Der Blick ist leer, die Worte fehlen – wenn ein geliebter Mensch an Demenz erkrankt, verändert sich das Leben der ganzen Familie. Doch zwischen den Momenten der Vergesslichkeit gibt es Lichtblicke: Ein vertrautes Lied, das plötzlich mitgesummt wird. Eine alte Fotografie, die ein Lächeln ins Gesicht zaubert. Der Duft von frisch gebackenem Kuchen, der Erinnerungen weckt. Diese Momente zeigen, dass das Gehirn trotz der Erkrankung aktiviert und gefördert werden kann – mit den richtigen Demenzübungen.
Demenzübungen sind weit mehr als bloße Zeitvertreibe. Sie sind therapeutische Werkzeuge, die kognitive Fähigkeiten erhalten, emotionales Wohlbefinden fördern und die Lebensqualität von Menschen mit Demenz deutlich verbessern können. Ob Gedächtnistraining Demenz, Sinnesübungen Demenz oder kreative Beschäftigung Demenz – die Möglichkeiten sind vielfältig und lassen sich individuell an den Krankheitsverlauf anpassen. Studien zeigen, dass regelmäßige Aktivierung Demenz den kognitiven Abbau verlangsamen und die Selbstständigkeit länger erhalten kann.
In diesem umfassenden Ratgeber erfahren Sie, welche Demenzübungen sich für verschiedene Krankheitsstadien eignen, wie Sie diese in den Alltag integrieren und worauf Sie bei der Durchführung achten sollten. Wir stellen Ihnen konkrete Beschäftigungsideen Demenz vor – von der 10 Minuten Aktivierung Demenz bis zu umfassenden Tagesprogrammen. Zudem zeigen wir auf, wie eine 24-Stunden-Betreuung bei Demenz Sie bei der täglichen Aktivierung unterstützen kann, wenn die Pflege zu Hause zur Herausforderung wird.
Was sind Demenzübungen? Definition und therapeutischer Nutzen
Demenzübungen umfassen alle Aktivitäten, die darauf abzielen, die kognitiven, motorischen, sensorischen und emotionalen Fähigkeiten von Menschen mit Demenz zu fördern und möglichst lange zu erhalten. Sie basieren auf dem Prinzip der Neuroplastizität – der Fähigkeit des Gehirns, sich auch im höheren Alter anzupassen und neue neuronale Verbindungen zu bilden. Während die Demenz selbst nicht heilbar ist, können gezielte Übungen den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen.
Der therapeutische Ansatz der Demenzübungen folgt dem bio-psycho-sozialen Modell: Sie wirken nicht nur auf die kognitiven Funktionen, sondern verbessern auch das emotionale Wohlbefinden, stärken das Selbstwertgefühl und fördern soziale Interaktionen. Besonders wichtig ist dabei die Orientierung an den verbliebenen Ressourcen statt an den Defiziten – ein Grundprinzip der personenzentrierten Demenzpflege nach Tom Kitwood.
Wissenschaftliche Grundlagen: Warum Demenzübungen wirken
Neurowissenschaftliche Studien belegen, dass kognitives Training Demenz messbare Effekte auf die Gehirnaktivität hat. Eine Metaanalyse aus dem Jahr 2024 zeigte, dass Menschen mit leichter bis mittelschwerer Demenz, die regelmäßig an strukturierten Aktivierungsprogrammen teilnahmen, eine um durchschnittlich 23% langsamere Verschlechterung ihrer kognitiven Leistungen aufwiesen als Vergleichsgruppen ohne solche Interventionen.
Die Wirksamkeit beruht auf mehreren Mechanismen:
- Kognitive Reserve: Regelmäßige geistige Aktivität baut eine Art Puffer auf, der den Auswirkungen der Hirnschädigung entgegenwirkt
- Neuroplastizität: Auch im erkrankten Gehirn können neue Synapsen gebildet werden, wenn diese stimuliert werden
- Emotionale Stabilisierung: Erfolgserlebnisse bei Übungen reduzieren Angst und Depression, die häufige Begleiter der Demenz sind
- Soziale Stimulation: Interaktion während der Übungen aktiviert emotionale und soziale Gehirnareale
- Strukturierung des Alltags: Regelmäßige Aktivitäten geben Orientierung und Sicherheit
Abgrenzung zu allgemeinem Gedächtnistraining
Während Gedächtnistraining Demenz ein wichtiger Bestandteil der Demenzübungen ist, geht das Konzept deutlich darüber hinaus. Klassisches Gedächtnistraining für gesunde Senioren zielt auf Leistungssteigerung ab – bei Demenzübungen steht der Erhalt vorhandener Fähigkeiten und das emotionale Wohlbefinden im Vordergrund. Die Übungen müssen dem Krankheitsstadium angepasst sein und dürfen nicht überfordern, da Frustration kontraproduktiv wirkt.
Demenzübungen umfassen daher ein breiteres Spektrum:
- Biografiearbeit und Erinnerungspflege
- Sinnesübungen Demenz (Basale Stimulation)
- Alltagspraktische Übungen (z.B. Tisch decken, Wäsche falten)
- Bewegungsübungen und Motoriktraining
- Musikalische und künstlerische Aktivitäten
- Demenz Spiele mit niedrigem Anforderungsniveau
Arten von Demenzübungen: Vielfältige Ansätze für jeden Bedarf
Die Beschäftigung Demenz lässt sich in verschiedene Kategorien einteilen, die jeweils unterschiedliche Bereiche ansprechen. Eine ausgewogene Mischung verschiedener Übungstypen ist ideal, um möglichst viele Gehirnareale zu aktivieren und Monotonie zu vermeiden.
Kognitive Demenzübungen: Gedächtnis und Denkfähigkeit fördern
Kognitives Training Demenz zielt auf die Erhaltung geistiger Fähigkeiten wie Gedächtnis, Aufmerksamkeit, Sprache und logisches Denken ab. Wichtig ist, dass die Übungen dem kognitiven Niveau angepasst sind und nicht frustrieren.
Erinnerungsübungen und Biografiearbeit: Das Langzeitgedächtnis bleibt bei Demenz oft lange erhalten. Gespräche über die Vergangenheit, das Betrachten alter Fotos oder das Erzählen von Lebensgeschichten aktivieren diese Ressource. Eine Erinnerungskiste mit persönlichen Gegenständen aus früheren Lebensphasen kann als Gesprächsanlass dienen.
Wortfindungsübungen: Einfache Sprachspiele wie “Ich sehe was, was du nicht siehst”, das Vervollständigen von Sprichwörtern oder das Finden von Wörtern zu einem Buchstaben trainieren die Sprachfähigkeit. Bei fortgeschrittener Demenz können auch Bildkarten mit Alltagsgegenständen zum Benennen verwendet werden.
Sortier- und Zuordnungsaufgaben: Das Sortieren von Gegenständen nach Farben, Größen oder Kategorien (z.B. Knöpfe, Spielkarten, Stoffreste) fördert die Konzentration und das kategoriale Denken. Diese Übungen haben zudem einen alltagspraktischen Bezug.
Einfache Rechenübungen: Im frühen Stadium können leichte Kopfrechenaufgaben gestellt werden. Bei fortgeschrittener Demenz eignen sich praktische Aufgaben wie das Zählen von Gegenständen oder das Abzählen beim Tischdecken.
Sinnesübungen Demenz: Wahrnehmung und Emotionen ansprechen
Sinnesübungen Demenz, auch als basale Stimulation bekannt, aktivieren die verschiedenen Sinneskanäle und erreichen Menschen auch in fortgeschrittenen Krankheitsstadien. Sie fördern nicht nur die Wahrnehmung, sondern wirken oft beruhigend und stressreduzierend.
Taktile Stimulation: Das Ertasten verschiedener Materialien (Fell, Seide, Holz, Sand) mit geschlossenen Augen schärft die Wahrnehmung. Auch Handmassagen mit duftenden Ölen oder das Kneten von Therapieknete sprechen den Tastsinn an. Ein Fühlsäckchen mit unterschiedlichen Gegenständen zum Erraten kombiniert taktile und kognitive Elemente.
Olfaktorische Übungen: Der Geruchssinn ist eng mit dem emotionalen Gedächtnis verbunden. Das Riechen an Gewürzen (Zimt, Vanille, Kaffee), ätherischen Ölen oder frischen Kräutern kann starke Erinnerungen wecken. Ein Duftmemory mit verschiedenen Gerüchen in kleinen Dosen ist eine beliebte Übung.
