Eine barrierefreie Küche ist das Herzstück eines selbstbestimmten Lebens zu Hause. Ob Sie eine rollstuhlgerechte Küche planen, behindertengerechte Küchen umbauen oder eine seniorengerechte Küche einrichten möchten – die richtige Planung macht den Unterschied. In diesem umfassenden Ratgeber erfahren Sie alles über barrierefreie Küchen: von den korrekten Maßen für barrierefreie Küchen über die Kosten für barrierefreie Küchen bis hin zu praktischen Hilfsmitteln für Senioren in der Küche. Wir zeigen Ihnen, wie Sie Ihre Küche barrierefrei planen und dabei alle Förderungsmöglichkeiten optimal nutzen.
Was ist eine barrierefreie Küche?
Eine barrierefreie Küche ermöglicht Menschen mit körperlichen Einschränkungen, Senioren und Rollstuhlfahrern das selbstständige Kochen und die Teilnahme am Familienleben. Barrierefreie Küchen sind so gestaltet, dass sie von allen Nutzern – unabhängig von ihren körperlichen Fähigkeiten – sicher und komfortabel genutzt werden können.
Die Grundlagen des barrierefreien Wohnens gelten auch für Küchen und folgen den Prinzipien der DIN 18040-2. Eine Küche barrierefrei zu gestalten bedeutet weit mehr als nur genügend Platz für einen Rollstuhl zu schaffen.
Kernmerkmale barrierefreier Küchen:
- Unterfahrbare Arbeitsflächen für Rollstuhlfahrer
- Höhenverstellbare Elemente für verschiedene Nutzer
- Ausreichende Bewegungsflächen (mindestens 120 x 120 cm)
- Leicht erreichbare Bedienelemente in optimaler Höhe
- Rutschfeste Bodenbeläge für sicheren Stand
- Gute Beleuchtung ohne Schatten und Blendung
- Ergonomische Griffe und Beschläge
- Stufenlose Übergänge zu angrenzenden Räumen
Eine rollstuhlgerechte Küche geht dabei noch einen Schritt weiter und berücksichtigt die spezifischen Bedürfnisse von Rollstuhlfahrern mit größeren Bewegungsflächen und vollständig unterfahrbaren Bereichen.
Barrierefreie Küchen: Maße und Normen
Maße für barrierefreie Küchen nach DIN 18040-2
Die Maße für barrierefreie Küchen sind in der DIN 18040-2 “Barrierefreies Bauen – Planungsgrundlagen – Teil 2: Wohnungen” festgelegt. Diese Normen orientieren sich an den DIN-Normen für barrierefreies Bauen und gewährleisten eine sichere Nutzung.
Grundmaße für barrierefreie Küchen:
Bewegungsflächen:
- Wendefläche für Rollstühle: Durchmesser 150 cm
- Bewegungsfläche vor Küchenzeile: Mindestens 120 cm Tiefe
- Durchgangsbreite: Mindestens 90 cm (optimal 120 cm)
- Arbeitsplatz-Bewegungsfläche: 150 x 150 cm vor unterfahrbaren Bereichen
Arbeitshöhen und Erreichbarkeiten:
- Standard-Arbeitshöhe: 85 cm (anpassbar auf 72-95 cm)
- Unterfahrbare Bereiche: 67 cm Höhe, 55 cm Tiefe
- Oberschränke: Unterkante maximal 140 cm Höhe
- Bedienelemente: 85-105 cm Höhe (Schalter, Griffe)
- Spüle: Rand maximal 80 cm hoch, unterfahrbar
Türen und Durchgänge:
- Türbreite: Mindestens 80 cm (rollstuhlgerecht 90 cm)
- Türschwellen: Maximal 2 cm hoch (rollstuhlgerecht 0 cm)
- Türgriffe: Leichtgängig in 85-105 cm Höhe
Rollstuhlgerechte Küchen: Spezielle Anforderungen
Rollstuhlgerechte Küchen müssen zusätzliche Anforderungen erfüllen, die über die Standard-Barrierefreiheit hinausgehen:
Erweiterte Maße für rollstuhlgerechte Küchen:
- Wendefläche: Durchmesser 150 cm (zwingend erforderlich)
- Anfahrtsfläche: 150 x 150 cm vor allen Arbeitsplätzen
