 3.000 € Landesförderung + 15.000 € steuerlich absetzbar = effektive Entlastung von ca. 22.000 € bei 30.000 € Gesamtkosten

Variante 2: KfW-Zuschuss + regionale Förderung + Steuer
6.250 € KfW + 3.000 € Landesförderung + 12.000 € steuerlich absetzbar = effektive Entlastung von ca. 21.250 € (wenn kein Pflegegrad vorliegt)

Wichtig: Lassen Sie sich vor Antragstellung von einem unabhängigen Berater oder Ihrer Pflegekasse beraten, welche Kombination für Ihre Situation optimal ist.

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Platzbedarf und bauliche Voraussetzungen für einen Homelift

Einer der häufigsten Irrtümer: „Für einen Homelift braucht man viel Platz.” Tatsächlich sind moderne Homelifts deutlich kompakter als viele denken – oft reicht eine Grundfläche von nur 1 bis 1,5 Quadratmetern pro Etage. Entscheidend ist die richtige Planung und die Wahl des passenden Systems.

Mindestmaße für verschiedene Lift-Typen

Die benötigte Grundfläche hängt vom Lift-Typ und der gewünschten Nutzung ab:

Lift-Typ Grundfläche Kabine/Plattform Schachtmaße (außen) Nutzung
Hublift kompakt 0,8 × 1,0 m 1,0 × 1,2 m Eine Person stehend
Hublift Rollstuhl 0,9 × 1,4 m 1,1 × 1,6 m Rollstuhl + Begleitperson
Plattformlift 1,0 × 1,3 m 1,2 × 1,5 m Rollstuhl oder 2 Personen
Kabinenlift Standard 1,0 × 1,4 m 1,3 × 1,7 m Rollstuhl + Begleitperson
Kabinenlift komfortabel 1,1 × 1,5 m 1,4 × 1,8 m 2 Rollstühle oder 3-4 Personen

Zusätzlich zur Schachtgrundfläche benötigen Sie pro Haltestelle einen Zugangsbereich von mindestens 1,5 × 1,5 Metern, damit Rollstuhlfahrer problemlos ein- und ausfahren können. Für Personen ohne Rollstuhl reicht auch weniger Platz.

Schachtvarianten: Innen oder außen?

Ein Homelift innen wird in das bestehende Gebäude integriert – entweder in eine Raumecke, einen ungenutzten Abstellraum oder durch Wanddurchbrüche zwischen Räumen. Diese Variante bietet mehrere Vorteile:

  • Wetterschutz und ganzjährige Nutzung ohne Einschränkungen
  • Keine zusätzliche Außenfassade erforderlich
  • Kürzere Wege zwischen Wohnräumen
  • Meist geringere Baukosten als Außenschacht

Allerdings müssen Sie Wohnfläche opfern – pro Etage etwa 2-3 m² inklusive Zugangsbereich. Zudem können statische Anpassungen nötig sein, wenn tragende Wände durchbrochen werden müssen.

Ein Homelift außen wird als Anbau an die Außenwand montiert oder freistehend im Garten errichtet. Das bietet andere Vorteile:

  • Keine Wohnfläche geht verloren
  • Einfacherer nachträglicher Einbau ohne Eingriff in die Wohnräume
  • Oft keine oder vereinfachte Baugenehmigung bei freistehender Montage
  • Panoramablick durch Glasschacht möglich

Nachteile: Höhere Kosten für wetterfeste Ausführung, Isolierung gegen Kälte im Winter, längere Wege vom Wohnraum zum Lift. Zudem muss der Schacht optisch zur Fassade passen – ein moderner Glasschacht an einem historischen Fachwerkhaus kann störend wirken.

Statische Anforderungen und Tragfähigkeit

Ein Homelift bringt erhebliches Gewicht mit sich – zwischen 800 und 1.500 Kilogramm je nach Größe und Ausstattung. Der Boden muss diese Last sicher tragen können. In den meisten Fällen ist das kein Problem, aber in Altbauten mit Holzbalkendecken kann eine Verstärkung nötig sein.

Lassen Sie vor der Planung unbedingt einen Statiker prüfen, ob:

  • Die Decken die zusätzliche Last tragen können
  • Das Fundament ausreichend tragfähig ist (besonders bei Außenschacht)
  • Tragende Wände für Wanddurchbrüche geeignet sind
  • Ausreichende Verankerungsmöglichkeiten für den Schacht vorhanden sind

Die Kosten für ein Statikergutachten liegen bei 500 bis 1.500 Euro – eine sinnvolle Investition, um böse Überraschungen zu vermeiden.

Besondere Herausforderungen bei Altbauten

In denkmalgeschützten Gebäuden oder Altbauten gelten besondere Anforderungen. Hier sind kreative Lösungen gefragt:

Treppenhaus-Integration: In historischen Gebäuden mit großzügigen Treppenhäusern kann der Homelift oft im Treppenauge (dem freien Raum in der Mitte der Treppe) installiert werden. Das spart Platz und erhält die Raumaufteilung.

Außenschacht in Innenhof: Bei Stadtvillen oder Reihenhäusern kann ein Glasschacht im Innenhof oder Hinterhof eine elegante Lösung sein – er bleibt von der Straße unsichtbar und beeinträchtigt die Fassade nicht.

Kompakt-Systeme: Für sehr enge Verhältnisse gibt es Sonderanfertigungen mit nur 0,8 × 1,0 Meter Grundfläche – ausreichend für eine Person stehend, aber nicht rollstuhlgerecht.

Licht, Belüftung und Notruf: Technische Mindestanforderungen

Homelifts unterliegen zwar nicht den strengen Aufzugsrichtlinien für öffentliche Gebäude, aber gewisse Sicherheitsstandards müssen eingehalten werden:

  • Beleuchtung: Die Kabine muss ausreichend beleuchtet sein (mindestens 100 Lux). Bei Stromausfall muss eine Notbeleuchtung für mindestens 1 Stunde funktionieren.
  • Belüftung: Geschlossene Kabinen brauchen Lüftungsschlitze oder ein Belüftungssystem, damit bei einem Steckenbleiben keine Erstickungsgefahr besteht.
  • Notruf: Ein Notrufknopf mit Sprechverbindung ist Pflicht. Moderne Systeme sind mit dem Haustelefon oder einem Notrufdienst verbunden.
  • Batterie-Notabsenkung: Bei Stromausfall muss der Lift die Kabine zur nächsten Haltestelle fahren können – entweder über eine Batterie oder eine manuelle Handkurbel.

Diese Ausstattung ist bei seriösen Anbietern Standard und bereits im Grundpreis enthalten.

Baugenehmigung: Wann ist sie erforderlich?

Eine der häufigsten Fragen beim Homelift-Einbau: Brauche ich eine Baugenehmigung? Die Antwort ist leider nicht einheitlich – sie hängt vom Bundesland, der Gebäudeart und der Bauweise ab. Grundsätzlich gilt: Je größer und sichtbarer der Eingriff, desto wahrscheinlicher ist eine Genehmigung erforderlich.

