Die tägliche Körperhygiene ist ein grundlegendes Bedürfnis – doch was, wenn das Duschen zur Herausforderung wird? Für viele Senioren und Menschen mit eingeschränkter Mobilität bedeutet das Stehen unter der Dusche nicht nur Anstrengung, sondern auch ein erhebliches Sturzrisiko. Ein Duschsitz kann hier die Lösung sein: Er ermöglicht eine sichere, würdevolle und selbstständige Körperpflege in den eigenen vier Wänden.
Ob klappbarer Wandsitz, freistehender Duschhocker oder komfortabler Duschstuhl mit Rollen – die Auswahl an Sitzmöglichkeiten für die Dusche ist groß. Doch welche Variante passt zu Ihren individuellen Bedürfnissen? Was zahlt die Pflegekasse? Und worauf müssen Sie bei der Montage achten?
In diesem umfassenden Ratgeber erfahren Sie alles Wichtige über Duschsitze und Duschhocker: von den verschiedenen Arten über Materialien und Belastbarkeit bis hin zu Kosten, Kostenübernahme durch die Pflegekasse und praktischen Montagetipps. Wir zeigen Ihnen, wie Sie die richtige Duschhilfe für Senioren finden – für mehr Sicherheit, Komfort und Lebensqualität im Badezimmer.
Was ist ein Duschsitz? Definition und Bedeutung für die häusliche Pflege
Ein Duschsitz ist eine speziell entwickelte Sitzhilfe für die Dusche, die Menschen mit eingeschränkter Mobilität, Senioren oder Personen nach Operationen das sichere Duschen im Sitzen ermöglicht. Im Gegensatz zu improvisierten Lösungen wie einem herkömmlichen Stuhl sind Duschsitze wasserfest, rutschfest und auf die besonderen Anforderungen im Nassbereich ausgelegt.
Die Bedeutung einer geeigneten Sitzmöglichkeit in der Dusche wird oft unterschätzt: Laut Statistiken des Robert Koch-Instituts ereignen sich etwa 30% aller häuslichen Unfälle im Badezimmer – viele davon beim Duschen. Besonders betroffen sind Menschen über 65 Jahre, bei denen ein Sturz schwerwiegende Folgen haben kann: Knochenbrüche, Krankenhausaufenthalte und oft auch der Verlust der Selbstständigkeit.
Ein Duschsitz reduziert dieses Risiko erheblich und bietet gleichzeitig weitere Vorteile:
- Sicherheit: Rutschfeste Oberflächen und stabile Konstruktionen minimieren das Sturzrisiko
- Entlastung: Schonung von Kreislauf, Gelenken und Muskulatur
- Selbstständigkeit: Ermöglicht eigenständige Körperpflege ohne fremde Hilfe
- Würde: Erhalt der Intimsphäre bei der täglichen Hygiene
- Komfort: Entspanntes, gründliches Duschen ohne Zeitdruck
Besonders für pflegende Angehörige ist ein Duschhocker eine wichtige Entlastung: Die körperlich anstrengende Unterstützung beim Duschen wird erleichtert oder teilweise überflüssig. Viele Menschen können mit der richtigen Duschhilfe ihre Körperpflege wieder weitgehend selbstständig durchführen – ein wichtiger Beitrag zur Lebensqualität und zum Erhalt der Selbstbestimmung.
Im Kontext des barrierefreien Bads ist der Duschsitz ein zentrales Element. Er gehört zu den Hilfsmitteln, die relativ einfach nachgerüstet werden können und oft ohne größere bauliche Veränderungen auskommen – im Gegensatz zu umfassenden Umbaumaßnahmen wie einer bodengleichen Dusche.
Die verschiedenen Arten von Duschsitzen: Welche Variante passt zu Ihnen?
Die Auswahl des richtigen Duschsitzes hängt von verschiedenen Faktoren ab: dem verfügbaren Platz, der körperlichen Verfassung, den individuellen Bedürfnissen und nicht zuletzt dem Budget. Im Folgenden stellen wir Ihnen die wichtigsten Varianten vor.
Klappbarer Wandsitz: Die platzsparende Lösung
Der Duschsitz Wand klappbar ist die ideale Lösung für kleine Badezimmer und Duschen mit begrenztem Platzangebot. Diese Modelle werden fest an der Wand montiert und können bei Nichtgebrauch einfach hochgeklappt werden.
Vorteile:
- Platzsparend: Nimmt im hochgeklappten Zustand kaum Raum ein
- Stabil: Fest mit der Wand verbunden, keine Rutschgefahr
- Dauerhaft nutzbar: Einmal montiert, immer verfügbar
- Keine Stolpergefahr: Kein loses Element in der Dusche
- Hygienisch: Wasser kann ungehindert ablaufen
Nachteile:
- Montage erforderlich: Bohren in Fliesen notwendig
- Feste Position: Nicht flexibel verschiebbar
- Tragfähige Wand nötig: Nicht für alle Wandkonstruktionen geeignet
- Höhere Anschaffungskosten: Meist teurer als freistehende Modelle
Ein klappbarer Duschsitz eignet sich besonders für Menschen, die noch relativ mobil sind und keine zusätzlichen Hilfsmittel wie Armlehnen benötigen. Die Belastbarkeit liegt in der Regel zwischen 100 und 160 kg, abhängig vom Modell und der Wandbeschaffenheit.
Freistehender Duschhocker: Flexibel und mobil
Der klassische Duschhocker steht frei in der Dusche und kann flexibel positioniert werden. Diese Modelle sind in verschiedenen Höhen erhältlich und oft höhenverstellbar.
Vorteile:
- Keine Montage: Sofort einsatzbereit
- Flexibel: Kann an verschiedenen Stellen platziert werden
- Mobil: Auch außerhalb der Dusche nutzbar
- Günstig: Oft die preiswerteste Variante
- Höhenverstellbar: Anpassbar an individuelle Bedürfnisse
Nachteile:
- Rutschgefahr: Muss auf rutschfesten Füßen stehen
- Platzbedarf: Nimmt dauerhaft Raum in der Dusche ein
- Stabilität: Bei unsachgemäßer Nutzung kann er verrutschen
- Kein Rückenlehne: Weniger Komfort bei längerer Nutzung
Ein Duschhocker für Senioren ist besonders dann empfehlenswert, wenn keine baulichen Veränderungen gewünscht sind oder wenn die Duschhilfe auch in anderen Bereichen (z.B. bei Verwandtenbesuchen) genutzt werden soll. Achten Sie auf rutschfeste Gummifüße und eine ausreichende Belastbarkeit.
Duschstuhl mit Armlehnen und Rückenlehne
Der Duschstuhl bietet den höchsten Komfort unter den Duschsitzen. Mit Armlehnen und Rückenlehne ausgestattet, ermöglicht er auch Menschen mit stärkeren Einschränkungen ein sicheres und bequemes Duschen.
Vorteile:
- Maximaler Komfort: Rückenlehne und Armlehnen bieten Halt
- Sicherheit: Armlehnen erleichtern das Hinsetzen und Aufstehen
- Entlastung: Ideal bei Rückenproblemen oder Schwäche
- Stabilität: Breite Standfläche für sicheren Halt
- Vielseitig: Oft auch als Toilettenstuhl nutzbar
Nachteile:
- Platzbedarf: Benötigt deutlich mehr Raum als ein Hocker
- Gewicht: Schwerer und weniger mobil
- Preis: Höhere Anschaffungskosten
- Reinigung: Mehr Flächen, die gereinigt werden müssen
Ein Duschstuhl klappbar vereint die Vorteile eines komfortablen Duschstuhls mit platzsparender Verstauung. Diese Modelle können zusammengeklappt werden, wenn sie nicht benötigt werden. Sie eignen sich besonders für Menschen mit höherem Pflegegrad oder nach Operationen, die temporär mehr Unterstützung benötigen.
Duschrollstuhl: Maximale Mobilität
Der Duschrollstuhl ist die Lösung für Menschen, die nicht mehr selbstständig gehen können oder für die der Transfer in die Dusche eine große Herausforderung darstellt. Diese Spezialstühle verfügen über Rollen und können direkt vom Bett oder Rollstuhl in die Dusche geschoben werden.
Vorteile:
- Transfer erleichtert: Kein Umsetzen notwendig
- Für Pflegende entlastend: Reduziert körperliche Belastung
- Sicher: Spezielle Bremsen verhindern Wegrollen
- Komfortabel: Gepolsterte Sitzflächen und Armlehnen
- Multifunktional: Oft auch als Toilettenstuhl nutzbar
Nachteile:
- Hoher Platzbedarf: Benötigt großzügige Duschkabine
- Teuer: Höchste Anschaffungskosten
- Bodengleiche Dusche erforderlich: Keine Schwellen möglich
- Gewicht: Schwer zu transportieren
Ein Duschrollstuhl wird häufig bei Pflegegrad 3 bis 5 benötigt und ist oft als technisches Pflegehilfsmittel über die Pflegekasse beziehbar. Die Kombination mit einer bodengleichen Dusche ist hier meist unverzichtbar.
