Ein barrierefreier Balkon oder eine barrierefreie Terrasse bedeutet mehr als nur den Abbau einer Schwelle – es geht um Lebensqualität, Selbstständigkeit und die Möglichkeit, frische Luft und Sonnenschein im eigenen Zuhause zu genießen. Für Menschen mit eingeschränkter Mobilität, Rollstuhlfahrer oder Senioren mit Rollator stellt bereits eine kleine Türschwelle eine unüberwindbare Barriere dar. Die Folge: Der Außenbereich bleibt ungenutzt, soziale Isolation nimmt zu, und die Lebensfreude schwindet.
Dabei ist die Gestaltung eines schwellenlosen Balkons oder einer barrierefreien Terrasse heute technisch ausgereift und oft einfacher umsetzbar als gedacht. Moderne Lösungen wie Magnetdichtungen, spezielle Entwässerungsrinnen und innovative Bodenbeläge ermöglichen einen sicheren, schwellenlosen Übergang zwischen Innen- und Außenbereich – auch in Bestandsgebäuden. Doch welche technischen Anforderungen müssen erfüllt werden? Welche Kosten entstehen? Und welche Zuschüsse stehen zur Verfügung?
Dieser umfassende Ratgeber beantwortet alle wichtigen Fragen rund um die barrierefreie Gestaltung von Balkon und Terrasse. Sie erfahren, wie Sie einen Balkon rollstuhlgerecht umbauen, welche DIN-Normen zu beachten sind, wie Sie eine Balkonschwelle überbrücken und welche praktischen Lösungen für Ihr individuelles Bauvorhaben geeignet sind. Darüber hinaus erhalten Sie konkrete Informationen zu Fördermöglichkeiten und Finanzierungshilfen, die Ihnen den Umbau erheblich erleichtern können.
Was bedeutet ein barrierefreier Balkon? Definition und Anforderungen nach DIN 18040
Ein barrierefreier Balkon ist so gestaltet, dass er von Menschen mit körperlichen Einschränkungen – sei es durch Alter, Behinderung oder temporäre Mobilitätseinschränkungen – selbstständig und sicher genutzt werden kann. Die technischen Anforderungen für barrierefreies Bauen sind in der DIN 18040 geregelt, die zwischen barrierefreiem und rollstuhlgerechtem Wohnen unterscheidet.
Kernmerkmale eines barrierefreien Balkons
Die wichtigsten Anforderungen an einen Balkon barrierefrei umfassen mehrere technische und gestalterische Aspekte, die zusammenwirken müssen:
Schwellenloser Zugang: Der Übergang vom Wohnraum zum Balkon darf maximal 2 cm hoch sein (DIN 18040-2). Diese Höhendifferenz lässt sich mit einem Rollstuhl oder Rollator problemlos überwinden. Bei rollstuhlgerechtem Bauen nach DIN 18040-2 R ist ein vollständig schwellenloser Übergang (0 cm) erforderlich. Dies stellt besondere Anforderungen an die Abdichtung und Entwässerung.
Ausreichende Bewegungsflächen: Für die Nutzung mit einem Rollstuhl muss auf dem Balkon eine Bewegungsfläche von mindestens 150 x 150 cm zur Verfügung stehen. Dies ermöglicht das Wenden und Rangieren mit dem Rollstuhl. Bei kleineren Balkonen sollte zumindest eine Fläche von 120 x 120 cm vorhanden sein, um ein Abstellen des Rollstuhls zu ermöglichen.
Sichere Brüstungshöhe: Die Brüstung muss zwischen 90 cm und 110 cm hoch sein. Bei Rollstuhlfahrern ist eine durchsichtige Gestaltung im unteren Bereich (bis ca. 60 cm Höhe) sinnvoll, um den Ausblick auch im Sitzen zu ermöglichen. Gleichzeitig muss die Brüstung Absturzsicherheit gewährleisten.
Rutschfeste Bodenbeläge: Der Bodenbelag muss auch bei Nässe rutschfest sein (Bewertungsgruppe R11 oder höher). Fugenlose oder fugenminimierende Beläge erleichtern die Nutzung mit Rollstuhl oder Rollator erheblich.
Unterschied zwischen barrierefrei und rollstuhlgerecht
Ein wichtiger Unterschied besteht zwischen „barrierefrei” und „rollstuhlgerecht”. Während bei barrierefreien Lösungen eine Schwellenhöhe von bis zu 2 cm toleriert wird, muss bei rollstuhlgerechtem Bauen ein vollständig schwellenloser Übergang realisiert werden. Dies hat erhebliche Auswirkungen auf die Planung und Kosten, da spezielle Abdichtungssysteme und Entwässerungslösungen erforderlich sind.
Für Senioren mit Rollator oder Gehstock ist in der Regel eine barrierefreie Lösung mit maximal 2 cm Schwelle ausreichend und deutlich kostengünstiger. Rollstuhlfahrer benötigen hingegen einen vollständig schwellenlosen Zugang, um den Balkon selbstständig nutzen zu können.
Schwellenloser Balkon: Technische Lösungen für den barrierefreien Übergang
Die größte Herausforderung bei der Schaffung eines barrierefreien Balkons ist der schwellenlose Übergang von der Wohnung zum Außenbereich. Türschwellen erfüllen wichtige Funktionen: Sie verhindern das Eindringen von Wasser, dienen der Wärmedämmung und sorgen für die Stabilität der Balkontür. Ein schwellenloser Balkon erfordert daher innovative technische Lösungen, die diese Funktionen auf andere Weise erfüllen.
Magnetdichtungen: Die moderne Lösung für schwellenlose Übergänge
Eine der effektivsten Lösungen für eine Balkontür schwellenlos sind Magnetdichtungen oder Magnetbodendichtungen. Diese Systeme funktionieren nach einem einfachen Prinzip: Im geschlossenen Zustand wird eine Dichtungslippe durch Magnete fest auf den Boden gedrückt und verhindert so das Eindringen von Wasser und Zugluft. Beim Öffnen der Tür hebt sich die Dichtung automatisch an, sodass ein schwellenloser Übergang entsteht.
Vorteile von Magnetdichtungen:
- Vollständig schwellenloser Übergang (0 cm Höhendifferenz)
- Zuverlässiger Schutz vor Wasser und Zugluft
- Automatische Funktion – keine manuelle Bedienung erforderlich
- Geeignet für Neu- und Altbau
- Langlebig und wartungsarm
Nachteile: Die Anschaffungskosten sind höher als bei herkömmlichen Türsystemen. Eine fachgerechte Installation ist zwingend erforderlich, da die Abdichtung präzise justiert werden muss. Zudem muss der Bodenbelag im Schwellenbereich absolut eben sein.
Entwässerungsrinnen: Schutz vor stehendem Wasser
Ein schwellenloser Übergang bedeutet auch, dass Regenwasser leichter in den Wohnbereich eindringen könnte. Daher ist eine effektive Entwässerung unverzichtbar. Entwässerungsrinnen werden direkt vor der Balkontür im Bodenbelag eingelassen und leiten Wasser zuverlässig ab.
Moderne Entwässerungssysteme für barrierefreie Balkone bestehen aus:
- Linienabläufen: Schmale, längliche Rinnen mit Gitterrost, die parallel zur Türschwelle verlaufen
- Punktabläufen: Quadratische oder runde Abläufe, die an strategischen Punkten platziert werden
- Gefälleausbildung: Der Balkonboden erhält ein leichtes Gefälle (ca. 2%) von der Tür weg, um Wasser gezielt abzuleiten
Die Kombination aus Magnetdichtung und Entwässerungsrinne bietet den besten Schutz vor Wassereintritt und ermöglicht gleichzeitig einen vollständig schwellenlosen Zugang.
