Die Toilette ist einer der intimsten Orte im Zuhause – und gleichzeitig eine der größten Herausforderungen, wenn die Mobilität nachlässt. Für viele Senioren und Menschen mit Behinderungen wird der tägliche Gang zur Toilette zu einer belastenden, manchmal sogar gefährlichen Situation. Zu niedrige Sitzhöhen, fehlende Haltegriffe oder zu enge Bewegungsflächen können die Selbstständigkeit erheblich einschränken und das Risiko für Stürze erhöhen.
Ein barrierefreies WC ist weit mehr als eine technische Anpassung – es ist ein entscheidender Faktor für Würde, Selbstbestimmung und Lebensqualität im eigenen Zuhause. Doch was macht eine barrierefreie Toilette aus? Welche DIN-Normen gelten für die barrierefreies WC Maße? Und welche finanziellen Unterstützungsmöglichkeiten gibt es für den Umbau?
Dieser umfassende Ratgeber erklärt Ihnen alle relevanten Aspekte rund um das behindertengerechte WC: von den gesetzlichen Vorgaben über praktische Ausstattungsmerkmale bis hin zu Kosten und Zuschüssen. Sie erfahren, welche Toilettenhilfen für Senioren sinnvoll sind, wie Sie eine Toilettensitzerhöhung richtig auswählen und wann ein Dusch-WC eine lohnende Investition ist. Mit konkreten Maßangaben, Praxisbeispielen und Checklisten unterstützen wir Sie dabei, die richtige Lösung für Ihre individuelle Situation zu finden.
Was ist ein barrierefreies WC? Definition und Bedeutung
Ein barrierefreies WC ist eine Toilette, die so gestaltet ist, dass sie von Menschen mit unterschiedlichen körperlichen Einschränkungen selbstständig und sicher genutzt werden kann. Anders als bei einer Standard-Toilette berücksichtigt die Planung und Ausstattung einer behindertengerechten Toilette die Bedürfnisse von Rollstuhlfahrern, Personen mit Gehbehinderungen, Senioren mit eingeschränkter Beweglichkeit sowie Menschen mit anderen körperlichen Beeinträchtigungen.
Die Gestaltung folgt dabei klaren Normen und Richtlinien, insbesondere der DIN 18040-2, die seit 2011 die baulichen Anforderungen für barrierefreies Bauen in Deutschland regelt. Diese Norm unterscheidet zwischen zwei Qualitätsstufen:
- Barrierefrei: Die Toilette ist für Menschen mit Gehbehinderungen und Rollatornutzer zugänglich und nutzbar, mit ausreichenden Bewegungsflächen und Hilfsmitteln wie Stützklappgriffen.
- Rollstuhlgerecht (R): Die Toilette erfüllt zusätzliche Anforderungen für Rollstuhlfahrer, insbesondere hinsichtlich der Bewegungsflächen und der seitlichen Anfahrbarkeit.
Ein barrierefreies WC zeichnet sich durch mehrere zentrale Merkmale aus: die richtige WC Sitzhöhe barrierefrei (46–48 cm), ausreichende Bewegungsflächen vor und neben der Toilette, fest montierte Stützklappgriffe, eine kontrastreiche Gestaltung für sehbehinderte Menschen sowie ein rutschfester Bodenbelag. Die Tür muss nach außen öffnen und im Notfall von außen entriegelbar sein.
Die Bedeutung eines barrierefreien WCs geht weit über die reine Funktionalität hinaus. Es ermöglicht Menschen mit körperlichen Einschränkungen, ihre Intimsphäre zu wahren und eine der grundlegendsten Alltagsverrichtungen selbstständig zu erledigen. Dies hat erhebliche Auswirkungen auf das Selbstwertgefühl, die psychische Gesundheit und die Lebensqualität. Für pflegende Angehörige bedeutet ein gut ausgestattetes barrierefreies WC zudem eine deutliche Entlastung, da weniger Unterstützung bei der Toilettennutzung erforderlich ist.
Mehr zum Thema barrierefreies Wohnen und den gesetzlichen Grundlagen erfahren Sie in unserem ausführlichen Artikel zur Definition des barrierefreien Wohnens.
Gesetzliche Grundlagen: DIN 18040-2 und ihre Anforderungen
Die zentrale gesetzliche Grundlage für die Gestaltung eines barrierefreien WCs in Deutschland ist die DIN 18040-2. Diese Norm wurde im September 2011 veröffentlicht und regelt die baulichen Anforderungen für barrierefreies Bauen in Wohnungen. Sie ersetzt die frühere DIN 18025-2 und gilt für Neubauten sowie umfassende Modernisierungen.
Unterscheidung: Barrierefrei vs. Rollstuhlgerecht
Die DIN 18040-2 unterscheidet klar zwischen zwei Qualitätsstufen, die unterschiedliche Anforderungen an die barrierefreies WC Maße stellen:
Barrierefrei (Grundstandard): Diese Stufe richtet sich an Menschen mit Gehbehinderungen, Rollatornutzer und Personen mit eingeschränkter Beweglichkeit. Die Anforderungen sind weniger streng als bei der rollstuhlgerechten Ausführung, ermöglichen aber dennoch eine selbstständige Nutzung für die meisten Menschen mit körperlichen Einschränkungen.
Rollstuhlgerecht (mit „R” gekennzeichnet): Diese höhere Qualitätsstufe erfüllt zusätzliche Anforderungen, die speziell für Rollstuhlfahrer notwendig sind. Insbesondere die Bewegungsflächen sind größer dimensioniert, um ein vollständiges Wenden mit dem Rollstuhl zu ermöglichen.
Kernelemente der DIN 18040-2 für barrierefreie WCs
Die Norm legt detaillierte Anforderungen für verschiedene Aspekte der behindertengerechten Toilette fest:
Bewegungsflächen: Vor dem WC muss eine Bewegungsfläche von mindestens 150 cm × 150 cm vorhanden sein (bei rollstuhlgerechter Ausführung). Neben dem WC wird auf mindestens einer Seite eine Fläche von 90 cm × 70 cm benötigt, um den Transfer vom Rollstuhl zu ermöglichen. Bei beidseitiger Anfahrbarkeit (optimal für Rollstuhlfahrer) sind auf beiden Seiten jeweils 90 cm Abstand erforderlich.
Sitzhöhe: Die WC Sitzhöhe barrierefrei beträgt 46–48 cm (gemessen von der Oberkante Fertigfußboden bis zur Oberkante des WC-Sitzes). Diese Höhe erleichtert das Hinsetzen und Aufstehen erheblich und entspricht etwa der Sitzhöhe eines Rollstuhls, was den Transfer erleichtert.
Stützklappgriffe: Auf beiden Seiten des WCs müssen Stützklappgriffe WC in einer Höhe von 85 cm (Oberkante Griff) über dem Fertigfußboden angebracht sein. Die Griffe müssen hochklappbar sein, um den seitlichen Transfer nicht zu behindern. Sie sollten mindestens 15 cm über die Vorderkante des WCs hinausragen und eine Länge von etwa 70 cm haben.
Rückenstütze: Eine Rückenstütze oder Rückenlehne in einer Höhe von 55 cm über der WC-Sitzfläche bietet zusätzlichen Halt und Komfort, insbesondere für Menschen mit eingeschränkter Rumpfstabilität.
Spülauslösung und Papierhalter: Diese sollten vom Sitzen aus gut erreichbar sein, idealerweise im Bereich von 85 cm Höhe und nicht weiter als 40 cm vom vorderen Rand des WCs entfernt.
Rechtliche Verbindlichkeit
Die DIN 18040-2 ist eine technische Norm und zunächst nicht rechtlich bindend. Sie wird jedoch verbindlich, wenn sie in Bauordnungen der Bundesländer oder in Verträgen (z.B. bei der Beantragung von Zuschüssen) explizit als Planungsgrundlage genannt wird. In der Praxis bedeutet dies: Bei Neubauten und umfassenden Modernisierungen, für die eine Baugenehmigung erforderlich ist, muss die Norm in der Regel eingehalten werden, wenn barrierefreies Bauen gefordert ist.
Für bestehende Wohnungen gilt die Norm nicht rückwirkend. Allerdings orientieren sich Pflegekassen bei der Bewilligung von Zuschüssen für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen häufig an den DIN-Vorgaben. Auch wenn nicht alle Anforderungen erfüllt werden können (z.B. aufgrund räumlicher Gegebenheiten), sollte die Planung sich an der Norm orientieren, um eine möglichst hohe Funktionalität zu erreichen.
Weitere Informationen zu den relevanten DIN-Normen für barrierefreies Wohnen finden Sie in unserem Artikel über DIN-Normen für barrierefreies Bauen.
Die richtige WC-Sitzhöhe: 46–48 cm als Standard
Die WC Sitzhöhe barrierefrei ist eines der wichtigsten Kriterien für ein funktionales barrierefreies WC. Die DIN 18040-2 gibt eine Sitzhöhe von 46–48 cm vor, gemessen vom Fertigfußboden bis zur Oberkante des WC-Sitzes. Diese Höhe unterscheidet sich deutlich von Standard-Toiletten, die meist nur 40–42 cm hoch sind.
Warum ist die erhöhte Sitzhöhe so wichtig?
Eine Toilette für Senioren mit erhöhter Sitzhöhe bietet mehrere entscheidende Vorteile:
Erleichtert das Hinsetzen und Aufstehen: Je niedriger die Toilette, desto mehr müssen Knie- und Hüftgelenke gebeugt werden. Für Menschen mit Arthrose, Hüft- oder Knieproblemen kann dies sehr schmerzhaft sein. Eine höhere Sitzhöhe reduziert die Gelenkbelastung erheblich und erfordert weniger Kraft beim Aufstehen.
Entspricht der Rollstuhlhöhe: Die meisten Rollstühle haben eine Sitzhöhe von etwa 46–48 cm. Wenn die Toilette auf gleicher Höhe ist, wird der seitliche Transfer vom Rollstuhl auf die Toilette deutlich einfacher und sicherer.
Reduziert Sturzgefahr: Beim Aufstehen von einer zu niedrigen Toilette besteht ein erhöhtes Sturzrisiko, da mehr Schwung erforderlich ist und das Gleichgewicht leichter verloren gehen kann. Eine angemessene Sitzhöhe ermöglicht ein kontrolliertes Aufstehen.
Unterstützt die Verdauung: Eine zu hohe Sitzhöhe kann allerdings auch nachteilig sein, da die physiologisch günstige Hockhaltung für die Darmentleerung erschwert wird. Die empfohlene Höhe von 46–48 cm stellt einen guten Kompromiss dar.
Lösungen für die richtige Sitzhöhe
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die richtige WC Sitzhöhe barrierefrei zu erreichen:
1. Wand-WC mit Höhenverstellung: Moderne Wand-WCs können bei der Montage in der Höhe angepasst werden. Dies ist die eleganteste und dauerhafteste Lösung, erfordert aber meist einen umfassenderen Umbau mit Vorwandelement.
2. Erhöhtes Stand-WC: Einige Hersteller bieten Stand-WCs mit erhöhter Sitzhöhe an (sogenannte „Komfort-Höhe” oder „Seniorentoiletten”). Diese sind 45–48 cm hoch und können oft ohne große bauliche Veränderungen installiert werden.