Badhocker für Senioren: Die einfache Alternative
Der Badhocker für Senioren ist eine vereinfachte Form des Duschhockers und wird oft auch außerhalb der Dusche verwendet – etwa beim Anziehen oder für Fußpflege. Diese Modelle sind meist etwas stabiler gebaut als reine Duschhocker und verfügen über eine größere Sitzfläche.
Einsatzbereiche:
- Duschen im Sitzen
- Ankleiden und Ausziehen
- Fußpflege
- Haare waschen am Waschbecken
- Allgemeine Sitzhilfe im Badezimmer
Die Vielseitigkeit macht den Badhocker zu einer praktischen Ergänzung im barrierefreien Bad – auch dann, wenn bereits ein spezialisierter Duschsitz vorhanden ist.

Kostenlose Beratung zur 24-Stunden-Betreuung – auch bei der Körperpflege
Angebot anfordern Beraten lassenMaterialien und Qualitätsmerkmale: Worauf Sie achten sollten
Die Qualität eines Duschsitzes hängt maßgeblich vom verwendeten Material ab. Im Nassbereich sind besondere Anforderungen zu erfüllen: Wasserfestigkeit, Rutschfestigkeit, Hygiene und Langlebigkeit stehen im Vordergrund.
Kunststoff: Leicht und pflegeleicht
Die meisten Duschhocker bestehen aus hochwertigem Kunststoff, meist Polypropylen (PP) oder Polyethylen (PE). Diese Materialien haben sich im Sanitärbereich bewährt.
Vorteile von Kunststoff:
- Leicht: Einfach zu bewegen und zu reinigen
- Wasserfest: Keine Korrosion oder Schimmelbildung
- Hygienisch: Glatte Oberflächen lassen sich gut desinfizieren
- Günstig: Preiswerte Herstellung
- Formbar: Ergonomische Designs möglich
Nachteile:
- Kälte: Kann sich auf der Haut kalt anfühlen
- Optik: Wirkt manchmal weniger hochwertig
- Belastbarkeit: Begrenzt auf etwa 120-150 kg
Hochwertige Kunststoff-Duschsitze verfügen über UV-Stabilisatoren, die ein Ausbleichen verhindern, und antibakterielle Zusätze, die die Hygiene verbessern.
Aluminium: Stabil und langlebig
Aluminium wird vor allem für Gestelle von Duschstühlen und höhenverstellbare Konstruktionen verwendet. Das Material vereint Stabilität mit geringem Gewicht.
Vorteile von Aluminium:
- Robust: Hohe Tragkraft bis 160 kg und mehr
- Leicht: Trotz Stabilität gut zu handhaben
- Korrosionsbeständig: Eloxierte Oberflächen halten Feuchtigkeit stand
- Langlebig: Jahrzehntelange Nutzungsdauer
- Wertig: Hochwertige Optik
Nachteile:
- Teurer: Höhere Anschaffungskosten
- Kälte: Metall fühlt sich kalt an
- Pflege: Kalkablagerungen sichtbarer
Achten Sie bei Aluminium-Duschsitzen darauf, dass alle Verbindungen rostfrei sind (Edelstahlschrauben) und die Standfüße mit rutschfesten Gummikappen versehen sind.
Edelstahl: Die Premium-Variante
Edelstahl wird vor allem für fest montierte Wandsitze verwendet und gilt als Premium-Material im Sanitärbereich.
Vorteile von Edelstahl:
- Maximale Haltbarkeit: Praktisch unzerstörbar
- Hygiene: Antibakterielle Oberfläche
- Design: Moderne, hochwertige Optik
- Tragkraft: Sehr hohe Belastbarkeit
- Pflegeleicht: Einfach zu reinigen
Nachteile:
- Preis: Deutlich teurer als andere Materialien
- Kälte: Besonders kalt auf der Haut
- Gewicht: Schwerer als Kunststoff oder Aluminium
Edelstahl-Duschsitze werden oft in Kombination mit gepolsterten Sitzauflagen angeboten, die den Sitzkomfort erhöhen und die Kälte abmildern.
Holz: Natürlich und warm
Holz-Duschsitze, meist aus Bambus oder Teakholz, sind eine ökologische Alternative. Sie werden vor allem als Badhocker angeboten.
Vorteile von Holz:
- Wärme: Fühlt sich angenehm warm an
- Natürlich: Ökologisches Material
- Optik: Warme, wohnliche Ausstrahlung
- Rutschfest: Natürliche Oberflächenstruktur
Nachteile:
- Pflege: Regelmäßige Behandlung mit Öl notwendig
- Haltbarkeit: Anfälliger für Feuchtigkeit
- Hygiene: Schwieriger zu desinfizieren
- Preis: Hochwertige Hölzer sind teuer
Wenn Sie sich für einen Holz-Duschsitz entscheiden, achten Sie auf FSC-zertifiziertes Teakholz oder schnell nachwachsenden Bambus. Regelmäßiges Einölen verlängert die Lebensdauer erheblich.
Qualitätsmerkmale beim Kauf
Unabhängig vom Material sollten Sie auf folgende Qualitätsmerkmale achten:
| Merkmal | Worauf achten? | Warum wichtig? |
|---|---|---|
| TÜV/GS-Siegel | Geprüfte Sicherheit | Garantiert Mindeststandards bei Stabilität und Belastbarkeit |
| Tragkraft | Mindestens 120 kg | Sicherheitsreserve einkalkulieren |
| Rutschfestigkeit | Gummierte Füße oder Saugnäpfe | Verhindert Verrutschen auf nassen Fliesen |
| Sitzfläche | Strukturiert oder gelocht | Wasser läuft ab, keine Staunässe |
| Kanten | Abgerundet | Verletzungsgefahr minimieren |
| Höhenverstellung | Stufenlos oder in kleinen Schritten | Individuelle Anpassung an Körpergröße |
| Reinigung | Glatte, fugenlose Oberflächen | Hygiene und einfache Pflege |
| Garantie | Mindestens 2 Jahre | Zeichen für Qualität und Langlebigkeit |
Besonders wichtig ist die Rutschfestigkeit: Sowohl die Sitzfläche als auch die Standfüße sollten rutschhemmend sein. Bei der Sitzfläche sorgen Strukturen, Rillen oder Perforationen für Halt, bei den Füßen sollten großflächige Gummikappen oder Saugnäpfe zum Einsatz kommen.
Belastbarkeit und Sicherheit: Wie viel Gewicht trägt ein Duschsitz?
Die Tragfähigkeit ist ein entscheidendes Sicherheitskriterium bei der Auswahl eines Duschsitzes. Hersteller geben die maximale Belastbarkeit in der Regel in Kilogramm an – doch was bedeutet das in der Praxis?
Standard-Belastbarkeit nach Produkttyp
Die Belastbarkeit variiert je nach Bauart und Material:
- Einfache Duschhocker: 100-120 kg
- Hochwertige Duschhocker: 130-150 kg
- Duschstühle mit Lehnen: 120-160 kg
- Klappbare Wandsitze: 120-160 kg (abhängig von Wandbeschaffenheit)
- Duschrollstühle: 150-200 kg
- XXL-Modelle: bis 250 kg
Wichtig: Die angegebene Tragkraft ist die maximale statische Belastung. Das bedeutet, dass der Duschsitz dieses Gewicht im ruhenden Zustand tragen kann. Beim Hinsetzen und Aufstehen wirken jedoch deutlich höhere dynamische Kräfte.
Sicherheitsreserve einkalkulieren
Experten empfehlen, einen Duschsitz zu wählen, dessen Tragkraft mindestens 20-30% über dem eigenen Körpergewicht liegt. Diese Sicherheitsreserve berücksichtigt:
- Dynamische Belastung beim Hinsetzen
- Mögliche Gewichtszunahme
- Materialermüdung über die Jahre
- Zusätzliche Belastung durch Hilfspersonen
- Unvorhergesehene Situationen (z.B. Stolpern)
Beispielrechnung: Bei einem Körpergewicht von 90 kg sollte der Duschsitz eine Tragkraft von mindestens 115 kg haben – besser sind 120-130 kg.
Besondere Anforderungen bei klappbaren Wandsitzen
Bei einem Duschsitz Wand klappbar hängt die tatsächliche Belastbarkeit nicht nur vom Produkt selbst ab, sondern auch von der Wandbeschaffenheit und der fachgerechten Montage.
Wichtige Faktoren:
- Wandmaterial: Massivwände (Beton, Ziegel) tragen mehr als Leichtbauwände
- Befestigung: Spezielle Schwerlastdübel sind Pflicht
- Verteilung: Mehrpunkt-Befestigung verteilt die Last
- Hebelwirkung: Je weiter der Sitz von der Wand absteht, desto höher die Belastung
- Alter der Fliesen: Alte, hohle Fliesen können nachgeben
Lassen Sie einen klappbaren Duschsitz im Zweifel von einem Fachmann montieren. Die Kosten von 50-150 Euro sind gut investiert, wenn dadurch Sicherheit und Stabilität gewährleistet werden. Viele Sanitätshäuser bieten diesen Service an.