- Kniefreiheit: 70 cm Breite, 30 cm Tiefe, 67 cm Höhe
- Beinfreiheit: 30 cm Tiefe oberhalb der Kniefreiheit
- Greifhöhen: Zwischen 40-140 cm (optimal 85-105 cm)
Besondere Anforderungen:
- Alle Arbeitsbereiche unterfahrbar: Spüle, Herd, Vorbereitung
- Seitliche Anfahrbarkeit: Auch seitliches Arbeiten ermöglichen
- Stufenlose Erreichbarkeit: Komplett schwellenlos
- Verstärkte Wandbefestigungen: Für Hängeschränke und Halterungen
Barrierefreie Küche planen: Schritt-für-Schritt Anleitung
Die richtige Planung barrierefreier Küchen
Eine barrierefreie Küche zu planen erfordert systematisches Vorgehen und die Berücksichtigung individueller Bedürfnisse. Beim Planen barrierefreier Küchen sollten Sie folgendermaßen vorgehen:
Phase 1: Bedarfsanalyse
- Nutzeranalyse: Wer kocht hauptsächlich? Welche Einschränkungen bestehen?
- Mobilitätshilfen: Rollstuhl, Rollator, Gehhilfen berücksichtigen
- Zukunftsplanung: Sich verändernde Bedürfnisse einkalkulieren
- Kochgewohnheiten: Wie wird gekocht? Welche Geräte sind wichtig?
Phase 2: Raumanalyse
- Grundriss aufmessen: Exakte Raummaße dokumentieren
- Anschlüsse lokalisieren: Wasser, Strom, Gas, Abwasser
- Strukturelle Gegebenheiten: Tragende Wände, Durchbrüche
- Lichtverhältnisse: Natürliches und künstliches Licht
Phase 3: Konzeptentwicklung
- Grundriss für barrierefreie Küchen erstellen: Optimale Aufteilung planen
- Arbeitsdreieck definieren: Spüle, Herd, Kühlschrank optimal anordnen
- Stauraum konzipieren: Erreichbare Aufbewahrungslösungen
- Materialauswahl: Pflegeleichte und sichere Oberflächen
Grundriss für barrierefreie Küchen: Optimale Layouts
Der Grundriss für barrierefreie Küchen entscheidet maßgeblich über die Funktionalität. Je nach Raumgröße und Nutzeranforderungen eignen sich verschiedene Küchenlayouts:
Layout 1: Einzeilige Küche (ab 3,60 m Länge)
- Vorteile: Alle Bereiche in einer Flucht, kurze Wege
- Eignung: Schmale Räume, ein Hauptnutzer
- Bewegungsfläche: 150 cm vor der Küchenzeile
- Besonderheit: Spüle mittig zwischen Herd und Kühlschrank
Layout 2: L-förmige Küche (ab 2,40 x 2,40 m)
- Vorteile: Optimale Raumausnutzung, zwei Arbeitsfronten
- Eignung: Quadratische Räume, mehrere Nutzer
- Eckbereich: Mit Karussell-Auszug oder Magic Corner
- Wendefläche: 150 cm Durchmesser in der Raumecke
Layout 3: U-förmige Küche (ab 2,40 x 3,60 m)
- Vorteile: Maximaler Stauraum, kurze Arbeitswege
- Eignung: Große Räume, intensive Küchennutzung
- Öffnung: Eine Seite für Rollstuhl-Zugang offen lassen
- Durchgangsbreite: Mindestens 120 cm zwischen den Fronten
Layout 4: Kücheninsel (ab 4,00 x 4,00 m)
- Vorteile: Kommunikatives Kochen, flexible Nutzung
- Eignung: Offene Wohnbereiche, Familien
- Unterfahrbarkeit: Mindestens eine Seite komplett unterfahrbar
- Rundumgang: 120 cm Abstand zu allen Seiten

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Angebot anfordern Beraten lassenKosten für barrierefreie Küchen
Investition in barrierefreie Küchen: Preisübersicht 2025
Die Kosten für barrierefreie Küchen variieren stark je nach Ausstattung, Raumgröße und gewünschten Funktionen. Eine barrierefreie Küche kostet in der Regel 20-40% mehr als eine Standardküche, bietet aber deutlich mehr Komfort und Sicherheit.