3. Toilettensitzerhöhung: Eine Toilettensitzerhöhung ist die einfachste und kostengünstigste Lösung. Diese Aufsätze werden auf die vorhandene Toilette aufgesetzt und erhöhen die Sitzhöhe um 5–15 cm. Es gibt sie mit und ohne Armlehnen, manche Modelle sind sogar gepolstert. Die WC-Sitzerhöhung Krankenkasse übernimmt oft die Kosten, wenn ein Pflegegrad vorliegt (siehe Abschnitt zu Hilfsmitteln).
4. Podest: In manchen Fällen kann ein fest installiertes Podest vor der Toilette die effektive Sitzhöhe reduzieren, wenn die Toilette zu hoch ist. Diese Lösung ist allerdings nur selten erforderlich und kann die Bewegungsfreiheit einschränken.
Individuelle Anpassung
Die optimale Sitzhöhe hängt auch von der Körpergröße ab. Während 46–48 cm für die meisten Menschen ideal ist, können sehr große oder sehr kleine Personen von einer individuellen Anpassung profitieren. Als Faustregel gilt: Im Sitzen sollten die Füße flach auf dem Boden stehen, die Knie sollten einen Winkel von etwa 90 Grad bilden. Bei Rollstuhlfahrern ist die Höhe des Rollstuhls der entscheidende Faktor.
Wenn Sie unsicher sind, welche Sitzhöhe für Ihre Situation am besten geeignet ist, können Ergotherapeuten oder spezialisierte Sanitätshäuser eine individuelle Beratung bieten. Auch eine professionelle Betreuung zu Hause kann dabei helfen, die richtige Lösung zu finden und die Selbstständigkeit im Alltag zu erhalten.

Kostenlose Beratung zur 24-Stunden-Betreuung – individuell und unverbindlich
Angebot anfordern Beraten lassenBewegungsflächen und Platzbedarf: Maße nach DIN 18040-2
Ausreichende Bewegungsflächen sind ein zentrales Element jeder behindertengerechten Toilette. Sie ermöglichen es, sich sicher zur Toilette zu bewegen, sich umzudrehen und gegebenenfalls von einem Rollstuhl oder Rollator auf die Toilette zu transferieren. Die DIN 18040-2 legt dafür präzise WC barrierefrei Maße fest, die je nach Qualitätsstufe (barrierefrei oder rollstuhlgerecht) variieren.
Bewegungsfläche vor dem WC
Die Bewegungsfläche vor dem WC ist der Bereich, der zum Herantreten, Umdrehen und für Pflegepersonen benötigt wird:
- Barrierefrei: Mindestens 120 cm × 120 cm vor dem WC. Diese Fläche darf sich mit anderen Bewegungsflächen (z.B. vor dem Waschtisch) überschneiden.
- Rollstuhlgerecht (R): Mindestens 150 cm × 150 cm vor dem WC. Diese größere Fläche ermöglicht es Rollstuhlfahrern, vollständig zu wenden. Die Fläche darf sich mit anderen Bewegungsflächen überschneiden, jedoch nicht mit der seitlichen Transferfläche neben dem WC.
Diese Fläche muss frei von Hindernissen sein. Türen müssen in geöffnetem Zustand vollständig außerhalb dieser Fläche liegen, weshalb bei einem barrierefreien WC die Tür nach außen öffnen sollte.
Seitliche Transferfläche neben dem WC
Für den Transfer vom Rollstuhl oder Rollator auf die Toilette wird seitlich neben dem WC eine zusätzliche Fläche benötigt:
- Barrierefrei: Auf mindestens einer Seite des WCs muss eine Fläche von 90 cm (Breite) × 70 cm (Tiefe) frei bleiben. Diese Fläche beginnt an der WC-Mittellinie und erstreckt sich seitlich.
- Rollstuhlgerecht (R): Idealerweise sollte das WC von beiden Seiten anfahrbar sein, mit jeweils 90 cm × 70 cm Freiraum. Dies ermöglicht es Rollstuhlfahrern, von ihrer „starken” Seite zu transferieren, unabhängig davon, welche das ist.
In dieser Transferfläche dürfen sich keine festen Einrichtungsgegenstände befinden. Der Stützklappgriff WC auf der Transferseite muss hochklappbar sein, um die Fläche freizugeben.
Abstand zu anderen Sanitärobjekten
Der Abstand des WCs zu anderen Sanitärobjekten (Waschtisch, Dusche, Wand) ist ebenfalls geregelt:
- Zur Seite (Wand oder Waschtisch): Mindestens 20 cm von der WC-Mittellinie zur Wand auf der Seite ohne Transferfläche. Auf der Transferseite die oben genannten 90 cm.
- Nach vorne: Der Abstand zur gegenüberliegenden Wand oder zu anderen Sanitärobjekten ergibt sich aus der erforderlichen Bewegungsfläche (120 cm bzw. 150 cm).
- Nach hinten: Der Abstand zur Rückwand hängt vom WC-Modell ab. Bei Wand-WCs ist dieser durch das Vorwandelement vorgegeben.
Türbreite und Schwellenfreiheit
Die Tür zum barrierefreien WC muss eine lichte Breite von mindestens 80 cm haben (bei rollstuhlgerechter Ausführung 90 cm). Sie sollte nach außen öffnen, damit im Notfall (z.B. bei einem Sturz) die Tür nicht blockiert wird. Schwellen sind nicht zulässig – der Übergang muss vollständig stufenlos sein. Maximal 2 cm hohe Schwellen sind nur in Ausnahmefällen tolerierbar, wenn sie mit einer Rampe von maximal 6% Steigung überwunden werden.
Praktische Umsetzung bei beengten Platzverhältnissen
In bestehenden Wohnungen lassen sich die DIN-Vorgaben oft nicht vollständig umsetzen. In solchen Fällen gilt: Jede Annäherung an die Norm ist besser als keine Anpassung. Mögliche Kompromisse:
- Verlagerung der Toilette innerhalb des Badezimmers (z.B. in eine Ecke)
- Entfernung von Bidet oder Badewanne, um mehr Platz zu schaffen
- Einseitige Anfahrbarkeit statt beidseitiger bei rollstuhlgerechter Ausführung
- Reduzierung der Bewegungsfläche auf das für die individuelle Situation notwendige Minimum (z.B. bei Rollatornutzern ohne Rollstuhl)
Eine professionelle Badplanung durch spezialisierte Handwerker oder Architekten kann helfen, auch in schwierigen räumlichen Situationen praktikable Lösungen zu finden. Mehr Informationen zur Gesamtplanung eines barrierefreien Badezimmers finden Sie in unserem Ratgeber zum barrierefreien Bad.
Stützklappgriffe und Haltesysteme: Sicherheit und Komfort
Stützklappgriffe sind unverzichtbare Elemente eines jeden barrierefreien WCs. Sie bieten Halt beim Hinsetzen und Aufstehen, unterstützen den Transfer vom Rollstuhl und geben Sicherheit während der Toilettennutzung. Die richtige Auswahl, Positionierung und Montage dieser Griffe ist entscheidend für die Funktionalität der barrierefreien Toilette.
Anforderungen nach DIN 18040-2
Die Norm legt detaillierte Anforderungen an Stützklappgriffe WC fest:
Positionierung: Auf beiden Seiten des WCs müssen Stützklappgriffe angebracht sein. Die Oberkante der Griffe sollte 85 cm über dem Fertigfußboden liegen. Die Griffe müssen mindestens 15 cm über die Vorderkante des WCs hinausragen, um beim Hinsetzen und Aufstehen optimal genutzt werden zu können. Die empfohlene Länge beträgt etwa 70 cm.
Abstand zur Wand: Der Abstand zwischen Griff und Wand sollte 5–6 cm betragen, damit die Hand gut umfassen kann, ohne an die Wand zu stoßen.
Hochklappbarkeit: Mindestens ein Griff (idealerweise auf der Transferseite) muss hochklappbar sein, um den seitlichen Transfer vom Rollstuhl nicht zu behindern. Bei beidseitiger Anfahrbarkeit sollten beide Griffe klappbar sein.
Belastbarkeit: Die Griffe müssen eine vertikale Belastung von mindestens 100 kg aushalten können. Dies erfordert eine fachgerechte Montage in der tragenden Wand oder in einem speziellen Vorwandelement.
Form und Material: Die Griffe sollten einen Durchmesser von 3–4 cm haben, um gut umgriffen werden zu können. Die Oberfläche sollte rutschfest sein, aber nicht zu rau, um Verletzungen zu vermeiden. Häufig werden Griffe aus Edelstahl oder beschichtetem Aluminium verwendet.
Arten von Stützgriffen
Es gibt verschiedene Arten von Stützgriffen, die je nach individuellen Bedürfnissen und räumlichen Gegebenheiten eingesetzt werden können:
1. Klassische Stützklappgriffe: Dies sind die Standard-Griffe nach DIN 18040-2. Sie sind L-förmig und können bei Bedarf nach oben geklappt werden. Sie bieten stabilen Halt beim Hinsetzen und Aufstehen.
2. Stützgriffe mit integrierter Papierhalterung: Diese praktische Variante kombiniert den Stützgriff mit einem Toilettenpapierhalter, was die Erreichbarkeit verbessert und Platz spart.
3. Stützgriffe mit Armlehne: Einige Modelle haben zusätzlich eine gepolsterte Armlehne, die während der Toilettennutzung zusätzlichen Komfort bietet, insbesondere für Menschen, die längere Zeit sitzen müssen.
4. Wandstützgriffe (fest montiert): Für Personen, die keinen Rollstuhl nutzen, können auch fest montierte, nicht klappbare Griffe ausreichend sein. Diese sind oft kostengünstiger und robuster.
5. Mobile Toilettenstützgriffe: Für Mietwohnungen oder als temporäre Lösung gibt es Stützgriffe, die ohne Bohren am WC befestigt werden. Diese sind allerdings weniger stabil und nicht für alle Nutzergruppen geeignet.
Zusätzliche Haltesysteme
Neben den Standard-Stützklappgriffen können weitere Haltesysteme die Sicherheit erhöhen:
Rückenstütze: Eine Rückenlehne in 55 cm Höhe über der Sitzfläche bietet zusätzlichen Halt, insbesondere für Menschen mit eingeschränkter Rumpfstabilität oder Gleichgewichtsproblemen. Sie kann fest montiert oder als Teil eines Stützrahmens ausgeführt sein.
Aufstehhilfen: Spezielle Aufstehhilfen, die vor dem WC platziert werden, können das Aufstehen erleichtern. Diese sind besonders für Menschen geeignet, die zwar noch selbstständig sind, aber Schwierigkeiten beim Aufstehen haben. Mehr zu diesem Thema finden Sie in unserem Artikel über Aufstehhilfen und deren Kostenübernahme durch die Krankenkasse.
Haltegriffe an anderen Stellen: Zusätzliche Haltegriffe an strategischen Stellen im Badezimmer (z.B. neben der Tür, an der Duschwand) können die Bewegungssicherheit im gesamten Raum erhöhen.
Montage und Sicherheit
Die fachgerechte Montage der Stützklappgriffe WC ist entscheidend für die Sicherheit. Folgende Punkte sind zu beachten:
- Tragfähige Wand: Die Griffe müssen in einer tragfähigen Wand verankert werden. Bei Trockenbauwänden ist ein spezielles Vorwandelement mit Verstärkung erforderlich.
- Professionelle Installation: Die Montage sollte von einem Fachbetrieb durchgeführt werden, um die erforderliche Belastbarkeit zu gewährleisten.
- Regelmäßige Überprüfung: Die Griffe sollten regelmäßig auf festen Sitz überprüft werden. Lockere Griffe müssen umgehend nachgezogen werden.