Alternative Lösungen: Schwellenrampen und Türschwellenkeile
Wenn ein vollständiger Umbau nicht möglich oder zu kostspielig ist, können temporäre Lösungen wie Schwellenrampen oder Türschwellenkeile eine praktikable Alternative sein. Diese Hilfsmittel werden vor die bestehende Schwelle gelegt und ermöglichen das Überfahren mit Rollstuhl oder Rollator.
Vorteile: Kostengünstig (ab ca. 30-150 Euro), keine baulichen Veränderungen nötig, flexibel einsetzbar, oft als technisches Pflegehilfsmittel von der Pflegekasse bezuschusst.
Nachteile: Optisch weniger ansprechend, Stolpergefahr für andere Bewohner, nicht für hohe Schwellen (über 6 cm) geeignet, bei Nässe kann die Rampe rutschig werden.

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Angebot anfordern Beraten lassenRutschfeste Bodenbeläge für Balkon und Terrasse: Sicherheit bei jedem Wetter
Ein rutschfester Bodenbelag ist für einen sicheren barrierefreien Balkon oder eine barrierefreie Terrasse unverzichtbar. Stürze auf nassen, glatten Oberflächen gehören zu den häufigsten Unfallursachen bei Senioren und Menschen mit Mobilitätseinschränkungen. Die Auswahl des richtigen Belags hängt von mehreren Faktoren ab: Rutschfestigkeit, Rollwiderstand für Rollstühle, Pflegeleichtigkeit und Witterungsbeständigkeit.
Bewertungsgruppen für Rutschfestigkeit
Die Rutschfestigkeit von Bodenbelägen wird in Bewertungsgruppen eingeteilt, die mit dem Buchstaben R (für „Rutschhemmung”) gekennzeichnet sind. Für Außenbereiche wie Balkone und Terrassen gelten folgende Empfehlungen:
| Bewertungsgruppe | Neigungswinkel | Eignung |
|---|---|---|
| R9 | 6° – 10° | Nur für überdachte, trockene Bereiche |
| R10 | 10° – 19° | Mindestanforderung für Balkone |
| R11 | 19° – 27° | Empfohlen für barrierefreie Balkone |
| R12 | 27° – 35° | Sehr rutschfest, ideal für Nassbereiche |
| R13 | über 35° | Höchste Rutschfestigkeit |
Für einen barrierefreien Balkon sollte mindestens die Bewertungsgruppe R11 gewählt werden. Dies gewährleistet auch bei Nässe ausreichende Rutschfestigkeit. Zusätzlich zur R-Bewertung gibt es die V-Klassifizierung (V4 bis V10), die speziell für barfuß begangene Nassbereiche gilt – etwa für Terrassen mit Zugang zum Pool.
Geeignete Materialien für barrierefreie Balkone
Feinsteinzeug-Fliesen: Feinsteinzeug ist frostbeständig, pflegeleicht und in verschiedenen Rutschfestigkeitsklassen erhältlich. Für barrierefreie Balkone eignen sich Fliesen mit strukturierter Oberfläche (R11 oder R12). Wichtig: Die Fugen sollten möglichst schmal sein (3-5 mm), um den Rollwiderstand für Rollstühle gering zu halten.
WPC-Dielen (Wood-Plastic-Composite): WPC-Dielen bestehen aus einem Holz-Kunststoff-Gemisch und bieten eine natürliche Optik bei gleichzeitig hoher Witterungsbeständigkeit. Sie sind rutschfest, splitterfrei und pflegeleicht. Für Rollstuhlnutzer sollten geriffelte Varianten gewählt werden, die eine gute Traktion bieten.
Gummibeläge: Spezielle Gummimatten oder -platten bieten hervorragende Rutschfestigkeit und sind besonders gelenkschonend. Sie eignen sich gut für nachträgliche Balkongestaltungen, da sie auf bestehende Beläge aufgelegt werden können. Nachteil: Optisch weniger ansprechend als Fliesen oder Holz.
Naturstein mit geflammter Oberfläche: Granit, Basalt oder Porphyr mit geflammter oder gestrahlter Oberfläche bieten natürliche Rutschfestigkeit und sind extrem langlebig. Die Oberfläche sollte nicht poliert sein, da dies die Rutschgefahr erhöht. Naturstein ist hochwertig, aber auch kostenintensiv.
Was Sie bei der Verlegung beachten sollten
Neben dem Material selbst ist auch die fachgerechte Verlegung entscheidend für die Sicherheit:
- Gefälle: Der Balkonboden sollte ein Gefälle von ca. 2% aufweisen, damit Regenwasser zügig abfließt und keine Pfützen entstehen
- Fugenmaterial: Verwenden Sie flexibles, frostsicheres Fugenmaterial, das Bewegungen des Untergrunds auffängt
- Unterkonstruktion: Bei Holz- oder WPC-Dielen muss die Unterkonstruktion ausreichend belüftet sein, um Fäulnis zu vermeiden
- Kantenprofile: An Übergängen zu Türschwellen sollten flache Kantenprofile verwendet werden, um Stolperfallen zu vermeiden
Bewegungsflächen und Platzbedarf: Balkon rollstuhlgerecht planen
Ein Balkon rollstuhlgerecht zu gestalten bedeutet nicht nur, die Schwelle zu beseitigen, sondern auch ausreichend Platz zum Bewegen und Verweilen zu schaffen. Die DIN 18040-2 gibt hier klare Vorgaben, die bei der Planung berücksichtigt werden müssen.
Mindestmaße für rollstuhlgerechte Balkone
Für die Nutzung mit einem Rollstuhl sind folgende Bewegungsflächen erforderlich:
- Wendefläche: 150 x 150 cm (Mindestmaß nach DIN 18040-2 R) – ermöglicht das vollständige Wenden mit dem Rollstuhl
- Stellfläche: 120 x 120 cm (Mindestmaß für barrierefreies Bauen) – ausreichend zum Abstellen des Rollstuhls und kurzen Verweilen
- Durchgangsbreite Balkontür: Mindestens 90 cm lichte Breite, besser 100 cm für komfortables Durchfahren
- Freiraum vor der Tür: Mindestens 150 cm Tiefe vor der Balkontür, damit das Öffnen und Schließen möglich ist
Bei kleinen Balkonen (unter 5 m²) lässt sich oft nur eine Stellfläche realisieren. In diesem Fall sollte zumindest ein Bereich geschaffen werden, in dem der Rollstuhl abgestellt werden kann, um frische Luft zu genießen. Das Wenden muss dann in der Wohnung erfolgen.
Balkonmöbel und Ausstattung: Höhenverstellbar und unterfahrbar
Auch die Auswahl der Balkonmöbel spielt eine wichtige Rolle für die Nutzbarkeit:
Tische: Unterfahrbare Tische mit einer Höhe von 70-80 cm und einer Beinfreiheit von mindestens 67 cm ermöglichen Rollstuhlfahrern das bequeme Heranfahren. Klapptische sind praktisch, da sie bei Bedarf Platz schaffen.
Sitzmöglichkeiten: Für Begleitpersonen sollten stabile Stühle oder Bänke mit Armlehnen vorhanden sein, die das Aufstehen erleichtern. Die Sitzhöhe sollte zwischen 45 und 48 cm liegen.
Sonnenschutz: Ein Sonnenschirm oder eine Markise sollte so angebracht sein, dass die Bewegungsfläche nicht eingeschränkt wird. Wandmontierte Lösungen sind hier ideal.
Pflanzen und Dekoration: Hochbeete oder Pflanzkästen auf Rollen ermöglichen auch Rollstuhlfahrern das Gärtnern. Achten Sie darauf, dass Pflanzen und Dekorationselemente die Bewegungsflächen nicht einschränken.