Kostenkategorien barrierefreier Küchen:
Einstiegsklasse (8.000 – 15.000 Euro)
- Standardfronten: Melamin oder Folie
- Basisausstattung: Grundfunktionen ohne Extras
- Geräte: Haushaltsübliche Qualität
- Besonderheiten: Höhenverstellbare Arbeitsplatte, unterfahrbare Spüle
Mittelklasse (15.000 – 30.000 Euro)
- Hochwertige Fronten: Lack oder furniert
- Erweiterte Ausstattung: Soft-Close, Vollauszüge
- Markengeräte: Energieeffizient und langlebig
- Besonderheiten: Höhenverstellbare Oberschränke, ergonomische Griffe
Premiumklasse (30.000 – 50.000 Euro)
- Exklusive Materialien: Massivholz, Naturstein
- Vollausstattung: Alle Komfortfunktionen
- Premium-Geräte: Profi-Qualität mit Smart-Home-Integration
- Besonderheiten: Elektrisch höhenverstellbare Arbeitsplatten, Touch-Bedienung
Luxusklasse (50.000+ Euro)
- Maßanfertigung: Individuelle Sonderlösungen
- Edelste Materialien: Naturstein, Edelstahl, seltene Hölzer
- High-Tech-Ausstattung: Vollautomatisierung
- Besonderheiten: KI-gesteuerte Assistenzsysteme, barrierefreie Designlösungen
Kostenfaktoren im Detail
Mehrkosten für Barrierefreiheit:
- Höhenverstellbare Arbeitsplatte: 2.000 – 5.000 Euro
- Unterfahrbare Spüle: 500 – 1.500 Euro
- Absenkbare Oberschränke: 800 – 2.000 Euro pro Meter
- Barrierefreie Geräte: 1.000 – 3.000 Euro Aufpreis
- Spezielle Beschläge: 500 – 1.500 Euro
- Planungsaufwand: 1.000 – 3.000 Euro
Einsparpotenziale:
- Standardgrößen nutzen: Sondermaße vermeiden
- Teilbereich unterfahrbar: Nicht die komplette Küche
- Nachrüstbare Lösungen: Spätere Anpassungen möglich
- Fördergelder nutzen: Bis zu 4.180 Euro Zuschuss
Ausstattung und Geräte für barrierefreie Küchen
Küchengeräte für Rollstuhlfahrer und Senioren
Die richtige Geräteausstahl ist entscheidend für die Funktionalität barrierefreier Küchen. Küchengeräte für Rollstuhlfahrer müssen besonders gut erreichbar und einfach bedienbar sein.
Herd und Kochfeld:
- Induktionskochfeld: Sicherste Option, keine heiße Oberfläche
- Bedienelemente vorn: Griffe über dem Kochfeld erreichbar
- Versenkbare Topfträger: Für sicheren Transport heißer Töpfe
- Kindersicherung: Schutz vor unbeabsichtigter Bedienung
- Restwärmeanzeige: Deutlich sichtbare Warnsignale
Backofen:
- Seitlicher Einschub: Sichereres Entnehmen für Rollstuhlfahrer
- Auszugsschienen: Automatisches Herausziehen der Bleche
- Höhe 85-105 cm: Optimal erreichbar im Hochschrank
- Große Sichtfenster: Kontrolle ohne Öffnen
- Pyrolyse-Funktion: Selbstreinigung reduziert Aufwand
Kühlschrank und Gefriergeräte:
- Side-by-Side-Geräte: Alle Bereiche gut erreichbar
- Höhenverstellbare Böden: Flexible Innenaufteilung
- Schubladen statt Böden: Bessere Übersicht und Erreichbarkeit
- LED-Beleuchtung: Optimale Ausleuchtung aller Bereiche
- No-Frost-Technik: Reduzierter Wartungsaufwand
Spülmaschine:
- Erhöhter Einbau: 15-20 cm höher als Standard
- Besteckschublade: Ergonomischer als Besteckkorb
- Vollintegriert: Einheitliches Erscheinungsbild
- Leise Modelle: Unter 44 dB für offene Wohnbereiche
- AquaStop: Wasserschutz für mehr Sicherheit
Hilfsmittel für Senioren in der Küche
Hilfsmittel für Senioren in der Küche können die Selbstständigkeit erheblich verlängern und das Kochen sicherer machen. Diese Hilfsmittel für behinderte Menschen in der Küche sind oft kostengünstige Alternativen zu aufwendigen Umbauten.