Prüfsiegel und Normen
Achten Sie beim Kauf auf folgende Prüfsiegel und Normen:
- GS-Zeichen (Geprüfte Sicherheit): Unabhängige Prüfung durch TÜV oder andere Prüfstellen
- CE-Kennzeichnung: Erfüllt EU-Sicherheitsstandards
- DIN EN 12182: Norm für technische Hilfsmittel für behinderte Menschen
- ISO 7176: Internationale Norm für Rollstühle (bei Duschrollstühlen)
Diese Zertifizierungen garantieren, dass der Duschsitz standardisierte Belastungstests bestanden hat und sicher in der Anwendung ist.
Wartung und Überprüfung
Auch ein hochwertiger Duschhocker unterliegt Verschleiß. Überprüfen Sie regelmäßig:
- Sind die Gummifüße noch intakt und rutschfest?
- Sind alle Schraubverbindungen fest?
- Gibt es Risse oder Beschädigungen im Material?
- Funktioniert die Höhenverstellung noch einwandfrei?
- Ist die Sitzfläche noch stabil und nicht durchgebogen?
- Bei Wandsitzen: Sitzt die Befestigung noch fest?
Beschädigte oder stark abgenutzte Teile sollten umgehend ausgetauscht werden. Viele Hersteller bieten Ersatzteile wie Gummifüße oder Sitzauflagen an.

Professionelle 24-Stunden-Betreuung für ein würdevolles Leben zu Hause
Angebot anfordern Beraten lassenDie richtige Auswahl: Welcher Duschsitz passt zu welchem Pflegegrad?
Die Wahl des passenden Duschsitzes hängt stark vom Grad der Pflegebedürftigkeit ab. Je höher der Pflegegrad, desto mehr Unterstützung und Komfort sollte die Duschhilfe bieten. Hier finden Sie eine Orientierungshilfe.
Pflegegrad 1: Geringe Beeinträchtigung der Selbstständigkeit
Menschen mit Pflegegrad 1 sind noch weitgehend selbstständig, haben aber leichte Einschränkungen – etwa durch beginnende Gelenkprobleme, leichte Gleichgewichtsstörungen oder nachlassende Kraft.
Empfohlene Duschsitze:
- Einfacher Duschhocker ohne Lehnen
- Badhocker mit rutschfester Oberfläche
- Leichter, mobiler Hocker zum flexiblen Einsatz
Warum diese Wahl? Bei Pflegegrad 1 steht die Prävention im Vordergrund. Ein einfacher Hocker ermöglicht das Duschen im Sitzen und reduziert das Sturzrisiko, ohne dass aufwendige Hilfsmittel nötig sind. Die Mobilität und Selbstständigkeit bleiben weitgehend erhalten.
Kostenübernahme: Bei Pflegegrad 1 gibt es keinen Anspruch auf Pflegegeld oder Pflegesachleistungen, aber 125 Euro Entlastungsbetrag monatlich. Dieser kann für anerkannte Angebote zur Unterstützung im Alltag genutzt werden. Ein einfacher Duschhocker kostet zwischen 30 und 80 Euro und kann aus eigenen Mitteln oder über die Krankenkasse als Hilfsmittel beantragt werden.
Pflegegrad 2: Erhebliche Beeinträchtigung der Selbstständigkeit
Bei Pflegegrad 2 sind die Einschränkungen deutlicher spürbar. Das Stehen unter der Dusche ist anstrengend, das Gleichgewicht unsicherer. Oft sind bereits Hilfsmittel wie ein Gehstock oder Rollator im Einsatz.
Empfohlene Duschsitze:
- Duschhocker mit Rückenlehne
- Höhenverstellbarer Duschstuhl
- Klappbarer Wandsitz für kleine Bäder
- Modelle mit Armlehnen für besseren Halt
Warum diese Wahl? Die zusätzliche Unterstützung durch Lehnen gibt Sicherheit und ermöglicht längeres, entspanntes Duschen. Das Hinsetzen und Aufstehen wird durch Armlehnen erleichtert. Die Höhenverstellbarkeit erlaubt eine ergonomische Anpassung.
Kostenübernahme: Mit Pflegegrad 2 haben Sie Anspruch auf 347 Euro Pflegegeld oder 796 Euro Pflegesachleistung monatlich. Ein Duschsitz kann als Pflegehilfsmittel über die Pflegekasse beantragt werden. Nach Genehmigung übernimmt die Kasse die Kosten abzüglich einer Zuzahlung von 10% (maximal 10 Euro).
Pflegegrad 3: Schwere Beeinträchtigung der Selbstständigkeit
Bei Pflegegrad 3 ist die Mobilität stark eingeschränkt. Das selbstständige Duschen ist ohne Hilfsmittel kaum noch möglich. Oft ist bereits Unterstützung durch Angehörige oder einen Pflegedienst notwendig.
Empfohlene Duschsitze:
- Duschstuhl mit Armlehnen und Rückenlehne
- Gepolsterter Duschstuhl für mehr Komfort
- Duschstuhl mit Rollen für erleichterten Transfer
- Modelle mit Toilettenfunktion (Hygienestuhl)
Warum diese Wahl? Der höhere Komfort und die bessere Unterstützung sind jetzt essentiell. Armlehnen und Rückenlehne geben Halt und Sicherheit. Ein Duschstuhl mit Rollen erleichtert pflegenden Angehörigen den Transfer und reduziert die körperliche Belastung.
Kostenübernahme: Mit Pflegegrad 3 stehen 599 Euro Pflegegeld oder 1.497 Euro Pflegesachleistung zur Verfügung. Die Pflegekasse übernimmt die Kosten für einen geeigneten Duschstuhl in der Regel vollständig (abzüglich Zuzahlung). Auch wohnumfeldverbessernde Maßnahmen wie eine bodengleiche Dusche können mit bis zu 4.000 Euro bezuschusst werden.
Viele Familien entscheiden sich in dieser Phase für eine 24-Stunden-Betreuung bei Pflegegrad 3, die auch bei der Körperpflege unterstützt.
Pflegegrad 4 und 5: Schwerste Beeinträchtigung der Selbstständigkeit
Bei Pflegegrad 4 und 5 ist selbstständiges Duschen nicht mehr möglich. Die Körperpflege erfolgt mit vollständiger Unterstützung durch Pflegepersonal oder Angehörige.
Empfohlene Duschsitze:
- Duschrollstuhl mit Toilettenfunktion
- Höhenverstellbarer Duschrollstuhl für ergonomisches Arbeiten
- Modelle mit Kopfstütze und Sicherheitsgurt
- XXL-Duschstühle bei höherem Körpergewicht
Warum diese Wahl? Der Duschrollstuhl minimiert den Transferaufwand und schont sowohl den Pflegebedürftigen als auch die Pflegeperson. Die Toilettenfunktion ermöglicht eine würdevolle Komplettversorgung. Höhenverstellbarkeit schützt den Rücken der Pflegenden.
Kostenübernahme: Bei Pflegegrad 4 (800 Euro Pflegegeld / 1.859 Euro Pflegesachleistung) und Pflegegrad 5 (990 Euro Pflegegeld / 2.299 Euro Pflegesachleistung) übernimmt die Pflegekasse in der Regel auch höherpreisige Spezialmodelle. Ein Duschrollstuhl gilt als technisches Pflegehilfsmittel und wird nach ärztlicher Verordnung von der Kasse gestellt.
In dieser Pflegephase ist eine 24-Stunden-Betreuung bei Pflegegrad 4 oder Pflegegrad 5 oft unverzichtbar, um die umfassende Versorgung zu gewährleisten.
Individuelle Faktoren bei der Auswahl
Neben dem Pflegegrad spielen weitere Faktoren eine Rolle:
- Körpergröße: Höhenverstellbare Modelle für optimale Ergonomie
- Körpergewicht: Ausreichende Tragkraft mit Sicherheitsreserve
- Krankheitsbild: Bei Demenz: einfache, intuitive Modelle; bei Parkinson: Armlehnen zum Abstützen
- Badgröße: Klappbare Wandsitze für kleine Bäder, Duschrollstuhl nur bei großer Dusche
- Pflegesituation: Wird allein oder mit Unterstützung geduscht?
- Prognose: Wird sich der Zustand verschlechtern? Dann lieber gleich ein „größeres” Modell
Kosten und Finanzierung: Was kostet ein Duschsitz?
Die Preisspanne für Duschsitze ist erheblich – von unter 30 Euro für einen einfachen Hocker bis über 500 Euro für einen hochwertigen Duschrollstuhl. Die gute Nachricht: Bei medizinischer Notwendigkeit übernimmt die Pflegekasse oder Krankenkasse einen Großteil der Kosten.