Beleuchtung und Sicherheit
Eine gute Beleuchtung ist besonders für Senioren wichtig, um Stolperfallen zu vermeiden und den Balkon auch in den Abendstunden sicher nutzen zu können:
- Bewegungsmelder sorgen für automatisches Licht beim Betreten des Balkons
- Bodeneinbauleuchten entlang der Brüstung schaffen eine indirekte, blendfreie Beleuchtung
- Wandleuchten sollten so angebracht sein, dass sie nicht im Weg sind (mindestens 180 cm Höhe)
- Solarbetriebene Leuchten sind eine flexible, stromsparende Alternative
Brüstungshöhe und Absturzsicherung: Sicherheit und Ausblick in Einklang bringen
Die Brüstungshöhe eines Balkons muss einerseits Absturzsicherheit gewährleisten, andererseits sollte sie Rollstuhlfahrern und sitzenden Personen einen guten Ausblick ermöglichen. Die Landesbauordnungen schreiben eine Mindesthöhe von 90 cm vor, bei Absturzhöhen über 12 Metern sind 110 cm erforderlich.
Gestaltung für Rollstuhlfahrer
Für Rollstuhlfahrer stellt eine durchgehend geschlossene Brüstung ein Problem dar, da der Ausblick eingeschränkt ist. Folgende Lösungen bieten sich an:
- Zweistufige Brüstung: Der untere Bereich (bis ca. 60 cm) ist transparent gestaltet (Glas oder Gitterstäbe), der obere Bereich bietet Sicht- und Windschutz
- Glasbrüstung: Vollverglaste Brüstungen aus Sicherheitsglas bieten uneingeschränkte Sicht und erfüllen gleichzeitig die Sicherheitsanforderungen
- Geländer mit horizontalen Stäben: Vermeiden Sie vertikale Stäbe, die die Sicht einschränken. Horizontale Stäbe oder Drahtseile bieten mehr Durchblick
Wichtig: Bei der Nachrüstung oder Änderung von Brüstungen ist eine statische Prüfung erforderlich. Informieren Sie sich bei Ihrer Baubehörde über die geltenden Vorschriften.

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Angebot anfordern Beraten lassenBalkonschwelle überbrücken: Praktische Lösungen für Bestandsgebäuden
In Bestandsgebäuden ist ein vollständiger Umbau zur Schaffung eines schwellenlosen Balkons oft mit hohen Kosten und baulichem Aufwand verbunden. Glücklicherweise gibt es praktische Zwischenlösungen, die eine Balkonschwelle überbrücken und die Nutzung mit Rollstuhl oder Rollator ermöglichen.
Mobile Schwellenrampen: Flexibel und kostengünstig
Mobile Rampen sind die einfachste und kostengünstigste Lösung, um eine bestehende Türschwelle zu überbrücken. Sie werden einfach vor die Schwelle gelegt und können bei Bedarf wieder entfernt werden.
Materialien und Varianten:
- Gummirampen: Flexibel, rutschfest, wetterbeständig, geeignet für Schwellen bis 6 cm (Kosten: 30-100 Euro)
- Aluminiumrampen: Stabil, langlebig, höhenverstellbar, geeignet für Schwellen bis 10 cm (Kosten: 80-250 Euro)
- Teleskoprampen: Ausziehbar, für verschiedene Schwellenhöhen nutzbar, transportabel (Kosten: 150-400 Euro)
- Keilrampen aus Kunststoff: Leicht, einfach zu reinigen, in verschiedenen Höhen erhältlich (Kosten: 20-80 Euro)
Worauf Sie bei der Auswahl achten sollten: Die Steigung der Rampe sollte maximal 6% betragen (bei einer 6 cm hohen Schwelle also mindestens 100 cm Länge). Achten Sie auf rutschfeste Oberflächen und eine sichere Befestigung, damit die Rampe nicht verrutscht. Viele Rampen sind als technisches Pflegehilfsmittel anerkannt und werden von der Pflegekasse bezuschusst.
Festinstallierte Rampen und Schwellenkeile
Für eine dauerhaftere Lösung können festinstallierte Rampen oder Schwellenkeile angebracht werden. Diese werden mit dem Boden verschraubt oder verklebt und bieten eine stabile, langfristige Lösung.
Vorteile: Keine Stolpergefahr durch Verrutschen, optisch ansprechender als mobile Lösungen, langlebig und wartungsarm.
Nachteile: Bauliche Veränderung erforderlich (Zustimmung des Vermieters nötig), höhere Kosten (ab 200 Euro), nicht ohne Weiteres rückbaubar.
Türschwellen-Absenkung: Die dauerhafte Lösung
Die nachträgliche Absenkung der Türschwelle ist die aufwendigste, aber auch effektivste Lösung. Dabei wird die bestehende Schwelle entfernt oder abgeschliffen und durch eine niedrigere Schwelle (maximal 2 cm) oder ein schwellenloses System ersetzt.
Ablauf:
- Prüfung der baulichen Gegebenheiten (Abdichtung, Dämmung, Statik)
- Ausbau der alten Balkontür und Schwelle
- Installation eines neuen Türsystems mit Magnetdichtung oder Entwässerungsrinne
- Anpassung des Bodenbelags innen und außen
- Abdichtung und Dämmung nach aktuellen Standards
Kosten: Je nach Umfang 2.000-6.000 Euro. Diese Maßnahme kann als wohnumfeldverbessernde Maßnahme von der Pflegekasse mit bis zu 4.000 Euro bezuschusst werden.
Terrasse barrierefrei gestalten: Besonderheiten gegenüber Balkonen
Eine barrierefreie Terrasse unterscheidet sich in einigen Punkten von einem Balkon, da sie oft ebenerdig angelegt ist und mehr Gestaltungsspielraum bietet. Dennoch gelten auch hier die Grundprinzipien des barrierefreien Bauens: schwellenloser Zugang, rutschfeste Beläge und ausreichende Bewegungsflächen.
Schwellenloser Terrassenzugang: Technische Umsetzung
Bei einer ebenerdigen Terrasse ist ein schwellenloser Übergang Terrasse oft einfacher zu realisieren als bei einem Balkon, da keine Absturzsicherung erforderlich ist. Dennoch muss die Terrasse niedriger liegen als der Wohnraum, um zu verhindern, dass Regenwasser in die Wohnung eindringt.
Empfohlenes Höhenverhältnis: Der Terrassenboden sollte ca. 15-20 cm unter dem Niveau des Wohnraums liegen. Der Übergang selbst wird über eine flache Rampe oder eine sehr geringe Stufe (maximal 2 cm) gestaltet. Moderne Terrassensysteme mit Entwässerungsrinnen und Magnetdichtungen ermöglichen vollständig schwellenlose Übergänge.
Großzügige Bewegungsflächen und Wegeführung
Im Gegensatz zu Balkonen bieten Terrassen meist mehr Platz, was die Gestaltung erleichtert:
- Breite Wege: Wege auf der Terrasse sollten mindestens 120 cm breit sein, besser 150 cm, um bequemes Rangieren mit dem Rollstuhl zu ermöglichen
- Wendeflächen: Planen Sie an strategischen Punkten Wendeflächen von 150 x 150 cm ein
- Sitzgruppen: Unterfahrbare Tische und ausreichend Platz zwischen Möbeln (mindestens 90 cm) erleichtern die Nutzung
- Überdachung: Eine teilweise Überdachung schützt vor Regen und ermöglicht die Nutzung auch bei schlechtem Wetter
Belagswahl für Terrassen: Rutschfest und pflegeleicht
Für Terrassen gelten dieselben Anforderungen an die Rutschfestigkeit wie für Balkone (mindestens R11). Zusätzlich sollten folgende Aspekte berücksichtigt werden:
Fugenminimierung: Großformatige Platten (mindestens 60 x 60 cm) reduzieren die Anzahl der Fugen und erleichtern das Fahren mit Rollstuhl oder Rollator. Fugen sollten maximal 5 mm breit sein und mit flexiblem Material verfugt werden.