Grundausstattung an Hilfsmitteln:
- Greifhilfen: Für höher liegende Gegenstände
- Rutschfeste Unterlagen: Sicherer Halt für Schneidebretter
- Ergonomische Küchenhelfer: Große Griffe, leichtgängig
- Dosenöffner elektrisch: Kraftsparende Bedienung
- Küchenwaage mit großer Anzeige: Gut lesbare Zahlen
- Induktions-Kochplatten: Mobile, sichere Kochlösungen
Spezielle Hilfsmittel:
- Schneidehilfen: Schutz vor Verletzungen
- Einhändiges Küchengeschirr: Für Menschen mit Hemiparese
- Sprechende Küchengeräte: Für sehbehinderte Menschen
- Magnetische Halterungen: Werkzeuge immer griffbereit
- Höhenverstellbare Hocker: Flexibles Arbeiten im Sitzen
Technische Hilfsmittel:
- Smart-Home-Integration: Sprachsteuerung für Geräte
- Tablet-Halterungen: Rezepte immer im Blick
- Automatische Wasserhähne: Berührungslose Bedienung
- LED-Arbeitsplatzbeleuchtung: Blendfreie Ausleuchtung
- Notrufsysteme: Sicherheit beim Allein-Kochen
Seniorengerechte Küche einrichten
Die Küche für Senioren optimal einrichten
Eine seniorengerechte Küche berücksichtigt die besonderen Bedürfnisse älterer Menschen, auch wenn noch keine Behinderung vorliegt. Die Küche für Senioren einzurichten bedeutet, präventiv zu handeln und altersbedingte Einschränkungen frühzeitig zu kompensieren.
Prinzipien seniorengerechter Küchengestaltung:
Ergonomie und Komfort:
- Optimale Arbeitshöhen: Rückenschonende 90-95 cm
- Kurze Wege: Arbeitsdreieck unter 7 Metern Gesamtlänge
- Sitzarbeitsplätze: Hocker oder Stühle für längere Tätigkeiten
- Grifffreundliche Beschläge: Große Bügelgriffe statt Knäufe
- Leichtgängige Auszüge: Soft-Close und Dämpfung
Sicherheit und Orientierung:
- Ausreichende Beleuchtung: 500 Lux an Arbeitsplätzen
- Kontrastierung: Helle Arbeitsplatte auf dunklen Unterschränken
- Rutschfeste Böden: R10-Klassifizierung minimum
- Stufenlose Übergänge: Stolperfallen vermeiden
- Sichtbare Bedienelemente: Große, kontrastreich beschriftete Knöpfe
Stauraum und Organisation:
- Erreichbare Höhen: 40-140 cm optimal nutzbar
- Auszüge statt Fächer: Bessere Übersicht und Erreichbarkeit
- Beschriftete Bereiche: Große, gut lesbare Labels
- Häufig genutztes griffbereit: Täglich benötigte Gegenstände vorn
- Schwere Gegenstände unten: Rückenschonende Lagerung
Behindertengerechte Küchen: Individuelle Anpassungen
Behindertengerechte Küchen gehen über die Standard-Barrierefreiheit hinaus und berücksichtigen spezifische Behinderungen. Jede Art der Beeinträchtigung erfordert andere Anpassungen:
Für Menschen mit Sehbehinderungen:
- Kontrastreiche Gestaltung: Arbeitsflächen deutlich abgegrenzt
- Taktile Markierungen: Fühlbare Orientierungshilfen
- Sprechende Geräte: Akustische Rückmeldungen
- Strukturierte Ordnung: Feste Plätze für alle Gegenstände
- Gute Beleuchtung: Blend- und schattenfrei
Für Menschen mit Hörbehinderungen:
- Optische Signale: LED-Anzeigen statt Pieptöne
- Vibrations-Signale: Für Timer und Alarme