Bundesländerspezifische Regelungen

Die Landesbauordnungen unterscheiden sich erheblich. In einigen Bundesländern sind Homelifts generell genehmigungsfrei, in anderen nur unter bestimmten Voraussetzungen:

Genehmigungsfrei in der Regel:

  • Homelifts innerhalb des Gebäudes ohne Veränderung der Außenfassade
  • Hublifte mit maximal 3 Metern Förderhöhe
  • Lifts in Einfamilienhäusern ohne tragende Wanddurchbrüche

Genehmigungspflichtig meist:

  • Außenschächte, die die Gebäudeansicht verändern
  • Lifts in denkmalgeschützten Gebäuden
  • Durchbrüche tragender Wände
  • Lifts in Mehrfamilienhäusern
  • Schächte in Grenznähe zum Nachbargrundstück

Beispiele aus verschiedenen Bundesländern:

Bayern: Homelifts in Wohngebäuden bis zu drei Vollgeschossen sind verfahrensfrei, wenn sie innerhalb des Gebäudes liegen. Außenschächte benötigen meist eine Baugenehmigung.

Nordrhein-Westfalen: Lifts in Ein- und Zweifamilienhäusern sind genehmigungsfrei, sofern keine tragenden Wände betroffen sind und der Brandschutz gewährleistet bleibt.

Baden-Württemberg: Auch hier sind Innenlifts meist genehmigungsfrei, aber Außenschächte benötigen eine Baugenehmigung, wenn sie die Gebäudeansicht wesentlich verändern.

Denkmalschutz und besondere Auflagen

In denkmalgeschützten Gebäuden ist immer eine Genehmigung der Denkmalschutzbehörde erforderlich – selbst wenn der Homelift rein innerlich eingebaut wird. Die Behörde prüft, ob der Eingriff mit dem Schutzstatus vereinbar ist.

Tipps für denkmalgeschützte Gebäude:

  • Wählen Sie einen Glasschacht, der die historische Architektur sichtbar lässt
  • Platzieren Sie den Lift in weniger prominenten Bereichen (Hinterhof statt Straßenseite)
  • Nutzen Sie reversible Bauweisen, die theoretisch wieder rückbaubar sind
  • Lassen Sie sich von einem auf Denkmalschutz spezialisierten Architekten beraten

Nachbarrecht und Grenzabstände

Wenn der Homelift-Schacht nahe an der Grundstücksgrenze steht, müssen Sie die landesrechtlichen Grenzabstände einhalten. Diese variieren, liegen aber meist bei 2,5 bis 3 Metern für Gebäudeteile über 3 Meter Höhe.

Bei Unterschreitung der Grenzabstände benötigen Sie entweder:

  • Eine Baugenehmigung mit Abweichung (Ermessensentscheidung der Behörde)
  • Die schriftliche Zustimmung des Nachbarn (Grenzbebauungsvereinbarung)

Wichtig: Die Zustimmung des Nachbarn allein ersetzt keine Baugenehmigung – sie ist nur eine Voraussetzung dafür. Klären Sie vorab mit dem Bauamt, welche Unterlagen erforderlich sind.

Der Genehmigungsprozess: Schritt für Schritt

Falls eine Baugenehmigung erforderlich ist, läuft der Prozess üblicherweise so ab:

Schritt 1: Bauvoranfrage (optional, aber empfehlenswert)
Klären Sie vorab mit dem Bauamt, ob Ihr Vorhaben grundsätzlich genehmigungsfähig ist. Das kostet etwa 100 bis 300 Euro und spart im Zweifel teure Planungskosten für ein nicht genehmigungsfähiges Projekt.

Schritt 2: Bauantrag vorbereiten
Sie benötigen:

  • Bauzeichnungen (Grundrisse, Schnitte, Ansichten) – erstellt vom Architekten
  • Statische Berechnungen – erstellt vom Statiker
  • Baubeschreibung mit technischen Details zum Lift
  • Lageplan mit Eintragung des Schachts
  • Bei Denkmalschutz: Zusätzliche Unterlagen zur denkmalverträglichen Bauweise

Schritt 3: Bauantrag einreichen
Der Bauantrag wird beim zuständigen Bauamt eingereicht. Die Bearbeitungszeit beträgt je nach Bundesland und Komplexität 4 bis 12 Wochen. Kosten: 0,5 bis 1,5 Prozent der Bausumme (bei 30.000 Euro Homelift also 150 bis 450 Euro Gebühren).

Schritt 4: Genehmigung abwarten
Beginnen Sie niemals mit dem Bau, bevor die Genehmigung vorliegt. Schwarzbauten können teure Rückbauverfügungen nach sich ziehen.

Schritt 5: Baufertigstellung anzeigen
Nach Fertigstellung müssen Sie dem Bauamt die Fertigstellung anzeigen. In manchen Bundesländern erfolgt eine Abnahme durch einen Sachverständigen.

Was passiert ohne Genehmigung?

Wenn Sie einen genehmigungspflichtigen Homelift ohne Genehmigung bauen, riskieren Sie:

  • Bußgelder von 500 bis 50.000 Euro (je nach Bundesland und Schwere des Verstoßes)
  • Rückbauverfügung – Sie müssen den Lift wieder entfernen
  • Probleme beim Hausverkauf (Käufer können Nachlass fordern oder vom Kauf zurücktreten)
  • Versicherungsprobleme (Gebäudeversicherung kann Leistung verweigern)

Fazit: Klären Sie vor Baubeginn mit dem örtlichen Bauamt, ob eine Genehmigung erforderlich ist. Die meisten Bauämter beraten kostenlos und geben Auskunft über die erforderlichen Unterlagen. Besser einmal zu viel nachfragen als später teure Konsequenzen tragen.

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Homelift innen vs. außen: Vor- und Nachteile im Vergleich

Die Entscheidung zwischen einem Homelift innen oder Homelift außen ist mehr als eine Frage des Geschmacks – sie beeinflusst Kosten, Komfort und die bauliche Umsetzbarkeit erheblich. Beide Varianten haben ihre Berechtigung, je nach Gebäudesituation und Nutzerbedürfnissen.

Homelift innen: Integration in den Wohnraum

Ein Innen-Homelift wird direkt in das Gebäude integriert – entweder in eine Raumecke, einen ungenutzten Abstellraum oder durch Wanddurchbrüche zwischen Räumen. Diese Variante ist besonders beliebt bei Neubauten oder umfassenden Sanierungen.