Auditive Stimulation: Musik hat eine besondere Kraft bei Demenz. Das Hören vertrauter Lieder aus der Jugend, gemeinsames Singen oder das Erkennen von Alltagsgeräuschen (Vogelgezwitscher, Kirchenglocken) aktiviert emotionale und auditive Gehirnareale. Studien zeigen, dass Musik oft bis in späte Krankheitsstadien Zugang zu Menschen mit Demenz ermöglicht.
Visuelle Anregungen: Farbige Tücher, Kaleidoskope, Bilderbücher oder Naturbeobachtungen (Aquarium, Vogelfütterung am Fenster) sprechen den Sehsinn an. Auch das Betrachten von Kunstwerken oder Fotoalben gehört dazu.
Gustatorische Übungen: Das Schmecken verschiedener Lebensmittel – süß, sauer, salzig, bitter – aktiviert den Geschmackssinn. Ein Geschmacksmemory mit kleinen Kostproben oder das gemeinsame Backen und Kosten verbinden Genuss mit Aktivierung.
Motorische Übungen: Bewegung und Koordination erhalten
Bewegungsübungen fördern nicht nur die körperliche Fitness, sondern auch die kognitive Leistungsfähigkeit, da motorische und geistige Funktionen im Gehirn eng verknüpft sind. Zudem beugen sie Stürzen und Immobilität vor.
Sitzgymnastik: Einfache Bewegungsübungen im Sitzen sind auch bei eingeschränkter Mobilität möglich. Arme kreisen, Beine anheben, Schultern rollen – diese Übungen können mit Musik oder Reimen kombiniert werden.
Feinmotorische Übungen: Das Auffädeln von Perlen, Malen, Kneten, Puzzeln oder das Sortieren kleiner Gegenstände trainiert die Feinmotorik und die Hand-Augen-Koordination. Auch alltagspraktische Tätigkeiten wie Knöpfe schließen oder Reißverschlüsse öffnen gehören dazu.
Spaziergänge und Bewegung im Freien: Regelmäßige Bewegung an der frischen Luft wirkt sich positiv auf Stimmung und Schlafqualität aus. Bekannte Wege im Wohnumfeld geben Sicherheit. Bei Weglauftendenzen ist eine Begleitung durch Angehörige oder eine 24-Stunden-Betreuung zu Hause wichtig.
Tanztherapie: Einfache Tanzbewegungen zu vertrauter Musik kombinieren Bewegung, Rhythmusgefühl und emotionale Aktivierung. Auch im Sitzen kann zur Musik gewippt werden.
Alltagspraktische Übungen: Selbstständigkeit fördern
Die Einbindung in alltägliche Tätigkeiten gibt Menschen mit Demenz das Gefühl, gebraucht zu werden und noch etwas beitragen zu können. Diese Form der Aktivierung Demenz ist besonders alltagsnah und sinnstiftend.
Haushaltstätigkeiten: Einfache Aufgaben wie Wäsche falten, Gemüse schneiden, Tisch decken oder Geschirr abtrocknen können – angepasst an die Fähigkeiten – gemeinsam durchgeführt werden. Der Fokus liegt auf dem Prozess, nicht auf dem perfekten Ergebnis.
Gartenarbeit: Blumen gießen, Unkraut jäten oder Kräuter ernten sind sinnliche Erfahrungen, die zudem Bewegung an der frischen Luft ermöglichen. Ein Hochbeet erleichtert die Gartenarbeit bei eingeschränkter Mobilität.
Handwerkliche Tätigkeiten: Holz schleifen, Wolle wickeln, Stoffe sortieren – viele Menschen mit Demenz haben in ihrem Leben handwerklich gearbeitet und können diese Fähigkeiten oft lange abrufen.
Soziale Aktivitäten: Gemeinschaft erleben
Soziale Isolation verschlechtert den Krankheitsverlauf. Gruppenaktivitäten in der Tagespflege oder beschäftigung senioren tagespflege bieten wichtige soziale Kontakte. Auch zu Hause können regelmäßige Besuche von Freunden und Familie, gemeinsame Mahlzeiten oder Spielenachmittage soziale Stimulation bieten.
Die 10 Minuten Aktivierung Demenz: Struktur für den Alltag
Die 10 Minuten Aktivierung Demenz ist ein strukturiertes Konzept, das sich besonders für den häuslichen Alltag eignet. Es basiert auf der Erkenntnis, dass kurze, regelmäßige Aktivierungseinheiten oft effektiver sind als lange, anstrengende Übungsphasen. Entwickelt wurde das Konzept von Ute Schmidt-Hackenberg und ist heute ein etablierter Standard in der Demenzbetreuung.
Aufbau einer 10-Minuten-Aktivierung
Eine typische Einheit folgt einem festen Ablauf:
- Begrüßung und Orientierung (1-2 Minuten): Freundliche Ansprache, Erklärung der Aktivität, Schaffung einer angenehmen Atmosphäre
- Hauptaktivität (6-7 Minuten): Durchführung der eigentlichen Übung – z.B. das Betrachten und Besprechen von Gegenständen zu einem Thema, eine Sinnesübung oder ein kurzes Spiel
- Abschluss und Wertschätzung (1-2 Minuten): Positive Rückmeldung, Dank für die Teilnahme, sanfter Übergang zur nächsten Tagesaktivität
Themenbeispiele für 10-Minuten-Aktivierungen
Die Themen orientieren sich an der Biografie und den Interessen der Person. Bewährte Themenbereiche sind:
- Jahreszeiten: Herbstlaub sammeln und betrachten, Frühlingskräuter riechen, Weihnachtsdeko sortieren
- Berufe: Werkzeuge eines Handwerks zeigen, über den eigenen Beruf sprechen
- Haushalt: Küchenutensilien benennen, Wäsche sortieren, Tisch decken
- Hobbys: Stricknadeln und Wolle, Gartenwerkzeuge, Musikinstrumente
- Feste und Feiertage: Osterdeko, Geburtstagskarten, Hochzeitsfotos
Vorteile der kurzen Aktivierungseinheiten
Die 10 Minuten Aktivierung Demenz hat mehrere Vorteile gegenüber längeren Übungseinheiten:
- Verhindert Überforderung und Erschöpfung
- Lässt sich flexibel in den Tagesablauf integrieren
- Kann mehrmals täglich durchgeführt werden
- Erfordert keine aufwendige Vorbereitung
- Ermöglicht auch pflegenden Angehörigen ohne pädagogische Ausbildung eine strukturierte Aktivierung
- Schafft positive Erlebnisse und Erfolgserlebnisse
Besonders in der häuslichen Pflege, wo oft keine professionelle Betreuung rund um die Uhr verfügbar ist, bietet dieses Konzept eine praktikable Lösung. Eine 24-Stunden-Pflegekraft mit strukturiertem Tagesablauf kann solche Aktivierungen regelmäßig durchführen und damit die kognitive Stimulation sicherstellen.

Unsere erfahrenen Betreuungskräfte gestalten einen strukturierten Tagesablauf mit regelmäßigen Demenzübungen – individuell und liebevoll
Angebot anfordern Beraten lassenDemenz Spiele: Spielerisch aktivieren und Freude schenken
Demenz Spiele sind speziell entwickelte oder angepasste Spiele, die den kognitiven Fähigkeiten von Menschen mit Demenz entsprechen. Sie verbinden Aktivierung mit Unterhaltung und schaffen positive emotionale Erlebnisse. Wichtig ist, dass die Spiele nicht infantilisieren, sondern die Würde der Person respektieren.
Klassische Spiele adaptiert für Demenz
Memory mit großen Karten: Spezielles Demenz-Memory verwendet größere Karten mit klaren, kontrastreichen Motiven aus der Lebenswelt der Senioren (z.B. alte Haushaltsgeräte, Blumen, Tiere). Bei fortgeschrittener Demenz kann die Kartenanzahl reduziert werden.
Bingo mit Bildern: Statt Zahlen werden Bilder verwendet, die benannt werden müssen. Dies kombiniert visuelle Wahrnehmung mit Sprachfähigkeit und macht auch bei nachlassender Konzentration Freude.
Würfelspiele: Einfache Würfelspiele mit großen, gut greifbaren Würfeln trainieren Feinmotorik und Zählfähigkeit. “Mensch ärgere dich nicht” in vereinfachter Form ist oft noch lange spielbar.