Farbkontraste: Für sehbehinderte Menschen sind Farbkontraste hilfreich, um Stufen oder Höhenunterschiede zu erkennen. Ein heller Bodenbelag mit dunkleren Randeinfassungen schafft Orientierung.
Drainage: Terrassen benötigen ein Gefälle von 2% sowie eine funktionierende Drainage, um Staunässe zu vermeiden. Bei größeren Terrassen sind mehrere Abläufe erforderlich.
Kosten für den Umbau eines barrierefreien Balkons: Detaillierte Kostenübersicht
Die Kosten für den Umbau eines Balkons barrierefrei hängen stark vom Umfang der Maßnahmen, der Größe des Balkons und den baulichen Gegebenheiten ab. Im Folgenden finden Sie eine detaillierte Übersicht über die zu erwartenden Kosten.
Kostenaufstellung nach Gewerken
| Maßnahme | Kosten (ca.) | Anmerkungen |
|---|---|---|
| Schwellenlose Balkontür mit Magnetdichtung | 2.000 – 4.000 € | Inkl. Einbau, je nach Größe und Material |
| Entwässerungsrinne | 300 – 800 € | Inkl. Material und Verlegung |
| Bodenbelag (Feinsteinzeug, R11) | 40 – 80 €/m² | Materialkosten, Verlegung ca. 30-50 €/m² |
| Bodenbelag (WPC-Dielen) | 50 – 120 €/m² | Inkl. Unterkonstruktion und Verlegung |
| Abdichtung und Gefälleausbildung | 500 – 1.500 € | Je nach Balkongröße |
| Brüstungsanpassung (Glas) | 150 – 300 €/m | Abhängig von Höhe und Material |
| Beleuchtung (LED, Bewegungsmelder) | 200 – 600 € | Inkl. Installation |
| Mobile Schwellenrampe | 30 – 400 € | Je nach Material und Länge |
| Festinstallierte Rampe | 200 – 1.000 € | Inkl. Befestigung |
Gesamtkosten: Beispielrechnungen
Minimallösung (bestehender Balkon, 4 m²):
- Mobile Schwellenrampe: 80 €
- Rutschfeste Gummimatten: 150 €
- Beleuchtung: 200 €
- Gesamtkosten: ca. 430 €
Standardlösung (bestehender Balkon, 6 m², Türschwelle absenkung):
- Neue Balkontür mit Magnetdichtung: 3.000 €
- Entwässerungsrinne: 500 €
- Bodenbelag (Feinsteinzeug, R11): 600 €
- Abdichtung: 800 €
- Beleuchtung: 400 €
- Gesamtkosten: ca. 5.300 €
Premiumlösung (Neubau oder Komplettsanierung, 10 m²):
- Schwellenlose Hebeschiebetür mit Magnetdichtung: 4.500 €
- Entwässerungssystem: 800 €
- Hochwertiger Bodenbelag (WPC): 1.200 €
- Abdichtung und Gefälle: 1.500 €
- Glasbrüstung: 2.000 €
- Beleuchtung und Elektrik: 600 €
- Gesamtkosten: ca. 10.600 €
Hinzu kommen ggf. Kosten für Planung (5-10% der Bausumme), Baugenehmigungen (je nach Bundesland 100-500 €) und unvorhergesehene Zusatzarbeiten (Puffer von 10-15% empfohlen).
Zuschüsse und Fördermöglichkeiten: So finanzieren Sie den barrierefreien Balkon
Die gute Nachricht: Für den barrierefreien Umbau von Balkon oder Terrasse stehen verschiedene Zuschüsse und Förderprogramme zur Verfügung, die die finanzielle Belastung erheblich reduzieren können.
Zuschuss der Pflegekasse: Wohnumfeldverbessernde Maßnahmen
Die wichtigste Förderung ist der Zuschuss für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen nach § 40 Abs. 4 SGB XI. Die Pflegekasse übernimmt bis zu 4.000 Euro pro Maßnahme für Umbauten, die die häusliche Pflege ermöglichen oder erleichtern.
Voraussetzungen:
- Anerkannter Pflegegrad (1-5)
- Die Maßnahme muss die Pflege zu Hause ermöglichen, erleichtern oder die Selbstständigkeit fördern
- Antragstellung VOR Beginn der Umbaumaßnahme
Wichtig: Leben mehrere pflegebedürftige Personen im Haushalt, kann der Zuschuss pro Person beantragt werden (maximal 16.000 Euro pro Maßnahme). Mehr Informationen finden Sie in unserem Ratgeber zu wohnumfeldverbessernden Maßnahmen.
KfW-Förderung: Altersgerecht Umbauen
Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bietet zwei Programme für barrierefreie Umbauten:
KfW 455-B (Investitionszuschuss): Bis zu 6.250 Euro Zuschuss für Einzelmaßnahmen zur Barrierereduzierung. Die Förderung beträgt 10% der förderfähigen Kosten (mindestens 2.000 Euro Investition). Besonderheit: Keine Pflegebedürftigkeit erforderlich, auch für präventive Maßnahmen geeignet.
KfW 159 (Kredit): Zinsgünstiger Kredit bis 50.000 Euro für umfassende Umbaumaßnahmen. Kombinierbar mit dem Investitionszuschuss.
Antragstellung: Der Antrag muss VOR Beginn der Maßnahme über die KfW-Website gestellt werden. Wichtig: KfW-Förderung und Pflegekassen-Zuschuss sind kombinierbar!
Regionale Förderprogramme und Steuervergünstigungen
Viele Bundesländer und Kommunen bieten zusätzliche Förderprogramme für barrierefreies Wohnen an. Informieren Sie sich bei Ihrer Stadt- oder Gemeindeverwaltung über lokale Zuschüsse.
Steuerliche Absetzbarkeit: Kosten für barrierefreie Umbauten können als außergewöhnliche Belastung in der Einkommensteuererklärung geltend gemacht werden. Voraussetzung ist ein ärztliches Attest, das die medizinische Notwendigkeit bescheinigt. Alternativ können die Kosten als haushaltsnahe Dienstleistung (20% der Lohnkosten, maximal 4.000 Euro pro Jahr) abgesetzt werden.

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Angebot anfordern Beraten lassenPraxisbeispiele: So wurde der Balkon barrierefrei umgebaut
Beispiel 1: Familie Schneider – Schwellenlose Balkontür im Altbau
Familie Schneider aus Hamburg wohnt in einer 70 m² Wohnung im dritten Stock eines Altbaus aus den 1960er Jahren. Herr Schneider (78 Jahre) erlitt einen Schlaganfall und ist seitdem auf den Rollstuhl angewiesen. Der Balkon mit einer 8 cm hohen Türschwelle war für ihn nicht mehr erreichbar – eine große Einschränkung der Lebensqualität.
Die Herausforderung: Der Vermieter war zunächst skeptisch gegenüber baulichen Veränderungen. Zudem musste eine Lösung gefunden werden, die sowohl die Abdichtung gewährleistet als auch den Denkmalschutz berücksichtigt.
Die Lösung: Nach Rücksprache mit einem Fachbetrieb entschied sich die Familie für den Einbau einer neuen Balkontür mit Magnetdichtungssystem. Die alte Schwelle wurde entfernt und durch eine Entwässerungsrinne direkt vor der Tür ersetzt. Der Balkonboden erhielt ein leichtes Gefälle von 2% nach außen. Als Bodenbelag wurden rutschfeste Feinsteinzeugfliesen (R11) verlegt.
Kosten und Förderung:
- Neue Balkontür mit Magnetdichtung: 3.200 €
- Entwässerungsrinne: 450 €
- Bodenbelag (5 m²): 550 €
- Abdichtung: 700 €
- Gesamtkosten: 4.900 €
- Zuschuss Pflegekasse (Pflegegrad 3): 4.000 €
- Eigenanteil: 900 €
Ergebnis: Herr Schneider kann nun selbstständig auf den Balkon fahren und dort die Sonne genießen. Die Familie berichtet von einer deutlichen Verbesserung der Lebensqualität und mehr Selbstständigkeit im Alltag.