Vorteile des Innen-Homelifts:

  • Wetterschutz: Sie erreichen den Lift trockenen Fußes, ohne nach draußen zu müssen – besonders bei Regen, Schnee oder Kälte ein großer Komfort.
  • Kurze Wege: Der Lift ist direkt vom Wohnraum aus erreichbar, ohne Umwege über Terrasse oder Garten.
  • Energieeffizienz: Keine Wärmeverluste durch zusätzliche Außentüren; der Schacht ist Teil der beheizten Gebäudehülle.
  • Ästhetik: Bei geschickter Planung fügt sich der Lift harmonisch ins Wohnambiente ein – etwa durch Holzverkleidungen, die zum Mobiliar passen.
  • Wertsteigerung: Ein professionell integrierter Innen-Lift wird von Käufern meist höher bewertet als ein Außenschacht.

Nachteile des Innen-Homelifts:

  • Platzverlust: Pro Etage gehen 2-3 m² Wohnfläche verloren – bei kleinen Wohnungen kann das erheblich sein.
  • Baulicher Aufwand: Wanddurchbrüche, Deckendurchführungen und statische Anpassungen können aufwendig und teuer werden.
  • Lärm: Das Fahrgeräusch ist im Wohnraum hörbar – bei günstigen Modellen kann das störend sein.
  • Eingeschränkte Flexibilität: Spätere Änderungen am Grundriss werden schwieriger, wenn ein Liftschacht fest integriert ist.

Homelift außen: Der Anbau an der Fassade

Ein Außen-Homelift wird als Anbau an die Hauswand oder freistehend im Garten errichtet. Diese Lösung ist besonders bei nachträglichem Einbau in bestehende Gebäude beliebt, wenn innen kein Platz ist.

Vorteile des Außen-Homelifts:

  • Keine Wohnfläche geht verloren: Der Lift steht außerhalb des Gebäudes – alle Wohnräume bleiben erhalten.
  • Einfacherer Einbau: Keine aufwendigen Wanddurchbrüche oder Deckendurchführungen im Wohnbereich nötig.
  • Panoramablick: Ein Glasschacht bietet während der Fahrt einen schönen Blick auf Garten oder Landschaft.
  • Geringere Lärmbelästigung: Das Fahrgeräusch ist vom Wohnraum getrennt.
  • Flexibilität: Der Innenraum bleibt unverändert und kann bei Bedarf umgestaltet werden.

Nachteile des Außen-Homelifts:

  • Wetterabhängigkeit: Bei Regen, Schnee oder Frost ist der Weg zum Lift unangenehm – besonders für gehbehinderte Menschen problematisch.
  • Höhere Kosten: Wetterfeste Ausführung, Isolierung und Beheizung des Schachts treiben die Kosten in die Höhe (ca. 5.000 bis 10.000 Euro Mehrkosten).
  • Optik: Ein Außenschacht kann die Fassade beeinträchtigen – besonders bei historischen Gebäuden oder strengen Gestaltungssatzungen problematisch.
  • Baugenehmigung: Oft erforderlich, da die Gebäudeansicht verändert wird.
  • Energieverluste: Jede Fahrt erfordert das Öffnen einer Außentür – im Winter entweicht Wärme.

Entscheidungshilfe: Welche Variante passt zu Ihnen?

Die Wahl zwischen innen und außen hängt von mehreren Faktoren ab:

Wählen Sie einen Innen-Homelift, wenn:

  • Ausreichend Platz im Gebäude vorhanden ist (z.B. große Diele, ungenutzter Abstellraum)
  • Kurze Wege und höchster Komfort wichtig sind
  • Sie in einer Region mit rauem Klima leben (viel Regen, Schnee, Kälte)
  • Die Fassade nicht verändert werden darf (Denkmalschutz, Gestaltungssatzung)
  • Sie einen Neubau planen oder ohnehin umfassend sanieren

Wählen Sie einen Außen-Homelift, wenn:

  • Innen kein Platz für einen Schacht ist
  • Sie Wohnfläche erhalten möchten
  • Die baulichen Eingriffe im Wohnbereich minimal bleiben sollen
  • Ein Panoramablick gewünscht ist (z.B. bei schönem Garten)
  • Die Fassade ohnehin modernisiert wird

Hybridlösungen: Das Beste aus beiden Welten

Es gibt auch Mischformen, die Vorteile beider Varianten kombinieren:

Teilweise integrierter Außenschacht: Der Schacht wird an die Außenwand angebaut, aber die Zugänge liegen innerhalb des Gebäudes. So bleibt der Weg zum Lift wetterfest, aber die Wohnfläche bleibt erhalten. Diese Lösung erfordert allerdings Wanddurchbrüche an jeder Haltestelle.

Wintergarten-Integration: Der Homelift wird in einen verglasten Wintergarten oder eine verglaste Terrasse integriert. Das bietet Wetterschutz und Panoramablick zugleich – allerdings zu höheren Kosten.

Schacht im Treppenhaus: Bei großzügigen Treppenhäusern kann der Lift im Treppenauge (dem freien Raum in der Mitte) installiert werden. Das spart Platz und nutzt vorhandene Strukturen.

Installation und Einbau: Der Weg zum fertigen Homelift

Der Einbau eines Homelifts ist ein komplexes Projekt, das sorgfältige Planung und Koordination verschiedener Gewerke erfordert. Von der ersten Idee bis zur Inbetriebnahme vergehen meist 3 bis 6 Monate – bei komplexen Umbauten auch länger. Hier ein detaillierter Überblick über den typischen Ablauf.

Phase 1: Bedarfsanalyse und Erstberatung (Woche 1-2)

Am Anfang steht die Frage: Welcher Homelift passt zu Ihren Bedürfnissen und Ihrem Gebäude? Seriöse Anbieter bieten eine kostenlose Vor-Ort-Beratung, bei der folgende Punkte geklärt werden:

  • Welche Etagen sollen erschlossen werden?
  • Wer nutzt den Lift? (Rollstuhlfahrer, Gehbehinderte, gesamte Familie)
  • Wo ist der beste Standort für den Schacht?
  • Welche baulichen Gegebenheiten gibt es? (Deckenhöhe, Bodenbeschaffenheit, tragende Wände)
  • Welches Budget steht zur Verfügung?
  • Welche Fördermöglichkeiten kommen infrage?

Nach diesem Termin erhalten Sie ein unverbindliches Angebot mit Kostenaufstellung und ersten Planungsskizzen.

Phase 2: Detailplanung und Genehmigungen (Woche 3-8)

Haben Sie sich für ein Modell entschieden, beginnt die Detailplanung:

Statikprüfung: Ein Statiker prüft, ob Decken und Fundament die zusätzliche Last tragen können. Bei Bedarf plant er Verstärkungsmaßnahmen. Kosten: 500 bis 1.500 Euro.

Architektenplanung: Falls eine Baugenehmigung erforderlich ist, erstellt ein Architekt die nötigen Bauzeichnungen (Grundrisse, Schnitte, Ansichten). Kosten: 1.000 bis 3.000 Euro.