Puzzles: Große Teile und vertraute Motive (Landschaften, Tiere) ermöglichen Erfolgserlebnisse. Es gibt spezielle Demenz-Puzzles mit 6-12 Teilen und stabilen Rahmen.
Speziell entwickelte Demenz Spiele
Der Markt bietet inzwischen zahlreiche Spiele, die speziell für Menschen mit kognitiven Einschränkungen entwickelt wurden:
- Fühlmemory: Stoffsäckchen mit verschiedenen Materialien müssen durch Tasten zugeordnet werden
- Klangmemory: Dosen mit verschiedenen Inhalten (Reis, Münzen, Sand) werden durch Schütteln erkannt
- Duftlotto: Verschiedene Düfte müssen erkannt und zugeordnet werden
- Aktivierungswürfel: Große Schaumstoffwürfel mit Bildern oder Aufgaben auf den Seiten
- Themenkisten: Sammlungen von Gegenständen zu einem Thema (z.B. “Wäsche waschen früher”) zum Betrachten und Besprechen
Digitale Demenz Spiele: Chancen und Grenzen
Tablet-Apps und Computerspiele für Demenz gewinnen an Bedeutung. Sie bieten den Vorteil, dass Schwierigkeitsgrade automatisch angepasst werden können und die Übungen vielfältig sind. Allerdings sind sie nicht für alle Betroffenen geeignet – viele Senioren haben wenig Erfahrung mit digitalen Medien. Bei der Nutzung sollte immer eine Begleitperson anwesend sein, die unterstützt und soziale Interaktion ermöglicht.
Worauf Sie bei Demenz Spielen achten sollten
- Große, gut greifbare Spielmaterialien
- Klare, kontrastreiche Farben
- Vertraute Motive und Themen aus der Lebenswelt
- Einfache, verständliche Regeln
- Keine Zeitbegrenzung oder Leistungsdruck
- Möglichkeit zur Anpassung an individuelle Fähigkeiten
- Würdevolle Gestaltung ohne Kindermotive
Beschäftigungsideen Demenz für verschiedene Krankheitsstadien
Die Auswahl der richtigen Beschäftigungsideen Demenz hängt wesentlich vom Krankheitsstadium ab. Was im frühen Stadium noch möglich und sinnvoll ist, kann im fortgeschrittenen Stadium überfordern. Umgekehrt können zu einfache Übungen im Frühstadium als bevormundend empfunden werden.
Frühes Stadium (leichte kognitive Beeinträchtigung)
Im frühen Stadium sind die Betroffenen sich ihrer Einschränkungen oft bewusst, was zu Frustration und Rückzug führen kann. Beschäftigungsideen sollten daher anspruchsvoll genug sein, um nicht zu unterfordern, aber Erfolgserlebnisse ermöglichen.
Geeignete Aktivitäten:
- Kreuzworträtsel und Sudoku in einfacherer Form
- Gesellschaftsspiele mit vertrauten Regeln
- Lesen von Büchern und Zeitungen mit anschließendem Gespräch
- Schreiben von Erinnerungen oder Tagebuch
- Kochen nach Rezept mit Unterstützung
- Gartenarbeit und Handwerken
- Museumsbesuche, Konzerte, kulturelle Veranstaltungen
- Computerspiele für Senioren
- Ehrenamtliche Tätigkeiten in angepasstem Rahmen
In dieser Phase ist es besonders wichtig, die Selbstständigkeit zu fördern und die Person in Entscheidungen einzubeziehen. Eine 24-Stunden-Betreuung kann hier vor allem als Sicherheitsnetz dienen und bei komplexeren Aufgaben unterstützen, ohne die Autonomie einzuschränken.
Mittleres Stadium (moderate Demenz)
Im mittleren Stadium nehmen die kognitiven Einschränkungen zu, die Betroffenen benötigen mehr Anleitung und Struktur. Gleichzeitig sind emotionale und sensorische Fähigkeiten oft noch gut erhalten.
Geeignete Aktivitäten:
- Einfache Memory-Spiele mit vertrauten Motiven
- Sortieraufgaben (Farben, Formen, Größen)
- Singen bekannter Lieder
- Betrachten von Fotoalben mit biografischen Gesprächen
- Einfache Bastelarbeiten (Collagen, Malen)
- Alltagspraktische Tätigkeiten mit Anleitung (Tisch decken, Wäsche falten)
- Sinnesübungen mit verschiedenen Materialien
- Spaziergänge auf vertrauten Wegen
- Sitztänze und Bewegungsübungen zu Musik
- 10-Minuten-Aktivierungen zu biografischen Themen
Hier zeigt sich der Wert einer kontinuierlichen Betreuung besonders deutlich. Eine geschulte Betreuungskraft für Demenzpatienten kann die Übungen regelmäßig durchführen, auf Tagesform reagieren und eine vertrauensvolle Beziehung aufbauen, die die Bereitschaft zur Teilnahme erhöht.
Spätes Stadium (schwere Demenz)
Im späten Stadium stehen sensorische und emotionale Erfahrungen im Vordergrund. Verbale Kommunikation ist oft stark eingeschränkt, aber nonverbale Reaktionen zeigen, dass Wahrnehmung und Gefühle vorhanden sind.
Geeignete Aktivitäten:
- Basale Stimulation: Berührungen, Massagen, Lagerung
- Musiktherapie: Hören vertrauter Lieder
- Aromatherapie mit bekannten Düften
- Visuelle Stimulation: Lichtspiele, bunte Tücher, Naturbeobachtung
- Taktile Angebote: Streicheln von Fell, Fühlen verschiedener Materialien
- Einfache, rhythmische Bewegungen (Hand halten und bewegen)
- Vorlesen mit ruhiger Stimme
- Präsenz und Zuwendung ohne Aktivitätsdruck
In dieser Phase ist die Qualität der Beziehung wichtiger als die Art der Aktivität. Es geht um Nähe, Sicherheit und würdevolle Zuwendung. Eine 24-Stunden-Pflege zu Hause ermöglicht, dass der Mensch in seiner vertrauten Umgebung bleiben und kontinuierliche Beziehungen erleben kann.
Praktische Umsetzung: So integrieren Sie Demenzübungen in den Alltag
Die theoretische Kenntnis über Demenzübungen ist das eine – die praktische Umsetzung im oft herausfordernden Pflegealltag das andere. Hier finden Sie konkrete Tipps, wie Sie Aktivierung Demenz erfolgreich in den Tagesablauf integrieren können.
Tagesstruktur schaffen
Menschen mit Demenz profitieren von festen Routinen und wiederkehrenden Abläufen. Ein strukturierter Tagesablauf gibt Orientierung und Sicherheit. Planen Sie feste Zeiten für Aktivierungen ein:
- Vormittags: Oft die beste Zeit für kognitive Übungen, da die Konzentrationsfähigkeit noch hoch ist
- Nach dem Mittagessen: Ruhigere Aktivitäten wie Musik hören oder Bilderbücher betrachten
- Nachmittags: Bewegungsübungen, Spaziergänge, soziale Aktivitäten
- Abends: Beruhigende Sinnesübungen, vertraute Rituale
Wichtig ist Flexibilität: Nicht jeder Tag ist gleich. Bei schlechter Tagesform sollten Sie die Anforderungen anpassen oder auf belastende Übungen verzichten.
Die richtige Umgebung schaffen
Die Umgebung beeinflusst die Bereitschaft zur Teilnahme und den Erfolg der Übungen erheblich:
- Ruhiger, reizarmer Raum ohne Ablenkungen (TV aus, Telefon stumm)
- Gute Beleuchtung, aber kein grelles Licht
- Angenehme Raumtemperatur
- Bequeme Sitzgelegenheit
- Übersichtliche Präsentation der Materialien
- Vertraute Atmosphäre mit persönlichen Gegenständen
Kommunikation während der Übungen
Die Art, wie Sie mit dem Menschen mit Demenz kommunizieren, ist entscheidend für die Akzeptanz der Übungen:
- Blickkontakt herstellen und auf Augenhöhe begeben
- Langsam und deutlich sprechen, kurze Sätze verwenden
- Nur eine Anweisung auf einmal geben
- Zeit für Reaktionen lassen (Verarbeitungszeit ist verlängert)
- Positive Formulierungen nutzen (“Schauen Sie mal” statt “Sie müssen”)
- Nonverbale Kommunikation einsetzen (Gesten, Berührungen)
- Humor und Leichtigkeit bewahren
- Bei Ablehnung nicht drängen, sondern später erneut versuchen
Biografieorientierung: Der Schlüssel zum Erfolg
Die erfolgreichsten Demenzübungen sind jene, die an die Biografie, Interessen und Fähigkeiten der Person anknüpfen. Erstellen Sie eine Biografiemappe mit wichtigen Informationen:
- Beruf und Hobbys
- Wichtige Lebensereignisse
- Lieblingslieder und Musik
- Vorlieben bei Essen und Getränken
- Religiöse und kulturelle Hintergründe
- Haustiere und Naturvorlieben
- Sprachen und Dialekte
Eine ehemalige Lehrerin wird möglicherweise Freude am Vorlesen haben, ein früherer Handwerker an handwerklichen Tätigkeiten, eine leidenschaftliche Köchin am Gemüseschneiden. Diese biografischen Anknüpfungspunkte wecken Erinnerungen und motivieren zur Teilnahme.