Preisübersicht nach Produkttyp
| Produkttyp | Preisbereich | Durchschnittspreis |
|---|---|---|
| Einfacher Duschhocker | 30-80 € | 50 € |
| Höhenverstellbarer Duschhocker | 40-120 € | 70 € |
| Duschstuhl mit Lehnen | 80-200 € | 120 € |
| Klappbarer Wandsitz | 100-300 € | 180 € |
| Duschstuhl mit Rollen | 150-350 € | 220 € |
| Duschrollstuhl (Premium) | 300-600 € | 420 € |
| XXL-Modelle (bis 250 kg) | 250-500 € | 350 € |
Hinzu kommen bei Bedarf:
- Montagekosten für Wandsitze: 50-150 €
- Sitzauflagen und Polster: 15-40 €
- Ersatzteile (Gummifüße, Schrauben): 5-20 €
Kostenübernahme durch die Pflegekasse
Ein Duschsitz gilt als Pflegehilfsmittel nach § 40 SGB XI und kann bei anerkanntem Pflegegrad über die Pflegekasse bezogen werden.
Voraussetzungen für die Kostenübernahme:
- Anerkannter Pflegegrad (1-5)
- Ärztliche Verordnung oder Empfehlung des Medizinischen Dienstes
- Nachweis der Notwendigkeit (z.B. Sturzgefahr, Erschöpfung beim Stehen)
- Antrag bei der Pflegekasse
Ablauf der Beantragung:
- Ärztliche Verordnung einholen: Der Hausarzt stellt ein Rezept für einen „Duschsitz” oder „Duschhilfe” aus
- Antrag bei der Pflegekasse: Formular ausfüllen und zusammen mit der Verordnung einreichen
- Prüfung durch die Kasse: Die Pflegekasse prüft die medizinische Notwendigkeit (meist innerhalb von 3 Wochen)
- Genehmigung: Bei positiver Entscheidung erhalten Sie einen Bewilligungsbescheid
- Beschaffung: Sie können den Duschsitz bei einem Sanitätshaus oder Vertragspartner der Kasse beziehen
- Zuzahlung: Sie zahlen 10% des Preises, maximal 10 Euro
Beispiel: Ein Duschstuhl kostet 180 Euro. Die Pflegekasse übernimmt nach Genehmigung 170 Euro, Sie zahlen eine Zuzahlung von 10 Euro. Bei Modellen über 100 Euro liegt die Zuzahlung immer bei 10 Euro.
Tipp: Beantragen Sie den Duschsitz über ein Sanitätshaus, das Vertragspartner Ihrer Pflegekasse ist. Diese rechnen direkt mit der Kasse ab – Sie zahlen nur die Zuzahlung. Eine Liste der Vertragspartner erhalten Sie bei Ihrer Kasse.
Kostenübernahme durch die Krankenkasse
Auch ohne Pflegegrad kann ein Duschsitz von der Krankenkasse übernommen werden – allerdings nur als Hilfsmittel nach § 33 SGB V. Die Voraussetzungen sind strenger.
Wann zahlt die Krankenkasse?
- Nach Operation oder Unfall (temporäre Einschränkung)
- Bei diagnostizierter Erkrankung, die das Stehen unmöglich macht
- Zur Vermeidung einer Verschlimmerung des Gesundheitszustands
- Wenn der Duschsitz im Hilfsmittelverzeichnis der GKV gelistet ist
Die Krankenkasse übernimmt in der Regel nur einfache Standardmodelle. Für höherwertige Ausführungen müssen Sie die Mehrkosten selbst tragen.
Wichtig: Die Krankenkasse ist nur zuständig, wenn KEIN Pflegegrad vorliegt. Bei anerkanntem Pflegegrad ist immer die Pflegekasse der richtige Ansprechpartner.
Steuerliche Absetzbarkeit
Die Kosten für einen Duschsitz können als außergewöhnliche Belastungen in der Steuererklärung geltend gemacht werden – allerdings nur, wenn Sie die Kosten selbst getragen haben (also keine Kostenübernahme durch die Kasse erfolgt ist).
Absetzbar sind:
- Kaufpreis des Duschsitzes
- Montagekosten
- Fahrtkosten zum Sanitätshaus
- Zuzahlungen an die Kasse
Die Absetzbarkeit erfolgt nach Abzug der zumutbaren Eigenbelastung, die vom Einkommen abhängt. Ein Attest oder ärztliche Verordnung sollte als Nachweis aufbewahrt werden.
Finanzierung bei höherem Pflegegrad
Bei Pflegegrad 2 bis 5 stehen verschiedene Finanzierungsquellen zur Verfügung, die kombiniert werden können:
- Pflegegeld: Kann frei verwendet werden, auch für Hilfsmittel
- Entlastungsbetrag: 125 Euro monatlich für Unterstützungsleistungen
- Pflegehilfsmittel zum Verbrauch: 40 Euro monatlich für Verbrauchsartikel (nicht für Duschsitz, aber für andere Badutensilien)
- Wohnumfeldverbessernde Maßnahmen: Bis zu 4.000 Euro für Umbaumaßnahmen (z.B. bodengleiche Dusche zusätzlich zum Duschsitz)
Weitere Informationen zur Finanzierung von Pflegehilfsmitteln finden Sie in unserem Ratgeber zur Beantragung von Pflegehilfsmitteln.

Unsere Experten unterstützen Sie bei allen Anträgen – kostenlose Beratung zur 24-Stunden-Betreuung
Angebot anfordern Beraten lassenMontage und Installation: So wird Ihr Duschsitz sicher befestigt
Die richtige Montage ist entscheidend für die Sicherheit und Langlebigkeit Ihres Duschsitzes. Während freistehende Modelle keine Installation benötigen, erfordern Wandsitze fachgerechtes Bohren und Befestigen.
Freistehende Duschhocker: Einfache Inbetriebnahme
Ein Duschhocker ohne Wandbefestigung ist in wenigen Minuten einsatzbereit:
- Auspacken und prüfen: Kontrollieren Sie alle Teile auf Beschädigungen
- Montage (falls erforderlich): Bei zerlegten Modellen Beine und Lehnen gemäß Anleitung montieren
- Höhe einstellen: Passen Sie die Sitzhöhe an (Faustregel: Oberschenkel waagerecht, Füße flach auf dem Boden)
- Gummifüße prüfen: Stellen Sie sicher, dass alle Standfüße mit rutschfesten Kappen versehen sind
- Positionieren: Platzieren Sie den Hocker auf ebenem, rutschfestem Untergrund
- Stabilität testen: Belasten Sie den Hocker probeweise, prüfen Sie auf Wackeln oder Verrutschen
Optimale Positionierung in der Dusche:
- Mittig unter dem Duschkopf für gleichmäßige Wasserverteilung
- Mit Rücken zur Wand für zusätzlichen Halt
- Ausreichend Abstand zu Armaturen (Verbrühungsgefahr)
- Nicht direkt vor der Duschtür (Ausstieg muss frei bleiben)
Klappbarer Wandsitz: Fachgerechte Montage Schritt für Schritt
Die Montage eines Duschsitzes Wand klappbar erfordert handwerkliches Geschick und das richtige Werkzeug. Bei Unsicherheit sollten Sie einen Fachmann beauftragen.
Benötigtes Werkzeug und Material
- Schlagbohrmaschine oder Akkuschrauber mit Schlagfunktion
- Steinbohrer (Durchmesser je nach Dübel, meist 10-12 mm)
- Wasserwaage
- Maßband und Bleistift
- Schwerlastdübel (meist im Lieferumfang enthalten)
- Schraubenschlüssel oder Ratsche
- Silikon oder Dichtungsmasse
- Fliesenbohrer (bei gefliesten Wänden)
Schritt-für-Schritt-Anleitung
1. Richtige Position bestimmen
Die ideale Montagehöhe für einen klappbaren Duschsitz liegt bei 45-50 cm über dem Duschboden. Dies entspricht einer komfortablen Sitzhöhe für die meisten Menschen.
- Messen Sie 45-50 cm vom Boden ab
- Markieren Sie die Unterkante des Sitzes mit Bleistift
- Nutzen Sie die Wasserwaage für eine gerade Linie
- Berücksichtigen Sie die Position der Duscharmatur (mindestens 30 cm Abstand)
2. Wandbeschaffenheit prüfen
Klopfen Sie die Wand ab: Ein hohler Klang deutet auf Hohlräume hinter den Fliesen hin. In diesem Fall sind spezielle Hohlraumdübel oder eine Verstärkung der Wand notwendig.
- Massive Wand (Beton, Vollziegel): Standard-Schwerlastdübel ausreichend
- Hohlwand (Gipskarton, Leichtbauwand): Spezielle Hohlraumdübel oder Montageplatten erforderlich
- Alte Fliesen: Vorsicht beim Bohren, Fliesen können ausbrechen
3. Bohrlöcher markieren
Halten Sie die Montageplatte des Duschsitzes an die vorgesehene Position und markieren Sie die Bohrlöcher durch die Befestigungslöcher hindurch.