Bauantrag: Der Architekt oder Bauträger reicht den Bauantrag beim Bauamt ein. Die Bearbeitungszeit variiert zwischen 4 und 12 Wochen – diese Zeit sollten Sie einplanen.

Förderanträge: Parallel beantragen Sie Zuschüsse bei Pflegekasse, KfW oder regionalen Förderstellen. Wichtig: Alle Anträge müssen vor Baubeginn gestellt werden!

Phase 3: Vorbereitende Bauarbeiten (Woche 9-12)

Sobald alle Genehmigungen vorliegen, beginnen die vorbereitenden Arbeiten:

Schachtbau: Je nach Variante wird der Schacht errichtet – entweder als Innenausbau mit Trockenbauwänden oder als Außenanbau mit Fundamentarbeiten. Bei einem Innen-Homelift können Wanddurchbrüche nötig sein, die von einem Maurer oder Betonbohrer ausgeführt werden.

Elektroanschluss: Ein Elektriker verlegt die Starkstromleitung (400 Volt) zum Schacht und installiert die Steuerung. Falls noch kein Starkstromanschluss vorhanden ist, muss dieser vom Netzbetreiber gelegt werden (kann 2-4 Wochen dauern).

Fundament: Bei Außenschächten oder schwierigen Bodenverhältnissen wird ein Betonfundament gegossen, das die Last sicher ableitet. Das Fundament muss mindestens 2 Wochen aushärten, bevor der Lift montiert werden kann.

Phase 4: Lift-Montage (Woche 13-14)

Die eigentliche Montage des Homelifts dauert meist nur 2 bis 5 Tage – je nach Komplexität:

Tag 1-2: Schachtmontage
Die Schachtführungen werden montiert und exakt ausgerichtet. Präzision ist hier entscheidend – schon wenige Millimeter Abweichung können später zu Problemen führen.

Tag 2-3: Antrieb und Kabine
Der Antrieb (Hydraulik, Seil oder Spindel) wird installiert und die Kabine oder Plattform eingesetzt. Bei Kabinenlifts werden Wände, Decke und Türen montiert.

Tag 3-4: Elektrik und Steuerung
Die Steuerungselektronik wird angeschlossen, Notrufanlage installiert und Beleuchtung montiert.

Tag 4-5: Testfahrten und Feineinstellung
Der Techniker führt zahlreiche Testfahrten durch, justiert die Haltepositionen und prüft alle Sicherheitsfunktionen.

Phase 5: Abnahme und Inbetriebnahme (Woche 15)

Vor der ersten Nutzung erfolgt die offizielle Abnahme:

Technische Abnahme: Der Hersteller prüft alle Funktionen und erstellt ein Abnahmeprotokoll. Sie erhalten eine Einweisung in die Bedienung und Wartung.

Behördliche Abnahme (falls erforderlich): In manchen Bundesländern muss ein TÜV-Sachverständiger den Lift abnehmen, bevor er in Betrieb genommen werden darf. Das gilt besonders für Lifts über 3 Meter Förderhöhe.

Übergabe: Sie erhalten alle Unterlagen (Bedienungsanleitung, Wartungsvertrag, Prüfprotokolle, Garantieurkunde) und können den Lift nutzen.

Typische Probleme beim Einbau und wie Sie sie vermeiden

Trotz sorgfältiger Planung kann es zu Verzögerungen und Problemen kommen:

Problem 1: Verzögerte Baugenehmigung
Lösung: Reichen Sie den Bauantrag frühzeitig ein und rechnen Sie mit mindestens 8 Wochen Bearbeitungszeit. Klären Sie vorab mit dem Bauamt, ob alle Unterlagen vollständig sind.

Problem 2: Unerwartete statische Probleme
Lösung: Lassen Sie vor Vertragsabschluss einen Statiker prüfen, ob Verstärkungen nötig sind. So vermeiden Sie böse Überraschungen bei den Kosten.

Problem 3: Lieferverzögerungen
Lösung: Bestellen Sie den Lift frühzeitig – die Lieferzeit kann je nach Hersteller 8 bis 16 Wochen betragen. Planen Sie Puffer ein.

Problem 4: Koordination verschiedener Gewerke
Lösung: Beauftragen Sie einen Generalunternehmer, der alle Gewerke koordiniert. Das kostet zwar etwas mehr, spart aber Nerven und Zeit.

Praxisbeispiele: Homelifts im Einsatz

Theorie ist gut – aber wie sieht die Praxis aus? Hier drei realistische Beispiele, die zeigen, wie unterschiedlich die Anforderungen und Lösungen sein können.

Beispiel 1: Familie Schneider – Kabinenlift im Altbau

Herr Schneider, 68 Jahre alt, hat nach einem Schlaganfall einen Pflegegrad 3 und ist auf einen Rollstuhl angewiesen. Die Familie lebt seit 40 Jahren in einem dreistöckigen Altbau von 1920 – Erdgeschoss mit Küche und Wohnzimmer, erster Stock mit Schlafzimmer und Bad, zweiter Stock mit Arbeitszimmer.

Herausforderung: Im Erdgeschoss gibt es keinen freien Platz für einen Schacht. Die Treppe ist zu eng für einen Treppenlift mit Rollstuhlplattform. Die Familie möchte nicht umziehen.

Lösung: Ein Außen-Homelift als Glasschacht im Hinterhof. Der Schacht wurde an die Rückseite des Hauses angebaut, mit Zugängen vom Erdgeschoss und ersten Stock. Der zweite Stock wurde nicht erschlossen, da Herr Schneider dort nicht mehr arbeitet.

Technische Details:

  • Kabinenlift mit 1,1 × 1,5 m Grundfläche (rollstuhlgerecht)
  • Hydraulikantrieb, 6 Meter Förderhöhe
  • Glasschacht mit Edelstahlrahmen, beheizt
  • Zwei Haltestellen (Erdgeschoss, 1. Stock)

Kosten:

  • Lift und Montage: 32.000 €
  • Schachtbau außen mit Fundament: 18.000 €
  • Elektroanschluss und Statik: 3.500 €
  • Gesamt: 53.500 €

Förderung:

  • Pflegekasse (Pflegegrad 3): 4.000 €
  • Landesförderung Bayern: 5.000 €
  • Steuerlich absetzbar (nach zumutbarer Belastung): ca. 30.000 €
  • Effektive Eigenbelastung: ca. 14.500 €

Fazit: Trotz hoher Gesamtkosten war der Außenschacht die einzige Möglichkeit, das Haus barrierefrei zu machen. Die Familie ist glücklich, dass Herr Schneider weiter zu Hause leben kann. Der Glasschacht bietet zudem einen schönen Blick auf den Garten.

Beispiel 2: Ehepaar Hoffmann – Hublift am Hauseingang

Frau Hoffmann, 74 Jahre alt, hat Arthrose in beiden Knien und kann die vier Stufen zum Hauseingang nur noch mit Schmerzen bewältigen. Ein Pflegegrad liegt noch nicht vor. Das Ehepaar lebt in einem barrierefreien Bungalow – nur der Eingang ist das Problem.