- Kontrastreiche Gestaltung: Für sehbehinderte Menschen sollten die Griffe farblich kontrastreich zur Wand gestaltet sein, um sie leicht zu erkennen.
Die Kosten für Stützklappgriffe variieren je nach Modell und Qualität zwischen 100 € und 500 € pro Griff. Die Montagekosten kommen hinzu und liegen meist zwischen 200 € und 500 €. Pflegekassen übernehmen bei Vorliegen eines Pflegegrades oft die Kosten im Rahmen der wohnumfeldverbessernden Maßnahmen (siehe Abschnitt zu Zuschüssen).
Toilettensitzerhöhungen: Einfache Lösung für mehr Komfort
Eine Toilettensitzerhöhung ist oft die schnellste, einfachste und kostengünstigste Möglichkeit, eine Standard-Toilette in eine Toilette für Senioren zu verwandeln. Diese Aufsätze werden einfach auf die vorhandene Toilette aufgesetzt und erhöhen die Sitzhöhe um 5–15 cm, wodurch das Hinsetzen und Aufstehen deutlich erleichtert wird.
Arten von Toilettensitzerhöhungen
Es gibt verschiedene Modelle, die sich in Ausstattung, Komfort und Preis unterscheiden:
1. Einfache Sitzerhöhung ohne Deckel: Dies ist die Basisvariante – ein einfacher Aufsatz aus Kunststoff, der die Sitzhöhe erhöht. Diese Modelle sind sehr kostengünstig (20–50 €) und leicht zu reinigen, bieten aber keinen zusätzlichen Komfort.
2. Sitzerhöhung mit Deckel: Diese Variante hat einen Deckel, der geschlossen werden kann, was hygienischer ist und die Optik verbessert. Der Preis liegt bei etwa 40–80 €.
3. Sitzerhöhung mit Armlehnen: Modelle mit seitlichen Armlehnen bieten zusätzlichen Halt beim Hinsetzen und Aufstehen. Die Armlehnen können fest oder klappbar sein. Diese Varianten kosten zwischen 60 € und 150 €.
4. Gepolsterte Sitzerhöhung: Für Menschen, die längere Zeit auf der Toilette sitzen müssen (z.B. bei Verstopfung oder Inkontinenzproblemen), gibt es gepolsterte Modelle, die mehr Komfort bieten. Diese kosten etwa 80–150 €.
5. Sitzerhöhung mit Hygiene-Ausschnitt: Spezielle Modelle mit einem Ausschnitt vorne erleichtern die Intimhygiene, insbesondere für Frauen. Diese sind besonders bei Inkontinenz hilfreich.
Auswahl der richtigen Sitzerhöhung
Bei der Auswahl einer Toilettensitzerhöhung sollten Sie folgende Kriterien beachten:
Erhöhung: Die Erhöhung sollte so gewählt werden, dass die Gesamtsitzhöhe (Standard-WC + Erhöhung) etwa 46–48 cm beträgt. Wenn Ihre Standard-Toilette 40 cm hoch ist, wäre eine Erhöhung von 6–8 cm ideal.
Befestigung: Achten Sie auf eine sichere Befestigung. Die meisten Modelle werden mit Schrauben oder Klammern unter dem vorhandenen WC-Sitz befestigt. Einige Modelle haben zusätzliche Gummifüße oder rutschfeste Unterseiten für mehr Stabilität.
Gewichtskapazität: Überprüfen Sie die maximale Belastbarkeit. Die meisten Modelle sind für bis zu 150 kg ausgelegt, es gibt aber auch verstärkte Varianten für höhere Gewichte.
Reinigung: Das Material sollte leicht zu reinigen und desinfizierbar sein. Kunststoff ist pflegeleicht, aber achten Sie darauf, dass keine schwer zugänglichen Ritzen vorhanden sind.
Kompatibilität: Nicht alle Sitzerhöhungen passen auf jede Toilette. Messen Sie die Breite und Länge Ihrer Toilettenschüssel und vergleichen Sie diese mit den Angaben des Herstellers.
Kostenübernahme durch die Krankenkasse
Eine WC-Sitzerhöhung Krankenkasse kann bei Vorliegen bestimmter Voraussetzungen die Kosten übernehmen. Die Toilettensitzerhöhung ist im Hilfsmittelverzeichnis der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) unter der Produktgruppe 33 (Toilettenhilfen) gelistet.
Voraussetzungen für die Kostenübernahme:
- Ärztliche Verordnung (Rezept) mit Diagnose und Begründung der Notwendigkeit
- Die Sitzerhöhung muss medizinisch notwendig sein (z.B. nach Hüft-OP, bei Arthrose, bei starker Muskelschwäche)
- Die Hilfsmittel-Nummer muss im Rezept vermerkt sein
Die Krankenkasse übernimmt in der Regel die Kosten für ein einfaches, zweckmäßiges Modell. Wenn Sie ein komfortableres oder höherwertiges Modell wünschen, müssen Sie die Mehrkosten selbst tragen. Der gesetzliche Eigenanteil beträgt 10% der Kosten, mindestens 5 € und maximal 10 €.
Bei Vorliegen eines Pflegegrades kann die Toilettensitzerhöhung auch als Pflegehilfsmittel zum Verbrauch oder im Rahmen der wohnumfeldverbessernden Maßnahmen finanziert werden. Mehr zu den verschiedenen Finanzierungsmöglichkeiten erfahren Sie in unserem Artikel über Pflegehilfsmittel: Anspruch, Antrag und Leistungen.
Alternative: Toilettenstuhl
Wenn eine Toilettensitzerhöhung nicht ausreicht oder die Toilette nicht mehr erreicht werden kann, ist ein Toilettenstuhl eine Alternative. Dieser kann neben dem Bett platziert werden und ermöglicht die Toilettennutzung ohne den Weg zum Bad. Toilettenstühle sind ebenfalls im Hilfsmittelverzeichnis gelistet und können über die Krankenkasse bezogen werden. Mehr dazu in unserem Ratgeber zu Toilettenstuhl und Sitzerhöhung auf Rezept.
Dusch-WC: Komfort und Hygiene für die Pflege
Ein Dusch-WC (auch Wasch-WC oder japanische Toilette genannt) ist eine Toilette mit integrierter Bidet-Funktion. Nach der Toilettennutzung reinigt ein ausfahrbarer Wasserstrahl den Intimbereich, was die Hygiene verbessert und die Pflege erleichtert. Für Menschen mit eingeschränkter Beweglichkeit, die sich nicht mehr selbst reinigen können, sowie für pflegende Angehörige kann ein Dusch-WC Pflege eine erhebliche Erleichterung darstellen.
Funktionsweise und Ausstattung
Ein Dusch-WC verfügt über mehrere Funktionen, die je nach Modell und Preisklasse variieren:
Reinigungsfunktion: Der Kernfeature ist der ausfahrbare Duscharm mit verstellbarem Wasserstrahl. Die Wassertemperatur und der Wasserdruck können individuell eingestellt werden. Hochwertige Modelle bieten verschiedene Strahlarten (sanft, pulsierend, oszillierend) und separate Programme für die Damenreinigung.
Trocknungsfunktion: Viele Modelle haben eine integrierte Warmlufttrocknung, sodass nach der Reinigung kein Toilettenpapier mehr benötigt wird. Dies ist besonders für Menschen mit eingeschränkter Handbeweglichkeit hilfreich.
Sitzheizung: Eine beheizte Sitzfläche erhöht den Komfort, insbesondere in der kalten Jahreszeit. Dies ist besonders für Menschen mit Durchblutungsstörungen oder Rheuma angenehm.
Geruchsabsaugung: Ein integrierter Aktivkohlefilter absorbiert Gerüche direkt an der Quelle, was die Raumluft verbessert.
Fernbedienung: Die Bedienung erfolgt meist über eine Fernbedienung oder ein seitliches Bedienfeld. Hochwertige Modelle bieten auch App-Steuerung.
Nachtlicht: Ein sanftes LED-Licht erleichtert die nächtliche Orientierung und reduziert die Sturzgefahr.
Selbstreinigung: Die Düsen reinigen sich vor und nach jeder Nutzung automatisch, was die Hygiene verbessert.
Vorteile für die Pflege
Ein Dusch-WC Pflege bietet zahlreiche Vorteile für pflegebedürftige Menschen und ihre Angehörigen:
Selbstständigkeit: Menschen mit eingeschränkter Handbeweglichkeit oder Gleichgewichtsproblemen können sich nach der Toilettennutzung selbstständig reinigen, ohne sich verdrehen oder umständlich mit Toilettenpapier hantieren zu müssen. Dies erhält die Würde und reduziert die Abhängigkeit von Pflegepersonen.
Bessere Hygiene: Die Reinigung mit Wasser ist gründlicher als mit Toilettenpapier allein. Dies ist besonders wichtig bei Inkontinenz, Hämorrhoiden oder nach Operationen im Intimbereich. Die verbesserte Hygiene kann Hautirritationen, Infektionen und Druckgeschwüre vorbeugen. Mehr zum Thema Inkontinenz finden Sie in unserem umfassenden Ratgeber zur Inkontinenz: Definition, Ursachen und Formen.
Entlastung für Pflegende: Wenn die pflegebedürftige Person sich selbst reinigen kann, entfällt eine der intimsten und oft als unangenehm empfundenen Pflegeaufgaben. Dies schont die Beziehung zwischen Pflegebedürftigem und pflegendem Angehörigen.
Hautschonung: Bei empfindlicher Haut oder Hauterkrankungen ist die sanfte Reinigung mit Wasser schonender als das Reiben mit Toilettenpapier. Dies ist besonders bei Inkontinenz-assoziierter Dermatitis wichtig.
Reduktion von Verbrauchsmaterialien: Der Verbrauch von Toilettenpapier und Feuchttüchern wird deutlich reduziert, was langfristig Kosten spart und die Umwelt schont.
Nachteile und Herausforderungen
Trotz der vielen Vorteile gibt es auch einige Aspekte zu beachten:
Anschaffungskosten: Dusch-WCs sind deutlich teurer als Standard-Toiletten. Einfache Modelle beginnen bei etwa 500–800 €, hochwertige Modelle mit allen Funktionen können 2.000–4.000 € kosten. Hinzu kommen Installationskosten von 200–500 €.
Stromanschluss erforderlich: Die meisten Dusch-WCs benötigen einen Stromanschluss in der Nähe der Toilette. Wenn dieser nicht vorhanden ist, muss er von einem Elektriker nachgerüstet werden, was zusätzliche Kosten verursacht.
Wartung: Die Technik erfordert regelmäßige Wartung und Reinigung. Kalkablagerungen können die Düsen verstopfen, Verschleißteile müssen gelegentlich ausgetauscht werden.
Gewöhnungsbedürftig: Nicht jeder empfindet die Reinigung mit Wasser als angenehm. Eine Eingewöhnungsphase ist oft nötig.
Komplexe Bedienung: Für Menschen mit kognitiven Einschränkungen (z.B. Demenz) kann die Bedienung über Fernbedienung oder Bedienfeld zu kompliziert sein.
Alternativen zum vollintegrierten Dusch-WC
Wenn ein vollständiger Austausch der Toilette nicht möglich oder gewünscht ist, gibt es Alternativen:
Dusch-WC-Aufsatz: Ein Aufsatz mit Bidet-Funktion kann auf die vorhandene Toilette montiert werden. Diese Lösungen sind deutlich günstiger (200–600 €) und einfacher zu installieren, bieten aber meist weniger Funktionen.