- Offene Raumgestaltung: Sichtkontakt zu anderen Bereichen
- Induktionsschleifen: Für Hörgeräte-Träger
- Visuelle Kontrollen: Sichtfenster in allen Geräten
Für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen:
- Vollständige Unterfahrbarkeit: Alle Arbeitsbereiche
- Elektrische Höhenverstellung: Anpassung per Knopfdruck
- Seitliche Anfahrbarkeit: Auch seitliches Arbeiten möglich
- Leichtgängige Bedienung: Minimaler Kraftaufwand erforderlich
- Ausreichende Wendeflächen: 150 cm Durchmesser

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Angebot anfordern Beraten lassenFörderung und Finanzierung barrierefreier Küchen
Kostenübernahme für rollstuhlgerechte Küchen
Die Kostenübernahme für rollstuhlgerechte Küchen ist über verschiedene Träger möglich. Rollstuhlgerechte Küchen haben oft hohe Anschaffungskosten, aber es gibt mehrere Finanzierungswege:
1. Pflegekassen-Zuschuss
- Höhe: Bis zu 4.180 Euro pro Person mit Pflegegrad
- Voraussetzung: Medizinische Notwendigkeit und Pflegegrad
- Verwendung: Wohnumfeldverbessernde Maßnahmen
- Mehrere Personen: Bis zu 16.720 Euro bei mehreren Pflegebedürftigen
2. Berufsgenossenschaften
- Vollfinanzierung: Bei Arbeitsunfällen oder Berufskrankheiten
- Voraussetzung: Anerkannter Zusammenhang mit der Berufstätigkeit
- Umfang: Komplette behindertengerechte Küchenausstattung
- Nachsorge: Regelmäßige Kontrolle und Anpassung
3. Eingliederungshilfe
- Träger: Sozialämter oder Eingliederungshilfe-Träger
- Voraussetzung: Schwerbehinderung und Bedürftigkeit
- Umfang: Notwendige Anpassungen für selbstständiges Leben
- Nachrangigkeit: Nach Ausschöpfung anderer Möglichkeiten
4. KfW-Förderung
- Programm 159: Altersgerecht Umbauen (zinsgünstiger Kredit)
- Kreditsumme: Bis zu 50.000 Euro
- Verwendung: Auch für Küchenumbauten möglich
- Kombination: Mit anderen Förderungen kombinierbar
Weitere Finanzierungsmöglichkeiten
Regionale Förderprogramme:
- Länder-Zuschüsse: Unterschiedlich je Bundesland
- Kommunale Hilfen: Städtische und Gemeinde-Programme
- Stiftungen: Aktion Mensch und regionale Stiftungen
- Sozialverband-Hilfen: Unterstützung durch Wohlfahrtsverbände
Steuerliche Absetzbarkeit:
- Außergewöhnliche Belastungen: Eigenanteil absetzbar
- Handwerkerleistungen: 20% der Arbeitskosten (max. 1.200€/Jahr)
- Haushaltsnahe Dienstleistungen: Bei Planungsleistungen
- Behindertenbedingte Aufwendungen: Pauschbetrag möglich
Detaillierte Informationen zu allen Fördermöglichkeiten finden Sie in unserem Ratgeber zu Zuschüssen für barrierefreies Wohnen.
Rollstuhlgerechte Küchen gebraucht: Alternative Lösungen
Gebrauchte barrierefreie Küchen: Worauf achten?
Rollstuhlgerechte Küchen gebraucht zu kaufen kann eine kostengünstige Alternative zur Neuanschaffung sein. Der Markt für gebrauchte barrierefreie Küchen wächst stetig, da sich Bedürfnisse ändern oder Menschen in Pflegeeinrichtungen umziehen.