Herausforderung: Die Stufen sind zu steil für eine Rampe (Steigung wäre über 10 %). Ein Treppenlift lohnt sich für nur vier Stufen nicht. Das Budget ist begrenzt.

Lösung: Ein kompakter Hublift neben der Eingangstreppe. Die Plattform ist 0,9 × 1,4 Meter groß – ausreichend für Frau Hoffmann mit Rollator. Der Lift wurde außen montiert und ist wetterfest.

Technische Details:

  • Hublift mit 1,2 Meter Hubhöhe (4 Stufen à 30 cm)
  • Spindelantrieb, wartungsarm
  • Wetterfeste Ausführung mit Edelstahl-Plattform
  • Bedienung per Schlüsselschalter (gegen unbefugte Nutzung)

Kosten:

  • Hublift und Montage: 10.500 €
  • Fundament und Elektroanschluss: 2.000 €
  • Gesamt: 12.500 €

Förderung:

  • Kein Pflegegrad → keine Pflegekassen-Förderung
  • KfW-Zuschuss 455-B (12,5 %): 1.563 €
  • Effektive Eigenbelastung: 10.937 €

Fazit: Der Hublift war die kostengünstigste Lösung für das Problem. Frau Hoffmann kann nun wieder selbstständig das Haus verlassen. Die Montage dauerte nur zwei Tage, eine Baugenehmigung war nicht erforderlich (unter 3 Meter Hubhöhe in Niedersachsen genehmigungsfrei).

Beispiel 3: Herr Weber – Plattformlift im Mehrgenerationenhaus

Herr Weber, 55 Jahre alt, sitzt nach einem Motorradunfall seit zwei Jahren im Rollstuhl. Er lebt mit seiner Frau und seiner pflegebedürftigen Mutter (Pflegegrad 4) in einem dreistöckigen Mehrgenerationenhaus. Beide benötigen den Lift – Herr Weber für alle drei Etagen, seine Mutter nur für Erdgeschoss und ersten Stock.

Herausforderung: Zwei Nutzer mit unterschiedlichen Bedürfnissen. Die Mutter kann noch kurze Strecken gehen, braucht aber Unterstützung bei Treppen. Herr Weber ist vollständig auf den Rollstuhl angewiesen.

Lösung: Ein Plattformlift vertikal im Innenbereich, der alle drei Etagen erschließt. Der Schacht wurde in einer Raumecke des Treppenhauses errichtet, wo vorher ein Abstellraum war.

Technische Details:

  • Plattformlift mit 1,1 × 1,4 m Plattform
  • Seilantrieb, 9 Meter Förderhöhe
  • Drei Haltestellen (Erdgeschoss, 1. Stock, 2. Stock)
  • Klappbare Sicherheitsgeländer für einfaches Ein- und Ausfahren

Kosten:

  • Plattformlift und Montage: 28.000 €
  • Schachtbau innen (Trockenbauwände): 8.000 €
  • Elektroanschluss und Statik: 2.500 €
  • Gesamt: 38.500 €

Förderung:

  • Pflegekasse für Herrn Weber (kein Pflegegrad, aber Schwerbehinderung): 0 €
  • Pflegekasse für Mutter (Pflegegrad 4): 4.000 €
  • KfW-Zuschuss 455-B (12,5 %): 4.813 €
  • Steuerlich absetzbar (nach zumutbarer Belastung): ca. 20.000 €
  • Effektive Eigenbelastung: ca. 9.687 €

Fazit: Der Plattformlift war günstiger als ein Kabinenlift, bietet aber dennoch ausreichend Komfort. Die offene Bauweise passt gut zum modernen Treppenhaus. Beide Nutzer sind zufrieden – Herr Weber schätzt die Selbstständigkeit, seine Mutter nutzt den Lift vor allem bei schweren Einkäufen.

Diese Beispiele zeigen: Es gibt keine „One-Size-Fits-All”-Lösung. Jeder Fall erfordert individuelle Planung und Abwägung von Kosten, Komfort und baulichen Möglichkeiten.

Wenn Sie mehr über barrierefreie Lösungen für Ihr Zuhause erfahren möchten, lesen Sie auch unseren Ratgeber zum barrierefreien Bad oder zur barrierefreien Küche.

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Wartung, Sicherheit und Lebensdauer eines Homelifts

Ein Homelift ist eine langfristige Investition – bei guter Pflege hält er 20 bis 30 Jahre. Entscheidend dafür sind regelmäßige Wartung, professionelle Instandhaltung und die Einhaltung von Sicherheitsstandards. Hier erfahren Sie, was Sie beachten müssen, damit Ihr Lift sicher und zuverlässig funktioniert.

Wartungsintervalle und gesetzliche Vorgaben

Homelifts unterliegen zwar nicht den strengen Aufzugsrichtlinien für öffentliche Gebäude, aber gewisse Wartungspflichten bestehen trotzdem – sowohl aus Sicherheitsgründen als auch wegen der Herstellergarantie.

Jährliche Wartung (Pflicht):
Mindestens einmal pro Jahr sollte ein Fachbetrieb den Lift warten. Dabei werden geprüft:

  • Funktionstüchtigkeit aller Sicherheitseinrichtungen (Notruf, Notabsenkung, Türverriegelung)
  • Zustand der Antriebskomponenten (Hydrauliköl, Seile, Spindel)
  • Elektrische Anlagen und Steuerung
  • Türmechanik und Verriegelungen
  • Schachtzustand (Korrosion, Beschädigungen)
  • Beleuchtung und Notstromversorgung

Die Kosten für die Jahreswartung liegen bei 200 bis 400 Euro, abhängig vom Lift-Typ und Anfahrtsweg. Viele Hersteller bieten Wartungsverträge an, die neben der Wartung auch kleinere Reparaturen abdecken (Kosten: 300 bis 600 Euro jährlich).

TÜV-Prüfung alle zwei Jahre (bei Lifts über 3 Meter):
Homelifts mit mehr als 3 Metern Förderhöhe müssen alle zwei Jahre durch einen TÜV-Sachverständigen geprüft werden. Die Prüfung kostet etwa 150 bis 300 Euro und ist gesetzlich vorgeschrieben. Ohne gültige TÜV-Prüfung erlischt die Betriebserlaubnis – und im Schadensfall kann die Versicherung Leistungen verweigern.

Eigenkontrollen:
Zwischen den Wartungen sollten Sie selbst regelmäßig prüfen:

  • Funktioniert der Notrufknopf?
  • Schließen die Türen einwandfrei?
  • Gibt es ungewöhnliche Geräusche beim Fahren?
  • Ist die Beleuchtung intakt?
  • Stoppt der Lift präzise an den Haltestellen?

Bei Auffälligkeiten sollten Sie sofort den Wartungsdienst kontaktieren – kleine Probleme können sich schnell zu teuren Schäden entwickeln.