Bidet-Handbrause: Eine einfache Handbrause, die neben der Toilette montiert wird, ist die kostengünstigste Lösung (50–150 €). Sie erfordert aber mehr Geschicklichkeit und ist für Menschen mit stark eingeschränkter Beweglichkeit oft nicht geeignet.
Kostenübernahme
Die Kostenübernahme für ein Dusch-WC ist schwierig. Weder Kranken- noch Pflegekassen übernehmen in der Regel die Kosten, da ein Dusch-WC nicht als medizinisch notwendiges Hilfsmittel gilt. In Einzelfällen kann eine Kostenübernahme im Rahmen der wohnumfeldverbessernden Maßnahmen beantragt werden, wenn eine ärztliche Begründung vorliegt und nachgewiesen wird, dass die Pflege dadurch erheblich erleichtert wird. Die Erfolgsaussichten sind aber gering.
Eine Alternative ist die steuerliche Absetzbarkeit als außergewöhnliche Belastung. Mit einem ärztlichen Attest kann das Dusch-WC als krankheitsbedingte Aufwendung geltend gemacht werden.

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Angebot anfordern Beraten lassenWeitere Ausstattungsmerkmale und Hilfsmittel
Neben den bereits beschriebenen Hauptelementen gibt es weitere Ausstattungsmerkmale und Toilettenhilfen für Senioren, die ein barrierefreies WC funktional und sicher machen.
Bodenbelag und Rutschsicherheit
Der Bodenbelag im barrierefreien WC muss rutschfest sein, auch im nassen Zustand. Die DIN 18040-2 fordert eine Rutschfestigkeit der Bewertungsgruppe R10 (besser R11). Geeignet sind:
- Rutschfeste Fliesen mit strukturierter Oberfläche
- Vinyl- oder Linoleumböden mit rutschhemmender Beschichtung
- Naturstein mit matter, rauer Oberfläche
Hochglänzende, glatte Fliesen sind ungeeignet. Auch lose Teppiche oder Badematten sind ein Stolperrisiko und sollten vermieden werden. Wenn Matten verwendet werden, müssen sie rutschfest sein und flach auf dem Boden aufliegen.
Kontrastreiche Gestaltung
Für Menschen mit Sehbehinderungen ist eine kontrastreiche Gestaltung wichtig. Dies bedeutet:
- Das WC sollte sich farblich deutlich vom Boden und den Wänden abheben
- Stützgriffe sollten in einer Kontrastfarbe zur Wand ausgeführt sein
- Der WC-Sitz sollte sich farblich vom WC-Becken unterscheiden
- Türrahmen und Türgriffe sollten kontrastreich zur Tür sein
Ein Leuchtdichteverhältnis von mindestens 0,4 wird empfohlen. In der Praxis bedeutet dies z.B. ein weißes WC vor einer grauen oder farbigen Wand.
Beleuchtung
Eine gute Beleuchtung ist für die Sicherheit und Orientierung entscheidend:
Grundbeleuchtung: Die Beleuchtungsstärke sollte mindestens 200 Lux betragen (besser 300 Lux). Die Lichtschalter sollten gut erreichbar und kontrastreich sein.
Nachtlicht: Ein Nachtlicht oder eine Orientierungsbeleuchtung erleichtert die nächtliche Toilettennutzung und reduziert die Sturzgefahr. Bewegungsmelder können sinnvoll sein, sodass das Licht automatisch angeht.
Blendfreiheit: Die Beleuchtung sollte blendfrei sein. Indirekte Beleuchtung oder Leuchten mit Diffusoren sind zu bevorzugen.
Spülung und Bedienelemente
Die Spülauslösung sollte vom Sitzen aus gut erreichbar sein. Die DIN 18040-2 empfiehlt eine Höhe von 85 cm über dem Fertigfußboden. Es gibt verschiedene Lösungen:
- Wandspülung: Eine Betätigungsplatte an der Wand hinter oder seitlich vom WC ist die häufigste Lösung. Sie sollte groß und kontrastreich sein.
- Seitliche Spülung: Einige Modelle haben die Spülauslösung seitlich am WC, was für manche Nutzer einfacher zu erreichen ist.
- Fernbedienung: Bei Dusch-WCs kann die Spülung über die Fernbedienung ausgelöst werden.
- Berührungslose Spülung: Sensorgesteuerte Spülungen sind hygienisch, können aber für Menschen mit Demenz verwirrend sein.
Toilettenpapierhalter
Der Toilettenpapierhalter sollte vom Sitzen aus gut erreichbar sein, idealerweise im Bereich von 60–80 cm Höhe und nicht weiter als 40 cm vom vorderen Rand des WCs entfernt. Für Menschen mit eingeschränkter Handbeweglichkeit sind Modelle mit einhändiger Bedienung vorteilhaft.
Notruf
In einem barrierefreien WC sollte ein Notruf installiert sein, der im Notfall (Sturz, Kreislaufprobleme) betätigt werden kann. Dieser besteht aus:
- Einem Zugschalter, der vom Boden aus erreichbar sein muss (max. 20 cm über dem Boden)
- Einem zweiten Schalter in 85 cm Höhe für die Nutzung vom WC aus
- Einer optischen und akustischen Signalanlage außerhalb des WCs
- Einer Reset-Funktion, die nur von außen betätigt werden kann
In Privathaushalten wird oft auf einen fest installierten Notruf verzichtet. Stattdessen können mobile Hausnotrufsysteme oder Smartphones mit Notruf-App verwendet werden.
Weitere Hilfsmittel
Zusätzlich zu den fest installierten Elementen gibt es mobile Toilettenhilfen für Senioren:
Toilettenstuhl: Wenn der Weg zur Toilette zu beschwerlich ist, kann ein Toilettenstuhl neben dem Bett platziert werden. Mehr dazu in unserem Artikel über Toilettenstuhl und Sitzerhöhung auf Rezept.
Urinflaschen und Bettpfannen: Für bettlägerige Personen oder in der Nacht können diese Hilfsmittel die Pflege erleichtern.
Toilettenpapierzange: Eine lange Zange mit Greiffunktion hilft Menschen mit eingeschränkter Beweglichkeit bei der Intimhygiene.
Po-Dusche: Eine Flasche mit gebogenem Auslauf ermöglicht die Reinigung mit Wasser ohne Dusch-WC.
Viele dieser Hilfsmittel sind im Hilfsmittelverzeichnis der Krankenkassen gelistet und können auf Rezept bezogen werden. Weitere Informationen finden Sie in unserem umfassenden Ratgeber zu Pflegehilfsmitteln: Anspruch, Antrag und Leistungen.
Barrierefreies WC nachrüsten: Praktische Umsetzung
In den meisten Fällen wird ein barrierefreies WC nachrüsten in einem bestehenden Badezimmer notwendig, nicht im Neubau. Die Herausforderung besteht darin, die DIN-Vorgaben so weit wie möglich umzusetzen, obwohl die räumlichen Gegebenheiten oft nicht ideal sind. Dieser Abschnitt gibt praktische Hinweise zur Planung und Durchführung.
Schritt 1: Bestandsaufnahme und Bedarfsanalyse
Bevor Sie mit der Planung beginnen, sollten Sie den aktuellen Zustand analysieren und den individuellen Bedarf ermitteln:
Räumliche Situation: Messen Sie die vorhandenen Bewegungsflächen aus. Wo steht das WC aktuell? Wie viel Platz ist vor und neben dem WC verfügbar? Wo verlaufen Wasser- und Abwasserleitungen?
Individuelle Bedürfnisse: Welche Einschränkungen liegen vor? Wird ein Rollstuhl genutzt? Von welcher Seite erfolgt der Transfer? Ist Unterstützung durch eine Pflegeperson erforderlich? Liegt eine Sehbehinderung vor?
Zukünftige Entwicklung: Planen Sie vorausschauend. Auch wenn aktuell noch kein Rollstuhl genutzt wird, kann sich die Situation verschlechtern. Eine zukunftsfähige Lösung vermeidet spätere erneute Umbauten.
Eine professionelle Beratung durch Ergotherapeuten oder spezialisierte Sanitärfachbetriebe kann helfen, die optimale Lösung zu finden. Viele Pflegekassen bieten auch eine kostenlose Wohnberatung an.
Schritt 2: Planung und Genehmigungen
Planung: Erstellen Sie einen detaillierten Plan, der die DIN 18040-2 so weit wie möglich berücksichtigt. Wenn die Normvorgaben nicht vollständig erfüllt werden können, dokumentieren Sie, welche Kompromisse aus welchen Gründen eingegangen werden.
Mietwohnung: Wenn Sie zur Miete wohnen, benötigen Sie die Zustimmung des Vermieters für bauliche Veränderungen. Bei medizinischer Notwendigkeit kann der Vermieter verpflichtet sein, die Maßnahmen zu dulden. Lassen Sie sich rechtlich beraten.
Eigentumswohnung: In Eigentumswohnungen können Änderungen an Gemeinschaftseigentum (z.B. Wasser- und Abwasserleitungen) die Zustimmung der Eigentümergemeinschaft erfordern.
Baugenehmigung: Für Umbauten innerhalb der Wohnung ist in der Regel keine Baugenehmigung erforderlich. Bei größeren Eingriffen (z.B. Verlegung von Leitungen, Änderung der Raumaufteilung) sollten Sie dies jedoch mit der Baubehörde klären.
Schritt 3: Finanzierung klären
Klären Sie frühzeitig, welche Zuschüsse Sie beantragen können (siehe Abschnitt „Kosten und Zuschüsse”). Wichtig: Viele Zuschüsse müssen VOR Beginn der Maßnahme beantragt werden. Beginnen Sie nicht mit dem Umbau, bevor die Zusage vorliegt!
Schritt 4: Auswahl der Handwerker
Beauftragen Sie Fachbetriebe, die Erfahrung mit barrierefreien Umbauten haben. Sanitärfachbetriebe mit Spezialisierung auf Barrierefreiheit oder Seniorenbäder sind die richtige Wahl. Holen Sie mehrere Angebote ein und vergleichen Sie nicht nur die Preise, sondern auch die vorgeschlagenen Lösungen.
Schritt 5: Umsetzung
Die typische Vorgehensweise beim barrierefreies WC nachrüsten:
1. Demontage: Das alte WC und ggf. andere Sanitärobjekte werden entfernt.
2. Anpassung der Leitungen: Wenn das WC versetzt werden soll, müssen Wasser- und Abwasserleitungen verlegt werden. Dies ist oft der aufwendigste Teil.
3. Wandverstärkung: Für die Montage der Stützklappgriffe muss die Wand tragfähig sein. Bei Trockenbauwänden wird ein Vorwandelement mit Verstärkung installiert.
4. Bodenbelag: Falls erforderlich, wird ein rutschfester Bodenbelag verlegt.
5. Installation des WCs: Das neue, höhere WC wird montiert. Bei Wand-WCs kann die Höhe individuell angepasst werden.
6. Montage der Stützgriffe: Die Stützklappgriffe werden gemäß DIN 18040-2 montiert und auf festen Sitz überprüft.
7. Installation weiterer Elemente: Spülung, Papierhalter, ggf. Notruf, kontrastreiche Gestaltung.
8. Abnahme und Test: Testen Sie die Funktionalität zusammen mit dem Nutzer. Sind alle Elemente gut erreichbar? Ist die Sitzhöhe angenehm? Sind die Griffe stabil?