Vorteile gebrauchter barrierefreier Küchen:
- Kostenersparnis: 30-50% günstiger als Neuküchen
- Sofort verfügbar: Keine langen Lieferzeiten
- Bereits getestet: Funktionalität erprobt
- Umweltschonend: Ressourcenschonende Wiederverwendung
- Hochwertige Marken: Oft Premium-Küchen zu erschwinglichen Preisen
Nachteile und Risiken:
- Begrenzte Auswahl: Nicht immer passende Größe verfügbar
- Verschleiß: Gebrauchsspuren an Fronten und Geräten
- Keine Garantie: Meist keine Herstellergarantie mehr
- Anpassungsaufwand: Möglicherweise weitere Umbauten nötig
- Transport und Montage: Zusätzliche Kosten für Aufbau
Bezugsquellen für gebrauchte barrierefreie Küchen:
- Spezialisierte Händler: Küchenhandel mit Gebrauchtabteilung
- Online-Marktplätze: eBay, eBay Kleinanzeigen, Facebook Marketplace
- Küchenstudios: Ausstellungsküchen und Rückläufer
- Pflege- und Seniorenheime: Bei Renovierungen oder Schließungen
- Wohnungsauflösungen: Über Haushaltsauflösung-Services
Kaufkriterien für gebrauchte barrierefreie Küchen:
- Maße prüfen: Passt die Küche in den vorhandenen Raum?
- Zustand bewerten: Fronten, Arbeitsplatte, Geräte kontrollieren
- Funktionalität testen: Alle höhenverstellbaren Elemente prüfen
- Unterfahrbarkeit: Kniefreiheit und Beinfreiheit ausmessen
- Geräte-Alter: Energieeffizienz und Restlebensdauer bewerten
Umbau bestehender Küchen zu barrierefreien Lösungen
Bestehende Küche barrierefrei umrüsten
Nicht immer ist eine komplette Neuküche nötig. Viele bestehende Küchen lassen sich mit gezielten Maßnahmen barrierefrei umrüsten:
Einfache Umrüstmaßnahmen (500-2.000 Euro):
- Griffwechsel: Große Bügelgriffe statt Knäufe
- Beleuchtung verbessern: LED-Unterbauleuchten nachrüsten
- Arbeitshöhe anpassen: Sockel entfernen oder Arbeitsplatte aufstocken
- Hilfsmittel ergänzen: Greifhilfen, rutschfeste Matten
- Türen justieren: Leichtgängigkeit verbessern
Mittlere Umbauten (2.000-8.000 Euro):
- Arbeitsplatte unterfahrbar machen: Unterschrank teilweise entfernen
- Spüle austauschen: Gegen unterfahrbare Variante
- Oberschränke absenken: Höhenverstellbare Systeme nachrüsten
- Bodenbelag erneuern: Rutschfeste, schwellenlose Lösung
- Elektroinstallation: Steckdosen und Schalter optimal positionieren
Umfangreiche Umbauten (8.000-20.000 Euro):
- Komplette Arbeitsplatte: Höhenverstellbares System
- Küchenzeile umbauen: Neue Front mit Unterfahrbarkeit
- Geräte austauschen: Barrierefreie Modelle
- Grundriss ändern: Bewegungsflächen schaffen
- Anschlüsse verlegen: Optimale Positionierung
Erfolgreiche Küchenumbauten: Praxisbeispiele
Beispiel 1: Rollstuhl-Anpassung (Kosten: 12.000 Euro)
- Ausgangssituation: L-Küche in 3x3m Raum
- Maßnahmen: Spülbereich komplett unterfahrbar, Arbeitshöhe 82cm
- Besonderheiten: Induktionskochfeld mit Topfträgern, seitlich anfahrbarer Backofen
- Ergebnis: Vollständig selbstständiges Kochen möglich
Beispiel 2: Senioren-Optimierung (Kosten: 6.500 Euro)
- Ausgangssituation: Einzeilige Küche, 85-jährige Nutzerin
- Maßnahmen: Arbeitshöhe auf 90cm, Oberschränke absenkbar
- Besonderheiten: LED-Beleuchtung, elektrische Geräte mit großen Displays
- Ergebnis: Sicheres Kochen trotz Arthritis in den Händen
Beispiel 3: Mehrgenerationen-Küche (Kosten: 18.000 Euro)
- Ausgangssituation: Offene Küche, verschiedene Nutzer
- Maßnahmen: Höhenverstellbare Arbeitsplatte (72-95cm)
- Besonderheiten: Zwei Spülbereiche, einer unterfahrbar
- Ergebnis: Nutzung durch Rollstuhlfahrer und stehende Personen

24h-Betreuung hilft beim Kochen und bei der Essenszubereitung - ganz ohne Umbaumaßnahmen.