Sicherheitsausstattung: Was muss ein Homelift haben?

Moderne Homelifts sind mit zahlreichen Sicherheitssystemen ausgestattet, die Unfälle verhindern und im Notfall Hilfe ermöglichen:

Notrufanlage:
Jeder Homelift muss einen Notrufknopf haben, der eine Sprechverbindung herstellt – entweder zum Haustelefon, zu einem Angehörigen oder zu einem 24-Stunden-Notrufdienst. Bei Stromausfall oder Steckenbleiben können Sie so Hilfe rufen.

Notabsenkung:
Bei Stromausfall muss der Lift zur nächsten Haltestelle fahren können – entweder über eine Batterie (bei modernen Modellen Standard) oder über eine manuelle Handkurbel. So vermeiden Sie, dass jemand stundenlang in der Kabine eingeschlossen ist.

Türverriegelung:
Die Kabinentür lässt sich nur öffnen, wenn die Kabine exakt an einer Haltestelle steht. Das verhindert Abstürze in den Schacht.

Überlastsicherung:
Wenn die maximale Traglast überschritten wird, fährt der Lift nicht los – ein akustisches Signal warnt. Das schützt vor Überlastung und Schäden am Antrieb.

Geschwindigkeitsbegrenzer:
Falls der Lift zu schnell fährt (z.B. bei Defekt), greift eine mechanische Bremse und stoppt die Kabine sofort.

Fangvorrichtung:
Bei Seilriss (extrem selten, aber theoretisch möglich) greift eine Fangvorrichtung, die die Kabine sicher im Schacht hält.

Diese Sicherheitssysteme sind bei seriösen Herstellern Standard und im Preis enthalten. Achten Sie beim Kauf darauf, dass alle Systeme vorhanden sind – billige Angebote ohne Notruf oder Notabsenkung sind nicht empfehlenswert.

Typische Verschleißteile und Reparaturkosten

Trotz regelmäßiger Wartung verschleißen manche Komponenten mit der Zeit und müssen ausgetauscht werden. Hier die häufigsten Verschleißteile und typische Kosten:

Verschleißteil Lebensdauer Austauschkosten
Hydrauliköl 5-10 Jahre 150 – 300 €
Stahlseile 10-15 Jahre 500 – 1.200 €
Türantrieb 10-15 Jahre 400 – 800 €
Steuerungselektronik 15-20 Jahre 1.000 – 2.500 €
Hydraulikzylinder 20-25 Jahre 2.000 – 4.000 €
Kabinentüren 15-20 Jahre 800 – 1.500 €

Wichtig: Diese Kosten fallen nicht alle gleichzeitig an – sie verteilen sich über die Lebensdauer des Lifts. Rechnen Sie mit durchschnittlich 300 bis 500 Euro jährlich für Wartung und kleinere Reparaturen.

Lebensdauer und Modernisierung

Ein hochwertiger Homelift hält bei guter Pflege 20 bis 30 Jahre. Danach ist meist eine Grundüberholung oder ein Austausch nötig. Manche Komponenten können aber auch modernisiert werden, ohne den gesamten Lift zu ersetzen:

Kabinen-Modernisierung:
Nach 15-20 Jahren sieht die Kabine oft abgenutzt aus. Eine neue Verkleidung, neue Beleuchtung und moderne Bedienelemente kosten etwa 3.000 bis 6.000 Euro – deutlich günstiger als ein neuer Lift.

Steuerungs-Upgrade:
Ältere Steuerungen können durch moderne Systeme ersetzt werden, die energieeffizienter und leiser sind. Kosten: 2.000 bis 5.000 Euro.

Sicherheits-Nachrüstung:
Wenn Ihr Lift keine moderne Notrufanlage hat, kann diese nachgerüstet werden (ca. 500 bis 1.500 Euro).

Ob sich eine Modernisierung lohnt oder ein Neukauf sinnvoller ist, hängt vom Zustand des Lifts ab. Lassen Sie sich von einem Fachbetrieb beraten – oft ist eine Modernisierung die wirtschaftlichere Lösung.

Homelift vs. Treppenlift: Welche Lösung passt besser?

Viele Menschen stehen vor der Frage: Homelift oder klassischer Treppenlift? Beide Systeme haben ihre Berechtigung – aber sie eignen sich für unterschiedliche Situationen. Hier ein detaillierter Vergleich, der Ihnen die Entscheidung erleichtert.

Wann ist ein Treppenlift die bessere Wahl?

Ein Treppenlift ist die richtige Lösung, wenn:

  • Nur eine Treppe überwunden werden muss: Für eine einzelne Treppe zwischen zwei Etagen ist ein Treppenlift meist günstiger und schneller installiert.
  • Kein Rollstuhl genutzt wird: Sitzlifte sind für gehbehinderte Personen ideal, die noch selbstständig auf- und absteigen können.
  • Das Budget begrenzt ist: Ein Sitzlift kostet ab 4.000 Euro – deutlich günstiger als ein Homelift.
  • Kein Platz für einen Schacht ist: Der Treppenlift nutzt die vorhandene Treppe und benötigt keinen separaten Schacht.
  • Schnelle Lösung nötig ist: Ein Treppenlift ist meist in 2-4 Wochen installiert – ein Homelift braucht 3-6 Monate.

Grenzen des Treppenlifts:

  • Rollstuhlnutzung nur mit teurem Plattformlift möglich (ab 10.000 €)
  • Treppe bleibt teilweise blockiert – andere Familienmitglieder müssen ausweichen
  • Für mehrere Etagen sind mehrere Lifte nötig (teuer und unpraktisch)
  • Optisch oft als „Hilfsmittel” erkennbar – mindert Immobilienwert

Wann ist ein Homelift die bessere Wahl?

Ein Homelift ist überlegen, wenn:

  • Rollstuhlnutzung erforderlich ist: Homelifts sind standardmäßig rollstuhlgerecht – ohne Umsetzen oder Umbauten.
  • Mehrere Etagen erschlossen werden sollen: Ein Homelift kann beliebig viele Haltestellen anfahren – ein Treppenlift bräuchte pro Etage ein separates System.
  • Die Treppe frei bleiben soll: Andere Familienmitglieder können die Treppe weiter normal nutzen.
  • Langfristige Lösung gesucht wird: Homelifts steigern den Immobilienwert und sind auch für künftige Bewohner attraktiv.
  • Komfort wichtig ist: Geschlossene Kabinen bieten höchsten Komfort und Privatsphäre.