Schritt 6: Eingewöhnung und Anpassung
Nach dem Umbau ist eine Eingewöhnungsphase normal. Ergotherapeuten können ein Training zur sicheren Nutzung des barrierefreien WCs anbieten. Kleinere Anpassungen (z.B. Höhe der Griffe, Position des Papierhalters) können nachträglich noch vorgenommen werden.
Typische Herausforderungen und Lösungen
Problem: Zu wenig Platz
Lösung: Prüfen Sie, ob andere Sanitärobjekte (Bidet, Badewanne) entfernt werden können. Manchmal kann auch die Tür nach außen verlegt oder durch eine Schiebetür ersetzt werden, um mehr Bewegungsfläche zu gewinnen.
Problem: Leitungen lassen sich nicht versetzen
Lösung: In manchen Fällen ist die Position des WCs durch die Abwasserleitung vorgegeben. Dann müssen die Bewegungsflächen um das WC herum optimiert werden.
Problem: Trockenbauwand nicht tragfähig
Lösung: Installation eines speziellen Vorwandelements mit Verstärkung für die Griffmontage. Alternativ können Stützgriffe an der Bodenkonstruktion verankert werden.
Problem: Keine Steckdose für Dusch-WC
Lösung: Ein Elektriker kann eine Steckdose nachrüsten. Dies ist mit zusätzlichen Kosten verbunden, aber oft die einzige Lösung.
Weitere Informationen zur Planung und Umsetzung barrierefreier Badezimmer finden Sie in unserem umfassenden Ratgeber zum barrierefreien Bad.
Kosten und Finanzierung: Zuschüsse und Fördermöglichkeiten
Die Kosten für ein barrierefreies WC nachrüsten können je nach Umfang der Maßnahmen stark variieren. Dieser Abschnitt gibt einen Überblick über die zu erwartenden Kosten und die verschiedenen Finanzierungsmöglichkeiten.
Kostenübersicht
Die Gesamtkosten hängen davon ab, wie umfassend der Umbau ist. Hier eine Orientierung:
| Maßnahme | Kosten (circa) |
|---|---|
| Toilettensitzerhöhung (einfach) | 20–150 € |
| Stützklappgriffe (inkl. Montage) | 300–800 € (ein Paar) |
| Erhöhtes WC (Stand-WC) | 200–500 € (Material) 200–400 € (Montage) |
| Wand-WC mit Vorwandelement | 500–1.200 € (Material) 500–1.000 € (Montage) |
| Dusch-WC (Komplettanlage) | 500–4.000 € (Material) 200–500 € (Montage) |
| Rutschfester Bodenbelag (pro m²) | 30–100 € |
| Notrufanlage | 200–500 € |
| Verlegung von Leitungen | 500–2.000 € |
| Kompletter Umbau (einfach) | 2.000–4.000 € |
| Kompletter Umbau (hochwertig) | 5.000–10.000 € |
Diese Kosten sind Richtwerte und können regional und je nach Anbieter variieren. Holen Sie mehrere Angebote ein, um die Preise zu vergleichen.
Zuschuss der Pflegekasse (§ 40 SGB XI)
Die wichtigste Finanzierungsquelle für ein barrierefreies WC ist der Zuschuss für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen nach § 40 Abs. 4 SGB XI. Voraussetzungen:
- Ein anerkannter Pflegegrad (1 bis 5) liegt vor
- Die Maßnahme erleichtert die häusliche Pflege oder ermöglicht eine selbstständigere Lebensführung
- Der Antrag wird VOR Beginn der Maßnahme gestellt
Höhe des Zuschusses: Bis zu 4.000 € pro Maßnahme und Person. Wenn mehrere pflegebedürftige Personen im Haushalt leben, kann der Zuschuss bis zu 16.000 € betragen (4 × 4.000 €).
Wichtig: Der Zuschuss ist nicht auf einmalig begrenzt. Bei einer wesentlichen Verschlechterung der Pflegesituation kann erneut ein Zuschuss beantragt werden.
Antragstellung: Der Antrag wird formlos bei der Pflegekasse gestellt. Fügen Sie hinzu:
- Beschreibung der geplanten Maßnahme
- Kostenvoranschläge von Fachbetrieben
- Begründung, warum die Maßnahme notwendig ist (ärztliches Attest kann hilfreich sein)
- Ggf. Fotos der aktuellen Situation
Die Pflegekasse prüft den Antrag und erteilt eine Zusage oder Ablehnung. Bei Zusage können Sie mit dem Umbau beginnen. Nach Abschluss reichen Sie die Rechnungen ein und erhalten den Zuschuss ausgezahlt (oder die Pflegekasse zahlt direkt an den Handwerker).
Mehr Informationen zu wohnumfeldverbessernden Maßnahmen finden Sie in unserem Artikel über wohnumfeldverbessernde Maßnahmen und im Glossar zur Wohnraumanpassung.
KfW-Förderung (Programm 455-B)
Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bietet mit dem Programm „Altersgerecht Umbauen – Investitionszuschuss (455-B)” eine weitere Fördermöglichkeit. Allerdings ist dieses Programm derzeit (Stand 2026) aufgrund fehlender Haushaltsmittel ausgesetzt. Prüfen Sie auf der KfW-Website, ob das Programm wieder aufgelegt wurde.
Wenn verfügbar: Zuschuss von 10–12,5% der förderfähigen Kosten, maximal 6.250 € pro Wohnung. Ein Pflegegrad ist nicht erforderlich. Die Förderung kann mit dem Pflegekassenzuschuss kombiniert werden.
Steuerliche Absetzbarkeit
Kosten für ein barrierefreies WC können als außergewöhnliche Belastungen steuerlich geltend gemacht werden, wenn:
- Die Maßnahme aus medizinischen Gründen notwendig ist (ärztliches Attest erforderlich)
- Die Kosten die zumutbare Eigenbelastung übersteigen (abhängig vom Einkommen)
Alternativ können die Kosten als haushaltsnahe Dienstleistungen abgesetzt werden (20% der Arbeitskosten, maximal 4.000 € pro Jahr). Materialkosten sind nicht absetzbar.
Weitere Fördermöglichkeiten
Krankenkasse: Einzelne Hilfsmittel wie Toilettensitzerhöhungen oder Stützgriffe können über die Krankenkasse als Hilfsmittel bezogen werden, wenn eine ärztliche Verordnung vorliegt. Die Krankenkasse übernimmt dann die Kosten abzüglich des gesetzlichen Eigenanteils (10%, mind. 5 €, max. 10 €).
Sozialamt: Wenn die Kosten nicht durch andere Stellen gedeckt werden und die finanzielle Situation schwierig ist, kann das Sozialamt im Rahmen der „Hilfe zur Pflege” Unterstützung leisten.
Berufsgenossenschaften: Bei Arbeitsunfällen oder Berufskrankheiten können Berufsgenossenschaften die Kosten für barrierefreie Umbauten übernehmen.
Stiftungen und gemeinnützige Organisationen: In Einzelfällen können auch Stiftungen (z.B. Aktion Mensch) oder gemeinnützige Organisationen finanzielle Unterstützung bieten.
Finanzierungsbeispiel
Situation: Frau Schmidt (78 Jahre, Pflegegrad 2) benötigt ein barrierefreies WC. Geplant sind: Erhöhtes Wand-WC, Stützklappgriffe, rutschfester Bodenbelag.
Kosten:
- Wand-WC mit Vorwandelement: 1.500 €
- Stützklappgriffe (2 Stück): 600 €
- Bodenbelag (4 m²): 300 €
- Montage und Installation: 1.200 €
- Gesamt: 3.600 €
Finanzierung:
- Zuschuss Pflegekasse: 3.600 € (vollständige Übernahme, da unter 4.000 €)
- Eigenanteil: 0 €
In diesem Fall werden die Kosten vollständig von der Pflegekasse übernommen. Bei höheren Kosten müsste Frau Schmidt den Differenzbetrag selbst tragen oder weitere Finanzierungsquellen erschließen.

Unsere Experten unterstützen Sie bei der Beantragung von Zuschüssen – kostenlose Beratung
Angebot anfordern Beraten lassenPraxisbeispiele: Individuelle Lösungen für verschiedene Situationen
Die Gestaltung eines barrierefreien WCs muss immer auf die individuellen Bedürfnisse und räumlichen Gegebenheiten abgestimmt werden. Die folgenden Praxisbeispiele zeigen, wie unterschiedliche Herausforderungen gelöst werden können.
Beispiel 1: Rollstuhlfahrer mit einseitiger Lähmung
Situation: Herr Müller (62 Jahre) hatte einen Schlaganfall und ist seitdem auf einen Rollstuhl angewiesen. Er hat eine rechtsseitige Hemiparese (Halbseitenlähmung) und kann nur die linke Hand kraftvoll nutzen. Sein Badezimmer ist 2,5 m × 2,0 m groß.
Herausforderungen:
- Transfer vom Rollstuhl auf die Toilette nur von der linken Seite möglich
- Begrenzte Bewegungsfläche im Badezimmer
- Stützgriff muss links angebracht sein, aber auch auf der rechten Seite sollte Halt vorhanden sein
Lösung:
- Das alte Stand-WC wurde durch ein Wand-WC ersetzt und in die Ecke des Badezimmers verlegt, um mehr Bewegungsfläche zu schaffen
- Sitzhöhe: 48 cm (entspricht der Rollstuhlhöhe)
- Auf der linken Seite (Transferseite) wurde ein hochklappbarer Stützgriff montiert
- Auf der rechten Seite wurde ein fester Stützgriff angebracht, der zusätzlichen Halt beim Sitzen bietet
- Die Bewegungsfläche vor dem WC beträgt nun 150 cm × 150 cm
- Ein Dusch-WC mit Fernbedienung wurde installiert, da Herr Müller sich mit der rechten Hand nicht selbst reinigen kann
Ergebnis: Herr Müller kann nun selbstständig auf die Toilette gehen und benötigt keine Unterstützung mehr bei der Intimhygiene. Dies hat seine Lebensqualität erheblich verbessert und seine Ehefrau entlastet.
Beispiel 2: Seniorin mit Arthrose und Gleichgewichtsproblemen
Situation: Frau Weber (81 Jahre, Pflegegrad 2) leidet unter schwerer Knie- und Hüftarthrose. Sie nutzt in der Wohnung einen Rollator. Ihr größtes Problem ist das Aufstehen von der niedrigen Standard-Toilette, was sehr schmerzhaft ist und oft mehrere Versuche erfordert. Das Badezimmer ist sehr klein (1,5 m × 2,0 m).
Herausforderungen:
- Sehr beengter Raum, Rollstuhlgerechtigkeit nicht umsetzbar
- Schmerzen beim Hinsetzen und Aufstehen
- Sturzgefahr aufgrund von Gleichgewichtsproblemen
- Begrenztes Budget
Lösung:
- Das alte WC wurde durch ein erhöhtes Stand-WC (Komfort-Höhe, 46 cm) ersetzt – eine kostengünstigere Lösung als ein Wand-WC
- Beidseitig wurden Stützklappgriffe montiert, die das Aufstehen erleichtern
- Eine einfache Toilettensitzerhöhung mit Armlehnen wurde zusätzlich angebracht, um die Sitzhöhe auf 48 cm zu erhöhen (diese kann bei Bedarf wieder entfernt werden)
- Der Bodenbelag wurde durch rutschfeste Fliesen ersetzt
- Ein Nachtlicht mit Bewegungsmelder wurde installiert
Kosten und Finanzierung:
- Gesamtkosten: 2.400 €
- Zuschuss Pflegekasse: 2.400 € (vollständige Übernahme)
- Eigenanteil: 0 €
Ergebnis: Frau Weber kann nun deutlich schmerzfreier auf die Toilette gehen. Die Stützgriffe geben ihr Sicherheit, und die erhöhte Sitzhöhe reduziert die Belastung der Gelenke erheblich. Die nächtlichen Toilettengänge sind durch das Nachtlicht sicherer geworden.