4. Fliesen vorbohren
Bohren Sie zunächst mit einem Fliesenbohrer (niedrige Drehzahl, ohne Schlag) durch die Fliesen. Erst danach mit Steinbohrer und Schlagfunktion in die Wand bohren.
Tipp: Kleben Sie ein Stück Kreppband auf die Fliese – das verhindert Abrutschen des Bohrers und reduziert Ausbrüche.
5. Dübel einsetzen
Entfernen Sie Bohrstaub aus den Löchern und setzen Sie die Schwerlastdübel ein. Sie sollten bündig mit der Fliesenoberfläche abschließen.
6. Montageplatte befestigen
Befestigen Sie die Montageplatte mit den mitgelieferten Schrauben. Ziehen Sie die Schrauben fest an, aber nicht überdrehen (Gefahr des Fliesenbruchs).
7. Sitz montieren
Hängen Sie den klappbaren Sitz in die Montageplatte ein und sichern Sie ihn gemäß Herstelleranleitung.
8. Abdichten
Versiegeln Sie die Bohrlöcher und Übergänge zwischen Montageplatte und Fliesen mit Sanitärsilikon. Das verhindert Feuchtigkeitseintritt und schützt vor Schimmelbildung.
9. Belastungstest
Warten Sie mindestens 24 Stunden, bis Silikon und Dübel vollständig ausgehärtet sind. Führen Sie dann einen vorsichtigen Belastungstest durch:
- Belasten Sie den Sitz zunächst mit den Händen
- Setzen Sie sich langsam hin, halten Sie sich dabei fest
- Prüfen Sie auf Knarren, Bewegung oder Lockerung
- Bei Auffälligkeiten: Schrauben nachziehen oder Fachmann konsultieren
Häufige Montagefehler vermeiden
Diese Fehler sollten Sie unbedingt vermeiden:
- Zu schwache Dübel: Verwenden Sie immer Schwerlastdübel, keine Standard-Universaldübel
- Zu kurze Schrauben: Schrauben müssen mindestens 5 cm tief in die Wand reichen
- Unsaubere Bohrung: Schräge Löcher reduzieren die Tragkraft erheblich
- Hohlraum ignoriert: Hohlräume hinter Fliesen müssen mit Spezialankern überbrückt werden
- Keine Abdichtung: Unversiegelte Bohrlöcher sind Einfallstore für Feuchtigkeit
- Zu frühe Belastung: Geben Sie Dübeln und Silikon Zeit zum Aushärten
Wann sollten Sie einen Fachmann beauftragen?
In folgenden Fällen empfiehlt sich die professionelle Montage:
- Sie haben keine Erfahrung mit Bohrarbeiten in Fliesen
- Die Wand ist hohl oder aus Leichtbaumaterial
- Es handelt sich um historische oder besonders wertvolle Fliesen
- Sie sind unsicher bezüglich der Tragfähigkeit
- Der Duschsitz ist besonders schwer oder für hohes Gewicht ausgelegt
Die Kosten für die professionelle Montage liegen zwischen 50 und 150 Euro – eine lohnende Investition in Ihre Sicherheit. Viele Sanitätshäuser bieten diesen Service an, ebenso lokale Handwerker.
Pflege und Wartung
Damit Ihr Duschsitz lange hält und sicher bleibt:
- Regelmäßige Reinigung: Wischen Sie den Sitz nach jedem Duschen ab, um Kalkablagerungen zu vermeiden
- Tiefenreinigung: Einmal wöchentlich mit mildem Reiniger und Bürste säubern
- Schrauben kontrollieren: Prüfen Sie monatlich, ob alle Schrauben noch fest sitzen
- Silikon prüfen: Erneuern Sie brüchiges oder schimmeliges Silikon umgehend
- Gummifüße austauschen: Bei Abnutzung sofort ersetzen (meist für 5-10 Euro erhältlich)
Praxisbeispiele: So finden echte Menschen die richtige Lösung
Die Theorie ist das eine – doch wie sieht die Realität aus? Hier zeigen wir Ihnen vier unterschiedliche Situationen und wie die passende Duschhilfe gefunden wurde.
Beispiel 1: Frau Schmidt (72) – Vom Sturz zur Selbstständigkeit
Ausgangssituation: Margarete Schmidt lebt allein in ihrer Wohnung und ist grundsätzlich noch fit. Nach einem leichten Schwindelanfall in der Dusche hat sie jedoch Angst entwickelt, wieder zu stürzen. Ihr Sohn bemerkt, dass sie sich seltener wäscht und nur noch „Katzenwäsche” am Waschbecken macht.
Herausforderungen:
- Kleine Duschkabine (80×80 cm)
- Angst vor erneutem Sturz
- Wunsch nach Selbstständigkeit
- Begrenztes Budget
- Kein Pflegegrad (noch nicht beantragt)
Lösung: Ein höhenverstellbarer Duschhocker für 65 Euro aus dem Sanitätshaus. Das Modell ist leicht, lässt sich einfach positionieren und gibt Frau Schmidt die Sicherheit zurück. Der Hausarzt stellt eine Verordnung aus, die Krankenkasse übernimmt nach kurzer Prüfung die Kosten (abzüglich 6,50 Euro Zuzahlung).
Ergebnis: Frau Schmidt duscht wieder regelmäßig und fühlt sich sicherer. Die Angst vor dem Duschen ist verschwunden. Zusätzlich nutzt sie den Hocker beim Anziehen der Strümpfe – ein unerwarteter Nebeneffekt, der ihren Alltag erleichtert.
Wichtige Erkenntnis: Oft reicht eine einfache Lösung, um Selbstständigkeit und Lebensqualität zurückzugewinnen. Der frühe Einsatz von Hilfsmitteln kann Stürze verhindern und damit schwerwiegendere Folgen vermeiden.
Beispiel 2: Herr Müller (68) – Nach Schlaganfall zurück ins Leben
Ausgangssituation: Nach einem Schlaganfall ist Klaus Müller halbseitig gelähmt. Er hat Pflegegrad 3 und wird von seiner Ehefrau gepflegt. Das Duschen ist für beide eine große Herausforderung: Frau Müller muss ihren Mann stützen, was für ihren Rücken sehr belastend ist.
Herausforderungen:
- Halbseitenlähmung rechts
- Erschöpfung beim Stehen
- Pflegende Ehefrau mit Rückenproblemen
- Normale Duschwanne mit 15 cm Einstieg
- Wunsch nach mehr Eigenständigkeit
Lösung: Ein Duschstuhl mit Armlehnen und Rückenlehne sowie rutschfesten Füßen. Zusätzlich wird ein Haltegriff an der Wand montiert. Die Pflegekasse übernimmt die Kosten für den Duschstuhl (180 Euro, Zuzahlung 10 Euro). Die Krankenkasse genehmigt den Haltegriff als Hilfsmittel.
Zusätzliche Maßnahme: Über die wohnumfeldverbessernden Maßnahmen wird ein Zuschuss von 4.000 Euro für eine bodengleiche Dusche beantragt. Der Umbau erleichtert den Einstieg erheblich.
Ergebnis: Herr Müller kann mit Unterstützung wieder duschen, ohne dass seine Frau ihn die ganze Zeit halten muss. Das entlastet beide physisch und psychisch. Die Würde bei der Körperpflege bleibt weitgehend erhalten.
Wichtige Erkenntnis: Oft ist eine Kombination verschiedener Hilfsmittel und baulicher Anpassungen die beste Lösung. Die Investition in Barrierefreiheit zahlt sich durch Entlastung der Pflegenden und mehr Selbstständigkeit aus.
Beispiel 3: Ehepaar Wagner (beide 75) – Vorsorge statt Nachsorge
Ausgangssituation: Beide Ehepartner sind noch relativ fit, spüren aber die ersten Zeichen des Alters: Gelenkschmerzen, leichte Gleichgewichtsprobleme, schnellere Erschöpfung. Sie möchten ihr Bad altersgerecht umgestalten, bevor Probleme auftreten.
Herausforderungen:
- Kleine Dusche (90×90 cm)
- Beide möchten das Bad nutzen können
- Budget von 300 Euro für Duschhilfen
- Kein Pflegegrad
- Wunsch nach unauffälliger, ästhetischer Lösung
Lösung: Ein hochwertiger klappbarer Wandsitz aus Edelstahl mit weißer Sitzfläche (250 Euro) wird professionell montiert (80 Euro). Im hochgeklappten Zustand nimmt er kaum Platz weg und stört die Optik nicht. Zusätzlich werden rutschfeste Matten und ein Haltegriff installiert.
Ergebnis: Beide nutzen den Sitz regelmäßig – nicht aus Notwendigkeit, sondern weil das Duschen im Sitzen entspannter ist. Die Investition gibt ihnen Sicherheit für die Zukunft. Als Frau Wagner nach einer Knieoperation temporär eingeschränkt ist, erweist sich der Sitz als unverzichtbar.
Wichtige Erkenntnis: Vorsorgliche Barrierefreiheit ist sinnvoll und muss nicht „nach Krankenhaus” aussehen. Moderne Duschhilfen sind ästhetisch ansprechend und fügen sich harmonisch ins Baddesign ein. Die Kosten sind überschaubar im Vergleich zu späteren Notfall-Umbauten.