Beispiel 2: Ehepaar Müller – Terrasse nachträglich barrierefrei gestaltet
Das Ehepaar Müller (beide Mitte 70) lebt in einem Einfamilienhaus mit großer Terrasse. Frau Müller leidet unter Arthrose und ist zunehmend auf einen Rollator angewiesen. Die 15 cm hohe Stufe vom Wohnzimmer zur Terrasse war für sie kaum noch zu bewältigen.
Die Herausforderung: Eine komplette Absenkung der Terrasse wäre sehr aufwendig und teuer gewesen. Zudem sollte die Lösung optisch ansprechend sein und sich in die bestehende Gartengestaltung einfügen.
Die Lösung: Statt die gesamte Terrasse abzusenken, wurde eine flache Rampe aus WPC-Dielen gebaut, die vom Wohnzimmer zur Terrasse führt. Die Rampe hat eine Länge von 2,5 Metern und überwindet die 15 cm Höhendifferenz mit einer Steigung von 6%. Die bestehende Terrassentür wurde durch eine breitere Schiebetür (120 cm) ersetzt, die einen bequemen Durchgang ermöglicht. Der Terrassenboden wurde mit rutschfesten Feinsteinzeugfliesen neu verlegt.
Kosten und Förderung:
- Neue Schiebetür: 2.800 €
- WPC-Rampe (inkl. Unterkonstruktion): 1.200 €
- Bodenbelag Terrasse (20 m²): 1.800 €
- Beleuchtung: 400 €
- Gesamtkosten: 6.200 €
- Zuschuss Pflegekasse (Pflegegrad 2): 4.000 €
- KfW-Förderung 455-B (10% von 6.200 €): 620 €
- Eigenanteil: 1.580 €
Ergebnis: Frau Müller kann die Terrasse nun problemlos mit dem Rollator erreichen. Die Rampe fügt sich harmonisch in die Gartengestaltung ein und wird auch von Besuchern als praktisch empfunden.
Beispiel 3: Herr Weber – Kostengünstige Lösung mit mobiler Rampe
Herr Weber (82 Jahre) lebt allein in einer Mietwohnung und ist nach einer Hüftoperation vorübergehend auf einen Rollator angewiesen. Der Balkon mit einer 5 cm hohen Schwelle war für ihn nicht mehr zugänglich. Da die Mobilitätseinschränkung voraussichtlich nur temporär ist, suchte er nach einer kostengünstigen, flexiblen Lösung.
Die Lösung: Herr Weber entschied sich für eine mobile Aluminiumrampe, die einfach vor die Balkontür gelegt wird. Die Rampe ist 90 cm lang und überbrückt die 5 cm Schwelle mit einer Steigung von etwa 5,5%. Zusätzlich wurden rutschfeste Gummimatten auf dem Balkon ausgelegt, um die Sicherheit zu erhöhen.
Kosten und Förderung:
- Mobile Aluminiumrampe: 120 €
- Rutschfeste Gummimatten (4 m²): 80 €
- Gesamtkosten: 200 €
- Zuschuss Pflegekasse (technisches Pflegehilfsmittel): 120 €
- Eigenanteil: 80 €
Ergebnis: Mit minimalen Kosten konnte Herr Weber seinen Balkon wieder nutzen. Nach der Genesung kann die Rampe problemlos entfernt oder bei Bedarf an anderer Stelle eingesetzt werden.
Beispiel 4: Familie Hoffmann – Neubau mit rollstuhlgerechtem Balkon
Familie Hoffmann plant den Bau eines Einfamilienhauses und möchte von Anfang an barrierefrei planen, da die Großeltern (beide über 80) mit einziehen werden. Der Balkon im Obergeschoss soll vollständig rollstuhlgerecht gestaltet werden.
Die Planung: Der Architekt integrierte einen 12 m² großen Balkon mit vollständig schwellenlosem Zugang. Die Balkontür (Hebeschiebetür, 140 cm breit) verfügt über ein Magnetdichtungssystem. Vor der Tür wurde eine 30 cm breite Entwässerungsrinne eingeplant. Der Balkonboden besteht aus großformatigen Feinsteinzeugfliesen (80 x 80 cm, R11) mit minimalen Fugen (3 mm). Die Brüstung ist im unteren Bereich (bis 60 cm) verglast, darüber mit Holzlamellen verkleidet. Eine Wendefläche von 150 x 150 cm ermöglicht komfortables Rangieren mit dem Rollstuhl.
Kosten:
- Hebeschiebetür mit Magnetdichtung: 5.000 €
- Entwässerungssystem: 900 €
- Bodenbelag (12 m²): 1.400 €
- Glasbrüstung und Holzverkleidung: 3.500 €
- Beleuchtung (LED-Spots, Bewegungsmelder): 700 €
- Gesamtkosten: 11.500 €
Förderung: Da die Großeltern noch keinen Pflegegrad haben, konnte kein Zuschuss der Pflegekasse beantragt werden. Die Familie nutzte jedoch die KfW-Förderung 455-B (10% = 1.150 €) und setzte die Kosten steuerlich als haushaltsnahe Dienstleistung ab.
Ergebnis: Der Balkon ist nicht nur für die Großeltern, sondern für die gesamte Familie komfortabel nutzbar. Die vorausschauende Planung zahlt sich langfristig aus und erhöht den Wert der Immobilie.
Häufige Fehler vermeiden: Darauf sollten Sie beim Balkonumbau achten
Bei der barrierefreien Gestaltung von Balkon oder Terrasse können verschiedene Fehler auftreten, die im Nachhinein teuer zu beheben sind. Die folgenden Punkte helfen Ihnen, typische Stolpersteine zu vermeiden.
Fehler 1: Unzureichende Abdichtung
Ein schwellenloser Übergang erfordert eine besonders sorgfältige Abdichtung. Wird diese vernachlässigt, kann Wasser in die Wohnung eindringen und zu Schimmelbildung oder Bauschäden führen. Achten Sie darauf, dass die Abdichtung fachgerecht nach den aktuellen Normen (DIN 18195) ausgeführt wird und eine Anschlussabdichtung zur Balkontür vorhanden ist.
Fehler 2: Falsche Gefälleplanung
Ein zu geringes Gefälle führt zu Staunässe und Pfützenbildung, ein zu starkes Gefälle kann für Rollstuhlfahrer problematisch sein. Das optimale Gefälle beträgt 2% (2 cm pro Meter) vom Gebäude weg. Bei sehr kleinen Balkonen kann auch ein Gefälle zur Seite sinnvoll sein, wenn dort ein Ablauf vorhanden ist.
Fehler 3: Zu schmale Türöffnung
Eine Türöffnung von 80 cm mag auf den ersten Blick ausreichend erscheinen, ist für Rollstuhlfahrer aber zu schmal. Die lichte Breite sollte mindestens 90 cm, besser 100 cm betragen. Berücksichtigen Sie auch die Türschwelle selbst – auch wenn sie nur 2 cm hoch ist, reduziert sie die effektive Durchgangsbreite.
Fehler 4: Ungeeigneter Bodenbelag
Ein optisch ansprechender Bodenbelag ist nicht automatisch für barrierefreie Balkone geeignet. Achten Sie auf die Rutschfestigkeitsklasse (mindestens R11) und vermeiden Sie Beläge mit tiefen Fugen oder Rillen, die das Fahren mit Rollstuhl oder Rollator erschweren. Naturstein sollte nicht poliert, sondern geflammt oder gestrahlt sein.