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Küche für Rollstuhlfahrer: Detailplanung
Eine Küche für Rollstuhlfahrer erfordert besondere Aufmerksamkeit bei der Detailplanung. Die Küche für Rollstuhlfahrer muss jeden Arbeitsschritt berücksichtigen, den ein Rollstuhlfahrer beim Kochen durchführt.
Spülbereich für Rollstuhlfahrer:
- Unterfahrbarkeit: 67cm Höhe, 60cm Tiefe
- Kniefreiheit: 70cm Breite minimum
- Spülenhöhe: 80-85cm Oberkante
- Armaturenhöhe: Maximal 85cm, seitlich angebracht
- Unterschrankgestaltung: Aussparung oder herausnehmbare Böden
Kochbereich für Rollstuhlfahrer:
- Kochfeld-Position: Vorderer Bereich der Arbeitsplatte
- Bedienelemente: Vorn oder seitlich angebracht
- Abstellflächen: Beidseitig neben dem Kochfeld
- Dunstabzug: Flachschirmhaube oder Downdraft-System
- Sicherheit: Induktionskochfeld mit Kindersicherung
Backofen für Rollstuhlfahrer:
- Einbauhöhe: 85-105cm (Hochschrank-Integration)
- Side-by-Side-Anordnung: Neben dem Kochbereich
- Auszugsschienen: Automatisches Herausziehen
- Bedienelemente: Große, gut erreichbare Drehknöpfe
- Sichtfenster: Groß und gut einsehbar
Küchen für Menschen mit Demenz
Menschen mit Demenz haben besondere Bedürfnisse in der Küche. Sicherheit steht dabei an erster Stelle, gleichzeitig soll möglichst lange Selbstständigkeit erhalten bleiben.
Sicherheitsaspekte bei Demenz:
- Herdüberwachung: Automatische Abschaltung nach Zeitintervall
- Wasserstop: Selbstschließende Wasserhähne
- Türsicherungen: Schränke mit gefährlichen Inhalten verschließen
- Rutschfeste Böden: Besonders wichtig bei Orientierungsproblemen
- Gute Beleuchtung: Schatten und dunkle Ecken vermeiden
Orientierungshilfen:
- Kontrastierung: Deutliche Farbunterschiede
- Beschriftung: Große, deutliche Schrift mit Bildern
- Feste Ordnung: Immer gleiche Plätze für Gegenstände
- Transparente Behälter: Inhalt sofort erkennbar
- Einfache Bedienung: Komplexe Geräte vermeiden
Angehörigen-Unterstützung:
- Fernüberwachung: Smart-Home-Systeme für Sicherheit
- Einfache Rezepte: Bildanleitungen für bekannte Gerichte
- Vorbereitete Zutaten: Portionierte, beschriftete Behälter
- Notfallkontakte: Gut sichtbar angebracht
- Regelmäßige Kontrolle: Durch Angehörige oder Pflegedienst
Grenzen barrierefreier Küchen: Wann zusätzliche Hilfe nötig wird
Wenn die barrierefreie Küche nicht mehr ausreicht
Auch die beste barrierefreie Küche hat ihre Grenzen. Bei fortschreitenden Erkrankungen, nachlassender Kraft oder zunehmender Vergesslichkeit reicht selbst eine perfekt ausgestattete rollstuhlgerechte Küche nicht mehr aus.