Beispiel 4: Frau Kowalski (81) mit fortgeschrittener Demenz – Würde trotz Pflegebedürftigkeit
Ausgangssituation: Anna Kowalski hat Pflegegrad 4 und wird von ihrer Tochter sowie einer 24-Stunden-Betreuungskraft bei Demenz versorgt. Das Duschen ist eine tägliche Herausforderung: Frau Kowalski versteht oft nicht, was passiert, und wehrt sich manchmal gegen die Körperpflege.
Herausforderungen:
- Fortgeschrittene Demenz mit Orientierungsproblemen
- Kann nicht mehr selbstständig stehen oder sitzen
- Braucht vollständige Unterstützung bei der Körperpflege
- Große Dusche (120×90 cm) im Erdgeschoss
- Zwei Pflegepersonen müssen arbeiten können
Lösung: Ein Duschrollstuhl mit Toilettenfunktion, höhenverstellbar und mit Sicherheitsgurt (420 Euro). Die Pflegekasse übernimmt die Kosten vollständig (Zuzahlung 10 Euro). Der Stuhl ermöglicht den direkten Transfer vom Bett in die Dusche ohne mehrfaches Umsetzen.
Zusätzliche Maßnahmen: Die bestehende bodengleiche Dusche wird mit einer Handbrause auf Schlauch ausgestattet. Ein barrierefreies Bad mit ausreichend Bewegungsfläche ist hier essentiell.
Ergebnis: Die Körperpflege wird für alle Beteiligten deutlich einfacher und stressfreier. Frau Kowalski kann in einer würdevollen Position gewaschen werden, die Pflegenden arbeiten rückenschonend. Die Intimsphäre bleibt besser gewahrt als beim Waschen im Bett.
Wichtige Erkenntnis: Bei fortgeschrittener Pflegebedürftigkeit sind spezialisierte Hilfsmittel unverzichtbar. Sie schützen die Gesundheit der Pflegenden und wahren die Würde der Gepflegten. Die professionelle Unterstützung durch eine 24-Stunden-Betreuung zu Hause kann die Lebensqualität aller Beteiligten erheblich verbessern.
Häufige Herausforderungen und praktische Lösungen
Bei der Nutzung von Duschsitzen können verschiedene Probleme auftreten. Hier finden Sie die häufigsten Herausforderungen und bewährte Lösungsansätze.
Problem 1: Duschhocker rutscht auf nassen Fliesen
Selbst hochwertige Duschhocker mit Gummifüßen können auf sehr glatten oder seifigen Fliesen verrutschen – ein erhebliches Sicherheitsrisiko.
Lösungen:
- Rutschhemmende Duschmatten: Legen Sie eine strukturierte Gummimatte unter den Hocker
- Saugnäpfe nachrüsten: Viele Modelle lassen sich mit zusätzlichen Saugnäpfen ausstatten
- Gummifüße erneuern: Abgenutzte Füße verlieren ihre Haftung – tauschen Sie sie regelmäßig aus
- Anti-Rutsch-Beschichtung: Spezielle Sprays erhöhen die Haftung der Standfüße
- Wandsitz als Alternative: Bei chronischem Rutschproblem ist ein fest montierter Sitz die sicherere Wahl
Tipp: Testen Sie die Standfestigkeit vor jeder Nutzung, indem Sie den Hocker leicht anstoßen. Er sollte sich nicht bewegen.
Problem 2: Sitzfläche ist zu kalt oder unbequem
Besonders Kunststoff- und Metallsitze fühlen sich auf der nackten Haut kalt an. Bei längerem Sitzen kann das unangenehm werden.
Lösungen:
- Gepolsterte Sitzauflagen: Spezielle Auflagen aus Schaumstoff mit wasserdichter Oberfläche (15-30 Euro)
- Handtuch unterlegen: Einfache, kostengünstige Lösung für gelegentliche Nutzung
- Holzsitz wählen: Holz fühlt sich wärmer an als Kunststoff oder Metall
- Vorwärmen: Vor dem Duschen warmes Wasser über den Sitz laufen lassen
Achtung: Sitzauflagen müssen nach jedem Gebrauch gründlich getrocknet werden, um Schimmelbildung zu vermeiden.
Problem 3: Zu wenig Platz in kleiner Duschkabine
In Duschkabinen unter 80×80 cm ist oft kaum Platz für einen Duschstuhl – geschweige denn für die Pflegeperson.
Lösungen:
- Klappbarer Wandsitz: Nimmt im hochgeklappten Zustand keinen Bodenplatz weg
- Eckhocker: Spezielle dreieckige Modelle nutzen die Ecke optimal aus
- Schmaler Hocker: Modelle mit reduzierter Sitzfläche (30-35 cm statt 40 cm)
- Duschwanne vergrößern: Umbau zu einer größeren, bodengleichen Dusche (mit Zuschuss möglich)
- Badhocker außerhalb: Nur zum Duschen in die Kabine stellen, danach wieder herausnehmen
Problem 4: Transfer vom Rollstuhl in die Dusche
Für Rollstuhlnutzer ist der Wechsel vom Rollstuhl auf einen Duschsitz oft die größte Hürde.
Lösungen:
- Duschrollstuhl: Eliminiert den Transfer komplett
- Transferbrett: Erleichtert das seitliche Hinüberrutschen
- Gleiche Sitzhöhe: Duschsitz auf Höhe des Rollstuhls einstellen
- Haltegriffe: Beidseitig montierte Griffe geben Halt beim Umsetzen
- Unterstützung durch Pflegeperson: Bei unsicherer Mobilität nicht allein versuchen
Eine bodengleiche Dusche ist hier praktisch unverzichtbar – Schwellen und Stufen sind mit Rollstuhl nicht zu überwinden.
Problem 5: Hygiene und Schimmelbildung
Im feucht-warmen Duschklima können sich schnell Kalk, Seifenreste und Schimmel bilden – besonders in Ritzen und Fugen.
Lösungen:
- Tägliches Abspülen: Nach jedem Duschen mit klarem Wasser abspülen
- Abtrocknen: Mit einem Handtuch trocken wischen
- Belüftung: Duschkabine und Bad gut lüften, Hocker ggf. herausstellen
- Wöchentliche Reinigung: Mit mildem Reiniger und Bürste gründlich säubern
- Essig gegen Kalk: Verdünnter Essig löst Kalkablagerungen effektiv
- Schimmelentferner: Bei ersten Anzeichen sofort behandeln
- Perforierte Sitzflächen: Lassen Wasser besser ablaufen als geschlossene Flächen
Achtung bei Holzsitzen: Diese benötigen regelmäßige Pflege mit Holzöl, um Feuchtigkeit abzuweisen.
Problem 6: Duschsitz passt nicht zur Körpergröße
Zu hohe oder zu niedrige Sitze führen zu Fehlhaltungen und Unbequemlichkeit.
Lösungen:
- Höhenverstellbare Modelle: Ermöglichen individuelle Anpassung
- Richtige Einstellung: Oberschenkel sollten waagerecht sein, Füße flach auf dem Boden
- Fußstützen: Bei zu hohem Sitz zusätzliche Stütze für die Füße
- Verschiedene Modelle testen: Im Sanitätshaus Probesitzen
Faustregel: Die Sitzhöhe sollte etwa der Länge Ihres Unterschenkels entsprechen (vom Knie bis zur Fußsohle).

24-Stunden-Betreuung entlastet Sie – kostenlose Beratung für individuelle Lösungen
Angebot anfordern Beraten lassenKombination mit anderen Badehilfen: Das sichere Gesamtkonzept
Ein Duschsitz allein macht noch kein barrierefreies Bad. Erst die Kombination verschiedener Hilfsmittel schafft ein wirklich sicheres und komfortables Duschambiente.
Haltegriffe: Unverzichtbare Unterstützung
Haltegriffe ergänzen den Duschhocker perfekt: Sie geben Halt beim Hinsetzen und Aufstehen und verhindern Stürze beim Verlust des Gleichgewichts.
Empfohlene Positionen:
- Seitlich neben dem Duschsitz: Zum Abstützen beim Hinsetzen (Höhe: 70-80 cm)
- Gegenüber dem Sitz: Zum Festhalten beim Aufstehen (Höhe: 90-100 cm)
- Am Duscheingang: Unterstützung beim Betreten der Dusche
Haltegriffe sind als Hilfsmittel über die Krankenkasse erhältlich. Achten Sie auf eine Tragkraft von mindestens 100 kg und rutschfeste Oberflächen.
Rutschfeste Matten: Sicherer Stand
Eine rutschfeste Duschmatte unter und neben dem Duschsitz bietet zusätzliche Sicherheit – besonders beim Aufstehen, wenn der Boden seifig ist.