Fehler 5: Fehlende Baugenehmigung
Nicht alle Umbaumaßnahmen sind genehmigungsfrei. Insbesondere bei Veränderungen der Balkontür, der Brüstung oder der Statik kann eine Baugenehmigung erforderlich sein. Informieren Sie sich frühzeitig bei Ihrer Baubehörde und holen Sie bei Mietwohnungen die schriftliche Zustimmung des Vermieters ein.
Fehler 6: Zu späte Antragstellung
Zuschüsse der Pflegekasse und KfW-Förderungen müssen VOR Beginn der Maßnahme beantragt werden. Beginnen Sie mit den Arbeiten, bevor der Zuschuss bewilligt wurde, verfällt der Anspruch. Planen Sie ausreichend Zeit für die Antragstellung ein (4-8 Wochen Bearbeitungszeit).
Rechtliche Aspekte: Mietrecht, Eigentum und Denkmalschutz
Barrierefreier Balkon in Mietwohnungen
Als Mieter haben Sie grundsätzlich das Recht, Ihre Wohnung barrierefrei umzubauen, wenn eine gesundheitliche Notwendigkeit besteht. Der Vermieter kann den Umbau nur ablehnen, wenn berechtigte Interessen entgegenstehen (z.B. Denkmalschutz, statische Bedenken, unverhältnismäßige Kosten für den Rückbau).
Wichtig: Holen Sie die schriftliche Zustimmung des Vermieters ein, bevor Sie mit den Arbeiten beginnen. Legen Sie ein detailliertes Konzept vor, das zeigt, dass die Maßnahmen fachgerecht ausgeführt werden und bei Auszug rückbaubar sind. In der Praxis zeigen sich viele Vermieter kooperativ, wenn die Maßnahmen den Wert der Immobilie erhöhen.
Eigentumswohnungen und Wohnungseigentümergemeinschaften
Bei Eigentumswohnungen müssen Sie als Eigentümer Umbaumaßnahmen, die das Gemeinschaftseigentum betreffen (z.B. Fassade, Balkonbrüstung), von der Eigentümerversammlung genehmigen lassen. Seit der WEG-Reform 2020 haben Sie einen Anspruch auf bauliche Veränderungen, wenn diese der Barrierefreiheit dienen. Die Eigentümergemeinschaft kann die Zustimmung nur verweigern, wenn die Maßnahmen unzumutbar sind.
Denkmalschutz: Barrierefreiheit im historischen Gebäude
Bei denkmalgeschützten Gebäuden sind barrierefreie Umbauten oft eine besondere Herausforderung. Hier gilt es, einen Kompromiss zwischen Denkmalschutz und Barrierefreiheit zu finden. Moderne Lösungen wie Magnetdichtungen oder dezente Rampen können oft auch in historischen Gebäuden umgesetzt werden. Sprechen Sie frühzeitig mit der Denkmalschutzbehörde und ziehen Sie einen erfahrenen Architekten hinzu.

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Angebot anfordern Beraten lassenPflege und Wartung: So bleibt Ihr barrierefreier Balkon sicher
Ein barrierefreier Balkon erfordert regelmäßige Pflege und Wartung, um die Sicherheit und Funktionalität langfristig zu gewährleisten.
Regelmäßige Reinigung
Bodenbelag: Entfernen Sie regelmäßig Laub, Schmutz und Moos, da diese die Rutschfestigkeit beeinträchtigen. Verwenden Sie für die Reinigung einen Hochdruckreiniger (bei robusten Belägen) oder einen Schrubber mit warmem Wasser und mildem Reinigungsmittel. Vermeiden Sie aggressive Reiniger, die die Oberfläche angreifen können.
Entwässerungsrinnen: Kontrollieren Sie die Entwässerungsrinnen mindestens zweimal jährlich (Frühjahr und Herbst) auf Verstopfungen. Entfernen Sie Laub, Schmutz und andere Ablagerungen, damit das Wasser ungehindert abfließen kann.
Magnetdichtungen: Reinigen Sie die Dichtungslippen regelmäßig mit einem feuchten Tuch. Achten Sie darauf, dass keine Schmutzpartikel die Funktion beeinträchtigen. Überprüfen Sie die Magnete auf festen Sitz.
Winterfest machen
Im Winter sind barrierefreie Balkone besonderen Belastungen ausgesetzt:
- Schnee und Eis entfernen: Räumen Sie Schnee zeitnah, um Eisbildung zu vermeiden. Verwenden Sie Streumittel, die die Rutschfestigkeit erhöhen, aber den Bodenbelag nicht angreifen (z.B. Sand, Granulat)
- Entwässerung freihalten: Achten Sie darauf, dass Abläufe nicht zufrieren. Bei starkem Frost können Sie warmes Wasser nachgießen, um Eisbildung zu verhindern
- Frostschutz für Pflanzen: Stellen Sie Pflanzkübel auf Füße, damit Staunässe vermieden wird und die Wurzeln nicht erfrieren
Jährliche Inspektion
Führen Sie einmal jährlich eine gründliche Inspektion durch:
- Überprüfen Sie die Abdichtung auf Risse oder Beschädigungen
- Kontrollieren Sie die Funktion der Magnetdichtungen
- Prüfen Sie die Brüstung auf Stabilität und Korrosion
- Testen Sie die Beleuchtung und tauschen Sie defekte Leuchtmittel aus
- Überprüfen Sie Rampen und Schwellenkeile auf festen Sitz
Bei Mängeln sollten Sie umgehend einen Fachbetrieb hinzuziehen, um größere Schäden zu vermeiden.
Kann ich einen barrierefreien Balkon auch bei einem kleinen Balkon (unter 4 m²) realisieren?
Ja, auch kleine Balkone können barrierefrei gestaltet werden, allerdings mit Einschränkungen. Bei Balkonen unter 4 m² ist oft keine vollständige Wendefläche (150 x 150 cm) realisierbar. In diesem Fall sollte zumindest eine Stellfläche von 120 x 120 cm geschaffen werden, auf der ein Rollstuhl abgestellt werden kann. Das Wenden erfolgt dann in der Wohnung. Wichtig ist vor allem ein schwellenloser Zugang und ein rutschfester Bodenbelag. Klappbare Balkonmöbel oder Wandklapptische schaffen zusätzlichen Platz bei Bedarf. Auch wenn die Bewegungsfreiheit eingeschränkt ist, ermöglicht ein kleiner barrierefreier Balkon das Genießen von frischer Luft und Sonnenschein – ein wichtiger Beitrag zur Lebensqualität.
Welche Lösung ist besser: Magnetdichtung oder Entwässerungsrinne?
Beide Lösungen haben ihre Berechtigung und werden oft kombiniert. Eine Magnetdichtung verhindert das Eindringen von Wasser direkt an der Türschwelle und ist besonders effektiv bei starkem Regen oder Schlagregen. Sie ermöglicht einen vollständig schwellenlosen Übergang (0 cm). Eine Entwässerungsrinne hingegen leitet Wasser ab, das bereits auf den Balkon gelangt ist, und verhindert Staunässe. Die ideale Lösung ist eine Kombination aus beiden: Die Magnetdichtung schützt direkt an der Tür, die Entwässerungsrinne davor sorgt für zusätzliche Sicherheit. Bei kleineren Budgets kann auch eine Entwässerungsrinne allein ausreichend sein, wenn die Türschwelle auf maximal 2 cm abgesenkt wird. Lassen Sie sich von einem Fachbetrieb beraten, welche Lösung für Ihre baulichen Gegebenheiten am besten geeignet ist.
Muss ich bei einem barrierefreien Balkon auf Pflanzen verzichten?