Validation statt Korrektur
Ein wichtiges Prinzip in der Demenzbetreuung ist die Validation nach Naomi Feil: Akzeptieren Sie die Realität der Person mit Demenz, statt sie zu korrigieren. Wenn jemand glaubt, zur Arbeit zu müssen, diskutieren Sie nicht über den Ruhestand, sondern gehen Sie auf die Emotion ein: “Sie möchten gerne arbeiten? Erzählen Sie mir von Ihrer Arbeit.” Dies vermeidet Frustration und ermöglicht wertvolle biografische Gespräche.
Erfolgserlebnisse ermöglichen
Jede Übung sollte so gestaltet sein, dass Erfolgserlebnisse möglich sind:
- Schwierigkeitsgrad anpassen (lieber zu leicht als zu schwer)
- Bei Bedarf Hilfestellung geben
- Teilschritte würdigen, nicht nur Endergebnisse
- Loben Sie die Bemühung, nicht nur das Ergebnis
- Vermeiden Sie Leistungsvergleiche
Kosten und Finanzierung: Demenzübungen und professionelle Betreuung
Die Durchführung von Demenzübungen zu Hause verursacht zunächst geringe direkte Kosten – viele Materialien sind im Haushalt vorhanden oder kostengünstig zu beschaffen. Allerdings bindet die regelmäßige Aktivierung Zeit und Energie, die pflegende Angehörige oft nicht haben. Hier kann professionelle Unterstützung sinnvoll sein.
Kosten für Materialien und Hilfsmittel
| Material/Hilfsmittel | Kostenbereich | Anmerkungen |
|---|---|---|
| Demenz-Memory-Spiele | 15-35 € | Einmalige Anschaffung, vielfach nutzbar |
| 10-Minuten-Aktivierungskisten | 20-50 € | Oder selbst zusammenstellen aus Haushaltsgegenständen |
| Puzzle für Demenz (große Teile) | 10-25 € | Pro Puzzle |
| Basalmaterial (Tücher, Bälle, Materialien) | 30-60 € | Grundausstattung |
| Ätherische Öle für Aromatherapie | 20-40 € | Hochwertige Qualität wichtig |
| Musikabonnement (Spotify, Apple Music) | 10-15 €/Monat | Zugang zu allen Liedern der Jugendzeit |
| Fachbücher und Anleitungen | 15-30 € | Pro Buch |
| Tablet für digitale Übungen | 200-400 € | Optional, nicht zwingend erforderlich |
Die Gesamtkosten für eine Grundausstattung an Materialien liegen bei etwa 150-300 Euro. Viele Übungen benötigen jedoch keine speziellen Materialien – Alltagsgegenstände, Naturmaterialien und persönliche Erinnerungsstücke sind oft am wirkungsvollsten.
Kosten für professionelle Betreuung mit Aktivierung
Wenn pflegende Angehörige die regelmäßige Durchführung von Demenzübungen zeitlich oder emotional nicht leisten können, bieten sich verschiedene professionelle Unterstützungsformen an:
| Betreuungsform | Kostenbereich | Leistungsumfang | Förderung möglich |
|---|---|---|---|
| Tagespflege mit Aktivierungsangeboten | 60-90 €/Tag | Betreuung tagsüber, Aktivierungsprogramm, Mahlzeiten, Fahrdienst | Ja, über Pflegesachleistung und Entlastungsbetrag |
| Betreuungsassistent stundenweise | 25-45 €/Stunde | Individuelle Betreuung und Aktivierung zu Hause | Ja, über Entlastungsbetrag (125 €/Monat) |
| Ambulanter Pflegedienst mit Betreuungsleistungen | 30-50 €/Stunde | Pflege und Betreuung kombiniert | Ja, über Pflegesachleistung |
| 24-Stunden-Betreuung mit Demenz-Erfahrung | 2.400-3.500 €/Monat | Rundum-Betreuung, regelmäßige Aktivierung, Alltagsunterstützung | Teilweise über Pflegegeld und Kombinationsleistung |
Finanzierung durch Pflegeleistungen
Die Pflegeversicherung bietet verschiedene Leistungen, die für die Finanzierung von Betreuung und Aktivierung genutzt werden können:
Pflegegeld: Bei häuslicher Pflege durch Angehörige oder eine 24-Stunden-Betreuungskraft steht Pflegegeld zur Verfügung:
- Pflegegrad 2: 347 €/Monat
- Pflegegrad 3: 599 €/Monat
- Pflegegrad 4: 800 €/Monat
- Pflegegrad 5: 990 €/Monat
Pflegesachleistung: Für professionelle Pflegedienste:
- Pflegegrad 2: 796 €/Monat
- Pflegegrad 3: 1.497 €/Monat
- Pflegegrad 4: 1.859 €/Monat
- Pflegegrad 5: 2.299 €/Monat
Entlastungsbetrag: 125 € monatlich für Betreuungs- und Entlastungsleistungen (bei allen Pflegegraden). Dieser kann gezielt für Betreuungsassistenten genutzt werden, die Demenzübungen durchführen. Mehr Informationen finden Sie in unserem Artikel zum Entlastungsbetrag.
Verhinderungspflege: Bis zu 1.612 € jährlich für Ersatzpflege, wenn die Hauptpflegeperson verhindert ist. Details zur Verhinderungspflege finden Sie in unserem Glossar.
Kombinationsleistung: Pflegegeld und Pflegesachleistung können kombiniert werden, um eine optimale Versorgung zu finanzieren. Weitere Informationen zur Kombinationsleistung.
Kostenbeispiel: 24-Stunden-Betreuung mit Demenz-Aktivierung
Eine 24-Stunden-Betreuung bietet den Vorteil, dass Demenzübungen regelmäßig und individuell durchgeführt werden können, ohne dass Angehörige die gesamte Last tragen müssen. Eine Beispielrechnung für Pflegegrad 3:
- Kosten 24-Stunden-Betreuung: 2.800 €/Monat
- Pflegegeld Pflegegrad 3: 599 €/Monat
- Entlastungsbetrag: 125 €/Monat
- Eigenanteil: 2.076 €/Monat
Hinzu kommen ggf. steuerliche Absetzbarkeit als haushaltsnahe Dienstleistung (bis zu 4.000 € jährlich) und bei Vorliegen der Voraussetzungen eine Kostenübernahme durch die Pflegekasse oder das Sozialamt.

Wir beraten Sie kostenlos zu Finanzierungsmöglichkeiten und Fördermitteln – transparent und individuell
Angebot anfordern Beraten lassenPraxisbeispiele: So gelingen Demenzübungen im Alltag
Theorie ist wichtig – aber wie sieht die Umsetzung konkret aus? Hier finden Sie realistische Beispiele aus dem Pflegealltag, die zeigen, wie Demenzübungen erfolgreich integriert werden können.
Beispiel 1: Frau Schmidt, 78 Jahre, mittelschwere Demenz
Situation: Frau Schmidt war früher leidenschaftliche Hobbygärtnerin und Hausfrau. Sie lebt bei ihrer Tochter, die berufstätig ist. Vormittags ist Frau Schmidt oft unruhig und sucht nach Beschäftigung. Die Tochter ist mit der Situation überfordert.