Kostenvergleich: Homelift vs. Treppenlift

Kriterium Treppenlift (Sitzlift) Treppenlift (Plattformlift) Homelift
Anschaffung 4.000 – 10.000 € 10.000 – 20.000 € 15.000 – 50.000 €
Rollstuhlnutzung Nein Ja Ja
Mehrere Etagen Mehrere Lifte nötig Mehrere Lifte nötig Ein Lift für alle Etagen
Installationszeit 2-4 Wochen 4-6 Wochen 3-6 Monate
Wartung/Jahr 150 – 250 € 200 – 350 € 200 – 400 €
Wertsteigerung Immobilie Gering/neutral Gering/neutral Hoch (5-15 %)
Förderung Pflegekasse Bis 4.000 € Bis 4.000 € Bis 4.000 €

Entscheidungshilfe: Checkliste für Ihre Situation

Beantworten Sie folgende Fragen, um die richtige Lösung zu finden:

Frage 1: Wird ein Rollstuhl genutzt?
→ Ja: Homelift oder Plattform-Treppenlift
→ Nein: Sitz-Treppenlift kann ausreichen

Frage 2: Wie viele Etagen müssen überwunden werden?
→ Eine Etage: Treppenlift kann reichen
→ Zwei oder mehr: Homelift ist praktischer und langfristig günstiger

Frage 3: Wie ist die Treppe beschaffen?
→ Gerade, breite Treppe: Treppenlift einfach zu installieren
→ Enge, kurvige Treppe: Homelift oft die bessere Lösung

Frage 4: Nutzen andere Familienmitglieder die Treppe?
→ Ja, regelmäßig: Homelift lässt Treppe frei
→ Nein: Treppenlift stört nicht

Frage 5: Wie lange soll die Lösung halten?
→ Übergangsweise (5-10 Jahre): Treppenlift kann reichen
→ Dauerhaft (20+ Jahre): Homelift ist nachhaltiger

Frage 6: Ist Wertsteigerung der Immobilie wichtig?
→ Ja (z.B. bei geplantem Verkauf): Homelift steigert Wert deutlich
→ Nein: Treppenlift ist günstiger

Hybridlösung: Kombination aus Homelift und Treppenlift

In manchen Fällen kann auch eine Kombination sinnvoll sein:

Beispiel: Ein Homelift erschließt Erdgeschoss und ersten Stock (wo sich Schlafzimmer und Bad befinden). Für das selten genutzte Dachgeschoss wird ein günstiger Sitz-Treppenlift installiert. Das spart Kosten, bietet aber trotzdem Barrierefreiheit für die wichtigsten Bereiche.

Häufig gestellte Fragen zum Homelift

Kann ein Homelift auch nachträglich in ein bestehendes Gebäude eingebaut werden?

Ja, das ist in den meisten Fällen möglich – sowohl als Innen- als auch als Außenschacht. Entscheidend ist, dass ausreichend Platz vorhanden ist (mindestens 1-1,5 m² Grundfläche pro Etage) und die Statik die zusätzliche Last trägt. Bei sehr alten Gebäuden oder denkmalgeschützten Häusern kann der Einbau aufwendiger sein, ist aber meist trotzdem realisierbar. Ein Außenschacht ist oft die einfachste Lösung bei nachträglichem Einbau, da keine Eingriffe in die Wohnräume nötig sind.

Wie lange dauert die Installation eines Homelifts?

Die reine Montage des Lifts dauert nur 2 bis 5 Tage. Allerdings müssen Sie die gesamte Projektdauer einkalkulieren: Planung, Genehmigungen, Schachtbau und eventuelle Vorarbeiten nehmen insgesamt 3 bis 6 Monate in Anspruch. Bei einfachen Projekten ohne Baugenehmigung kann es auch schneller gehen (6-8 Wochen), bei komplexen Umbauten oder Denkmalschutz kann es auch länger dauern.

Kann ein Homelift auch bei Stromausfall genutzt werden?

Moderne Homelifts haben eine Batterie-Notabsenkung, die bei Stromausfall aktiviert wird. Die Kabine fährt dann automatisch zur nächsten Haltestelle, wo Sie aussteigen können. Die Batterie reicht meist für 5-10 Fahrten – ausreichend, um niemanden in der Kabine eingeschlossen zu lassen. Ältere Modelle ohne Batterie haben oft eine manuelle Handkurbel, mit der Sie den Lift mechanisch zur nächsten Haltestelle bewegen können.

Wie laut ist ein Homelift im Betrieb?

Moderne Homelifts sind sehr leise – die Lautstärke liegt bei etwa 40-50 Dezibel, vergleichbar mit einem leisen Gespräch. Hydraulikantriebe sind meist etwas leiser als Seilantriebe. Bei geschlossenen Kabinen ist das Fahrgeräusch im Wohnraum kaum wahrnehmbar. Ältere Modelle oder günstige Anbieter können lauter sein – achten Sie beim Kauf auf Angaben zur Geräuschemission.

Kann ich einen Homelift auch mieten statt kaufen?

Ja, einige Anbieter bieten Mietmodelle an – besonders für temporäre Situationen (z.B. nach einer Operation). Die Miete liegt bei etwa 150 bis 300 Euro monatlich, hinzu kommt eine Einmalzahlung für Installation und Abbau (ca. 2.000 bis 5.000 Euro). Langfristig ist der Kauf meist günstiger, aber Miete kann sinnvoll sein, wenn Sie den Lift nur vorübergehend benötigen oder die Anschaffungskosten nicht aufbringen können.

Welche Geschwindigkeit hat ein Homelift?

Private Homelifts fahren mit 0,15 bis 0,3 Metern pro Sekunde – das entspricht etwa 9 bis 18 Metern pro Minute. Für eine typische Etage (ca. 3 Meter) benötigt der Lift also 10 bis 20 Sekunden. Das mag langsam klingen, ist für den privaten Bereich aber völlig ausreichend und erhöht die Sicherheit.

Kann ein Homelift auch für schwere Lasten genutzt werden (z.B. Möbeltransport)?

Ja, innerhalb der zulässigen Traglast (meist 250-400 kg) können Sie auch Gegenstände transportieren – etwa Einkäufe, Wäschekörbe oder kleinere Möbelstücke. Für größere Möbel ist ein Homelift aber nicht ausgelegt. Achten Sie darauf, die maximale Traglast nicht zu überschreiten – eine Überlastsicherung verhindert das Losfahren bei Überschreitung.

Wie sieht es mit der Versicherung aus? Brauche ich eine spezielle Absicherung?

Prüfen Sie Ihre Wohngebäudeversicherung – oft ist ein Homelift bereits mitversichert, wenn er fest mit dem Gebäude verbunden ist. Manchmal ist aber eine Erweiterung des Versicherungsschutzes nötig (kostet etwa 50-150 Euro jährlich). Wichtig: Ohne regelmäßige Wartung und gültige TÜV-Prüfung kann die Versicherung im Schadensfall Leistungen verweigern.

Kann ich den Homelift auch selbst bedienen, wenn ich alleine bin?