Beispiel 3: Ehepaar mit unterschiedlichen Bedürfnissen
Situation: Ehepaar Schneider (er 76, sie 74 Jahre). Herr Schneider hat Pflegegrad 3 aufgrund einer fortgeschrittenen Parkinson-Erkrankung und nutzt einen Rollstuhl. Frau Schneider ist noch mobil, hat aber ebenfalls leichte Bewegungseinschränkungen. Das Badezimmer ist relativ groß (3,0 m × 2,5 m), es gibt aber nur eine Toilette.
Herausforderungen:
- Das WC muss für einen Rollstuhlfahrer geeignet sein, aber auch für eine mobile Person komfortabel nutzbar
- Unterschiedliche Bedürfnisse: Herr Schneider braucht beidseitige Anfahrbarkeit, Frau Schneider möchte eine „normale” Toilette
Lösung:
- Wand-WC mit 47 cm Sitzhöhe (Kompromiss zwischen Rollstuhlhöhe und Komfort für Frau Schneider)
- Beidseitige Anfahrbarkeit mit jeweils 90 cm Freiraum
- Auf beiden Seiten hochklappbare Stützgriffe, die bei Nutzung durch Frau Schneider hochgeklappt werden können
- Dusch-WC mit Fernbedienung, das die Pflege für Herrn Schneider erleichtert
- Die Spülung wurde so positioniert, dass sie sowohl vom Rollstuhl als auch im Stehen gut erreichbar ist
Ergebnis: Beide Ehepartner können die Toilette nutzen. Herr Schneider kann selbstständig vom Rollstuhl auf die Toilette wechseln, und die Dusch-WC-Funktion reduziert den Pflegeaufwand. Frau Schneider kann die Toilette ebenfalls komfortabel nutzen, indem sie die Griffe hochklappt.
Beispiel 4: Junge Frau mit Multipler Sklerose
Situation: Frau Klein (42 Jahre) hat Multiple Sklerose mit schubförmigem Verlauf. In guten Phasen ist sie mobil, in Schubphasen auf einen Rollstuhl angewiesen. Sie möchte so lange wie möglich in ihrer Mietwohnung bleiben. Das Badezimmer ist klein, und der Vermieter hat Bedenken wegen umfassender Umbauten.
Herausforderungen:
- Wechselnde Mobilität erfordert flexible Lösungen
- Mietwohnung: Umbauten müssen mit Vermieter abgestimmt werden
- Begrenztes Budget
Lösung:
- Keine baulichen Veränderungen am WC selbst, sondern Einsatz mobiler Hilfsmittel
- Toilettensitzerhöhung mit abnehmbaren Armlehnen, die bei Bedarf montiert werden kann
- Mobile Stützgriffe, die ohne Bohren am WC befestigt werden (für Schubphasen)
- Rutschfeste Matten vor der Toilette
- Haltegriffe an der Wand neben der Toilette (mit Zustimmung des Vermieters), die später wieder entfernt werden können
Kosten und Finanzierung:
- Gesamtkosten: 400 €
- Toilettensitzerhöhung auf Rezept von der Krankenkasse (Eigenanteil 10 €)
- Mobile Stützgriffe selbst gekauft: 150 €
- Haltegriffe an der Wand: 240 € (Montage und Material)
Ergebnis: Frau Klein hat eine flexible Lösung, die sich ihrem wechselnden Gesundheitszustand anpasst. In guten Phasen nutzt sie die Toilette ohne Hilfsmittel, in Schubphasen kann sie die Sitzerhöhung und Stützgriffe verwenden. Die Lösung ist kostengünstig und reversibel, was für die Mietwohnung wichtig ist.
Diese Beispiele zeigen: Es gibt nicht die eine Standardlösung für ein barrierefreies WC. Die optimale Gestaltung hängt von den individuellen Bedürfnissen, den räumlichen Gegebenheiten und dem Budget ab. Eine professionelle Beratung hilft, die beste Lösung für Ihre Situation zu finden. Wenn Sie zusätzlich Unterstützung im Alltag benötigen, kann eine 24-Stunden-Betreuung zu Hause eine wertvolle Ergänzung sein.
Häufige Fehler und wie Sie sie vermeiden
Bei der Planung und Umsetzung eines barrierefreien WCs werden häufig Fehler gemacht, die die Funktionalität einschränken oder zu unnötigen Kosten führen. Hier sind die wichtigsten Fehler und wie Sie sie vermeiden können:
Fehler 1: Zu spät mit der Planung beginnen
Problem: Viele Menschen warten, bis ein Notfall eintritt (Sturz, plötzliche Verschlechterung), bevor sie über Anpassungen nachdenken. Dann muss alles schnell gehen, und es bleibt keine Zeit für eine durchdachte Planung.
Lösung: Planen Sie vorausschauend. Wenn absehbar ist, dass die Mobilität nachlässt, beginnen Sie frühzeitig mit der Planung. So haben Sie Zeit, verschiedene Lösungen zu vergleichen, Angebote einzuholen und Zuschüsse zu beantragen.
Fehler 2: Umbau ohne Antrag auf Zuschüsse beginnen
Problem: Viele Menschen beginnen mit dem Umbau, bevor sie Zuschüsse beantragt haben. In den meisten Fällen werden Zuschüsse dann nicht mehr bewilligt, da sie VOR Beginn der Maßnahme beantragt werden müssen.
Lösung: Beantragen Sie alle Zuschüsse (Pflegekasse, ggf. KfW) VOR Beginn des Umbaus. Beginnen Sie erst mit den Arbeiten, wenn Sie eine schriftliche Zusage haben. Auch wenn dies Zeit kostet, kann es Tausende Euro sparen.
Fehler 3: Nur an die aktuelle Situation denken
Problem: Viele Umbauten orientieren sich nur an der aktuellen Situation. Wenn sich die Mobilität weiter verschlechtert, sind erneute Umbauten nötig.
Lösung: Planen Sie zukunftsorientiert. Auch wenn aktuell noch kein Rollstuhl genutzt wird, sollten Sie zumindest die Möglichkeit einer späteren Anpassung einplanen. Beispiel: Wählen Sie ein Vorwandelement, das bereits Verstärkungen für spätere Griffmontagen enthält.
Fehler 4: Falsche Sitzhöhe
Problem: Die Sitzhöhe wird nicht auf die individuellen Bedürfnisse abgestimmt. Zu hoch oder zu niedrig kann die Nutzung erschweren.
Lösung: Testen Sie verschiedene Sitzhöhen, bevor Sie sich festlegen. Ergotherapeuten können helfen, die optimale Höhe zu ermitteln. Bei Rollstuhlfahrern orientieren Sie sich an der Rollstuhlhöhe.
Fehler 5: Stützgriffe an der falschen Position oder zu schwach montiert
Problem: Stützgriffe werden nicht nach DIN-Norm positioniert oder nicht fachgerecht montiert. Dies kann die Nutzbarkeit einschränken oder im schlimmsten Fall zu Unfällen führen, wenn Griffe sich lösen.
Lösung: Beauftragen Sie Fachbetriebe mit der Montage. Achten Sie auf die Einhaltung der DIN 18040-2. Prüfen Sie nach der Montage, ob die Griffe fest sitzen und die erforderliche Belastbarkeit haben.
Fehler 6: Zu kleine Bewegungsflächen
Problem: Die Bewegungsflächen werden zu knapp geplant. Dies erschwert die Nutzung und macht die Toilette im schlimmsten Fall unbrauchbar für Rollstuhlfahrer.
Lösung: Halten Sie die DIN-Vorgaben ein, soweit dies möglich ist. Wenn Kompromisse nötig sind, dokumentieren Sie diese und besprechen Sie sie mit einem Fachplaner. Manchmal kann durch geschickte Umplanung (z.B. Entfernung eines Bidet, Versetzung der Tür) mehr Platz gewonnen werden.
Fehler 7: Vergessen der Notruffunktion
Problem: Viele Umbauten berücksichtigen keinen Notruf. Im Notfall (Sturz, Kreislaufprobleme) kann dann keine Hilfe gerufen werden.
Lösung: Installieren Sie einen Notruf oder stellen Sie sicher, dass ein mobiles Hausnotrufsystem auch im Badezimmer funktioniert. Der Zugschalter muss vom Boden aus erreichbar sein.
Fehler 8: Optik vor Funktion
Problem: Manche Menschen legen mehr Wert auf die Optik als auf die Funktionalität. Beispiel: Stützgriffe werden nicht montiert, weil sie „hässlich” aussehen.
Lösung: Funktion geht vor Optik. Es gibt heute aber auch ästhetisch ansprechende Lösungen (z.B. Stützgriffe in verschiedenen Farben und Designs). Lassen Sie sich beraten, wie Funktionalität und ansprechendes Design kombiniert werden können.
Fehler 9: Keine professionelle Beratung einholen
Problem: Viele Menschen versuchen, alles selbst zu planen, ohne fachliche Unterstützung. Dies führt oft zu suboptimalen Lösungen.
Lösung: Nutzen Sie kostenlose Beratungsangebote (Pflegekassen, Wohnberatungsstellen, Ergotherapeuten). Eine professionelle Badplanung durch spezialisierte Handwerker oder Architekten kann sich lohnen, auch wenn sie zunächst Kosten verursacht.
Fehler 10: Billige Materialien wählen
Problem: Um Kosten zu sparen, werden minderwertige Materialien gewählt. Diese halten oft nicht lange und müssen früher ersetzt werden.
Lösung: Investieren Sie in Qualität, insbesondere bei sicherheitsrelevanten Elementen wie Stützgriffen. Hochwertige Materialien sind langlebiger und oft auch hygienischer (z.B. bei Dusch-WCs).
Wenn Sie diese häufigen Fehler vermeiden, steht einem funktionalen und sicheren barrierefreien WC nichts mehr im Wege. Eine sorgfältige Planung, professionelle Beratung und die Einhaltung der DIN-Normen sind die Grundlage für ein gelungenes Ergebnis.

Wir unterstützen Sie mit professioneller Beratung – kostenlos und unverbindlich
Angebot anfordern Beraten lassenBarrierefreies WC und 24-Stunden-Betreuung: Eine sinnvolle Kombination
Ein barrierefreies WC ist ein wichtiger Baustein für ein selbstbestimmtes Leben zu Hause. Doch auch mit optimaler Ausstattung gibt es Situationen, in denen zusätzliche Unterstützung im Alltag notwendig wird. Hier kann eine 24-Stunden-Betreuung eine wertvolle Ergänzung sein.
Wann ist zusätzliche Unterstützung sinnvoll?
Auch ein perfekt ausgestattetes barrierefreies WC kann nicht alle Herausforderungen lösen. In folgenden Situationen kann eine 24-Stunden-Betreuung hilfreich sein:
Kognitive Einschränkungen: Menschen mit Demenz oder anderen kognitiven Beeinträchtigungen können oft die technischen Funktionen eines Dusch-WCs nicht mehr bedienen oder vergessen, die Toilette rechtzeitig aufzusuchen. Eine Betreuungskraft kann hier unterstützen, an Toilettengänge erinnern und bei Bedarf begleiten. Mehr zum Thema Demenz-Betreuung finden Sie in unserem Artikel über 24-Stunden-Pflege bei Demenz.