Eigenschaften einer guten Duschmatte:
- Saugnäpfe auf der Unterseite
- Strukturierte, rutschhemmende Oberfläche
- Perforiert für guten Wasserabfluss
- Schimmelfest und leicht zu reinigen
- Mindestgröße: 50×50 cm
Handbrause mit langem Schlauch
Wer auf einem Duschsitz sitzt, kommt oft nicht mehr an die fest montierte Kopfbrause heran. Eine flexible Handbrause ist daher essentiell.
Optimale Ausstattung:
- Schlauch mindestens 1,5 m lang (besser 2 m)
- Mehrere Strahlarten (weich, massierend, sparsam)
- Halterung in Griffhöhe (50-80 cm über Sitz)
- Leicht zu bedienender Wasserstopp-Knopf
- Rutschfester Griff
Thermostat-Armatur: Schutz vor Verbrühungen
Besonders für Senioren und Menschen mit eingeschränkter Sensibilität ist eine Thermostat-Armatur wichtig. Sie verhindert plötzliche Temperatursprünge und Verbrühungen.
Vorteile:
- Konstante Wassertemperatur
- Verbrühschutz (meist bei 38°C)
- Einfache Bedienung
- Energiesparend
Bodengleiche Dusche: Die Basis für Barrierefreiheit
Eine bodengleiche Dusche ist die ideale Grundlage für die Nutzung eines Duschsitzes – besonders bei höherem Pflegegrad oder Rollstuhlnutzung.
Vorteile:
- Kein Stolperrisiko
- Einfacher Zugang mit Rollator oder Rollstuhl
- Pflegepersonen können besser assistieren
- Moderne, wertige Optik
- Wertsteigerung der Immobilie
Die Kosten für den Umbau liegen zwischen 2.000 und 6.000 Euro. Bei anerkanntem Pflegegrad können Sie über wohnumfeldverbessernde Maßnahmen einen Zuschuss von bis zu 4.000 Euro erhalten.
Duschvorhang oder Duschwand: Spritzschutz
Ein guter Spritzschutz ist wichtig, um das Bad trocken zu halten – besonders wenn der Duschsitz nahe am Duscheingang steht.
Empfehlung: Duschvorhänge mit Gewichten im Saum oder eine teilweise Duschwand aus Glas. Beides lässt sich bei Bedarf zur Seite schieben und erleichtert den Zugang.
Beleuchtung: Gute Sicht für mehr Sicherheit
Ausreichende, blendfreie Beleuchtung ist im Bad besonders wichtig. Viele Stürze passieren, weil Hindernisse übersehen werden.
Optimale Badbeleuchtung:
- Helle Grundbeleuchtung (mindestens 300 Lux)
- Zusätzliche Spots in der Dusche
- Warmweißes Licht (3.000-4.000 Kelvin)
- Bewegungsmelder für automatisches Licht
- Nachtlicht für nächtliche Toilettengänge
Alternative Lösungen: Wenn ein Duschsitz nicht ausreicht
In manchen Situationen reicht ein Duschsitz nicht aus, um eine sichere und würdevolle Körperpflege zu gewährleisten. Dann sind weitergehende Lösungen gefragt.
Badewannenlift: Für Liebhaber des Vollbads
Nicht jeder möchte auf ein entspannendes Vollbad verzichten. Ein Badewannenlift ermöglicht das sichere Ein- und Aussteigen in die Wanne.
Funktionsweise: Ein elektrisch betriebener Sitz senkt Sie sanft in die Wanne und hebt Sie nach dem Baden wieder an. Die Bedienung erfolgt per Knopfdruck.
Kosten: 300-800 Euro, bei Pflegegrad von der Pflegekasse bezuschusst.
Badewannentür: Umbau statt Neukauf
Wenn die Wanne zu hoch zum Einsteigen ist, kann eine nachträglich eingebaute Tür die Lösung sein. Der Umbau kostet etwa 1.500-3.000 Euro und wird über wohnumfeldverbessernde Maßnahmen gefördert.
Ganzwaschung im Bett: Bei Bettlägerigkeit
Bei vollständiger Bettlägerigkeit ist die Körperpflege im Bett oft die einzige Option. Pflegepersonen sollten dafür geschult sein – eine 24-Stunden-Betreuung zu Hause kann hier professionelle Unterstützung bieten.
Hilfsmittel für die Ganzwaschung:
- Waschschüsseln und Waschwannen
- Einmalwaschlappen
- Inkontinenzunterlagen zum Schutz der Matratze
- pH-neutrale Waschlotion
- Hautpflegeprodukte
Diese Produkte können über die zum Verbrauch bestimmten Pflegehilfsmittel bezogen werden (40 Euro monatlich).
Ambulanter Pflegedienst: Professionelle Unterstützung
Wenn die Körperpflege für Angehörige zu belastend wird, kann ein ambulanter Pflegedienst die Grundpflege übernehmen. Die Kosten werden über die Pflegesachleistung abgerechnet.
Vergleich: Ein Vergleich zwischen 24-Stunden-Pflege und ambulantem Dienst hilft bei der Entscheidung, welche Lösung besser passt.
24-Stunden-Betreuung: Rundum-Versorgung zu Hause
Bei höherem Pflegebedarf ist eine 24-Stunden-Betreuung oft die beste Lösung. Eine Betreuungskraft wohnt im Haushalt und unterstützt bei allen Alltagsaufgaben – einschließlich der Körperpflege.
Vorteile:
- Kontinuierliche Anwesenheit und Sicherheit
- Individuelle, würdevolle Pflege
- Entlastung der Familie
- Leben im vertrauten Zuhause möglich
- Oft günstiger als Pflegeheim
Die Kosten können durch Kombination von Pflegegeld, Verhinderungspflege und Kurzzeitpflege deutlich reduziert werden. Mehr dazu in unserem Artikel zur Kostenübernahme durch Pflegekassen.
Kann ich einen normalen Stuhl als Duschsitz verwenden?
Nein, das ist aus mehreren Gründen nicht empfehlenswert: Normale Stühle sind nicht für den Nassbereich konzipiert. Holzstühle quellen auf, Metallstühle rosten, Polstermöbel werden zu Bakterienherden. Zudem fehlen wichtige Sicherheitsmerkmale wie rutschfeste Füße, wasserdurchlässige Sitzflächen und die nötige Stabilität. Ein spezieller Duschhocker kostet ab 30 Euro – eine lohnende Investition in Ihre Sicherheit.
Wie reinige ich meinen Duschsitz richtig?
Spülen Sie den Sitz nach jedem Gebrauch mit klarem Wasser ab und wischen Sie ihn trocken. Einmal wöchentlich sollten Sie eine Grundreinigung durchführen: Verwenden Sie einen milden Badreiniger oder verdünnten Essig und eine weiche Bürste. Achten Sie besonders auf Ritzen, Schraubverbindungen und die Unterseite der Standfüße – hier sammeln sich gerne Seifenreste. Lassen Sie den Sitz nach der Reinigung gut trocknen. Bei Schimmelbefall sofort mit Schimmelentferner behandeln. Kunststoffsitze vertragen auch Desinfektionsmittel, bei Holzsitzen ist regelmäßiges Einölen wichtig.
Mein Duschhocker wackelt – ist er noch sicher?
Ein wackelnder Duschhocker ist ein Sicherheitsrisiko und sollte nicht mehr verwendet werden, bis das Problem behoben ist. Mögliche Ursachen: abgenutzte oder fehlende Gummifüße, gelockerte Schrauben, verbogene Beine oder unebener Boden. Prüfen Sie alle Schraubverbindungen und ziehen Sie sie fest. Kontrollieren Sie die Gummifüße auf Risse oder Abnutzung – Ersatzfüße kosten nur wenige Euro. Testen Sie den Hocker auf ebenem Boden: Wackelt er dort auch, ist möglicherweise das Gestell verzogen oder beschädigt. In diesem Fall sollten Sie einen neuen Hocker anschaffen.
Kann ich den Duschsitz auch außerhalb der Dusche nutzen?
Ja, viele Menschen nutzen ihren Duschhocker auch als Badhocker für andere Zwecke: beim Anziehen von Strümpfen, für die Fußpflege, beim Föhnen oder als Ablage. Achten Sie aber darauf, dass der Sitz nach der Nutzung in der Dusche gut getrocknet ist, bevor Sie ihn auf Teppich oder Parkett stellen. Für die dauerhafte Nutzung außerhalb der Dusche gibt es auch spezielle Badhilfen ohne wasserdurchlässige Sitzfläche, die bequemer sind.
Wie hoch sollte ein Duschsitz für mich sein?
Die optimale Sitzhöhe hängt von Ihrer Körpergröße ab. Als Faustregel gilt: Wenn Sie auf dem Sitz sitzen, sollten Ihre Oberschenkel etwa waagerecht sein und Ihre Füße flach auf dem Boden stehen. Das entspricht in der Regel einer Sitzhöhe von 40-50 cm. Für Menschen unter 1,60 m sind 40-45 cm ideal, für größere Menschen 45-50 cm. Höhenverstellbare Modelle bieten die beste Anpassungsmöglichkeit. Im Sanitätshaus können Sie verschiedene Höhen probesitzen. Eine zu niedrige Sitzposition erschwert das Aufstehen, eine zu hohe belastet die Beine und Füße.