Warnsignale für zusätzlichen Hilfsbedarf:
- Vergessene Herdplatten: Häufige Brandgefahr
- Kraftlosigkeit: Töpfe und Pfannen zu schwer
- Orientierungsprobleme: Verwechslung von Gewürzen oder Zutaten
- Sturzgefahr: Trotz aller Sicherheitsmaßnahmen
- Appetitlosigkeit: Vernachlässigung der Ernährung
- Medikamentenfehler: Vergessen oder falsche Dosierung
Übergangslösungen:
- Mahlzeitendienst: Warme Mahlzeiten geliefert
- Ambulante Dienste: Hilfe beim Kochen 2-3x täglich
- Tagespflege: Mahlzeiten außer Haus
- Kurzzeitpflege: Temporäre Vollversorgung
- Angehörige: Regelmäßige Unterstützung
Langfristige Lösungen:
- 24-Stunden-Betreuung: Rundumbetreuung zu Hause
- Betreutes Wohnen: Servicewohnen mit Hilfeleistungen
- Pflegeheim: Vollstationäre Versorgung
24-Stunden-Betreuung als Alternative
Wenn die Küche trotz aller barrierefreien Anpassungen nicht mehr sicher genutzt werden kann, bietet eine 24-Stunden-Betreuung zu Hause eine würdevolle Alternative. Die Betreuungskraft kann beim Kochen helfen oder die Mahlzeitenzubereitung komplett übernehmen.
Vorteile der 24h-Betreuung in der Küche:
- Sicherheit: Ständige Überwachung beim Kochen
- Individuelle Ernährung: Berücksichtigung von Vorlieben und Diäten
- Soziale Komponente: Gemeinsames Kochen und Essen
- Flexibilität: Anpassung an tagesformabhängige Bedürfnisse
- Entlastung der Familie: Angehörige werden entlastet
Kosten-Nutzen-Vergleich:
- Küchenumbau: 10.000-30.000 Euro einmalig
- 24h-Betreuung: 2.200-3.500 Euro monatlich
- Break-Even: Nach 3-12 Monaten, aber umfassendere Hilfe
Die Kosten für 24-Stunden-Pflege können teilweise durch Pflegeleistungen der Pflegekasse finanziert werden.

24h-Betreuung sorgt für sichere Mahlzeiten und nimmt Ihnen die Sorge um die Ernährung ab.
Angebot anfordern Beraten lassenDie optimale barrierefreie Küche für jeden Bedarf
Eine barrierefreie Küche ist eine Investition in Lebensqualität, Sicherheit und Selbstständigkeit. Mit der richtigen Planung, passenden Maßen für barrierefreie Küchen und gezielter Nutzung von Förderungen lassen sich auch anspruchsvolle Projekte realisieren.
Die wichtigsten Erfolgsfaktoren:
- Individuelle Planung: Auf spezielle Bedürfnisse abgestimmt
- Professionelle Beratung: Experten frühzeitig einbeziehen
- Normgerechte Umsetzung: DIN 18040-2 als Mindeststandard
- Förderungen nutzen: Alle verfügbaren Unterstützungen ausschöpfen
- Zukunftsfähig denken: Sich ändernde Bedürfnisse berücksichtigen
Denken Sie ganzheitlich: Eine barrierefreie Küche ist Teil des Gesamtkonzepts “Barrierefreies Wohnen”. Weitere Informationen finden Sie in unserem Ratgeber für barrierefreie Bäder und unseren Zuschüssen für barrierefreies Wohnen.
Wichtiger Hinweis: Sollte auch eine perfekt ausgestattete barrierefreie Küche nicht mehr ausreichen, bietet eine professionelle 24-Stunden-Betreuung eine würdevolle Alternative. Mit den richtigen räumlichen Voraussetzungen kann die Betreuung optimal erfolgen.
Zögern Sie nicht: Je früher Sie Ihre Küche barrierefrei gestalten, desto länger können Sie selbstständig kochen und die Freude am Essen erhalten. Starten Sie noch heute mit der Planung Ihrer barrierefreien Küche!