Ja, Homelifts sind für selbstständige Nutzung konzipiert. Die Bedienung erfolgt über einfache Knöpfe in der Kabine und an den Haltestellen. Auch Rollstuhlfahrer können den Lift problemlos alleine nutzen – die Türen öffnen automatisch und die Bedienelemente sind in Rollstuhlhöhe angebracht. Bei kognitiven Einschränkungen (z.B. Demenz) sollte geprüft werden, ob eine Begleitperson sinnvoll ist.

Was passiert, wenn der Homelift stecken bleibt?

Moderne Homelifts haben eine Notrufanlage mit Sprechverbindung – per Knopfdruck können Sie Hilfe rufen (entweder zu Angehörigen, Nachbarn oder einem 24-Stunden-Notrufdienst). Die Batterie-Notabsenkung fährt die Kabine zur nächsten Haltestelle, wo Sie aussteigen können. Bei technischen Problemen sollte der Wartungsdienst schnellstmöglich informiert werden. Wichtig: Versuchen Sie niemals, die Kabine selbst zu öffnen oder zu verlassen – warten Sie auf Hilfe.

Kann ein Homelift auch bei sehr niedrigen Deckenhöhen eingebaut werden?

Die meisten Homelifts benötigen eine Mindestdeckenhöhe von 2,20 bis 2,50 Metern. Bei niedrigeren Decken gibt es Sondermodelle mit kompakter Bauweise, die mit 2,00 Metern auskommen – allerdings mit Einschränkungen beim Komfort. Lassen Sie vor der Planung einen Fachmann prüfen, ob Ihr Gebäude geeignet ist.

Wie umweltfreundlich ist ein Homelift?

Moderne Homelifts sind energieeffizient – im Standby-Modus verbrauchen sie nur 5-10 Watt. Bei durchschnittlicher Nutzung (10-15 Fahrten täglich) liegen die jährlichen Stromkosten bei etwa 50-100 Euro. LED-Beleuchtung und moderne Antriebe tragen zur Energieeffizienz bei. Hydrauliklifte mit biologisch abbaubarem Hydrauliköl sind besonders umweltfreundlich.

Fazit: Der Homelift als nachhaltige Investition in Lebensqualität

Ein Homelift ist weit mehr als ein technisches Hilfsmittel – er ist eine Investition in Selbstständigkeit, Würde und Lebensqualität. Für viele Menschen bedeutet er den Unterschied zwischen einem Umzug ins Pflegeheim und dem Verbleib im geliebten Zuhause. Gerade in Zeiten steigender Lebenserwartung und dem Wunsch nach möglichst langer Selbstbestimmung gewinnt der Senkrechtlift als Alternative zum klassischen Treppenlift immer mehr an Bedeutung.

Die wichtigsten Erkenntnisse dieses Ratgebers zusammengefasst:

Vielfältige Lösungen für unterschiedliche Bedürfnisse: Ob Hublift für den Hauseingang, Plattformlift für zwei Etagen oder komfortabler Kabinenlift für ein ganzes Einfamilienhaus – es gibt für jede Situation die passende Lösung. Entscheidend ist eine sorgfältige Bedarfsanalyse, die bauliche Gegebenheiten, Nutzerbedürfnisse und Budget berücksichtigt.

Kosten sind beherrschbar: Ja, ein Homelift im Einfamilienhaus kostet zwischen 15.000 und 50.000 Euro – das ist eine erhebliche Summe. Aber durch geschickte Kombination von Pflegekassen-Zuschuss, KfW-Förderung, regionalen Programmen und steuerlicher Absetzbarkeit lässt sich die Eigenbelastung oft auf ein Drittel bis die Hälfte reduzieren. Zudem steigert ein professionell installierter Homelift den Immobilienwert deutlich – eine Investition, die sich langfristig auszahlen kann.

Planung ist entscheidend: Von der ersten Idee bis zur Inbetriebnahme vergehen 3 bis 6 Monate – diese Zeit sollten Sie einplanen. Klären Sie frühzeitig, ob eine Baugenehmigung erforderlich ist, lassen Sie die Statik prüfen und beantragen Sie Förderungen vor Baubeginn. Eine gute Planung vermeidet böse Überraschungen und Verzögerungen.

Innen oder außen – beide Varianten haben Berechtigung: Ein Homelift innen bietet höchsten Komfort und Wetterschutz, kostet aber Wohnfläche. Ein Homelift außen erhält die Wohnräume, ist aber wetterabhängig und oft teurer in der Anschaffung. Welche Variante passt, hängt von Ihren Prioritäten und den baulichen Möglichkeiten ab.

Qualität zahlt sich aus: Sparen Sie nicht am falschen Ende – ein hochwertiger Homelift von einem seriösen Anbieter hält 20 bis 30 Jahre und arbeitet zuverlässig. Billigangebote ohne Notrufanlage, Notabsenkung oder TÜV-Zulassung können im Ernstfall gefährlich werden. Achten Sie auf vollständige Sicherheitsausstattung und regelmäßige Wartung.

Langfristig denken: Ein Homelift ist keine Lösung nur für heute – er ermöglicht Ihnen, auch in 10 oder 20 Jahren noch in Ihrem Zuhause zu leben. Planen Sie vorausschauend: Vielleicht brauchen Sie heute nur eine Haltestelle, aber später vielleicht zwei oder drei? Ein durchdachtes System lässt sich später erweitern, ohne alles neu bauen zu müssen.

Wenn Sie unsicher sind, welche Lösung für Ihre Situation die beste ist, lassen Sie sich von mehreren Anbietern beraten und vergleichen Sie nicht nur die Preise, sondern auch Service, Garantie und Referenzen. Ein seriöser Anbieter nimmt sich Zeit für eine ausführliche Beratung vor Ort und erstellt ein transparentes, detailliertes Angebot.

Und vergessen Sie nicht: Ein Homelift ist nicht nur ein technisches Gerät – er ist ein Stück Lebensqualität, das Ihnen erlaubt, in Würde und Selbstbestimmung in Ihrem Zuhause zu altern. Eine Investition, die sich in unbezahlbaren Momenten auszahlt: Wenn Sie morgens ohne Hilfe ins Schlafzimmer kommen, wenn Sie Ihre Enkel im Obergeschoss besuchen können oder wenn Sie einfach wissen, dass Sie nicht umziehen müssen.

Für weitere Informationen zum barrierefreien Wohnen empfehlen wir unsere Ratgeber zu Zuschüssen und Förderungen 2025, DIN-Normen für Barrierefreiheit und barrierefreies Wohnen im Alter.

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Hinweis: Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine professionelle Beratung durch Architekten, Statiker oder Lift-Fachbetriebe. Alle Angaben zu Kosten, Förderungen und gesetzlichen Vorgaben entsprechen dem Stand Januar 2026 und können sich ändern. Lassen Sie sich vor konkreten Baumaßnahmen von Fachleuten beraten und klären Sie mit dem örtlichen Bauamt, ob eine Baugenehmigung erforderlich ist. Stand: Januar 2026

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