Sturzgefahr trotz Anpassungen: Auch mit Stützgriffen und erhöhter Toilette besteht bei manchen Menschen ein hohes Sturzrisiko. Eine Betreuungskraft kann bei Toilettengängen anwesend sein und im Notfall schnell reagieren.
Komplexe Pflegesituationen: Bei Inkontinenz mit häufigen Toilettengängen, bei Katheter- oder Stomaversorgung oder bei anderen komplexen Pflegesituationen kann eine 24-Stunden-Betreuung die Lebensqualität erheblich verbessern und pflegende Angehörige entlasten. Informationen zur Inkontinenzversorgung finden Sie in unserem Ratgeber zur Inkontinenz: Definition, Ursachen und Formen.
Nächtliche Unterstützung: Viele Senioren benötigen nachts mehrmals Hilfe beim Toilettengang. Eine 24-Stunden-Betreuung kann hier entlasten und gleichzeitig die Sicherheit erhöhen, da die Betreuungskraft im Haus ist und im Notfall schnell zur Stelle sein kann.
Wie ergänzen sich barrierefreies WC und 24-Stunden-Betreuung?
Ein barrierefreies WC und eine 24-Stunden-Betreuung ergänzen sich optimal:
Erhalt der Selbstständigkeit: Das barrierefreie WC ermöglicht es, viele Toilettengänge selbstständig zu bewältigen. Die Betreuungskraft ist aber bei Bedarf verfügbar und kann unterstützen, wenn es nötig ist.
Würde und Intimsphäre: Durch die barrierefreie Ausstattung kann die pflegebedürftige Person viele Aufgaben selbst erledigen. Die Betreuungskraft muss nicht bei jedem Toilettengang helfen, was die Intimsphäre wahrt.
Sicherheit: Die Betreuungskraft ist im Haus und kann im Notfall schnell reagieren, wenn z.B. ein Sturz passiert oder die pflegebedürftige Person nicht mehr alleine von der Toilette aufstehen kann.
Entlastung für Angehörige: Pflegende Angehörige müssen nicht mehr ständig verfügbar sein. Die Kombination aus barrierefreiem WC und 24-Stunden-Betreuung ermöglicht es ihnen, auch mal das Haus zu verlassen oder durchzuschlafen, ohne sich Sorgen machen zu müssen.
Finanzierung der 24-Stunden-Betreuung
Die Kosten für eine 24-Stunden-Betreuung liegen je nach Pflegebedarf und Qualifikation der Betreuungskraft zwischen 2.000 € und 4.000 € pro Monat. Diese Kosten können teilweise durch verschiedene Leistungen der Pflegekasse finanziert werden:
- Pflegegeld: Kann vollständig für die Finanzierung verwendet werden (je nach Pflegegrad 347 € bis 990 € monatlich)
- Verhinderungspflege: Bis zu 3.539 € pro Jahr ab Juli 2025 (gemeinsames Budget mit Kurzzeitpflege)
- Entlastungsbetrag: 125 € monatlich (1.500 € jährlich) für zusätzliche Betreuungs- und Entlastungsleistungen
Durch geschickte Kombination dieser Leistungen kann ein erheblicher Teil der Kosten gedeckt werden. Mehr Informationen zur Finanzierung finden Sie in unserem ausführlichen Artikel über Kosten, Pflegegrad und Leistungen der 24-Stunden-Pflege.
Räumliche Voraussetzungen
Wenn Sie eine 24-Stunden-Betreuung in Erwägung ziehen, sollten Sie auch die räumlichen Voraussetzungen bedenken. Die Betreuungskraft benötigt ein eigenes Zimmer. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Ratgeber zu den räumlichen Voraussetzungen für die 24-Stunden-Pflege.
Die Kombination aus einem gut ausgestatteten barrierefreien WC und professioneller 24-Stunden-Betreuung kann die optimale Lösung sein, um so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden zu leben – selbstbestimmt, sicher und würdevoll.
Welche Sitzhöhe ist für ein barrierefreies WC optimal, wenn die pflegebedürftige Person sehr klein oder sehr groß ist?
Die DIN 18040-2 gibt eine Sitzhöhe von 46–48 cm vor, die für die meisten Menschen optimal ist. Bei sehr kleinen Personen (unter 1,60 m) kann diese Höhe jedoch zu hoch sein, sodass die Füße nicht mehr den Boden berühren. In diesem Fall kann ein Fußpodest vor der Toilette helfen. Bei sehr großen Personen (über 1,90 m) kann die Sitzhöhe hingegen zu niedrig sein. Hier kann eine individuell angepasste Montage des Wand-WCs (z.B. 50 cm Höhe) sinnvoll sein. Lassen Sie sich von einem Ergotherapeuten beraten, um die optimale Höhe zu ermitteln. Wichtig ist, dass die Oberschenkel im Sitzen etwa waagerecht sind und die Füße flach auf dem Boden stehen.
Kann ich die Stützklappgriffe auch nachträglich anbringen, wenn ich sie jetzt noch nicht brauche?
Ja, das ist möglich, erfordert aber eine vorausschauende Planung. Wenn Sie aktuell noch keine Stützgriffe benötigen, sollten Sie zumindest die Wand entsprechend vorbereiten lassen. Bei Trockenbauwänden bedeutet dies, dass bereits bei der Installation ein Vorwandelement mit Verstärkungen eingebaut wird, in das später Griffe montiert werden können. Markieren Sie die vorgesehenen Positionen, damit Sie später wissen, wo gebohrt werden kann. Bei massiven Wänden ist eine nachträgliche Montage einfacher. Beachten Sie jedoch, dass die Montage von Stützgriffen fachgerecht erfolgen muss, um die erforderliche Belastbarkeit zu gewährleisten. Eine nachträgliche Installation kostet etwa 200–400 € pro Griff (Material und Montage).
Wie reinige ich ein Dusch-WC richtig, und wie oft muss es gewartet werden?
Die tägliche Reinigung eines Dusch-WCs unterscheidet sich nicht wesentlich von einer normalen Toilette: Wischen Sie die Keramik mit einem milden Reiniger ab. Die Düsen reinigen sich bei den meisten Modellen automatisch vor und nach jeder Nutzung. Etwa einmal monatlich sollten Sie die Düsen manuell reinigen, indem Sie sie ausfahren lassen (über die Fernbedienung) und mit einem weichen Tuch und Essigwasser abwischen. Vermeiden Sie aggressive Reinigungsmittel, die die Düsen beschädigen könnten. Eine professionelle Wartung durch einen Fachbetrieb ist etwa alle 2–3 Jahre empfehlenswert. Dabei werden Verschleißteile überprüft, Kalkablagerungen entfernt und die Funktionalität getestet. Die Wartungskosten liegen bei etwa 100–200 €. Viele Hersteller bieten auch Wartungsverträge an.
Gibt es barrierefreie WC-Lösungen, die auch ästhetisch ansprechend sind?
Ja, die Zeiten, in denen barrierefreie Badezimmer wie Krankenhaustoiletten aussahen, sind vorbei. Moderne barrierefreie WCs können sehr ästhetisch gestaltet werden. Es gibt Stützklappgriffe in verschiedenen Farben (Weiß, Chrom, Schwarz, Gold) und Designs, die sich harmonisch in das Badezimmer einfügen. Wand-WCs wirken oft eleganter als Stand-WCs, da sie schwebend montiert sind und den Boden freilassen, was den Raum größer wirken lässt. Auch Dusch-WCs sind heute in modernem Design erhältlich, das sich nicht von hochwertigen Standard-Toiletten unterscheidet. Bei der Farbgestaltung können Sie mit Kontrasten arbeiten, die gleichzeitig funktional (für Sehbehinderte) und ästhetisch ansprechend sind. Lassen Sie sich von einem spezialisierten Badplaner beraten, der Erfahrung mit barrierefreiem Design hat.
Was passiert, wenn die Pflegekasse den Zuschuss für den Umbau ablehnt?
Wenn die Pflegekasse den Antrag auf Zuschuss für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen ablehnt, haben Sie mehrere Möglichkeiten: 1) Widerspruch einlegen: Sie können innerhalb von vier Wochen schriftlich Widerspruch gegen die Ablehnung einlegen. Begründen Sie ausführlich, warum die Maßnahme notwendig ist, und fügen Sie ggf. zusätzliche ärztliche Atteste bei. 2) Sozialamt: Wenn die finanzielle Situation schwierig ist, kann das Sozialamt im Rahmen der „Hilfe zur Pflege” Unterstützung leisten. 3) Alternative Finanzierungsquellen: Prüfen Sie, ob einzelne Hilfsmittel (z.B. Toilettensitzerhöhung) über die Krankenkasse bezogen werden können. 4) Etappenweise Umsetzung: Wenn die Kosten zu hoch sind, können Sie die Maßnahmen in mehreren Schritten umsetzen und jeweils neue Anträge stellen (z.B. erst Stützgriffe, später erhöhtes WC). 5) Steuerliche Absetzbarkeit: Auch wenn Sie die Kosten selbst tragen, können Sie sie als außergewöhnliche Belastung steuerlich geltend machen.
Kann ich eine Toilettensitzerhöhung auch ohne Pflegegrad von der Krankenkasse erhalten?
Ja, eine Toilettensitzerhöhung kann auch ohne Pflegegrad von der Krankenkasse übernommen werden, wenn eine medizinische Notwendigkeit besteht. Voraussetzung ist eine ärztliche Verordnung (Rezept), auf der die Diagnose und die Begründung für die Notwendigkeit vermerkt sind. Typische Diagnosen, die eine Kostenübernahme rechtfertigen, sind: Zustand nach Hüft- oder Knie-OP, schwere Arthrose, starke Muskelschwäche, Gleichgewichtsstörungen oder Herzinsuffizienz. Die Toilettensitzerhöhung ist im Hilfsmittelverzeichnis der GKV unter der Produktgruppe 33 gelistet. Die Krankenkasse übernimmt die Kosten für ein einfaches, zweckmäßiges Modell abzüglich des gesetzlichen Eigenanteils (10%, mindestens 5 €, maximal 10 €). Wenn Sie ein hochwertigeres Modell wünschen, müssen Sie die Mehrkosten selbst tragen.
Wie gehe ich vor, wenn ich in einer Mietwohnung wohne und der Vermieter Umbauten ablehnt?
In Mietwohnungen sind barrierefreie Umbauten oft schwierig, da der Vermieter zustimmen muss. Rechtlich haben Sie jedoch unter bestimmten Umständen einen Anspruch auf Duldung der Maßnahmen: Wenn die Umbauten aus medizinischen Gründen notwendig sind und keine unzumutbare Beeinträchtigung des Vermieters darstellen, kann dieser verpflichtet sein, die Maßnahmen zu dulden (§ 554a BGB). Gehen Sie wie folgt vor: 1) Ärztliches Attest: Lassen Sie sich die medizinische Notwendigkeit ärztlich bescheinigen. 2) Schriftlicher Antrag: Stellen Sie einen schriftlichen Antrag beim Vermieter mit Beschreibung der geplanten Maßnahmen, Kostenvoranschlägen und ärztlichem Attest. 3) Rückbauverpflichtung anbieten: Bieten Sie an, die Maßnahmen bei Auszug wieder rückgängig zu machen (oder eine Ablösesumme zu zahlen). 4) Rechtliche Beratung: Wenn der Vermieter ablehnt, lassen Sie sich von einem Fachanwalt für Mietrecht beraten. 5) Mobile Lösungen: Als Alternative können Sie zunächst mobile Hilfsmittel nutzen (Toilettensitzerhöhung, mobile Stützgriffe), die keine baulichen Veränderungen erfordern.