Nein, ganz im Gegenteil! Pflanzen tragen zur Wohlfühlatmosphäre bei und sind auch auf barrierefreien Balkonen möglich. Wichtig ist die richtige Platzierung: Pflanzkübel sollten so aufgestellt werden, dass sie die Bewegungsflächen (mindestens 120 x 120 cm) nicht einschränken. Ideal sind Wandkästen, hängende Pflanzgefäße oder Hochbeete auf Rollen, die bei Bedarf verschoben werden können. Für Rollstuhlfahrer sind Hochbeete besonders praktisch, da sie das Gärtnern im Sitzen ermöglichen. Die Arbeitshöhe sollte zwischen 70 und 80 cm liegen, damit der Rollstuhl unterfahren werden kann. Achten Sie darauf, dass herabhängende Pflanzen nicht zur Stolperfalle werden und dass Gießwasser nicht den Boden rutschig macht. Mit der richtigen Planung können Sie auch auf einem barrierefreien Balkon ein kleines grünes Paradies schaffen.
Wie funktioniert die Antragstellung bei der Pflegekasse für einen barrierefreien Balkonumbau?
Die Antragstellung erfolgt in mehreren Schritten: 1. Kostenvoranschläge einholen: Lassen Sie sich von Fachbetrieben detaillierte Kostenvoranschläge für die geplanten Maßnahmen erstellen. 2. Formular ausfüllen: Füllen Sie das Antragsformular für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen bei Ihrer Pflegekasse aus (erhältlich bei der Kasse oder online). 3. Begründung beifügen: Erläutern Sie, warum die Maßnahme erforderlich ist (z.B. „ermöglicht Zugang zum Balkon mit Rollstuhl, fördert Selbstständigkeit und Lebensqualität”). Ein ärztliches Attest kann hilfreich sein. 4. Kostenvoranschläge beilegen: Fügen Sie die Kostenvoranschläge bei. 5. Antrag abschicken: Senden Sie den Antrag per Post oder online an Ihre Pflegekasse. 6. Auf Bewilligung warten: Die Pflegekasse hat 3 Wochen Zeit für die Bearbeitung. Bei Verzögerung gilt der Antrag als genehmigt. 7. Nach Bewilligung mit Umbau beginnen: Erst nach Erhalt des Bewilligungsbescheids dürfen Sie mit den Arbeiten beginnen. 8. Rechnung einreichen: Nach Abschluss der Arbeiten reichen Sie die Rechnung bei der Pflegekasse ein und erhalten den Zuschuss (bis zu 4.000 Euro).
Kann ich eine mobile Schwellenrampe dauerhaft verwenden oder ist ein fester Umbau besser?
Mobile Schwellenrampen sind eine praktische und kostengünstige Lösung für temporäre oder kurzfristige Bedürfnisse. Sie eignen sich besonders, wenn die Mobilitätseinschränkung vorübergehend ist (z.B. nach einer Operation) oder wenn ein fester Umbau nicht möglich ist (z.B. in Mietwohnungen ohne Zustimmung des Vermieters). Vorteile: Günstig (30-400 Euro), flexibel einsetzbar, keine baulichen Veränderungen nötig, oft als Pflegehilfsmittel bezuschusst. Nachteile: Stolpergefahr für andere Bewohner, optisch weniger ansprechend, kann bei Nässe verrutschen, nicht für hohe Schwellen geeignet. Für eine dauerhafte Lösung ist ein fester Umbau mit schwellenloser Balkontür deutlich komfortabler und sicherer. Die Investition lohnt sich langfristig, da sie die Lebensqualität erheblich verbessert und den Wert der Immobilie steigert. Wenn Sie unsicher sind, beginnen Sie mit einer mobilen Rampe und planen Sie mittelfristig einen festen Umbau.
Wie hoch ist die maximale Steigung bei einer Balkonrampe?
Die DIN 18040-2 empfiehlt für Rampen eine maximale Steigung von 6% (6 cm Höhenunterschied pro Meter Länge). Dies ermöglicht Rollstuhlfahrern ein selbstständiges Befahren ohne fremde Hilfe. Bei einer 6 cm hohen Schwelle wäre also eine Rampe von mindestens 100 cm Länge erforderlich. Für Rollatornutzer oder Personen mit Gehstock kann die Steigung auch etwas höher sein (bis zu 10%), da sie sich beim Hochgehen abstützen können. Wichtig: Je steiler die Rampe, desto schwieriger ist sie zu befahren und desto größer ist die Sturzgefahr. Bei sehr hohen Schwellen (über 10 cm) sind Rampen oft nicht mehr praktikabel – hier ist ein fester Umbau mit Absenkung der Schwelle die bessere Lösung. Achten Sie auch auf einen rutschfesten Belag der Rampe und ggf. Handläufe zur zusätzlichen Sicherheit.
Welche Balkongröße ist mindestens erforderlich für einen rollstuhlgerechten Balkon?
Für einen vollständig rollstuhlgerechten Balkon nach DIN 18040-2 R ist eine Bewegungsfläche von mindestens 150 x 150 cm erforderlich, die das Wenden mit dem Rollstuhl ermöglicht. Hinzu kommt die Fläche für die Balkontür (ca. 50-70 cm Tiefe). Daraus ergibt sich eine Mindestgröße von etwa 5-6 m² für einen komfortabel nutzbaren, rollstuhlgerechten Balkon. Bei kleineren Balkonen (3-4 m²) kann zumindest eine Stellfläche von 120 x 120 cm realisiert werden, auf der der Rollstuhl abgestellt werden kann. Das Wenden erfolgt dann in der Wohnung. Auch wenn die Bewegungsfreiheit eingeschränkt ist, ist dies besser als gar kein Zugang zum Balkon. Bei der Planung sollten Sie auch Möbel und Pflanzen berücksichtigen – die Bewegungsfläche muss frei bleiben.
Sind barrierefreie Balkone auch für Kinder sicher?
Ja, barrierefreie Balkone können auch kindersicher gestaltet werden, erfordern aber besondere Aufmerksamkeit bei der Brüstung. Die Mindesthöhe von 90-110 cm gemäß Landesbauordnung gilt auch für barrierefreie Balkone. Zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen für Haushalte mit Kindern: 1. Keine Kletterhilfen: Stellen Sie keine Möbel, Kisten oder Pflanzkübel direkt an die Brüstung, die als Kletterhilfe dienen könnten. 2. Engmaschige Gitter: Bei Gitterbrüstungen sollten die Abstände zwischen den Stäben maximal 12 cm betragen, damit Kinder nicht hindurchpassen. 3. Abschließbare Balkontür: Installieren Sie ein zusätzliches Sicherheitsschloss in ca. 150 cm Höhe, das Kleinkinder nicht erreichen können. 4. Glatte Oberflächen: Vermeiden Sie raue oder spitze Kanten an Brüstung und Möbeln. 5. Rutschfester Boden: Ein rutschfester Bodenbelag schützt nicht nur Senioren, sondern auch spielende Kinder vor Stürzen. Mit diesen Maßnahmen ist ein barrierefreier Balkon für alle Altersgruppen sicher nutzbar.
Kann ich einen barrierefreien Balkon auch nachträglich in einem Mehrfamilienhaus realisieren?
Ja, auch in Mehrfamilienhäusern ist ein nachträglicher Umbau möglich, erfordert aber die Zustimmung des Vermieters bzw. der Eigentümergemeinschaft. Als Mieter haben Sie seit 2013 einen gesetzlichen Anspruch auf bauliche Veränderungen, die der Barrierefreiheit dienen (§ 554a BGB). Der Vermieter kann die Zustimmung nur verweigern, wenn berechtigte Interessen entgegenstehen (z.B. Denkmalschutz, unverhältnismäßige Kosten). In der Praxis zeigen sich viele Vermieter kooperativ, insbesondere wenn Sie folgende Punkte beachten: 1. Frühzeitige Kommunikation: Sprechen Sie rechtzeitig mit dem Vermieter und legen Sie ein detailliertes Konzept vor. 2. Fachgerechte Ausführung: Beauftragen Sie qualifizierte Fachbetriebe und legen Sie Kostenvoranschläge vor. 3. Rückbauverpflichtung: Bieten Sie an, bei Auszug den Ursprungszustand wiederherzustellen (sofern der Vermieter dies wünscht). 4. Kostenübernahme: Klären Sie, wer die Kosten trägt. Oft beteiligt sich der Vermieter, wenn die Maßnahmen den Wert der Immobilie erhöhen. Bei Eigentumswohnungen benötigen Sie die Zustimmung der Eigentümerversammlung für Maßnahmen am Gemeinschaftseigentum (z.B. Fassade, Balkonbrüstung).