Lösung: Die Familie entscheidet sich für eine 24-Stunden-Betreuungskraft mit Demenz-Erfahrung. Die Betreuerin Magda aus Polen hat eine Zusatzausbildung in Demenzbetreuung und entwickelt einen strukturierten Tagesablauf:
- 9:00 Uhr: Gemeinsames Frühstück mit Tisch decken (Frau Schmidt darf Besteck sortieren)
- 10:00 Uhr: 10-Minuten-Aktivierung zum Thema “Gartenarbeit” – Magda zeigt Gartengeräte und spricht mit Frau Schmidt über ihren früheren Garten
- 11:00 Uhr: Gemeinsames Gemüseschneiden für das Mittagessen
- 14:00 Uhr: Sitzgymnastik zu Volksmusik aus Frau Schmidts Jugendzeit
- 15:30 Uhr: Spaziergang im nahegelegenen Park, Blumen betrachten
- 17:00 Uhr: Wäsche falten (auch wenn das Ergebnis nicht perfekt ist)
- 19:00 Uhr: Gemeinsames Betrachten von Fotoalben
Ergebnis: Frau Schmidt ist ausgeglichener, schläft nachts besser und zeigt weniger Unruhe. Die Tochter ist entlastet und kann die gemeinsame Zeit am Abend wieder genießen. Die regelmäßigen Übungen haben dazu geführt, dass Frau Schmidt länger alltagspraktische Fähigkeiten behalten hat.
Beispiel 2: Herr Müller, 82 Jahre, fortgeschrittene Demenz
Situation: Herr Müller war Schreiner und lebt im eigenen Haus. Seine Frau pflegt ihn seit Jahren, ist aber zunehmend erschöpft. Herr Müller spricht kaum noch, reagiert aber auf Berührungen und Musik. Die Ehefrau weiß nicht, wie sie ihn noch erreichen kann.
Lösung: Nach Beratung durch einen Demenzexperten beginnt Frau Müller mit basaler Stimulation und musiktherapeutischen Ansätzen. Zusätzlich kommt dreimal wöchentlich ein Betreuungsassistent, finanziert über den Entlastungsbetrag:
- Morgens: Handmassage mit Lavendelöl während Herr Müller alte Handwerkslieder hört
- Mittags: Gemeinsames Essen mit bewusstem Schmecken verschiedener Geschmäcker
- Nachmittags: Der Betreuungsassistent bringt verschiedene Holzstücke mit – Herr Müller darf sie befühlen, riechen, mit Schleifpapier bearbeiten
- Abends: Frau Müller liest aus alten Fachbüchern über Schreinerei vor, zeigt Bilder
Ergebnis: Obwohl Herr Müller nicht mehr verbal kommuniziert, zeigt er durch Mimik und Körpersprache, dass er die Angebote wahrnimmt. Er lächelt beim Hören der Musik, greift nach dem Holz und wirkt entspannter. Frau Müller fühlt sich durch den Betreuungsassistenten entlastet und hat neue Hoffnung geschöpft, ihren Mann noch zu erreichen.
Beispiel 3: Herr Wagner, 75 Jahre, beginnende Demenz
Situation: Herr Wagner, ehemaliger Bankkaufmann, lebt allein. Seine Kinder wohnen weit entfernt. Er ist sich seiner kognitiven Einschränkungen bewusst und leidet unter Depressionen und sozialem Rückzug. Die Kinder machen sich Sorgen um seine Sicherheit und Lebensqualität.
Lösung: Die Familie entscheidet sich für eine 24-Stunden-Betreuung zu Hause, um Herrn Wagner in seiner vertrauten Umgebung zu belassen. Der Betreuer Stefan, ein deutscher Altenpfleger mit Demenz-Zusatzausbildung, entwickelt ein anspruchsvolles Aktivierungsprogramm:
- Vormittags: Zeitung lesen und besprechen, einfache Kreuzworträtsel gemeinsam lösen
- Mittags: Gemeinsames Kochen nach Rezept (Herr Wagner liest vor, Stefan setzt um)
- Nachmittags: Spaziergänge in der Stadt, Bankgeschäfte unter Aufsicht
- Abends: Gesellschaftsspiele (Rommé, Skat zu zweit), Dokumentationen schauen und besprechen
- Wöchentlich: Begleitung zu kulturellen Veranstaltungen, Besuch bei alten Freunden
Ergebnis: Herr Wagner blüht auf. Er fühlt sich ernst genommen und nicht bevormundet. Die Depression bessert sich durch die soziale Einbindung und die sinnvollen Tätigkeiten. Die kognitiven Fähigkeiten bleiben auf stabilem Niveau. Die Kinder sind beruhigt, dass ihr Vater sicher und würdevoll betreut wird.
Beispiel 4: Ehepaar Schneider, beide über 80, beide mit leichter Demenz
Situation: Beide Ehepartner haben eine beginnende Demenz diagnostiziert bekommen. Sie möchten in ihrem Haus bleiben und sich gegenseitig unterstützen, stoßen aber zunehmend an Grenzen. Die Kinder leben im Ausland.
Lösung: Eine 24-Stunden-Betreuung für Ehepaare ermöglicht es beiden, zu Hause zu bleiben. Die Betreuerin organisiert gemeinsame Aktivitäten, die beide einbeziehen:
- Gemeinsame Spaziergänge: Tägliche Runde im vertrauten Wohnviertel
- Kochen als Team: Jeder übernimmt Aufgaben nach seinen Fähigkeiten
- Gemeinsame Spiele: Memory, Bingo, einfache Kartenspiele
- Fotoalben anschauen: Gemeinsame Erinnerungen aktivieren beide
- Gartenarbeit: Jeder hat sein Beet, die Betreuerin koordiniert
Ergebnis: Das Ehepaar bleibt zusammen in vertrauter Umgebung. Die gemeinsamen Aktivitäten stärken die Beziehung und geben beiden Struktur. Die Kinder sind beruhigt, dass ihre Eltern professionell betreut werden und gleichzeitig ihre Autonomie bewahren.

Unsere Betreuungskräfte gestalten einen individuellen Aktivierungsplan – abgestimmt auf die Biografie und Vorlieben Ihres Angehörigen
Angebot anfordern Beraten lassenHäufige Fehler bei Demenzübungen vermeiden
Bei aller guten Absicht können bei der Durchführung von Demenzübungen Fehler passieren, die mehr schaden als nutzen. Hier sind die häufigsten Stolpersteine und wie Sie sie vermeiden.
Überforderung durch zu anspruchsvolle Übungen
Der häufigste Fehler ist, Übungen anzubieten, die für das aktuelle Krankheitsstadium zu schwierig sind. Dies führt zu Frustration, Verweigerung und kann das Selbstwertgefühl der Person schädigen. Achten Sie darauf, den Schwierigkeitsgrad anzupassen und lieber etwas zu leicht als zu schwer zu starten. Bei Anzeichen von Überforderung (Unruhe, Abwehr, Tränen) brechen Sie die Übung ab und wählen eine einfachere Alternative.
Infantilisierung durch kindliche Übungen
Menschen mit Demenz sind Erwachsene mit einer langen Lebensgeschichte – sie verdienen Respekt und würdevolle Behandlung. Übungen mit Kindermotiven (Teddybären, Märchenfiguren) oder eine kindliche Ansprache (“Na, wollen wir mal schön malen?”) sind respektlos und können als beleidigend empfunden werden. Wählen Sie Materialien und Themen, die der Biografie und dem Erwachsenenstatus entsprechen.
Leistungsdruck und Erfolgszwang
Demenzübungen sind kein Wettbewerb und kein Test. Vermeiden Sie Zeitdruck, Leistungsvergleiche oder Bewertungen. Es geht nicht darum, eine Aufgabe perfekt zu lösen, sondern um den Prozess, die Aktivierung und das gemeinsame Erleben. Loben Sie die Bemühung, nicht nur das Ergebnis.
Fehlende Biografieorientierung
Übungen, die keinen Bezug zur Lebensgeschichte der Person haben, werden oft abgelehnt. Ein ehemaliger Banker wird wenig Freude an Gartenarbeiten haben, eine Hausfrau möglicherweise nicht an technischen Aufgaben. Informieren Sie sich über die Biografie und wählen Sie Übungen entsprechend aus.
Zu seltene oder unregelmäßige Durchführung
Einmal wöchentlich eine Übung durchzuführen bringt kaum Effekte. Demenzübungen wirken durch Regelmäßigkeit und Wiederholung. Ideal sind tägliche kurze Einheiten statt seltener langer Sessions. Wenn Angehörige dies zeitlich nicht leisten können, kann eine 24-Stunden-Betreuung die kontinuierliche Aktivierung sicherstellen.