Ist ein Dusch-WC auch bei Inkontinenz geeignet, oder gibt es bessere Lösungen?
Ein Dusch-WC kann bei Inkontinenz sehr hilfreich sein, ist aber nicht für alle Formen und Schweregrade geeignet. Vorteile bei Inkontinenz: Die gründliche Reinigung mit Wasser ist hygienischer als Toilettenpapier und kann Hautirritationen vorbeugen, die bei Inkontinenz häufig auftreten. Die Trocknungsfunktion erspart das Reiben mit Papier, was die Haut schont. Bei leichter bis mittelschwerer Inkontinenz kann ein Dusch-WC die Lebensqualität erheblich verbessern. Grenzen: Bei schwerer Inkontinenz, wenn die Kontrolle über Blase oder Darm weitgehend verloren ist, ist ein Dusch-WC oft nicht mehr praktikabel, da die Reinigung dann kontinuierlich erfolgen müsste. In diesem Fall sind Inkontinenzhilfen wie Vorlagen, Pants oder Windeln die bessere Lösung. Mehr dazu in unserem Ratgeber zu Inkontinenzhilfsmitteln. Bei Stuhlinkontinenz kann ein Dusch-WC die Reinigung nach einem Stuhlgang erleichtern, ersetzt aber nicht die Grundversorgung mit Inkontinenzmaterial. Lassen Sie sich von einem Urologen oder Kontinenzberater beraten, welche Lösung für Ihre spezifische Situation am besten geeignet ist.
Welche Alternativen gibt es, wenn ein barrierefreier Umbau des WCs nicht möglich ist?
Wenn ein barrierefreier Umbau des WCs aus räumlichen, finanziellen oder baulichen Gründen nicht möglich ist, gibt es mehrere Alternativen: 1) Toilettenstuhl: Ein Toilettenstuhl kann neben dem Bett oder an einem anderen gut zugänglichen Ort aufgestellt werden. Dies ist besonders bei sehr kleinen Badezimmern oder wenn der Weg zur Toilette zu beschwerlich ist eine gute Lösung. Mehr dazu in unserem Artikel über Toilettenstuhl und Sitzerhöhung auf Rezept. 2) Mobile Hilfsmittel: Toilettensitzerhöhungen und mobile Stützgriffe können die Nutzung der vorhandenen Toilette erleichtern, ohne dass bauliche Veränderungen nötig sind. 3) Urinflaschen und Bettpfannen: Für bettlägerige Personen oder in der Nacht können diese Hilfsmittel die Pflege erleichtern. 4) Umzug in eine barrierefreie Wohnung: Wenn umfassende Anpassungen nicht möglich sind, kann ein Umzug in eine bereits barrierefreie Wohnung die beste Lösung sein. 5) 24-Stunden-Betreuung: Wenn die Toilettennutzung nicht mehr selbstständig möglich ist, kann eine Betreuungskraft bei allen Toilettengängen unterstützen. Mehr dazu in unserem Ratgeber zur 24-Stunden-Betreuung zu Hause.
Wie finde ich einen qualifizierten Handwerksbetrieb für den barrierefreien Umbau?
Die Auswahl eines qualifizierten Handwerksbetriebs ist entscheidend für ein gelungenes Ergebnis. Folgende Kriterien helfen bei der Auswahl: 1) Spezialisierung: Suchen Sie nach Sanitärfachbetrieben, die sich auf barrierefreie Umbauten oder Seniorenbäder spezialisiert haben. Diese haben Erfahrung mit den DIN-Normen und kennen die typischen Herausforderungen. 2) Referenzen: Fragen Sie nach Referenzprojekten und lassen Sie sich Fotos von bereits umgesetzten barrierefreien Bädern zeigen. 3) Beratungskompetenz: Ein guter Betrieb berät Sie umfassend und entwickelt individuelle Lösungen, die auf Ihre Bedürfnisse zugeschnitten sind. 4) Zusammenarbeit mit Ergotherapeuten: Manche Betriebe arbeiten mit Ergotherapeuten zusammen, um die optimale Lösung zu finden. 5) Zertifizierungen: Einige Betriebe haben Zertifizierungen im Bereich barrierefreies Bauen (z.B. „Fachkraft für barrierefreies Bauen”). 6) Empfehlungen: Fragen Sie bei Ihrer Pflegekasse, Wohnberatungsstellen oder Selbsthilfegruppen nach Empfehlungen. 7) Mehrere Angebote: Holen Sie mindestens drei Angebote ein und vergleichen Sie nicht nur die Preise, sondern auch die vorgeschlagenen Lösungen.
Kann ich Teile des Umbaus selbst durchführen, um Kosten zu sparen?
Grundsätzlich können handwerklich begabte Menschen einige Arbeiten selbst durchführen, um Kosten zu sparen. Allerdings gibt es wichtige Einschränkungen: Selbst durchführbar: Malerarbeiten, Verlegung von rutschfesten Bodenbelägen (wenn keine Fliesen), Montage von einfachen Hilfsmitteln wie Papierhaltern oder Nachtlichtern. Nur mit Fachkenntnissen: Fliesenarbeiten, Installation von Beleuchtung (Elektriker erforderlich), Montage von Stützgriffen (nur wenn die Wand tragfähig ist und Sie die korrekte Montage beherrschen). Niemals selbst durchführen: Installation von Sanitärobjekten (WC, Wand-WC), Arbeiten an Wasser- und Abwasserleitungen (Installateur erforderlich), Montage von Stützgriffen in Trockenbauwänden (fachgerechte Verankerung notwendig). Wichtig: Wenn Sie Zuschüsse von der Pflegekasse beantragen, werden in der Regel nur Kosten für Fachbetriebe erstattet. Eigenleistungen werden nicht vergütet. Außerdem können unsachgemäß durchgeführte Arbeiten zu Sicherheitsrisiken führen (z.B. instabile Griffe) oder bei Wasserschäden zu Haftungsproblemen. Überlegen Sie gut, ob die Kostenersparnis das Risiko wert ist.
Wie lange dauert der Umbau zu einem barrierefreien WC in der Regel?
Die Dauer des Umbaus hängt vom Umfang der Maßnahmen ab: Einfache Maßnahmen (1–2 Tage): Installation einer Toilettensitzerhöhung, Montage von Stützgriffen an massiven Wänden, Anbringung von Hilfsmitteln wie Papierhaltern oder Nachtlichtern. Mittlerer Aufwand (3–5 Tage): Austausch des WCs durch ein erhöhtes Modell, Montage von Stützgriffen mit Vorwandelement, Verlegung eines rutschfesten Bodenbelags, Installation eines Dusch-WCs. Umfassender Umbau (1–2 Wochen): Kompletter Badumbau mit Verlegung von Leitungen, Installation eines Wand-WCs mit neuem Vorwandelement, umfassende Fliesenarbeiten, Installation von Notruf und Beleuchtung. Planung einrechnen: Zusätzlich zur reinen Bauzeit müssen Sie Zeit für die Planung, Angebotserstellung, Materialbeschaffung und ggf. Genehmigungen einrechnen. Von der ersten Idee bis zur Fertigstellung können 2–3 Monate vergehen. Tipp: Klären Sie vor Baubeginn, wie lange Sie das Badezimmer nicht nutzen können, und planen Sie Alternativen (z.B. Gäste-WC, Nachbarn, Toilettenstuhl).
Fazit: Barrierefreies WC als Schlüssel zur Selbstständigkeit
Ein barrierefreies WC ist weit mehr als eine technische Anpassung – es ist ein entscheidender Faktor für Lebensqualität, Würde und Selbstbestimmung im eigenen Zuhause. Die richtige Gestaltung ermöglicht es Menschen mit körperlichen Einschränkungen, eine der grundlegendsten Alltagsverrichtungen selbstständig zu erledigen, ohne auf Hilfe angewiesen zu sein.
Die wichtigsten Erkenntnisse dieses Ratgebers:
DIN-Normen als Orientierung: Die DIN 18040-2 gibt klare Vorgaben für die barrierefreies WC Maße, die Sitzhöhe (46–48 cm) und die Ausstattung. Auch wenn nicht alle Vorgaben in bestehenden Wohnungen umsetzbar sind, sollten Sie sich daran orientieren.
Individuelle Lösungen: Es gibt nicht die eine Standardlösung. Die optimale Gestaltung hängt von den individuellen Bedürfnissen, den räumlichen Gegebenheiten und dem Budget ab. Eine professionelle Beratung hilft, die beste Lösung zu finden.
Kernelemente: Die wichtigsten Elemente eines behindertengerechten WCs sind die richtige Sitzhöhe, ausreichende Bewegungsflächen, stabile Stützklappgriffe, ein rutschfester Bodenbelag und eine kontrastreiche Gestaltung.
Finanzierung möglich: Mit dem Zuschuss der Pflegekasse (bis zu 4.000 € pro Maßnahme) können viele Umbauten vollständig oder größtenteils finanziert werden. Wichtig ist, den Antrag VOR Beginn der Maßnahme zu stellen.
Zukunftsorientiert planen: Planen Sie vorausschauend und berücksichtigen Sie mögliche Verschlechterungen der Mobilität. Eine zukunftsfähige Lösung vermeidet spätere erneute Umbauten.
Kombination mit Betreuung: Ein barrierefreies WC und eine 24-Stunden-Betreuung ergänzen sich optimal. Das barrierefreie WC ermöglicht Selbstständigkeit, während die Betreuungskraft bei Bedarf unterstützen kann.
Die Investition in ein barrierefreies WC lohnt sich in mehrfacher Hinsicht: Sie erhöht die Sicherheit, reduziert die Sturzgefahr, entlastet pflegende Angehörige und ermöglicht es, länger in den eigenen vier Wänden zu leben. Mit der richtigen Planung, professioneller Beratung und den verfügbaren Fördermitteln ist ein barrierefreier Umbau für die meisten Menschen realisierbar.
Zögern Sie nicht, frühzeitig mit der Planung zu beginnen. Je früher Sie handeln, desto mehr Zeit haben Sie für eine durchdachte Lösung und die Beantragung von Zuschüssen. Ein barrierefreies WC ist eine Investition in Ihre Zukunft – für mehr Selbstständigkeit, Sicherheit und Lebensqualität.

Kostenlose Beratung zur 24-Stunden-Betreuung – individuell auf Ihre Bedürfnisse abgestimmt
Angebot anfordern Beraten lassenHinweis: Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine professionelle medizinische, pflegerische oder rechtliche Beratung. Alle Angaben zu Kosten, Zuschüssen und gesetzlichen Regelungen entsprechen dem Stand Januar 2026 und können sich ändern. Die DIN 18040-2 ist eine technische Norm und kann in verschiedenen Bundesländern unterschiedlich umgesetzt werden. Lassen Sie sich individuell von Fachleuten (Ergotherapeuten, Badplanern, Pflegekassen) beraten, um die optimale Lösung für Ihre spezifische Situation zu finden. Bei medizinischen Fragen konsultieren Sie bitte Ihren Arzt. Stand: Januar 2026