Welche Alternativen gibt es, wenn ein barrierefreier Balkon nicht realisierbar ist?
Wenn ein barrierefreier Balkonumbau aus baulichen, finanziellen oder rechtlichen Gründen nicht möglich ist, gibt es folgende Alternativen: 1. Französischer Balkon: Ein bodentiefes Fenster mit Absturzsicherung ermöglicht zumindest das Öffnen und Genießen von frischer Luft, auch wenn kein Hinaustreten möglich ist. 2. Wintergarten oder verglaste Loggia: Ein geschlossener Außenbereich bietet Schutz vor Witterung und kann barrierefrei gestaltet werden. 3. Ebenerdige Terrasse im Erdgeschoss: Bei Einfamilienhäusern kann eine ebenerdige Terrasse oft einfacher barrierefrei gestaltet werden als ein Balkon im Obergeschoss. 4. Gemeinschaftlicher Außenbereich: In Mehrfamilienhäusern kann ein gemeinsamer, barrierefreier Garten oder Innenhof eine Alternative sein. 5. Regelmäßige Ausflüge: Wenn kein eigener Außenbereich möglich ist, können regelmäßige Ausflüge in Parks oder Gärten einen Ausgleich schaffen. Eine 24-Stunden-Betreuung kann dabei unterstützen, Mobilität und Lebensqualität zu erhalten.
Wie lange dauert der Umbau eines barrierefreien Balkons?
Die Dauer des Umbaus hängt vom Umfang der Maßnahmen ab: Mobile Schwellenrampe: Sofort einsatzbereit (1 Tag). Neue Balkontür mit Magnetdichtung: 2-4 Tage (inkl. Ausbau der alten Tür, Einbau der neuen Tür, Abdichtung). Kompletter Balkonumbau (Tür, Entwässerung, Bodenbelag): 1-2 Wochen (abhängig von Wetterbedingungen und Trocknungszeiten). Umfassende Sanierung (inkl. Brüstung, Elektrik): 2-4 Wochen. Hinzu kommt die Zeit für Planung, Genehmigungen und Antragstellung bei der Pflegekasse (4-8 Wochen). Planen Sie also insgesamt 2-3 Monate von der ersten Idee bis zur Fertigstellung ein. Wichtig: Während der Bauphase ist der Balkon meist nicht nutzbar. Besprechen Sie mit dem Handwerksbetrieb einen realistischen Zeitplan und planen Sie Pufferzeiten für unvorhergesehene Verzögerungen ein (z.B. schlechtes Wetter, Lieferengpässe).
Gibt es spezielle Versicherungen für barrierefreie Balkone?
Eine spezielle Versicherung für barrierefreie Balkone gibt es nicht, aber folgende Versicherungen sind relevant: 1. Wohngebäudeversicherung (für Eigentümer): Deckt Schäden am Balkon durch Feuer, Sturm, Hagel, Leitungswasser ab. Nach einem Umbau sollten Sie die Versicherungssumme anpassen, da sich der Wert der Immobilie erhöht hat. 2. Hausratversicherung: Schützt Balkonmöbel und -ausstattung vor Diebstahl und Schäden. 3. Privathaftpflichtversicherung: Wichtig, falls durch den Balkon Schäden an Dritten entstehen (z.B. herabfallende Gegenstände). 4. Bauherrenhaftpflicht: Während der Umbauphase sollten Sie eine Bauherrenhaftpflicht abschließen, die Schäden durch die Bauarbeiten abdeckt. Informieren Sie Ihre Versicherung über den geplanten Umbau und lassen Sie sich bestätigen, dass der Versicherungsschutz auch nach dem Umbau weiterhin besteht. Bei umfangreichen Umbauten kann eine Anpassung der Versicherungssumme erforderlich sein.
Fazit: Barrierefreier Balkon – Investition in Lebensqualität und Selbstständigkeit
Ein barrierefreier Balkon oder eine barrierefreie Terrasse ist weit mehr als nur ein technischer Umbau – es ist eine Investition in Lebensqualität, Selbstständigkeit und Würde. Die Möglichkeit, frische Luft zu genießen, die Sonne zu spüren und am Außenleben teilzuhaben, ist für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen von unschätzbarem Wert. Ein schwellenloser Zugang, rutschfeste Bodenbeläge und ausreichende Bewegungsflächen schaffen die Voraussetzungen dafür, dass der Balkon sicher und selbstständig genutzt werden kann.
Die technischen Lösungen für einen schwellenlosen Balkon sind heute ausgereift und vielfältig: Magnetdichtungen ermöglichen vollständig schwellenlose Übergänge, Entwässerungsrinnen schützen vor Wassereintritt, und moderne Bodenbeläge bieten Sicherheit bei jedem Wetter. Auch in Bestandsgebäuden lassen sich mit mobilen Rampen oder nachträglichen Türschwellen-Absenkungen praktikable Lösungen finden.
Die Kosten für einen barrierefreien Balkonumbau variieren je nach Umfang zwischen wenigen hundert Euro für mobile Rampen bis zu 10.000 Euro für eine Komplettsanierung. Doch diese Investition wird durch verschiedene Förderprogramme erheblich erleichtert: Die Pflegekasse bezuschusst wohnumfeldverbessernde Maßnahmen mit bis zu 4.000 Euro, die KfW bietet zusätzliche Zuschüsse und zinsgünstige Kredite. In vielen Fällen lässt sich ein Großteil der Kosten über Förderungen abdecken.
Bei der Planung sollten Sie nicht nur die technischen Anforderungen nach DIN 18040 berücksichtigen, sondern auch Ihre individuellen Bedürfnisse und Wünsche. Ein barrierefreier Balkon kann gleichzeitig ästhetisch ansprechend und funktional sein – ein Ort der Erholung und Begegnung für die ganze Familie.
Wenn Sie unsicher sind, welche Lösung für Ihre Situation am besten geeignet ist, lassen Sie sich von Fachbetrieben beraten und holen Sie mehrere Angebote ein. Mit der richtigen Planung, fachgerechter Ausführung und den verfügbaren Fördermitteln ist ein barrierefreier Balkon für die meisten Menschen realisierbar – und eine Investition, die sich langfristig auszahlt.
Denken Sie daran: Ein barrierefreier Balkon ist nicht nur für Menschen mit akuten Mobilitätseinschränkungen sinnvoll, sondern auch eine vorausschauende Maßnahme für ein selbstbestimmtes Leben im Alter. Je früher Sie planen und umsetzen, desto länger können Sie die Vorteile genießen.

Kostenlose Beratung zur 24-Stunden-Betreuung – damit Sie selbstbestimmt in Ihren eigenen vier Wänden leben können
Angebot anfordern Beraten lassenHinweis: Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine professionelle medizinische, rechtliche oder bautechnische Beratung. Alle Angaben zu Kosten, Förderungen und rechtlichen Rahmenbedingungen entsprechen dem Stand Januar 2026 und können sich ändern. Für individuelle Bauvorhaben sollten Sie stets einen qualifizierten Architekten, Statiker oder Fachbetrieb hinzuziehen. Bei Fragen zu Pflegeleistungen und Zuschüssen wenden Sie sich an Ihre Pflegekasse. Stand: Januar 2026