Fehlende Flexibilität bei Tagesform
Menschen mit Demenz haben gute und schlechte Tage. An manchen Tagen ist die Konzentration hoch, an anderen kaum vorhanden. Zwingen Sie keine Übungen auf, wenn die Person nicht aufnahmefähig ist. Passen Sie den Tagesplan an die aktuelle Verfassung an.
Vernachlässigung emotionaler Bedürfnisse
Manche Angehörige konzentrieren sich so sehr auf kognitive Übungen, dass emotionale Bedürfnisse zu kurz kommen. Nähe, Zuwendung, Sicherheit und das Gefühl, geliebt zu werden, sind mindestens genauso wichtig wie Gedächtnistraining. Besonders im fortgeschrittenen Stadium steht die emotionale Ebene im Vordergrund.
Isolation statt sozialer Integration
Demenzübungen sollten nicht isoliert durchgeführt werden. Soziale Interaktion – sei es mit Angehörigen, Betreuern oder in Gruppenangeboten – ist ein wichtiger therapeutischer Faktor. Überlegen Sie, ob Tagespflege oder Gruppenangebote ergänzend sinnvoll sein könnten.
Grenzen von Demenzübungen: Realistische Erwartungen
So wertvoll Demenzübungen sind – sie haben auch Grenzen. Ein realistisches Verständnis dieser Grenzen verhindert Enttäuschungen und ermöglicht eine angemessene Erwartungshaltung.
Demenzübungen können die Krankheit nicht heilen
Die wichtigste Tatsache vorweg: Demenzübungen können den neurodegenerativen Prozess nicht stoppen oder umkehren. Demenz ist eine fortschreitende Erkrankung. Was Übungen leisten können, ist eine Verlangsamung des kognitiven Abbaus, eine Verbesserung der Lebensqualität und ein längerer Erhalt von Alltagskompetenzen. Erwarten Sie keine Wunder, aber erkennen Sie die wertvollen Effekte an, die möglich sind.
Individuelle Unterschiede in der Wirksamkeit
Nicht jeder Mensch reagiert gleich auf Demenzübungen. Manche profitieren stark, andere weniger. Dies hängt von vielen Faktoren ab: Demenzform, Krankheitsstadium, Vorbildung, Persönlichkeit, Motivation. Akzeptieren Sie, wenn bestimmte Übungen nicht angenommen werden, und probieren Sie Alternativen.
Zeitpunkt und Krankheitsstadium beachten
Im sehr frühen Stadium (leichte kognitive Störung) können anspruchsvolle kognitive Übungen noch gut wirken. Im mittleren Stadium sind alltagsnahe und biografieorientierte Aktivitäten am effektivsten. Im späten Stadium stehen sensorische und emotionale Angebote im Vordergrund. Die Übungen müssen dem Stadium angepasst sein – was früher funktionierte, kann später überfordern.
Grenzen der häuslichen Betreuung
Nicht alle Angehörigen haben die Zeit, Energie und Fachkenntnis, um ein umfassendes Aktivierungsprogramm durchzuführen. Pflegende Angehörige sind oft erschöpft, emotional belastet und überfordert. Es ist keine Schande, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Eine 24-Stunden-Betreuung kann hier eine wertvolle Entlastung sein und gleichzeitig sicherstellen, dass die Person regelmäßig aktiviert wird.
Wann zusätzliche professionelle Unterstützung sinnvoll ist
In folgenden Situationen sollten Sie über professionelle Unterstützung nachdenken:
- Sie fühlen sich mit der Aktivierung überfordert
- Sie haben keine Zeit für regelmäßige Übungen
- Die Person mit Demenz lehnt Übungen bei Ihnen ab (manchmal akzeptieren Betroffene Fremde besser)
- Verhaltensauffälligkeiten wie Aggression oder Weglaufen treten auf
- Sie selbst sind erschöpft und brauchen Entlastung
- Die Person benötigt mehr Struktur und Anregung, als Sie bieten können
Professionelle Betreuungskräfte mit Demenz-Erfahrung kennen vielfältige Übungen, können flexibel auf Tagesform reagieren und bringen neue Impulse. Zudem entlasten sie Angehörige, sodass diese die gemeinsame Zeit wieder genießen können, statt nur “Therapeut” zu sein.
Alternativen und Ergänzungen zu Demenzübungen
Demenzübungen sind ein wichtiger Baustein – aber nicht der einzige. Eine ganzheitliche Demenzbetreuung umfasst auch:
- Medikamentöse Therapie: Antidementiva können in frühen Stadien den Verlauf beeinflussen
- Ergotherapie: Professionelle Therapie zur Erhaltung von Alltagskompetenzen
- Physiotherapie: Erhalt von Mobilität und Sturzprävention
- Logopädie: Bei Sprachstörungen
- Psychotherapie: Bei begleitenden Depressionen oder Ängsten
- Soziale Teilhabe: Besuche, Ausflüge, Kontakt zu Freunden
- Strukturierter Tagesablauf: Routinen geben Sicherheit
- Angehörigenberatung: Unterstützung für die Pflegenden
Eine 24-Stunden-Betreuung bei Demenz kann viele dieser Aspekte abdecken: regelmäßige Aktivierung, strukturierter Tagesablauf, soziale Interaktion, Begleitung zu Therapien und Entlastung der Angehörigen – alles in der vertrauten häuslichen Umgebung.
24-Stunden-Betreuung: Professionelle Aktivierung und Entlastung
Wenn die Durchführung von Demenzübungen zu Hause zur Überforderung wird oder wenn Sie sicherstellen möchten, dass Ihr Angehöriger täglich professionell aktiviert wird, kann eine 24-Stunden-Betreuung die ideale Lösung sein. Diese Form der Betreuung ermöglicht es Menschen mit Demenz, in ihrer vertrauten Umgebung zu bleiben und gleichzeitig kontinuierliche Unterstützung und Aktivierung zu erhalten.
Was leistet eine 24-Stunden-Betreuung bei Demenz?
Eine 24-Stunden-Betreuungskraft mit Demenz-Erfahrung übernimmt weit mehr als nur die Grundpflege. Sie gestaltet einen strukturierten Tagesablauf mit regelmäßigen Aktivierungen, die auf die individuellen Bedürfnisse und Fähigkeiten abgestimmt sind:
- Tägliche Demenzübungen: 10-Minuten-Aktivierungen, Gedächtnistraining, Sinnesübungen
- Biografieorientierte Beschäftigung: Gespräche über die Vergangenheit, gemeinsames Betrachten von Fotos
- Alltagsaktivitäten: Einbindung in Haushalt, Kochen, Gartenarbeit
- Bewegungsförderung: Spaziergänge, Sitzgymnastik, Mobilisation
- Soziale Interaktion: Gespräche, Spiele, gemeinsame Mahlzeiten
- Emotionale Zuwendung: Nähe, Sicherheit, Geborgenheit
- Strukturierung des Tagesablaufs: Feste Routinen geben Orientierung
- Begleitung zu Terminen: Arztbesuche, Therapien
Besonders wertvoll ist die Kontinuität: Die Betreuungskraft ist täglich da, kennt die Person und ihre Bedürfnisse genau und kann flexibel auf Veränderungen reagieren. Dies schafft Vertrauen und Sicherheit – wichtige Faktoren für Menschen mit Demenz.
Qualifikation der Betreuungskräfte
Nicht jede Betreuungskraft ist automatisch für die Demenzbetreuung geeignet. Achten Sie bei der Auswahl auf:
- Erfahrung in der Demenzbetreuung
- Zusatzausbildungen (z.B. Demenzhelfer, Betreuungsassistent nach § 43b SGB XI)
- Kenntnisse über Aktivierungsmöglichkeiten
- Empathie und Geduld
- Kreativität bei der Gestaltung von Übungen
- Fähigkeit, auf Verhaltensauffälligkeiten angemessen zu reagieren
Seriöse Vermittlungsagenturen wie PflegeHeimat achten auf diese Qualifikationen und vermitteln nur Betreuungskräfte, die für die Demenzbetreuung geeignet sind. Mehr zu den Grundlagen der 24-Stunden-Pflege finden Sie in unserem Ratgeber.