Darf eine 24-Stunden-Betreuungskraft beim Duschen helfen?
Ja, die Unterstützung bei der Körperpflege gehört zu den Kernaufgaben einer 24-Stunden-Betreuungskraft. Sie darf beim Duschen assistieren, den Duschsitz vorbereiten, beim Hinsetzen helfen und die Körperpflege durchführen. Medizinische Tätigkeiten wie das Wechseln von Kathetern oder Verbänden sind allerdings ausgeschlossen – dafür ist ein Pflegedienst zuständig. Die Betreuungskraft sollte im Umgang mit Pflegehilfsmitteln geschult sein und die Würde des Pflegebedürftigen respektieren. Viele Familien empfinden die kontinuierliche Unterstützung durch eine Betreuungskraft als große Entlastung.
Was mache ich, wenn die Pflegekasse den Duschsitz ablehnt?
Legen Sie Widerspruch ein! Die Pflegekasse hat 3 Wochen Zeit, über Ihren Antrag zu entscheiden. Wird er abgelehnt, haben Sie 4 Wochen Zeit für einen Widerspruch. Begründen Sie diesen ausführlich: Erklären Sie, warum der Duschsitz für Ihre Sicherheit notwendig ist (z.B. Sturzgefahr, Erschöpfung beim Stehen, ärztliche Empfehlung). Fügen Sie ein aktuelles ärztliches Attest bei. Oft wird der Antrag im zweiten Anlauf genehmigt. Alternativ können Sie den Duschsitz zunächst selbst kaufen (ab 30 Euro) und später erneut einen Antrag stellen. Die Investition in Ihre Sicherheit ist es wert.
Gibt es Duschsitze für besonders schwere Menschen?
Ja, es gibt XXL-Modelle mit erhöhter Tragkraft bis 250 kg. Diese verfügen über verstärkte Gestelle, breitere Sitzflächen (oft 50-60 cm) und stabilere Konstruktionen. Die Kosten liegen zwischen 250 und 500 Euro. Bei anerkanntem Pflegegrad übernimmt die Pflegekasse auch diese Spezialmodelle – vorausgesetzt, die Notwendigkeit ist nachgewiesen. Lassen Sie sich im Sanitätshaus beraten, welches Modell für Ihre Situation geeignet ist. Wichtig: Auch bei XXL-Modellen sollten Sie eine Sicherheitsreserve von mindestens 20% einkalkulieren.
Kann ich einen Duschsitz mieten statt kaufen?
Ja, viele Sanitätshäuser bieten die Miete von Duschsitzen an – besonders sinnvoll bei temporärem Bedarf (z.B. nach einer Operation). Die Mietkosten liegen bei etwa 15-30 Euro pro Monat. Bei längerer Nutzung ist der Kauf jedoch meist günstiger. Wenn die Pflegekasse die Kosten übernimmt, stellt sie das Hilfsmittel in der Regel leihweise zur Verfügung – Sie zahlen nur die einmalige Zuzahlung von maximal 10 Euro. Bei Mietmodellen entfällt die Sorge um Wartung und Reparatur – das Sanitätshaus tauscht defekte Geräte aus.
Wie lange hält ein Duschsitz?
Die Lebensdauer hängt stark von Material, Qualität und Pflege ab. Hochwertige Kunststoff- oder Aluminium-Modelle halten bei guter Pflege 5-10 Jahre, Edelstahl-Wandsitze sogar 15-20 Jahre. Holzsitze haben mit 3-5 Jahren eine kürzere Lebensdauer. Verschleißteile wie Gummifüße sollten alle 1-2 Jahre ausgetauscht werden (Kosten: 5-15 Euro). Achten Sie auf Risse im Material, gelockerte Schrauben oder durchgebogene Sitzflächen – das sind Zeichen, dass ein Austausch nötig ist. Bei über die Pflegekasse bezogenen Hilfsmitteln können Sie bei Defekten einen Austausch beantragen.
Ist ein Duschsitz auch bei Demenz geeignet?
Ja, aber die Auswahl sollte sorgfältig erfolgen. Menschen mit Demenz brauchen einfache, intuitive Hilfsmittel. Ein Duschstuhl mit Armlehnen und Rückenlehne gibt Sicherheit und Orientierung. Vermeiden Sie komplizierte Mechanismen oder Höhenverstellung – das kann verwirren. Klappbare Wandsitze sind oft problematisch, da Demenzkranke vergessen können, den Sitz herunterzuklappen. Ein fest positionierter, stabiler Stuhl ist die bessere Wahl. Wichtig ist die Begleitung durch eine vertraute Person. Eine 24-Stunden-Betreuung bei Demenz kann hier wertvolle Unterstützung bieten.
Was ist der Unterschied zwischen Duschhocker und Duschstuhl?
Der Hauptunterschied liegt im Komfort und der Ausstattung: Ein Duschhocker ist die einfachste Form – ein Sitz auf vier Beinen ohne Lehnen. Er eignet sich für Menschen, die noch relativ mobil sind und nur Entlastung beim Stehen brauchen. Ein Duschstuhl verfügt zusätzlich über Rückenlehne und oft auch Armlehnen. Er bietet mehr Halt und Komfort, ist aber auch größer und teurer. Für Menschen mit höherem Pflegebedarf oder Gleichgewichtsproblemen ist ein Duschstuhl die bessere Wahl. Die Übergänge sind fließend – manche Hersteller verwenden die Begriffe synonym.
Fazit: Der richtige Duschsitz für mehr Sicherheit und Lebensqualität
Ein Duschsitz ist weit mehr als nur ein Hilfsmittel – er ist ein wichtiger Baustein für ein selbstbestimmtes Leben in den eigenen vier Wänden. Ob einfacher Duschhocker, komfortabler Duschstuhl oder platzsparender Wandsitz klappbar: Die richtige Sitzmöglichkeit in der Dusche erhöht die Sicherheit, bewahrt die Würde und ermöglicht eine entspannte Körperpflege ohne Zeitdruck und Sturzangst.
Die wichtigsten Erkenntnisse auf einen Blick:
- Frühzeitig vorsorgen: Warten Sie nicht auf den ersten Sturz – ein Duschsitz ist auch präventiv sinnvoll
- Individuelle Auswahl: Berücksichtigen Sie Pflegegrad, Mobilität, Badgröße und persönliche Vorlieben
- Qualität zahlt sich aus: Achten Sie auf Prüfsiegel, ausreichende Tragkraft und hochwertige Materialien
- Kostenübernahme nutzen: Bei Pflegegrad übernimmt die Pflegekasse die Kosten – nutzen Sie diesen Anspruch
- Fachgerechte Montage: Besonders bei Wandsitzen ist professionelle Installation wichtig
- Gesamtkonzept denken: Kombinieren Sie den Duschsitz mit Haltegriffen, rutschfesten Matten und guter Beleuchtung
- Regelmäßige Pflege: Reinigung und Wartung verlängern die Lebensdauer erheblich
Die Kosten für einen Duschsitz sind überschaubar – sie liegen zwischen 30 Euro für einen einfachen Hocker und 500 Euro für einen hochwertigen Duschrollstuhl. Bei anerkanntem Pflegegrad übernimmt die Pflegekasse die Kosten weitgehend, sodass nur eine geringe Zuzahlung verbleibt. Diese Investition in Sicherheit und Lebensqualität zahlt sich vielfach aus – durch vermiedene Stürze, erhaltene Selbstständigkeit und Entlastung pflegender Angehöriger.
Denken Sie daran: Ein Duschsitz ist keine Kapitulation vor dem Alter, sondern ein kluger Schritt zu mehr Sicherheit und Komfort. Er ermöglicht es, die tägliche Körperpflege auch bei eingeschränkter Mobilität würdevoll und selbstbestimmt durchzuführen – ein wichtiger Beitrag zur Lebensqualität.
Wenn die Unterstützung durch Hilfsmittel allein nicht mehr ausreicht, kann eine 24-Stunden-Betreuung zu Hause eine wertvolle Ergänzung sein. Professionelle Betreuungskräfte unterstützen nicht nur bei der Körperpflege, sondern auch bei allen anderen Alltagsaufgaben – und ermöglichen so ein Leben in Würde und Selbstbestimmung in den eigenen vier Wänden.

Kostenlose Beratung zur 24-Stunden-Betreuung – individuell und unverbindlich
Angebot anfordern Beraten lassenHinweis: Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine professionelle medizinische oder rechtliche Beratung. Alle Angaben entsprechen dem Stand 2026 und können sich ändern. Bei konkreten Fragen zu Ihrer individuellen Situation wenden Sie sich bitte an Ihren Hausarzt, Ihre Pflegekasse oder ein Sanitätshaus. Die genannten Preise sind Durchschnittswerte und können je nach Region und Anbieter variieren. Stand: Januar 2026