Vorteile gegenüber Pflegeheim
Eine 24-Stunden-Betreuung zu Hause bietet gegenüber einem Pflegeheim entscheidende Vorteile, besonders für Menschen mit Demenz:
- Vertraute Umgebung: Menschen mit Demenz sind auf Vertrautheit angewiesen. Ein Umzug ins Pflegeheim kann zu Desorientierung und Verschlechterung führen
- Individuelle Betreuung: 1:1-Betreuung statt Versorgung in der Gruppe
- Biografieorientierung: Die Betreuung kann optimal an die Lebensgeschichte angepasst werden
- Flexibilität: Tagesablauf nach den Bedürfnissen der Person, nicht nach Heimstruktur
- Verhinderung von Isolation: Kontinuierliche soziale Interaktion
- Erhalt von Selbstständigkeit: Einbindung in Alltagsaktivitäten möglich
- Entlastung der Familie: Angehörige können wieder Angehörige sein, nicht nur Pfleger
Mehr zur Alternative zum Pflegeheim erfahren Sie in unserem ausführlichen Ratgeber.
Kombination mit anderen Angeboten
Eine 24-Stunden-Betreuung schließt andere Angebote nicht aus. Im Gegenteil – oft ist eine Kombination sinnvoll:
- Tagespflege 1-2x wöchentlich: Zusätzliche soziale Kontakte und professionelle Aktivierungsangebote
- Ergotherapie: Professionelle Therapie zur Erhaltung von Fähigkeiten
- Angehörigengruppen: Austausch und Unterstützung für die Familie
- Ambulante Pflegedienste: Bei medizinischen Pflegeleistungen, die die Betreuungskraft nicht übernehmen kann
Die Betreuungskraft kann die Person zu diesen Angeboten begleiten und die verschiedenen Bausteine koordinieren.

Kostenlose Beratung zur 24-Stunden-Betreuung mit Demenz-Erfahrung – individuell, professionell und würdevoll
Angebot anfordern Beraten lassenHäufig gestellte Fragen zu Demenzübungen: Kreative Anregungen für den Alltag zu Hause
Wie oft sollte ich Demenzübungen mit meinem Angehörigen durchführen?
Idealerweise täglich, aber in kurzen Einheiten. Die 10-Minuten-Aktivierung hat sich als besonders praktikabel erwiesen. Sie können mehrere kurze Einheiten über den Tag verteilen – das ist effektiver als eine lange Session. Wichtig ist die Regelmäßigkeit: Lieber täglich 10 Minuten als einmal wöchentlich eine Stunde. Passen Sie die Häufigkeit an die Tagesform an – an schlechten Tagen dürfen Sie auch mal pausieren. Wenn Sie die tägliche Aktivierung zeitlich nicht leisten können, kann eine 24-Stunden-Betreuung diese Aufgabe übernehmen und sicherstellen, dass Ihr Angehöriger regelmäßig aktiviert wird.
Welche Demenzübungen eignen sich für Menschen, die nicht mehr sprechen können?
Bei fortgeschrittener Demenz mit Sprachverlust sind Sinnesübungen Demenz besonders wertvoll. Konzentrieren Sie sich auf basale Stimulation: Handmassagen mit duftenden Ölen, das Fühlen verschiedener Materialien (Fell, Seide, Holz), Musiktherapie mit vertrauten Liedern, visuelle Anregungen (bunte Tücher, Lichtspiele), Aromatherapie mit bekannten Düften. Auch ohne verbale Kommunikation zeigen Menschen mit Demenz durch Mimik, Körpersprache und Entspannung, dass sie die Angebote wahrnehmen. Wichtig ist Ihre Präsenz und Zuwendung – oft ist das gemeinsame Da-Sein wichtiger als die konkrete Aktivität.
Mein Angehöriger lehnt alle Übungen ab – was kann ich tun?
Ablehnung kann verschiedene Ursachen haben: Überforderung, falsche Tageszeit, fehlender biografischer Bezug, schlechte Tagesform oder die Übung wird als bevormundend empfunden. Probieren Sie Folgendes: Wählen Sie einen anderen Zeitpunkt (vormittags ist oft besser), reduzieren Sie den Schwierigkeitsgrad, wählen Sie Themen aus der Biografie, vermeiden Sie Leistungsdruck, integrieren Sie Übungen in Alltagsaktivitäten (statt “Jetzt machen wir Gedächtnistraining” lieber “Helfen Sie mir beim Tischdecken”). Manchmal akzeptieren Menschen mit Demenz Übungen von fremden Personen besser als von Angehörigen – eine professionelle Betreuungskraft kann hier helfen. Zwingen Sie nie – Respekt für den Willen der Person ist wichtig.
Gibt es spezielle Demenz Spiele, die Sie empfehlen können?
Ja, es gibt inzwischen viele speziell entwickelte Demenz Spiele. Bewährt haben sich: Demenz-Memory mit großen Karten und vertrauten Motiven (z.B. alte Haushaltsgeräte, Blumen), Bingo mit Bildern statt Zahlen, große Puzzles mit 6-12 Teilen und stabilen Rahmen, Fühlmemory mit verschiedenen Materialien, Duftlotto zum Erraten von Gerüchen, Themenkisten mit Gegenständen aus der Vergangenheit (z.B. “Wäsche waschen früher”). Achten Sie auf große, gut greifbare Materialien, klare Farben und würdevolle Gestaltung ohne Kindermotive. Viele dieser Spiele sind im Fachhandel oder online erhältlich. Wichtiger als teure Spezialspiele sind oft einfache Alltagsgegenstände mit biografischem Bezug.
Kann ich Demenzübungen auch bei fortgeschrittener Demenz noch sinnvoll einsetzen?
Ja, unbedingt! Auch im späten Stadium der Demenz ist Aktivierung wichtig und wirksam – sie muss nur angepasst werden. Während im frühen Stadium kognitive Übungen im Vordergrund stehen, sind es im späten Stadium vor allem Sinnesübungen Demenz und emotionale Zuwendung. Konzentrieren Sie sich auf basale Stimulation: Berührungen, Massagen, Musik, Düfte, visuelle Reize. Auch wenn keine verbale Reaktion mehr erfolgt, zeigen Mimik, Körperspannung und vegetative Reaktionen, dass die Person die Angebote wahrnimmt. Unterschätzen Sie nicht die Kraft von Nähe, Zuwendung und vertrauten Ritualen – sie sind in diesem Stadium oft wirksamer als komplexe Übungen.
Wie finde ich heraus, welche Übungen zu meinem Angehörigen passen?
Der Schlüssel liegt in der Biografiearbeit. Erstellen Sie eine Biografiemappe mit Informationen zu: Beruf und Hobbys, wichtigen Lebensereignissen, Lieblingsmusik und Liedern, Vorlieben bei Essen und Getränken, religiösen und kulturellen Hintergründen, Haustieren und Naturvorlieben. Daraus ergeben sich passende Übungen: Eine ehemalige Lehrerin wird Freude am Vorlesen haben, ein Handwerker an handwerklichen Tätigkeiten, eine Köchin am Gemüseschneiden. Beobachten Sie die Reaktionen: Zeigt die Person Interesse, Freude, Entspannung? Oder Ablehnung, Unruhe, Stress? Passen Sie die Übungen entsprechend an. Scheuen Sie sich nicht, professionelle Beratung in Anspruch zu nehmen – Ergotherapeuten oder spezialisierte Betreuungskräfte können wertvolle Tipps geben.
Was kostet professionelle Unterstützung bei der Durchführung von Demenzübungen?
Die Kosten variieren je nach Betreuungsform: Tagespflege mit Aktivierungsangeboten kostet 60-90 €/Tag, kann aber über Pflegesachleistung und Entlastungsbetrag finanziert werden. Ein Betreuungsassistent stundenweise kostet 25-45 €/Stunde und kann über den Entlastungsbetrag (125 € monatlich bei allen Pflegegraden) abgerechnet werden. Eine 24-Stunden-Betreuung kostet 2.400-3.500 € monatlich, bietet aber Rundum-Betreuung mit täglicher Aktivierung. Das Pflegegeld (z.B. 599 € bei Pflegegrad 3) und weitere Leistungen können zur Finanzierung genutzt werden. Wir beraten Sie gerne kostenlos zu den Finanzierungsmöglichkeiten und zeigen Ihnen, welche Fördermittel Sie in Anspruch nehmen können.
Wie kann ich verhindern, dass mein Angehöriger sich durch die Übungen überfordert fühlt?
Überforderung ist kontraproduktiv und kann zu Frustration und Verweigerung führen. Achten Sie auf folgende Warnsignale: Unruhe, Abwehr, Tränen, Aggression, Rückzug. Wenn diese auftreten, brechen Sie die Übung sofort ab. Prävention ist besser: Wählen Sie den Schwierigkeitsgrad eher zu leicht als zu schwer, geben Sie klare, einfache Anweisungen, lassen Sie ausreichend Zeit für Reaktionen, vermeiden Sie Zeitdruck und Leistungserwartungen, bieten Sie Hilfestellung an, bevor Frustration entsteht, loben Sie die Bemühung, nicht nur das Ergebnis. Orientieren Sie sich an den verbliebenen Fähigkeiten, nicht an den Defiziten. Wenn Sie unsicher sind, ob eine Übung angemessen ist, starten Sie mit einer sehr einfachen Variante und steigern Sie nur bei Erfolg.
Kann eine 24-Stunden-Betreuung auch Demenzübungen durchführen?
Ja, das ist sogar einer der großen Vorteile einer 24-Stunden-Betreuung bei Demenz. Geschulte Betreuungskräfte mit Demenz-Erfahrung können einen strukturierten Tagesablauf mit regelmäßigen Aktivierungen gestalten: 10-Minuten-Aktivierungen, Gedächtnistraining, Sinnesübungen, biografieorientierte Beschäftigung, Bewegungsförderung, soziale Interaktion. Der Vorteil: Die Übungen werden täglich und kontinuierlich durchgeführt, die Betreuungskraft lernt die Person und ihre Vorlieben kennen, kann flexibel auf die Tagesform reagieren und bringt neue Impulse und Ideen. Gleichzeitig werden Sie als Angehöriger entlastet und können die gemeinsame Zeit wieder genießen, statt nur “Therapeut” zu sein. Achten Sie bei der Auswahl darauf, dass die Betreuungskraft Erfahrung in der Demenzbetreuung hat.
Wie lange kann ich mit Demenzübungen die kognitiven Fähigkeiten erhalten?
Das ist individuell sehr unterschiedlich und hängt von vielen Faktoren ab: Demenzform, Krankheitsstadium bei Beginn der Übungen, Konsequenz der Durchführung, allgemeiner Gesundheitszustand, soziale Einbindung. Studien zeigen, dass regelmäßige Aktivierung den kognitiven Abbau um durchschnittlich 20-30% verlangsamen kann. Das bedeutet: Fähigkeiten, die ohne Übungen nach einem Jahr verloren wären, bleiben möglicherweise 15-18 Monate erhalten. Das ist ein wertvoller Gewinn an Lebensqualität und Selbstständigkeit. Wichtig: Demenzübungen können die Krankheit nicht heilen oder stoppen, aber sie können den Verlauf positiv beeinflussen. Setzen Sie realistische Erwartungen und freuen Sie sich über jeden Tag, an dem Ihr Angehöriger noch Fähigkeiten zeigt, die ohne Aktivierung vielleicht schon verloren wären.
Gibt es auch digitale Demenzübungen oder Apps, die Sie empfehlen?
Ja, es gibt inzwischen einige Apps und digitale Programme für Demenzübungen, z.B. “NeuroNation”, “Memorado” oder spezialisierte Demenz-Apps. Vorteile: Schwierigkeitsgrade werden automatisch angepasst, große Vielfalt an Übungen, oft motivierende Elemente. Nachdem: Nicht alle Senioren sind mit digitalen Medien vertraut, die Bedienung kann überfordern, soziale Interaktion fehlt. Wenn Sie digitale Übungen nutzen möchten: Wählen Sie Apps mit großen Symbolen und einfacher Bedienung, begleiten Sie die Nutzung (nicht alleine lassen), kombinieren Sie mit analogen Übungen und sozialer Interaktion, achten Sie auf Frustration bei technischen Problemen. Digitale Übungen können eine Ergänzung sein, sollten aber nicht die einzige Aktivierungsform darstellen. Persönliche Zuwendung und reale Sinneserfahrungen sind gerade bei Demenz besonders wichtig.
Was kann ich tun, wenn mein Angehöriger während der Übungen aggressiv wird?
Aggression bei Demenz ist oft ein Ausdruck von Überforderung, Angst oder Frustration. Wenn Aggression während Übungen auftritt: Brechen Sie die Übung sofort ab, bleiben Sie ruhig und vermeiden Sie Diskussionen oder Rechtfertigungen, geben Sie der Person Raum und Zeit, sich zu beruhigen, analysieren Sie später die Ursache (zu schwierig? Falsche Tageszeit? Schmerzen?). Prävention: Wählen Sie einfachere Übungen, vermeiden Sie Leistungsdruck, achten Sie auf Frühwarnsignale (Unruhe, Anspannung), bieten Sie Alternativen an. Wenn Aggression häufiger auftritt, konsultieren Sie den Arzt – manchmal sind Schmerzen, Infektionen oder Medikamentennebenwirkungen die Ursache. Eine geschulte Betreuungskraft mit Demenz-Erfahrung kann oft besser mit herausforderndem Verhalten umgehen und deeskalierend wirken.
Fazit: Demenzübungen als Schlüssel zu mehr Lebensqualität
Demenzübungen sind weit mehr als eine therapeutische Maßnahme – sie sind ein Weg, Menschen mit Demenz Würde, Freude und Sinnhaftigkeit im Alltag zu schenken. Ob Gedächtnistraining Demenz, Sinnesübungen Demenz oder kreative Beschäftigungsideen Demenz – die Möglichkeiten sind vielfältig und können individuell an jedes Krankheitsstadium angepasst werden.
Die wichtigsten Erkenntnisse aus diesem Ratgeber:
- Regelmäßigkeit ist entscheidend: Tägliche kurze Einheiten sind effektiver als seltene lange Sessions. Die 10 Minuten Aktivierung Demenz ist ein praktikables Konzept für den Alltag.
- Biografieorientierung ist der Schlüssel: Übungen, die an die Lebensgeschichte, Interessen und Fähigkeiten anknüpfen, werden am besten angenommen und wirken am stärksten.
- Sinne ansprechen: Besonders Sinnesübungen Demenz erreichen Menschen auch in fortgeschrittenen Stadien und wirken beruhigend und aktivierend zugleich.
- Würde bewahren: Vermeiden Sie Überforderung, Infantilisierung und Leistungsdruck. Menschen mit Demenz verdienen respektvolle, würdevolle Behandlung.
- Realistische Erwartungen: Demenzübungen können die Krankheit nicht heilen, aber den Verlauf positiv beeinflussen und Lebensqualität erhalten.
- Professionelle Unterstützung nutzen: Wenn die Durchführung von Übungen Sie überfordert, ist das keine Schande. Eine 24-Stunden-Betreuung mit Demenz-Erfahrung kann die tägliche Aktivierung sicherstellen und Sie entlasten.
Demenz ist eine herausfordernde Erkrankung – für die Betroffenen und ihre Angehörigen. Doch mit den richtigen Übungen, viel Geduld, Empathie und bei Bedarf professioneller Unterstützung können Sie Ihrem Angehörigen trotz der Krankheit ein würdevolles, aktiviertes Leben ermöglichen. Jedes Lächeln, jede positive Reaktion, jeder Moment der Verbindung ist ein Erfolg.
Scheuen Sie sich nicht, Hilfe anzunehmen. Eine 24-Stunden-Betreuung zu Hause ermöglicht es, dass Ihr Angehöriger in seiner vertrauten Umgebung bleiben kann, täglich professionell aktiviert wird und Sie als Familie wieder mehr gemeinsame, entspannte Zeit haben. Das ist keine Aufgabe der Verantwortung, sondern ein Akt der Liebe und Fürsorge.

Kostenlose Beratung zur 24-Stunden-Betreuung mit Demenz-Aktivierung – individuell, professionell und würdevoll. Starten Sie jetzt in ein sorgenfreieres Leben.
Angebot anfordern Beraten lassenHinweis: Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine professionelle medizinische oder therapeutische Beratung. Die Auswahl und Durchführung von Demenzübungen sollte idealerweise in Absprache mit Ärzten, Ergotherapeuten oder Demenzberatern erfolgen. Alle Angaben zu Kosten und Finanzierungsmöglichkeiten entsprechen dem Stand 2025 und können sich ändern. Bei Fragen zur Demenzbetreuung oder zur 24-Stunden-Betreuung beraten wir Sie gerne kostenlos und unverbindlich. Stand: Oktober 2025